Frage von Malavatica, 96

Warum wird der Stierkampf in Spanien mit tödlichem Ausgang nicht endlich verboten?

Zur Belustigung des Publikums werden die Tiere aufgehetzt und getötet. Ich habe Verständnis für Traditionen, aber da hört doch alles auf. Warum wird das nicht endlich verboten? Es soll irgendwo auch Stierkampf ohne töten geben, das wäre ein Fortschritt.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Negreira, 13

Es gibt in Spanien gottseidank bereits Regionen, in denen der Stierkampf verboten wurde. Davon ist die Bevölkerung nicht so angetan, denn es ging neben der Tradition ja auch in erster Linie um Kohle. Und die kommt von den Ausländern, nicht von den Einheimischen. Warum fahren einige Deutsche immer wieder zur Stierhatz, wegen Kinderpornografie nach Asien oder zur Elefantenjagd nach Südafrika?

Ich darf hier auch meine Meinung zum Stierkampf und zu der in Pamplona gemachten Stierhatz nicht sagen, würde ich dort angehalten, würde man mich erschießen. Die Leute sind so nett, aber bei einer solchen Aktion ist mit ihnen nicht zu reden. Spuckt einer auf den Asphalt, bekommt er eine hohe Strafe, Stierblut ist doch da gar nichts!

Wenn Du aber mal siehst, und damit will ich die Sache keineswegs entschuldigen, wie diese Tiere gehalten werden, bis sie in die Arena kommen, dann dürften unsere Rinder beim Anblick vor Neid erblassen. Die Stiere haben wunderbare, weitläufige, immer grüne Weiden, werden wirklich täglich!!!!!! gebürstet, mit Öl eingerieben, die Ställe sind makellos sauber, die werden besser behandelt, als viele Kinder in anderen Ländern.

Ich habe lange in Spanien Tierschutz gemacht, da gerätst Du immer wieder mit solchen Leuten aneinander, bin mehrfach an solche Zuchtstätten eingeladen gewesen, und habe mich immer nur gefragt, wie man Tiere, die man so liebevoll pflegt (und gute Stiere haben manchmal 2 oder 3 Leute nur für sich allein), abgeben, und so grausam töten lassen kann. Mein Motto ist schon immer "Nur ein toter Torero ist ein guter Torero".

Meldungen, wonach der "arme" Torero verletzt wurde oder sogar vielleicht noch Schlimmeres passierte, habe ich immer gern gelesen. Die Tiere waren mir immer wichtiger. Aber es laufen ganz viele Leute in Spanien inzwischen Sturm dagegen. Und wie immer, kann man nur etwas mit Verboten und Geld machen. Corridas gibt es viele, die sind nicht so teuer, wie Fußballstadien, haben nicht solche baulichen Auflagen und sind Teile der Geschichte. Wenn einmal 2 Jahre lang alle Leute aus dem Ausland auf einen Spanienbesuch verzichten würden, mit der Aussicht, wiederzukommen, wenn die Corridas geschlossen würden, was glaubst Du, wie schnell das ginge?

Kommentar von Malavatica ,

Guter Beitrag. Schön zu hören, dass es wenigstens in einigen Regionen verboten wurde. Man kann nur hoffen, dass das Schule macht. 

Meinen Respekt für deine Tierschutzarbeit, da hast du bestimmt Schlimmes gesehen. 

Kommentar von Negreira ,

Das kannst Du laut sagen. Irgendwann muß man aufhören, sonst stumpft man ab oder dreht durch. Aber ich habe in ganz Europa und der Türkei Dinge gesehen, die würdest Du nicht glauben. Dazu noch das Tierheim und 2 heranwachsende Kinder, da war keine Minute langweilig.

Leider bin ich inzwischen (auch durch den Streß) chronisch krank und habe nach dem Tod meines Mannes das Tierheim aufgegeben. Es ging einfach nicht mehr, aber das Helfersyndrom und das Interesse an Tieren legst Du nie ab. LG.

Kommentar von Malavatica ,

Und dein Motto unterschreibe ich sofort :)

Antwort
von Johannisbeergel, 45

Das ist ein gutes Beispiel für "das wurde schon immer so gemacht, also ändern wir es nicht". 

Mich nerven gerade total diese ganzen Nachrichten des toten Toreros. Tragisch, ja, aber leider eben auch selbst Schuld. Die armen Stiere wohl eher!

Kommentar von Malavatica ,

Kann ich leider nicht ehrlich kommentieren, sonst werde ich hier gelöscht :) erinnert mich irgendwie an das alte Rom und die Gladiatoren. Die Tiere tun mir so leid. 

Antwort
von auaauamehr, 71

es gibt traditionen die man nicht nachvollziehen kann. als außenstehender besonders nicht.

Antwort
von MrHilfestellung, 49

Weil es schwierig ist fest verankerte Traditionen zu verbieten, besonders, wenn man eine Regierung hat, die auch konservativ ist.

Kommentar von Malavatica ,

Passt irgendwie nicht in ein modernes Europa. 

Kommentar von auaauamehr ,

Passt nicht in dieVorstellung eines modernen Europas..aber hey was ist schon ideal..

Antwort
von Herb3472, 37

Für diese Frage bist Du hier falsch, das musst Du die spanischen Gesetzgeber fragen. Wir haben hier diesbezüglich nichts zu entscheiden.


Kommentar von Malavatica ,

No hablo espanol. 

Kommentar von Herb3472 ,

Wusst' ich's doch, dass Du Dich verlaufen hast ;-)

Antwort
von Hardy3, 13

Bei aller Empörung, auch bei mir: im Nachhinein betrachtet hatten diese Stiere ein schöneres und artgerechteres Leben als die Ochsen und Milchkühe bei uns, die ihr Leben lang nicht von der Kette in der Stallbox loskommen. 

Meines Wissens ist es übrigens Portugal, wo die Stiere nicht getötet werden

Kommentar von Malavatica ,

Portugal?  Irgendwie schwirrt mir Frankreich im Kopf rum. Es geht also. Ja,das es heute bei uns noch Kettenhaltung gibt, ist auch kaum zu glauben. Ich habe nicht behauptet,dass bei uns alles ok ist. 

Kommentar von Hardy3 ,

In Südfrankreich gibt es auch eine Art Stierkampf, das ist aber mehr ein Gerangel, der Stier bleibt am Leben.

Das mit der Tierhaltung habe ich nur erwähnt, weil sich beim Kauen des Schweinebratens über den Stierkampf erregen.

Antwort
von DatKev, 42

Ich finde das auch schrecklich! Ich hasse sowas. Tiere aufhetzen und danach töten. Einfach nur widerlich. 

Kommentar von Malavatica ,

Ja, genau. Und die toreros feiern sich auch noch.. 

Kommentar von DatKev ,

Ich hab mich immer gefreut als die Toreros durch die Luft geschleudert wurden. 

Kommentar von Malavatica ,

Mhm. Dieses alberne Gehetze durch die Straßen kann ich auch nicht nachvollziehen. 

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