Frage von yellowred, 98

Warum wird der Karlspreis Karlspreis genannt?

Was hat Karl der Große so Gutes gemacht, dass man einen Preis nach seinem Namen benennt?

Antwort
von MrHilfestellung, 34

Das steht schon im ersten Satz des Wikipedia Artikels.

Der Preis wurde nach Karl dem Großen benannt, der als eine das kollektive europäische Geschichtsbewusstsein prägende Persönlichkeit gilt und im Frühmittelalter als „Vater Europas“ gelobt wurde. Ende des achten Jahrhunderts wählte er Aachen zu seiner Königspfalz. Durch die Namenswahl sollte nach der Vorstellung des Initiators Kurt Pfeiffer eine Brücke von der Vergangenheit in die Zukunft geschlagen werden.

Antwort
von flori85, 57

Er gilt als Gründungsfigur sowohl Deutschlands als auch Frankreichs, er hat nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches so ziemlich das erste Mal wieder eine relativ starke Sturktur im Westen geschaffen. Außerdem hat er, obwohl er selbst Analphabet war, einiges für die Wissensverbreitung getan. Und schlussendlich hat er die Christianisierung Deutschlands vorangetrieben, z.B. haben während seiner Herrschaft die Sachsen zum Christentum gefunden. Das war ein großer Schritt in der Deutschen und Europäischen Kulturgeschichte.

Kommentar von lohne ,

Und schlussendlich hat er die Christianisierung Deutschlands vorangetrieben, z.B. haben während seiner Herrschaft die Sachsen zum Christentum gefunden

Stimmt, deshalb wird er auch der Sachsenschlächter genannt.

Kommentar von flori85 ,

Das ist bloße Propaganda. In einer Auseinandersetzung, in der beide Seiten vor nichts zurückschrecken, Abmachungen brechen und für den eigenen Vorteil angreifen und töten, den Sieger als Schlächter zu bezeichnen, hat mit objektiver Betrachtung nichts zu tun.

Kommentar von Hegemon ,

Nö, das ist keine Propaganda. Das sind historische Fakten. Es ist überliefert, daß Karls unmittelbare Umgebung über die Grausamkeit seiner Kriegführung entsetzt war. Verden war auch bei weitem kein Einzelereignis.

Die Sachsen haben nicht "zum Christentum gefunden", wie Du euphemistisch formulierst, sondern sie wurden mit mörderischer Gewalt dazu gezwungen.

Die Capitulatio de partibus saxoniae ist nämlich ebenfalls historischer Fakt:

"4. Sterben soll, wer die vierzigtägigen Fasten vor Ostern in Verachtung des christlichen Glaubens bricht und Fleisch ißt...
7. Todesstrafe erleidet der, der nach heidnischem Brauch Leichen bestattet, indem er den Körper den Flammen preisgibt.
8. Sterben soll, wer Heide bleiben will..."

https://de.wikipedia.org/wiki/Capitulatio\_de\_partibus\_Saxoniae

Was damals abgelaufen ist, wird jedoch von deutschen Kirchen-"Historikern" bis heute verharmlost un d.T. als angebliche "Propaganda" bezeichnet. Kann ja nicht sein, daß Christianisierer Karl in die Kritik gerät. Dabei gehörten bei den Franken große Massaker zur Tradition. Schon die Oberschicht der Alamannen hat Karls Vorgänger zu Tausenden ermorden lassen (Blutgericht zu Cannstatt).

Antwort
von Hegemon, 26

Karl hat mit der mörderischen Gewalt seiner überlegenen Reiterarmee halb Europa besiegt und sich untertan gemacht. Deshalb hat ein gewisser Hitolf Adler ihn sich zu seinem Vorbild auserkoren und diejenigen scharf kritisiert, die Karl wegen dessen Grausamkeiten und Massenmorde "Sachsenschlächter" nannten. Die Wahl der Preisträger korrespondiert mit diesen Umständen. Es ist kein Zufall, daß es an Preis und Trägern immer wieder erhebliche Kritik gibt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Karlspreis#Kritik_und_Proteste

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