Frage von schatzi14, 104

Warum wird der Bundespräsident nicht direkt vom Volk gewählt, was spricht dagegen?

Antwort
von bikerin99, 46

In Österreich wählen wir den Bundespräsidenten direkt. Wenn du gehört hast, was bei uns heuer bei dieser Wahl los war (Direktwahl mit 3 oder 4 Kandidaten und 1 Kandidatin; dann die Stichwahl - Anfechtung der Wahl vom Verlierer, neuer Termin für die 3. Wahl im September, Probleme mit dem Kuvert für die Briefwahl, kurzfristige Absage und jetzt wählen wir am 4. Dezember), frage ich mich, ob es nicht vielleicht besser wäre, wie bei euch in Deutschland. Obwohl ich glaube, dass die Direktwahl demokratischer ist.

Antwort
von Halbkornbrot13, 34

Der deutsche Bundespräsident hat wie du wissen solltest ausschliessliche repräsentative Aufgaben, für die Wahl eines solchen Amtes eine teure Volksabstimmung zu organisieren halte ich persönlich nicht für Verhältnismässig.  

 

Antwort
von eccojohn, 21

Was spricht dagegen - eine gute Frage !

Antwort:   politisch spricht m.M.n.  A L L E S  dagegen !!

Warum?

Der bundesdeutsche Wähler glaubt seit bestehen der sog. Demokratie, also seit Kriegsende, das die Welt wieder in Ordnung gekommen ist - der wirtschaftliche Erfolg der BRD streute und streut bis heute  dabei mehr "Schlafstaub" in die Augen der Bürger, als es das liebe "Sandmännchen" bei den Kindern je konnte.

Der Deutsche hat aus Sicht der Politik das Maul zu halten und der Politik nicht reinzureden - nur begriffen hat der Wähler es noch immer nicht !  Alle paar Jahre hat er seine Stimme abzugeben - wobei dies weder von der Gesamtmenge der abgegebenen Stimmen noch auf die wirkliche Ergebnisse  eine echte Auswirkung im Sinne des Volkes hätte - schlägt sich halt nur in der prozentualen Wahlbeteildigung nieder - Neudeutsche: Politik-Verdrossenheit ! 

Das Parteien-System und der Parteien-Klüngel sowie die nach eigenem Belieben damit verbundenen möglichen Verschachtelungen sind viel zu Unkalkulierbar oder gar zu perfide angelegt, als das das Wahlvieh hier tatsächlich durchblicken oder einen tatsächlichen oder gar sofortigen Einfluß auf politische Entscheidungen nehmen könnte. Unsere Wahlen: eine Blanko-Vollmacht, die keinerlei Haftung oder sonstige Vorsichtsmaßnahmen für die "BIG-PLAYER" kennt !

Die politische Elite macht durch Koalitionen und legalisierter Vetternwirtschaft das jeweils künftige  Geschehen so oder so unter sich aus und läßt dies vorab vom Volk in einer scheinbaren demoktatischen WAHL vom Volk begehren /  anordnen / wählen - holt sich hier real aber nur die >Grundlage und Legitimation< seines zukünftigen Handelns, und schiebt gleichzeitig die Verantwortung für die folgende selbstherrliche politische Wandalismus-Show dem Walh-Vieh zu - der Wähler hat natürlich selber so entschieden - fertig. Man könnte auch sagen: "Es lebe die >Verwaltungs-Diktatur< "

Nun einen Bundespräsidenten vom Volk wählen zu lassen würde ja die Möglichkeit ergeben, das jemand der zwar keinerlei AMTSGEWALT hat, aber dennoch durch diesen Ehrenposten als sog. "Grüß-August" national und international viel Gehör findet, die jeweils regierende Riege in arge Bedrängniss bringen könnte - WENN ER DENN WOLLTE  - UND GENAU DA liegt der Hase im Pfeffer ! Man bleibt lieber unter sich - und im Knast wird ja auch kein entlassener Einbrecher zum Wärter für die verbleibenden Bösewichte !

Den politischen Umgang den man hier mit diesem Ehrenposten pflegt, konnte man ja gut bei unserem Ex-Präsi WULFF sehen. Ein BAUERN-OPFER für die glorreiche Politik - leicht hinterhältig mit Dreck beworfen, wissend, das da doch sicher was kleben bleibt - in dieser Position dann nicht mehr tragbar - fertig. 

Klar, Wulff, zu jung, zu dynamisch, ggf. zu viel Lebemann, ein teils sicherlich auch merkwürdiger Typ, der nicht gerade für jeden das verkörperte, was man sich so unter einem Politiker in diesem AMT so vorstellte - ABER die konstruierten Vorwürfe - nur Schall und Rauch - aber der teure Rauch blieb ( dem Steuerzahler )

Auch Horst Köhler - über die wahre Eignung so vom Typ Mensch her betrachtet kann man ja auch hier streiten - mußte als BP erfahren, das man auch als  BP vollends der politischen Führung unheimlich heimlich verpflichtet ist und ihr zuzujubeln hat - also den Grüß-August abzugeben hat. Seine eigene Charakterstärke hat ihn dann (so ges. leider) zum Rücktritt bewogen - RESPEKT, ein vielleicht trockener und teils verstaubt wirkender typischer Bürokrat - aber Gradlinigkeit und Rückgrad kann ihm keiner absprechen.

Ich frage mich somit oft, wann die Leute - die Wähler - endlich mal begreifen, welchen realen politischen Stellenwert sie als Bevölkerung, als Fähnchenschwinger und erst recht als Wahlvieh haben.

Klar, ALLE GEWALT GEHT VOM VOLKE AUS - nur die politische Riege macht damit ausnahmslos was sie will. Das ist dann wohl sowas wie unsere  parlamentarische Demo-kratie !

Kommentar von SedOwl ,

Hi, rhetorisch nicht ganz mein Fall, inhaltlich allerdings durchdacht; Respekt, auch für deine Offenheit !!!  LG    

Kommentar von eccojohn ,

Hallo SedOwl,

rhetorisch - na ja, ... Ohne eine gewisse Ironie und einer Portion Sarkasmus läßt sich so ein Thema kaum durchdenken - geschweige denn, einigermaßen erklären - ......ODER?

Kommentar von AalFred2 ,

ABER die konstruierten Vorwürfe - nur Schall und Rauch -

Weder waren die Vorwürfe samt und sonders konstruiert, noch blieb nur Schall und Rauch.

Seine eigene Charakterstärke hat ihn dann (so ges. leider) zum Rücktritt bewogen -

Nein, zum Rücktritt bewogen hat ihn, dass er eine kleine Mimose war. Gross im kritisieren anderer, aber heulend weglaufen, sobald mal deutliche Kritik an ihm laut wird.

Kommentar von eccojohn ,

AalFred,

zu Wulff und Köhler wollte ich hier gar nicht so sehr auf die einzelnen Personen und deren Problemchen eingehen, sondern viel mehr darauf, wie dubios die Politik im Allgemeinen selbst mit Menschen umgeht, die dann nun mal dieses Amt inne haben / hatten. 

Respektvoll ist  m.M.n schon irgendwie anders !

Das man bei beiden Persönlichkeiten eine sehr große Bandbreite an Einstellungen und Meinungen haben und finden kann, steht sicherlich außer Frage.

Antwort
von Manioro, 37

Schau dir mal die tatsächlichen Befugnisse und Aufgaben des Präsidenten an. Er hat weitestgehen nur repräsentative Aufgaben (neben der obligatorischen Unterzeichnung von Gesetzen). Ist es da wirklich notwendig ihn direkt zu wählen? Ich persönlich finde, dass es drängerndere Probleme in unserer Demokratie gibt als ein Strohpuppenamt direkt zu wählen.

Antwort
von atzef, 27

Im Unterschied zu Präsidialdemokratien wie Frankreich, USA oder Russland hat der BuPrä nahezu ausschließlich repräsentative Aufgaben und fällt politisch kaum ins Gewicht.

Für einen Schnittchenfresser und Champangerschlürfer lohnt sich der Auufwand einer Direktwahl aber nicht.

Antwort
von TimmyEF, 48

Weil wir nur alle 4 Jahre bzw. 5 Jahre unsere Stimme abgeben dürfen und dann die Schnauze zu halten haben. Wir haben dann alles mitzumachen was EU, Bund und Land unisono Städte und Gemeinden wollen. Wenn man sich wehrt wird man in die rechte Ecke gestellt.

Wir sind nun mal keine direkte Demokratie.

(PS. Einen Bundespräsidenten brauche ich nun wirklich nicht.)

Kommentar von Apfelkind86 ,

Wenn man sich die unreflektierte Meinung mancher anhört, ist das auch gut so...

Wenn man sich wehrt wird man in die rechte Ecke gestellt.

Nein, wenn man rechte Dinge sagt, stellt man sich selbst in die rechte Ecke.

Kommentar von Knastduscher ,

Wie sagte Helmut Kohl einmal: "Wer die Geschichte nicht kennt, wird die Gegenwart niemals verstehen!"

Und genau so ist es. Hier verstehen viele unsere Verfassung nicht und warum sie so gemacht wurde! Warum habt ihr nicht mal in der Schule aufgepasst?

AUFGRUND DER 'HITLER-ZEIT', die bei Erarbeitung unserer Verfassung 1949 erst vier Jahre her war, wollte man nie wieder jemanden durch Direktwahlen so viel Macht geben, wie Hitler sie hatte. Dr. Konrad Adenauer und viele andere kluge Köpfe haben sich schon etwas dabei gedacht.

Kommen wir nun zum "Grüßaugust", der nur schöne Reden hält, die niemanden interessieren.

Würdet ihr euch mal mit unserer Verfassung befassen, dann wüsstet ihr, dass der Bundespräsident die Gesetzte unterschreibt, die ERST DANN IN KRAFT treten, nach dem er unterschrieben hat.

Damit hat er eine Art "Kontrollfunktion", damit nicht verfassungswidrige Gesetzte beschlossen werden können. Es gab zum Beispiel zur Amtszeit von Köhler noch ein Gesetz, das er erst prüfen ließ, zumal auch die Opposition drohte, vor das Bundesverfassungsgericht zu gehen. Ich glaube, seine Unterschrift gab er erst nach einem halben Jahr, da das nicht ganz so einfach war.

Damit hat unser Staat mehrere Kontrollfunktionen, weil auch viele Gesetze, die der Bundestag verabschiedet, erst Zustimmung im Bundesrat (Bundesländervertretung) finden müssen, bevor sie dem Bundespräsidenten zur Unterschrift vorgelegt werden.

Um es mal "grob" zu erklären: Unsere Verfassung ist so gemacht, dass solche Dispoten wie Putin, Erdogan (Trump bleibt mal abzuwarten) nicht noch einmal, wie Adolf Hitler, unser Land in den Abgrund stürzen können.

Damit sind jetzt auch Leute, wie hier wohl viele, dessen Verstand reicht um morgens die Socken anzuziehen, in diesem schönen und friedlichen Deutschland geschützt.

Ja, unsere Regierungen in Bund, Länder und Gemeinden sind so "schlimm", dass wir hier in Deutschland von einer Seuche zur anderen Seuche eilen, dreckiges Trinkwasser haben, keinen Strom, zerbombte Straßen und Häuser, Not und Elend auf den Straßen, keine Arbeit und kaum zu Essen haben und 95 % der Deutschen gerne auf die Flucht nach Syrien, nach Gaza, Afghanistan oder Afrika gehen würden. Unsere "Diktatoren" machen uns das Leben und die Freude hier in Deutschland richtig schwer.

Viele hier sollten sich Zuhause eine Dachlatte neben die Wohnungstür stellen und sich beim Betreten oder Verlassen der Wohnung dreimal damit gegen den Kopf schlagen, um die abgestorbenen Gehirnzellen wieder zum Leben zu bringen, bevor sie sich irgendwo unüberlegt äußern!

Mir machen inzwischen in Deutschland die Millionen Hirnlosen mehr Sorgen, als die knapp eine Million Flüchtlinge!

Antwort
von Bitterkraut, 46

Der riesige, teure Aufwand der Durchführung einer bundesweiten Volkswahl. 

Kommentar von TimmyEF ,

Es wird hier für jeden "Furz" Geld verschwendet. Da würden die Millionen auch nicht auffallen.

Kommentar von Bitterkraut ,

Die letzte Bundestagswahl hat knapp eine Milliarde Euro gekostet. 

Antwort
von stertz, 41

Weil es völlig egal ist wer den Grüßaugust gibt. Das interessiert sowieso keinen weil der ausser  für schöne Reden für nix gebraucht wird.

Antwort
von Derschnupfen, 48

Frage mich auch oft warum nicht das Volk das Staatsoberhaupt wählen kann. So währen so manche Hampelmänner verhindert worden

Kommentar von wfwbinder ,

Die Vorschläge würden trotzdem von den Parteien gemacht werden.

Natürlich hatten wir neben sehr starken Präsidenten auch welche die nicht so herausragend waren.

Aber als Hampelmann sollte man keinen bezeichnen.

Kommentar von Derschnupfen ,

Und was ist mit Herrn Wulff? :-)

Kommentar von Apfelkind86 ,

Was ist mit ihm?

Kommentar von Siggy ,

Der war nur Hampel und kein Mann.

Antwort
von voayager, 13

Da spricht eigentlich so garnichts dagegen, in etlichen Staaten der Welt wird der Staatspräsident ja auch direkt vom Volk gewählt.

Da nun Deutschland nicht gerade reich an Demokratie gesegnet ist, unterbleibt so etwas halt.

Demokratie wird dem Volk nicht geschenkt, es muß sich diese schon selbst erkämpfen. Wenn man nun bedenkt, dass dieses Land noch nicht mal größeren Wiederstand gegen den Hitler-Faschismus leistete, geschweige denn sich davon befreite, mußten daher die Alliierten ein Minimum an Demokratie den Deutschen verordnen. Entsprechend mickrig ist daher das Resultat an Demokratie.

Antwort
von SimonEugenJosef, 4

Also ich würd lieber mal den Bundeskanzler wählen und nicht irgendeinen Typen der eigentlich keine Macht hat, man sagt ja immer das unser Wahlsystem so toll ist aber wir wählen auch nur Repräsentanten die für uns wählen

Antwort
von archibaldesel, 19

Der Bundespräsident ist ein Repräsentant. Die Bevölkerung wählt die Regierung. das ist gut und wichtig. Der Bundespräsident ist hat keinen unmittelbaren Einfluss auf das tägliche Leben der Menschen.

Die Briten wählen ihre Königin ja auch nicht....

Kommentar von Apfelkind86 ,

Nein, die Bevölkerung wählt das Parlament. Das Parlament wählt entsprechend seinen Mehrheitsverhältnissen einen Kanzler, dieser schlägt Minister vor und der Präsident ernennt sie schließlich.

Antwort
von Throner, 9

Weil das so im Art. 54 des Grundgesetzes geregelt wurde. Bislang ist m.E. die Bundesrepublik Deutschland auch gut damit gefahren.

Für die Änderung des Grundgesetzes braucht es die Mehrheit von 66,66 % der Abgeordneten.

Antwort
von archibaldesel, 19

Das Grundgesetz.

Kommentar von Bitterkraut ,

das natürlich zu ändern wäre...

Kommentar von archibaldesel ,

Vielleicht nicht gerade an der Stelle :-))

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