Wer kann den Hintergrund erklären?

Das Sechswochenamt ist in der römisch-katholischen Kirche eine Eucharistiefeier (Heilige Messe), die sechs Wochen nach dem Tod oder der Beisetzung einer verstorbenen Person zu ihrem Gedenken gefeiert wird.
Die Zeitspanne ist angelehnt an die Dauer der österlichen Bußzeit (Fastenzeit), die eine Zeit der Besinnung und der Zurückgezogenheit ist. Ihr folgt im Kirchenjahr die Osterzeit. Die Kirche feiert an Ostern, dass mit der Auferstehung Jesu der Tod ein für allemal überwunden ist. Das Sechswochenamt markiert (nach einer wenige Tage dauernden Phase des Schocks) das Ende der ersten Trauerphase für die Hinterbliebenen und verweist auf die christliche Hoffnung: dass die verstorbene Person im Frieden Gottes lebt. Grund für Trost und Zuversicht der hinterbliebenen Trauernden. Mit dem Jahrgedächtnis, das - ebenfalls als Messe - ein Jahr nach dem Tod begangen wird, ist das Trauerjahr zu Ende.
Neben der Erklärung von Starbuck:
Trauer um einen nahen Angehörigen hat bestimmte Phasen. Die Beerdigung nach einer knappen Woche erleben viele Hinterbliebene noch in einer Art Trance, in der sie das Geschehen noch gar nicht richtig wahrnehmen.
Nach sechs Wochen setzt eine erste Verarbeitung ein. In dieser Zeit (manchmal auch nach 30 Tagen)feiert man darum noch mal einen Gottesdienst im Gedenken an den verstorbenen Menschen. Die Kirche als Wegbegleiterin auch in der Trauer setzt damit ein Zeichen des Trostes. Der Gottesdienst bzw. die Meßfeier signalisiert damit den Trauernden, daß sie nicht allein sind sondern in einer Gemeinschaft getragen werden. Oft ist dieses Sechswochenamt auch noch einmal eine Gelegenheit für Angehörige und Freunde, zusammenzukommen und über den Verstorbenen zu sprechen.
Auf diesem Hintergrund muß man auch sehen, daß es in der katholischen Kirche üblich ist, Meßfeiern zu stiften für die Verstorbenen. Man "läßt eine Messe lesen" und gedenkt dabei seiner Verstorbenen im Gebet. Das kann z.B. am Jahrestag des Todes sein oder auch an anderen Tagen, an denen man sich seinen verstorbenen Angehörigen besonders verbunden fühlt, z.B. am Geburtstag, am Hochzeitstag usw. Gerade in den ersten Jahren nach dem Tod sind ja solche familiären Gedenktage mit einem Wiederaufleben der Trauer verbunden. Mit dem Gottesdienst für die Verstorbenen gibt man dem einen äußeren Ausdruck und drückt gleichzeitig seine Verbundenheit über den Tod hinaus aus.
tolle antwort! DH