Frage von User44324, 352

Warum wird an der Schule nur die Evolution gelehrt und nicht auch die Schöpfungsgeschichte?

Antwort
von DerTroll, 129

Ich habe ehrlich gesagt die Schöpfungsgeschichte weit häufiger in der Schule durchgenommen als die Evolution. Das erste mal in der Grundschule. Dann irgendwann mal 5./6. Klasse und sogar noch einmal an der Oberstufe, jeweils im Religionsunterricht. Natürlich immer unter anderen Geschichtspunkten und Bewertungen. Die Evolution selbst, auch wenn sie vorher schon öfters angekratzt wurde, hatte ich als vollständiges Thema zum ersten mal an der Oberstufe im Biologie-Unterricht, dafür aber ein halbes Jahr lang. Aber ich kann nicht sagen, daß eins davon zu kurz kam. Alles halt im passenden Fach.

Antwort
von uteausmuenchen, 155

Hallo,

Schöpfungslegenden gehören in den Religionsunterricht. Nicht in den Biologieunterricht.

"Schöpfung" ist ein philosophisches Konzept. Die Vorstellung, sein Dasein etwas oder jemandem zu verdanken, der außerhalb der eigenen Existenz steht. Aus dem Blickwinkel der Religion wird daraus die Deutung des Daseins als von Gott gewolltes Gegenüber zu Gott.

Naturwissenschaft beschäftigt sich immer mit gesetzmäßig in der Natur
ablaufenden Prozessen. Naturwissenschaft sucht diese Prozesse zu
erkennen, zu verstehen und daraus zuverlässige Aussagen über die Natur
abzuleiten. Naturwissenschaft überprüft sich dabei selbst: eine naturwissenschaftliche Aussage muss an der Beobachtung der Natur scheitern können.

Allein dieser Aspekt zeigt, dass philosophische Deutungsfragen nichts in der Naturwissenschaft verloren haben. Sinnfragen (im Sinne der Philosophie) behandelt die Naturwissenschaft nicht. Grundsätzlich nicht. Wenn der Naturwissenschaftler fragt "warum passiert dies?", so meint er "welcher Prozess ist dafür verantwortlich, dass dies passiert?".

Genau deshalb haben die Schöpfungslegenden allesamt nichts im Biologieunterricht zu suchen. Unsere abrahamitische genauso wenig wie die nordische, die der Veden, die der Maya, die der Hindu, die der....

Alle diese Legenden beschreiben emotionale Werte und deuten unser Dasein. Keine von ihnen will oder kann ein historischer Bericht sein. Diese Texte so zu verwenden, das wird ihrer eigenen Intension nicht gerecht.

Schöpfungslegenden gehören in den Religionsunterricht. Und dort auch nicht als Konkurrenz zur Evolution. Einfach, weil sie das nicht sind.

Im Religionsunterricht werden sie aber behandelt - und in einem guten Religionsunterricht wird auch ihr philosophisch-kultureller Gehalt gelehrt. In einem guten Religionsunterricht werden sie nicht zu scheinwissenschaftlichen kreationistischen Zwecken missbraucht.

Habt Ihr kein Reli oder zumindest Ethik an der Schule? Wenn Du ein paar dieser Mythen kennen lernen möchtest, hier wäre ein Text, der bekannte Schöpfungsmythen vorstellt:

http://www.bibliomedia.ch/de/angebote/dokumente/Schoepfungsmythen.pdf

Grüße


Antwort
von fricktorel, 12

Weil der "Gott dieser Welt" (Offb.12,9) seine Finger auch in der menschlichen Politik (Schulwesen etc.) hat und die Menschen verführt (2.Kor.4,4; Eph.2,2), dass manche nicht mehr glauben, dass es ihn gibt (Ps.53,2).

In Gottes Reich wird die Wahrheit gelehrt werden (Offb.14), wenn Satan eingesperrt ist (Offb.20,2)..

Antwort
von Dotter1981, 196

Die Evolutionstherie gehört in die Biologie, und die Schöpfungsberichte in den Religionsunterricht. Und beides wird unterrichtet.

Kommentar von uteausmuenchen ,

Nur Kreationisten sprechen von "Schöpfungsberichten". Genau das sind die Texte nämlich nicht, sondern Legenden bzw. Gleichnisse.

Antwort
von dreasox, 153

In einigen Schulen wird auch die Schöpfungsgeschichte gelehrt nur nicht in Biologie sondern Religion.

Antwort
von kjklol, 211

Also bei uns in Religion kam die dran. Bin mir nicht sicher ob man die auch in Ethik dran nimmt. Also kann man das so nicht pauschalisieren.

Antwort
von Ichthys1009, 17

Das Christentum hat keine Theorie oder Lehre, WIE die Welt oder die Evolution entstanden ist.

In der Bibel gibt es zwei Schöpfungsgeschichten. Die eine Geschichte
erzählt, dass Gott die Welt geschaffen hat. Die andere Geschichte
erzählt, dass Gott die Menschen geschaffen hat.

Wie genau Gott das nun angestellt hat, will die Bibel mit diesen Geschichten gar nicht sagen.

Der christliche Glaube steht nicht im Widerspruch zu den naturwissenschaftlichen Lehren.

Glaube und Vernunft sind keine Gegensätze. Alles, was wissenschaftlich
erforscht wurde, findet in einem gesunden Glauben auch seinen Platz.

Die verschiedenen Evolutionstheorien, die es bis heute gibt, sind keine
Gefahr für den Glauben. Ein Christ kann guten Gewissens
Naturwissenschaften in der Schule lernen oder später dort weiter
forschen.

Antwort
von Trashtom, 98

hahaha der Penis Gottes, was is mit dir kaputt? :D :D

Antwort
von dadita, 86

Weil die Schöpfungsgeschichte ein absurder Witz ist. Abstruse Märchen aus der Bronzezeit haben keinen Platz an unseren Schulen. 

Evolution ist Fakt. Daher wird dieser Fakt auch in der Schule gelehrt.

Antwort
von xmie05x, 155

Wird sie doch. Im Reliunterricht!!! Und evangelische/katholische Religion oder Philosophie ist normalerweise überall in Deutschland Pflicht.  

Kommentar von Vitopedia ,

Falsch, in Brandenburg und Berlin nicht

Antwort
von Tragosso, 134

Das bekommt man beides in der Grundschule eingetrichtert. Warst du nicht in der Schule?

Antwort
von Netie, 55

Die Frage nach dem Ursprung

Woher kommt das Universum, woher kommt das Leben, woher kommt der Mensch?

Bis vor etwa 150 Jahren herrschte im Abendland allgemein die Ansicht vor, dass alle Dinge durch eine göttliche Schöpfung "ins Dasein gerufen" wurden. So lehrt es die Bibel, so lehrte es die Kirche, und auch in der Wissenschaft war dies nur wenig angefochten.

Die Bibel hat sich nicht verändert. In der Theologie und der Religionspädagogik wird unter Schöpfung aber heute meist etwas ganz anderes verstanden.

Die Auslegung der Bibel wurde den Erkenntnissen der modernen Wissenschaft angepasst, die zu  der Weltsicht einer allgemeinen Evolution führen.

Um es kurz zusammenzufassen: Der Mensch denkt er ist schlauer als Gott, deswegen wird an vielen Schulen nur noch über die Evolutionstheorie gesprochen. Aber keiner der darüber spricht ist sich seiner Sache sicher. Daran muss man noch mehr glauben können als an die Schöpfung.

lg

Kommentar von realsausi2 ,

Aber keiner der darüber spricht ist sich seiner Sache sicher.

Falsch. Wir sind uns sehr sicher. Ich habe dutzende evolutionsbiologische Bücher gelesen und auch die komplette Bibel.

Es gibt keinen Bereich der menschlichen Erkenntnis über die Welt, die klarer, folgerichtiger, logischer, überall in der Natur überprüfbarer ist. Generationen von Forschern haben die Grundlagen Darwins immer wieder in der Natur bestätigt gefunden.

Wer die Evolutionstheorie nicht anerkennt, hat sie nicht verstanden. Weil er nicht die intellektuelle Kapazität hat oder weil er dogmatisch verbohrt ist.

Kommentar von Meatwad ,

Um mich ebenfalls kurz zu fassen: Die Auslegung der Bibel wurden der Wahrheit angepasst. Und Gott hat immer weniger Platz, um sich zu verstecken.

Kommentar von Netie ,

"Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und in Ewigkeit."

Die Wissenschaft könnte mit der Bibel "Hand in Hand" gehen. Doch ein der Großteil will nicht glauben und es zwingt sie auch keiner.

Kommentar von realsausi2 ,

Die Wissenschaft könnte mit der Bibel "Hand in Hand" gehen.

Sicher könnte sie das. Sie könnte auch mit dem Telefonbuch von Wanne-Eickel Hand in Hand gehen oder mit dem "Kapital" von Karl Marx. Aber warum sollte sie das tun?

Wissenschaft kommt ganz ohne diesen ganzen ideologischen Überbau gut zurecht.

Kommentar von uteausmuenchen ,

Netie,

Die Wissenschaft könnte mit der Bibel "Hand in Hand" gehen.

Dieser Satz, der zeigt sehr deutlich das völlig verquere Wissenschaftsbild, das der Kreationismus verbreitet.

Naturwissenschaft ist nicht dazu da, der Bibel nach dem Wort zu reden. Ein Naturwissenschaftler ist der Natur verpflichtet:

Naturwissenschaft versucht herauszufinden, wie die Natur funktioniert und welche Prozesse in ihr ablaufen. Sie überprüft sich durch Beobachtung an der Natur selbst.

Eine naturwissenschaftliche Aussage kann immer nur an der Natur scheitern - nicht an einem uralten Text.

Es ist nicht die Schuld der Naturwissenschaft, dass die Genesistexte keine korrekten naturwissenschaftlichen Informationen beinhalten.

Kommentar von dadita ,

Falsch. Aufgeklärt Menschen denken nicht, sie seien "schlauer als Gott"...sie erkennen einfach, dass eine abstruse Märchengestalt wie dein lächerlicher Gott nicht mit der Realität vereinbar sind. 

Die Bibel ist ein Märchenbuch und nichts mehr. 

Antwort
von mychrissie, 12

Weil auf der Schule auch nicht gelehrt wird, dass Babies vor der Geburt im Froschteich auf den Postboten namens Storch warten. Und auch nicht, dass beim Schielen die Augen stehenbleiben, wenn die Uhr schlägt. Und auch nicht, dass beim Masturbieren das Rückenmark verfault. Und auch nicht, dass Frösche sich in Prinzen verwandeln, wenn man sie küsst.

Ist schon ein Schlingel, diese Schule! Verschweigt einem die wichtigsten Erkenntnisse, die es auf dieser Welt gibt!

Antwort
von fricktorel, 8

Weil der "Gott dieser Welt" (Offb.12,9) mit seiner "Weltkirche" (2.Kor.4,4) auch die Regierung "unter Kontrolle" hat (Offb.13,1-8; 17,1-5.12-15).

Antwort
von Tierfreund2015, 111

Weil es dafür Religions Unterricht gibt, da wo die "Schöpfungslehre" auch hingehört.

Antwort
von stine2412, 37

So, wie ich es von Gymnasial-Schülern erfahren habe, wird beides als "Theorie" durchgenommen - die Schöpfung und auch die Evolution. Am Ende bleibt im Unterricht  die Schöpfung als "Theorie" stehen, die Evolutions-Theorie aber als Fakt. Die Schüler, die sich darüber Gedanken machen, warum das so gehandhabt wird, können nur staunen und wenn sie Glück haben, ihren Glauben an die Schöpfung in einem Refarat ausarbeiten.

Was ich noch erfahren habe: die ET glaubt jetzt etwas anderes, als früher. Die Evolution soll nach der Theorie erst anfangen, nachdem schon alles auf der Erde bestand - also Mikro-Evolution. Dagegen ist ja dann auch wenig einzuwenden. Die ET-Verfechter können nämlich nicht erklären, wie Leben entstanden ist (Leben kann nur aus Leben entstehen).

Ich frage mich jetzt, warum es so schwer ist, einem Schöpfer die Ehre zu geben für all die Wunder des Lebens?! Man kann sie doch trotzdem und sogar deswegen wissenschaftlich erforschen!

Antwort
von Andrastor, 160

Zum Einen sind es 2 verschiedene Ansichten, die eine gehört in die Biologie, die andere in den Religionsunterricht und zum Anderen ist die Schöpfungsgeschichte eine reine Erfindung.

Da könnte man genausogut die griechische oder nordische Schöpfungsgeschichte unterrichten.

Kommentar von Chillkroete1994 ,

Erzähl das mal meinem Religion Lehrer 😅 stumpfe Ignoranz kann er gut

Kommentar von Andrastor ,

Stumpfe Ignoranz können die meisten Gläubigen gut ;)

Kommentar von Dotter1981 ,

Die Schöpfungsgeschichte ist über Jahrtausende weitererzählt worden. Natürlich ist sie irgendwann entstanden, ist dir aber mal aufgefallen, dass die Einteilung der Tage sich fast genau auf die Evolutionsabschnitte nach Darwin übertragen lassen?

Kommentar von Andrastor ,

Dafür gibts ein sehr schönes Wort, welches ich generell zwar nur ungern verwende das hier aber gut hineinpasst, nennt sich Zufall.

Außerdem kommt es auf die Version der Schöpfungsgeschichte an die man liest, je nach Version passt da vieles nicht.

Kommentar von uteausmuenchen ,

Dotter1981,

ist dir aber mal aufgefallen, dass die Einteilung der Tage sich fast
genau auf die Evolutionsabschnitte nach Darwin übertragen lassen

Nein. Die Vögel und die Fische entstehen gleichzeitig und zwar vor den Landtieren, sogar vor den Würmern.

Die Pflanzen gibt es gar vor der Sonne. Es passt einfach nicht:

Dass ein paar Details in der richtigen Reihenfolge geschehen, das ist einfach der Intuition geschuldet. Es ist eigentlich logisch, dass zuerst die Erde her muss - und Pflanzen und Tiere erst später kommen können.  Es ist auch intuitiv erfassbar, dass uns die Säugetiere am nächsten stehen. Es ist also auch kein Wunder, dass sie in einer darartigen Legende als uns näherstehend beschrieben werden.

De facto passt die Reihenfolge aber überall dort nicht, wo biologisches, physikalisches oder geologisches Wissen von Nöten ist, um die Reihenfolge der Dinge zu erfassen.

Und anders sollte man das auch nicht behaupten.

Grüße

Kommentar von Andrastor ,

DH, perfekte Antwort

Kommentar von ThomasJNewton ,

Weil auch der letzte Depp das sieht, was der Laie unter Höherentwicklung versteht.

Was nicht heißen soll, dass diese Einteilung wissenschaftlich haltbar ist. Aber darauf kommt es ja nicht an, es muss nur überzeugen.

Kommentar von ELLo1997 ,

Kann mir keiner erzählen, dass da jemand WIRKLICH dran glaubt. Gute Religionslehrer wissen, dass die Schöpfungsgeschichte nur ein Sinnbild darstellen soll.

Kommentar von Andrastor ,

gute Religionslehrer gibt es nicht. Denn da das alte Testament von sich selber aussagt es sei das Wort Gottes, muss alles was darin steht wortwörtlich genommen werden.

Außerdem verliert das neue Testament an Gültigkeit, wenn das alte nur ein Sinnbild wäre.

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