Frage von laylahh, 75

Warum will er nicht arbeiten?

Hallo es geht um einen guten bekannten der vor ca 8 Monaten zu mir zogen ist weil ich ihn aufgenommen hatte nachdem er obdachlos wurde und bei seiner ex Freundin raus musste. Ich kenne ihn noch von der Schulzeit und er hatte damals schon Probleme ... Wurde bei Pflegeeltern gross, Diagnose Depression etc. Nun hatte ich ihn bei mir aufgenommen aber ein Ultimatum gestellt das er sein Leben in Griff kriegen muss und sich endlich arbeit sucht. Bis jetzt ist nix passiert. Er hat immer neue ausreden Mal geht's ihm nicht gut dann hat er verschlafen oder ihm fehlen Papiere um zu einem Vorstellungsgespräch zu gehen. Bin echt mit meinem Latein am Ende. Amliebsten würde ich ihn wieder rauswerfen. Aber das ist ja auch immer leichter gesagt als getan. Mich würde einfach mal gerne interessieren was er sich bei allem denkt ? Glaubt er, er kann so weiter leben ? Den ganzen Tag auf der faulen haut liegen und alles legt man ihm in den schoß? Ich verstehe das einfach nicht. Achso der junge Mann ist übrigens 22 Jahre alt und top fit. Was soll ich bloß noch machen ?

Antwort
von Dahika, 16

Hast du das Ultimatum mit einem DAtum verbunden? Und klar gemacht, was bis dahin passiert sein muss? Oder hast du es allgemein formuliert? Ic glaube, du bist nicht konsequent und fällst auf seine Ausreden rein. Wie lange noch?

Setz ihm ein Datum. 1.9. z.B. ist noch nett, und bis dahin muss er ausziehen.

Seine Vergangenheit mag schlimm gewesen sein, aber sie dient ihm auch als Ausrede, nichts zu tun. Mach nicht den Fehler, bei ihm den Therapeuten zu ersetzen. Das kannst du nicht, das ist nicht deine Aufgabe. Übrigens lässt sich ein Therapeut nicht durch Ausreden einwickeln.

Es ist auch nicht deinen Aufgabe, ihn an der Hand zu nehmen. Damit stabilisierst du nur sein Verhalten. Manchmal ist keine Hilfe die beste Hilfe. Nur so kannst du ih zwingen, für sein Leben Verantwortung zu übernehmen. Solange du für ihn tust und machst und sorgst, solange wird er für sich keine Verantwortung übernehmen und passiv bleiben.

Der Junge Mann muss vor die Sitation gestellt werden: aufrappeln oder untergehen.

Antwort
von Kitharea, 30

Es gibt Menschen die muss man fallen lassen um ihnen zu helfen. Es gibt Menschen die sich immer wieder neue Menschen suchen um sich helfen zu lassen. Es ist sein Leben und für mich klingt er wie jemand der - WENN er es schafft - das nur tut wenn da keiner mehr ist der alles für ihn regelt. Er ist einer derjenigen die erst merken dass sie was tun müssen wenn man sie fallen lässt - man weiß leider nicht ob es dann hilft aber es ist nach wie vor sein Leben und er hat nicht das Recht deines da mit reinzuziehen.
Du bist nicht verantwortlich dafür dass er sein Ding überwindet und du kannst ihm bei der Depression nicht helfen. Solange er nichts macht würde ich auch nichts mehr für ihn machen. Das ist wie bei Alkoholkranken.

Antwort
von JeSuisCaesar, 42

Ermittel doch seine Interessen und die Themen die ihn komplett langweilen.
Lass ihn dann Berufe suchen, die an seine Interessen passen.
Er soll dann in diesen Berufen mindestens zwei wöchige praktiken machen.
Im endeffekt, kann er so sein leeren Lebenslauf wieder aufstocken und übt die tätigkeit in einer angenehmen zeit aus.
Wenn er sich kein beruf sucht, weil er keine lust hat. Geh zum Jobcenter und erzwing die leute von der agentur, ihn zu verpflichten von 8 - 16 uhr bewerbungen zu schreiben.
Depression hin oder her. Er ist 22 Jahre alt und hat keine perspektive ihn zu verschonen, weil er arbeitslos ist, wird ihn mit 40 genauso belasten...

Kommentar von Dahika ,

das was du vorschlägst, nimmt dem jungen Mann wiederum die Verantwortung für sein Leben ab. Die FS sollte aufhören, etwas für ihn zu tun, zu predigen, ihm das Leben zu erleichtern.

Kommentar von JeSuisCaesar ,

eventuell benötigt er, unterstützung, zuneigung oder aufmerksamkeit die irgendwo mangelt :/ deshalb sollte eine freundschaftliche unterstützung da sein

Antwort
von Dexxer, 32

Du hast ja schon erwähnt, dass er eine Depression hat. Und möglicherweiße gefällt ihm die Arbeit gar nicht, bei der er sich bewirbt und geht deshalb nicht zum Vorstellungsgespräch.

MFG Dexxer

Antwort
von Mihawk0, 40

Also ich finde jemanden helfen kann man immer aber ausgenutzt werden ist für mich was überhaupt nicht geht. Entscheide selbst fühlst du dich ausgenutzt oder ist es noch im Stadium helfen?

Also ich hätte ihn schon die hölle heiß gemacht. Ich helfe sehr gerne es muss nichtmal etwas für mich rausspringen aber ausgenutzen lassen vergiss es.

Antwort
von Wurzelstock, 26

Je länger eine Arbeitslosigkeit dauert, desto mehr stellt sich eine motivatorische Verwahrlosung ein. Der Arbeitslose macht die Erfahrung, dass es ja auch so geht. Das geschieht schleichend und zunächst weitgehend unbewußt. Wird er genötigt, sich der Alternative zu stellen, ist er völlig hilflos.

Ist die Motivationslosigkeit erst einmal fixiert, ist sie nur sehr schwer zu beseitigen. Du musst ihn bei der Hand nehmen und persönlich zur Arbeitssuche führen. Auch zu Bewerbungsgesprächen. Sogar zum Arbeitsantritt.

Falls es ihm gelingen sollte, irgend eine Arbeit - welche auch immer - zu erlangen, muss in diesem Betrieb die inividuelle und persönliche Führung intensiv fortgesetzt werden. Die Motivation kehrt mit entsprechenden Erfolgserlebnissen langsam zurück.

Selbst, wenn Du dir diese Mühe machst, wird sie in den Betrieben nicht fortgesetzt. Dort sieht man diese Betreuung nicht als betriebliche Aufgabe an - man erkennt das Problem nicht einmal. Eher fliegt er umgehend wieder raus. Vielleicht hat er diese Erfahrung schon gemacht. Jeder Misserfolg bestätigt seinen Widerstand gegen eine bezahlte Tätigkeit.

Ich würde mir wünschen, dass Du nicht resignierst, und diese schwere Aufgabe weiterhin anpackst. Vielleicht bist Du ja der einzige, der sich diese Mühe um ihn macht.

Kommentar von EstherNele ,

Du musst ihn bei der Hand nehmen und persönlich zur Arbeitssuche führen. Auch zu Bewerbungsgesprächen. Sogar zum Arbeitsantritt.

Nein. Muss er/sie nicht. Bringt nämlich auch nichts.
Du kannst jemanden ohne mögliche oder angedrohte Konsequenzen nicht fremdmotivieren, wenn derjenige nicht will. Was bringt es dir, wenn er nur zum JC geht, wenn du dabei bist. Außerdem muss er viele Wege /Telefonate / Gespräche alleine auf die Reihe bekommen, da reden die entsprechenden Stellen nicht mal mit einer "Ersatzperson". 

Deiner Auffassung stelle ich mal ein Sprichwort entgegen, dass ich schon von meiner Oma kenne.

"Wem nicht zu raten ist, dem ist auch nicht zu helfen."

Wenn jemand trotz mentaler Unterstützung und der Möglichkeit, mit jemandem alle Varianten durchzusprechen und sich Rat zu holen, nicht in die Puschen kommt, dann muss er mit den Konsequenzen leben.

Keine andere Person schafft es auf Dauer, jemanden ständig von A nach B zu schleppen, wenn da keine Eigenmotivation da ist.
Das ist nicht zu leisten für eine außenstehende Person, erst recht nicht, wenn diese vielleicht selbst noch einen Job hat..

Kommentar von Wurzelstock ,

Dein "Selber-schuld"-Klischee würde ich nicht einmal mit dem Bundespräsidenten diskutieren. Schon garnicht, wenn es sich in den Schwanz beißt.

Kommentar von Kitharea ,

Wie war das - es geht nicht um Schuld - es geht auch nicht um Tun oder nicht Tun - es geht darum was auf Dauer hilft - wirklich hilft und nicht nur vorübergehendes Seelenego beim Helfenden besorgt weil er ja jetzt endlich eine Arbeit hat oder so. "Helfer" tun das mitunter genau deswegen - weil sie das Gefühl haben wollen gebraucht zu werden - dass das auf Dauer Anderen oft schaden kann sieht man nicht. Es ist einfach die "nettere" Art sein Ego auszuleben. Das will ich dem TE hier nicht unterstellen. Ich sage nur es gibt für alles auch eine 2. Seite. Und ich wäre der Meinung Hilfe zur Selbsthilfe ist wesentlich mehr Wert als kurzfristige Hilfe.

Kommentar von Kitharea ,

Habe ich gemacht in einer ähnliche Situation ist lange her. Gebracht hat es Null außer dass es Vorwürfe hagelte als ich dann irgendwann mit meinen eigenen Problemen beschäftigt war. Man kann die Leute bei der Hand nehmen und das für die regeln - jo - auf Dauer ändert das aber weder deren Einstellung noch Lebensweise. Da müssen die selbst draufkommen. Das sind Kinder in Erwachsenengestalt. Sie brauchen Hilfe - mag sein - aber "Freunde" und "nette Menschen" können da nicht helfen. Er muss selbst draufkommen - er muss WOLLEN. Wenn derjenige nicht will bringt jede Hilfe nichts. Wenn er um Hilfe bittet - einen Plan hat - engagiert ist selbst was zu tun - kann man helfen - ansonsten nein.

Kommentar von Wurzelstock ,

Er kann nicht wollen. Genau da liegt das Problem. Das Arbeiten als solches muss erlernt werden. Nicht die eine oder andere Arbeit, sondern der soziale Vorgang des Arbeitens. Das gesteht man in den Betrieben allenfalls einem Jugendlichen zu. Doch selbst für den steht meist nur das Elternhaus zur Verfügung, die diese Aufgabe schlecht und recht leisten.

In den Betrieben dagegen gibt es nur das Mobbing. So, wie Du das vorführst. Durch den Freund, der hier um Rat fragt, steht dem jungen Erwachsenen ein Ersatz für die häusliche Unterstützung zur Verfügung. In den Betrieben wird das glatt gegen die Wand gefahren.

Du führst es gerade vor. Es bleibt nie bei deiner Einzelmeinung. Es entsteht immer eine Phalanx der Tüchtigen, die ausschließlich auf Grund ihrer Masse Recht hat, und darauf besteht: Wer nicht will, darf gar keinen Erfolg haben. Sonst hätten sich deinesgleichen ja geirrt.

Doch wenn es in den Betrieben einen Fachmann gäbe, der diese sozialen Mechanismen kennt, und dessen Aufgabe es wäre, sie zu verhindern, würde man selbst den versuchen platt zu machen. Die Masse hat rechter als recht.

Nach Persönlichkeitsstörungen wird in solchen Fällen überhaupt nicht erst gefragt. Wer morgens nicht aus dem Bett kommt, ist einfach ein Faulenzer. Gelle? Wer mit Angst vor dieser Beurteilung täglich zu spät kommt, auch. Der geborene Penner. Die muss es ja auch geben.


Kommentar von Kitharea ,

Ich wollte denjenigen nicht abwerten damit dass ich sage er muss wollen. Es ist einfach im Moment nicht realistisch eine Firma zu finden wo das so gegeben ist wie er es bräuchte. Das Problem ist halt immer - helfen gut und schön aber an der richtigen Stelle. Ich weiß NICHT was ihm am besten täte aber ich weiß dass ich das nicht wollen würde für mich und meine Familie. Wer das Anders sieht kann gerne helfen. Ich habe halt auch schon erlebt wie so manch einer wie ein Phoenix aus der Asche entstiegen ist weil ihn alle fallengelassen haben. Und Andere die sich danach einfach den nächsten gesucht haben und jedem von denen erklärte er ist sein bester Freund. Klar - hat er ein Problem. Aber niemand in seiner Umgebung ausser ein Therapeut wäre im Stand ihm zu helfen.

Kommentar von Wurzelstock ,

Für das Lernen gibt es keine Therapeuten, sondern nur Lehrer. Jeder Lernprozess ist dadurch gekennzeichnet, dass bereits vorhandene kognitive Strukturen komplett abgebaut, und mit den neuen Inhalten neu zusammengesetzt werden müssen. Lernen funktioniert nie durch einfaches Hinzufügen.

Im vorliegenden Fall muss ein falsches Sozialverhalten abgebaut und rekonstruiert werden. Das kann einer allein nicht. Auch kein Therapeut. Vor allem deshalb nicht, weil ein solcher "Lehrling" einen enormen Widerstand entgegensetzt. Das ist natürlich. Je mehr einer schon weiß, desto größer der Widerstand.

Es geht auch nicht mit der sanften Tour, dem allgegenwärtigen "mal miteinander reden". Dies so wenig, wie mit der harten Kur: Einfach Hinauswerfen - es sei denn, jemand hat mit grad garnichts zu tun als mit dem eigenen Wohlbefinden.

Vielmehr ist es notwendig, Druck und Zwang mit Beistand und Anerkennung zu dosieren und zu kombinieren. Mal mit dem Vorschlaghammer, mal mit dem Goldschmiedehämmerchen.

Hört sich gescheit an, ist es auch. Scheitert aber in der Praxis. Einfach deshalb, weil auch ein Fachmann das, was er er weiß, deshalb noch lange nicht auf den Boden der Realität bringt.

Er unterliegt nämlich den gleichen Grundmechanismen wie Du und ich. Die muss er erst mal bei sich selbst in den Griff kriegen. Das scheint der Punkt zu sein, an dem der Fragesteller im Moment steht. Bleibt er allein, hat er verloren.

Kommentar von Kitharea ,

Ich sehe das etwas anders aber ok. Das Problem ist dass er kein Kind mehr ist auch wenn scheinbar in der Phase vieles verpasst wurde. Und das Problem ist dass TE's mitunter selbst Eltern sind oder Verantwortung haben und die Verantwortung für einen Erwachsenen nicht unbedingt mit übernehmen wollen oder können. Ich persönlich würde das nicht machen.
Das was du vorschlägst wäre ihn wie ein Kind neu zu erziehen und ich bezweifle dass "MANN" das mit sich machen lässt - die Lernphase sich zu integrieren ist in dem Alter quasi abgeschlossen und er kann wenn er es schafft das nur selbst machen. Man kann ihm Türen zeigen aber durchgehen muss er selbst und ich persönlich denke man kann ihm schon durchaus alles mal zeigen aber wenn er keinen Willen zeigt von sich aus das auch zu wollen ist Ende mit Hilfe. Und man kann von keinem verlangen Mama und Papa zu ersetzen. Er muss irgendwann selbst wollen aber so - mit der Hilfe die er bis jetzt bekommt - wird das scheinbar nichts.
Und wie willst du den Druck und Zwang mit Beistand auf einen erwachsenen Mann ausüben der einfach keinen Bock hat? Würde es ihn interessieren würde er fragen und sich helfen lassen. Dann KANN man auch was tun aber nicht so.
Und wie kommt der TE dazu sich für die Geschichte des Anderen verantwortlich zu fühlen. Wenn er das will gern - ich denke nur es bringt nichts an dem Punkt. Helfen gut und schön aber man muss auch selbst noch klarkommen und das durchstehen.
Und ne - bleibt er allein hat er nicht verloren - vielleicht braucht er einfach nur eine Aufgabe - diejenige sein Leben wieder selbst in der Hand haben zu wollen. Das hat auch nichts mit Arbeiten gehen zu tun - aber mit dem Notwendigen Interesse am eigenen Leben. Das ist es was ihm zu fehlen scheint.
Naja - denke nicht dass wir irgendwie übereinstimmen was aber auch egal ist. Der TE muss selbst entscheiden wie er's macht und Meinungen gibts ohnehin viele scheinbar. Mir ist nur wichtig dass sich keiner für den Anderen aufopfern muss. Wenn man das will dann bitte nur wenn er sich bewußt ist dass er das tut.

Kommentar von Wurzelstock ,

An einer Stelle habe ich mich offenbar missverständlich ausgedrückt: Nicht der junge Mann hat verloren, sondern der Fragesteller, wenn er allein bleibt.

Antwort
von riabeth, 32

Im Englischen sagt man "to be cruel to be kind" d.h. auch wenn du ihn rausschmeisst und dies sich nicht nett anhört, dann kann es trotzdem in seinem Interesse sein, und somit meinst du es gut, damit er endlich lernt, Verantwortung zu übernehmen und deine Gutmütigkeit nicht ausnützt, er hat sich an das lockere Leben gewöhnt, anderseits, wenn er tatsächlich depressiv ist, dann sollte er ärztlich betreut werden bzw. mit einem Arzt reden, wie er am besten sein Leben in den Griff bekommt.

Er ist noch jung, noch hat er sein Leben vor sich und kann noch viel erreichen, mach ihm Mut, vielleicht erst mal Praktikum machen, rumtelefonieren, frag ihn mal was er gern machen würde, etwas handwerkliches, draussen in der Natur, drinnen oder was? Er soll mal nachdenken, auf was er Lust hat, wenn er dann Lust auf etwas hat, dann seit ihr schon einen Schritt weiter, dann ist Geduld gefragt, natürlich werden Absagen hageln aber das geht vielen so, einfach weitermachen und die Termine auch einhalten, wenn es zum Vorstellungsgespräch kommt!

Sagt man so einfach, ich weiss, trotzdem viel Glück Euch beiden!

Antwort
von Januar07, 36

Wirf ihn sofort raus und wechsele das Schloß der Wohnungstür.

Er wird sich nicht ändern, denn auf Kosten anderer zu leben ist viel angenehmer, als zu arbeiten oder irgendwelche Verantwortung zu tragen.

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