Frage von Acera, 65

Warum werden Wölfe in Märchen immer als Einzelgänger und böse dargestellt?

Sie Leben doch eigentlich in Rudeln und sind ganz lieb.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von RoterKiwi, 41

... ich denke ich kann es hier nicht so gut erklären wie ich will. Es ist schon länger her, seit ich mich mit diesem Thema befasst habe und ich nicht mehr alles weiß. Ich versuchs mal.

Ich denke dass bei Märchen irgendwie alles symbolisch dargestellt wird. Oder es wird "spannend" umgeschrieben. Das Märchen von Hänsel und Gretel zum Beispiel, wird von manchen als Geschichte gesehen, bei der es nur darum geht, dass Hänsel und Gretel (Kinder) langsam zu Erwachsen und selbstständig werden. Also praktisch die Geschichte des erwachsenwerdens.

In dem Zusammenhang habe ich auch irgendwo mal gelesen, dass der Wolf auch gerne als Umschreibung für "Räuber" oder "Wilder" benutzt wurde, also ist es im Falle von Rotkäppchen, ein Mann,ein "Räuber" der ihr etwas böses will. Ich denke dass "der Wolf" in den Geschichten nie wirklich auf das Tier bezogen ist. Wobei beides richtig sein könnte. Damals war noch nicht so viel über den Wolf bekannt als heute, also ist die Beschreibung wohl doch passend.

Märchenforschung ist sehr interessant, aber um dir genauere Antworten zu geben, müsste ich mich wieder reinlesen. Sorry, ich hoffe das hat dir trotzdem irgendwie geholfen.

Kommentar von ThomasAral ,

ja aber das mit Räuber erklärt noch nicht warum die nicht im Rudel vorkommen ... Räuber kommen auch oft als Räuberbande. Der Grund ist bei Rotkäppchen zumindest, dass es um eine Vergewaltigung geht, und das will der Täter ja möglichst geheim halten also macht er es allein.  Aber es gibt natürlich noch etliche andere Wolfsgeschichten bei denen man sich das schon fragen kann ...

Kommentar von RoterKiwi ,

Stimmt... vielleicht der Wolf als eine Art Vaterfigur? ...gute Frage. Vielleicht gibt es ja jemanden, der genau bescheid weiß.

Kommentar von ThomasAral ,

hinter Hänsel und Gretel steckt übrigens eine Wirtschaftskrimi-Geschichte. Hänsel und Gretel sind bereits erwachsene Bäckersleut die wohl sogar älter als die Hexe sind  (in der Originalstorry von der die Geschichte abgeschaut wurde und aus Sicht der Bäcker-Fans).

Antwort
von Buckykater, 19

Im Märchen Rotkäppchen soll der Wolf eigentlich einen bösen Verführer symbolisieren der unschuldige Mädchen oder junge Frauen verführt und sie auch umbringt usw.  Auch im Märchen der Wolf und die sieben Geißlein ist es ähnlich. Der böse Fremde den man nicht einlassen soll.  Auch kannte man damals das Verhalten von Wölfen nicht und es gab auch den Glauben an Werwölfe. Und auch haben Wölfe auch das Vieh der Bauern gerissen was sie sehr unbeliebt machte.  Aber der Wolf solllte in Märchen eher den bösen grausamen Verführer symbolisieren den man meiden sollte.

Antwort
von Fairy21, 13

Wurde schon erwähnt,:" Der Wolf beim Rotkäppchen stellte den bösen Verführer da." In der ursprünglichen Fassung. 

Man hatte diesem Tier also eine grausige Eigenschaft des Menschen angehängt. 

Diese und andere nicht so schöne Eigenschaften der menschlichen Natur wurde an dem Wolf weitergegeben. 

Der Wolf wurde den Menschen früher , und von einigen auch heute noch , als böses Untier/Bestie angesehen. 

Die Menschen fürchteten sich vor dem Wolf , er wurde eine Zeit lang auch als Teufelstier betrachtet. 

Und das ist der Grund, :" Warum Wölfe in Märchen böse dargestellt werden. 

 Die böse Darstellung des Wolfes spiegelte/ spiegelt einfach nur die Angst der Menschen wieder. 

Dass das aber nicht alle dachten, zeigen zum Beispiel die Geschichten vom Dschungelbuch,wo Wölfe die Rolle der Ersatzeltern  und die Rolle der Beschützer für ein Menschenkind übernehmen. 


Antwort
von Dichterseele, 16

Na, so lieb und harmlos sind Wölfe nicht - schießlich sind das Raubtiere! Zutraulich sind sie nur gegenüber Menschen, die sich in ihr Rudel intergrieren und sich dort wölfisch zu benehmen wissen.

Natürlich sind Wölfe scheu, solange es deren wenige gibt - im Mittelalter gab es vermutlich mehr Wölfe, als Menschen und damals wussten unsere Vorfahren noch nichts über Verhaltensforschung. Also liefen die Leute entsetzt weg, wenn sie einem Wolf begegneten und reizten damit dessen Jagdinstinkt. Selbst ein Hund wird über einen Menschen herfallen, der bibbernd vor ihm flieht...

Wölfe leben in Rudeln, machen sich aber allein auf die Socken, wenn das Rudel zu groß wird oder sie einen Konflikt mit dem Leitwolf haben und sich nicht unterordnen wollen. So breitet sich jede Spezies aus und so hat sich auch die Menschheit über den Globus ausgebreitet.

Und natürlich hat der Wolf als reines Raubtier auch Symbolcharakter - Tierfabeln stellen immer die herausragendsten Eigenschaften eines Tieres heraus, um damit Menschen gleichen Charakters zu beschreiben.


Antwort
von askeeer, 39

weil der wolf einer der einzigen paar tiere in den europäischen Wäldern ist, vor denen die Menschen früher Angst hatten. gab ja auch nicht viel mehr

Antwort
von OnkelSchorsch, 33

Weil Wölfe in Märchen Symbolfiguren sind. Sie stehen für Gefahr durch andere Menschen, wobei das Symbol nicht selten auch sexuell konnotiert ist.

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