Frage von linlin9090, 167

Warum werden Sexualverbrecher psychologische Probleme zugeschrieben?

Mir ist beim Durchlesen von Zeitungsartikeln aufgefallen, dass Sexualverbrecher oftmals psychologische Krankheiten zugeschrieben oder ihre Taten durch irgendwelche Geschichten aus der Vergangenheit verharmlost bzw. gerechtfertigt werden, wodurch ich das Gefühl bekomme, sie werden von Täter zu Opfern gemacht. Ich bezweifle, dass jeder Sexualverbrecher automatisch psychologische Probleme hat. Ist das nur meine Einbildung, denke ich zu viel oder ist da was dran?

Antwort
von voayager, 39

Oftmals liegt eine psychische Störung vor, wenn ein Sexualstraftäter andere Menschen sexuell mißbraucht. Dazu gehörte nicht selten auch ein eigener Mißbrauch meist in der Kindheit, so dass ein solcher Mensch oftmals nicht mehr normal im Umgang mit Menschen reagieren kann. Dann gibt es Täter, die aus reinem Frauenhaß heraus diese sexuell mißbrauchen.

Manche hier und überhaupt fragen sich, was das denn nutzt und bedeutet, dies zu wissen, das Opfer hat davon rein garnichts. Das ist wohl wahr, dennoch ein wenig zu kurz gedacht, denn es geht auch darum zukünftige Sexualstraftten zu vehindern. Dies ist jedoch meist nur dadurch möglich, wenn man denn auch die Ursachen solcher Misstaten kennt und dann an der Wurzel des Übels ansetzt, sprich diese prophylaktisch bekämpft. Kennt man nämlich die Ursachen von sexueller Gewalt, dann besteht durchaus auch die Möglichkeit so auf Menschen in der Kindheit einzuwirken, dass diese sich normal entwickeln und später dann keinen Schaden anrichten.

Man muß also weiterdenken, nicht nur das einzelne Verbrechen im Auge behalten, sondern auch gesamtgesellschaftliche Überlegungen anstellen im Sinne einer Vorbeugung solcher Straftaten.

Antwort
von kayo1548, 57

"

Warum werden Sexualverbrecher psychologische Probleme zugeschrieben?"

Nicht jeder Sexualverbrecher hat eine psychische Störung; im Einzelfall kann es aber eine Rolle spielen.

Und auch ansonsten ist natürlich der "Werdegang" interessant, also welche Faktoren da eine Rolle gespielt haben.  Das ist dann auch entscheident möchte man da präventiv tätig werden.

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oder ihre Taten durch irgendwelche Geschichten aus der Vergangenheit verharmlost

"

Bei soetwas geht es nicht um Verhamlosung sondern darum zu verstehen warum die Person so gehandelt hat.

Das hat nichts damit zu tun das man diese Handlung gut heißen möchte.

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sie werden von Täter zu Opfern gemacht

"

kann ja auch beides zutreffen und praktisch ist es auch meist so.

Wobei das Täter vs Opfer eigentlich wenig zielführend ist, da man da doch stark vereinfacht und unterordnet und auch bewertet

"
. Ich bezweifle, dass jeder Sexualverbrecher automatisch psychologische Probleme hat.

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psychologische Probleme hat und hatte schon jeder; aber nicht jeder der so eine Handlung macht muss auch eine psychische Störung haben.

Kommentar von linlin9090 ,

Oftmals muss man die Handlung eines Menschen nicht verstehen. Oftmals gibt es nicht mal eine rationale Erklärung für die Handlung eines Menschen. Denn Menschen handeln oftmals impulsiv, aus den Emotionen heraus oder einfach angetrieben durch Triebe. Der Werdegang ist sicherlich ein interessanter Aspekt, wird aber von meinem Gefühl her zu stark in das aktuelle Ereignis miteingebunden und schlicht überbewertet.

aber nicht jeder der so eine Handlung macht muss auch eine psychische Störung haben.

Exakt

Kommentar von kayo1548 ,

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Oftmals muss man die Handlung eines Menschen nicht verstehen.

"

Müssen natürlich nicht aber diejenigen die sich damit beschäftigen wollen es und finden es auch faszinierend ganz unabhängig davon das sich da auch praktische Möglichkeiten ergeben.

Dieses Interesse muss natürlich nicht jeder teilen

Eine Erklärung gibt es theoretisch immer, inwiefern man diese dann praktisch bekommt ist natürlich eine andere Frage.

Gerade im Nachhinein klappt das oft gut aber natürlich nicht immer.

"
wird aber von meinem Gefühl her zu stark in das aktuelle Ereignis miteingebunden und schlicht überbewertet.

"

Das ist dann halt die Frage inwiefern diese Person sich da hätte anders entscheiden können oder wie stark die Prägung war das diese Handlung auftratt.

Gibt es überhaupt einen freien Willen der es ermöglicht hätte sich anders zu entscheiden?

Das ist dann natürlich eher philosophisch und praktisch wohl nie nachweisbar.

So könnte man natürlich überall argumentieren und trotzdem sind Gesetze für das Zusammenleben wichtig und haben mitunter auch einen kulturell prägenden oder präventiven Charakter - letzteres gilt natürlich nicht oder nur bedingt für emotionale oder affektive Handlungen.

Antwort
von Interesierter, 51

Dazu musst du dir die Frage stellen, warum jemand solche Taten begeht.

Glaubst du, jemand der dazu fähig ist, ist geistig gesund uns psychisch auf der Höhe?

In den meisten Fällen ist dem nicht so. Hier soll keineswegs die Tat verharmlost werden. Vielmehr sollen die Hintergründe der Tat offengelegt werde.

Das Ziel soll ja nicht primär Strafe im Sinne von Rache sein. Das eigentliche Ziel des Strafvollzuges soll die Resozialisierung sein. Damit diese gelingen kann, müssen die Hintergründe, die zur Tat geführt haben, offengelegt und behandelt werden. Geschieht dies nicht, bleibt der Täter gefährlich und kann eigentlich nie mehr in die Freiheit entlassen werden.

Dies jedoch widerspricht den fundamentalen Grundgedanken unseres Sttrafrechttssystems.

Kommentar von linlin9090 ,

Sind richterlichte Entscheidungen durch die Erfahrung der Hintergründe des Täters nicht subjektiver als richterliche Entscheidungen, die die Hintergründe des Täters ausblenden?

Was wir unter ,,geistig gesund" verstehen sind ausschließlich gesellschaftliche Werte und Erfahrungen. Es gibt auch genug Jugendliche, die ohne Einfluss von Alkohol Sexualverbrechen begehen, handelt es sich dann ebenfalls um ,,geistig kranke" Menschen? Ich denke, es sind einfach Sexualtriebe, die sie zu so etwas motivieren, vor allem angetrieben durch die Porno-Industrie.

Ironischerweise werden Täter, denen psychologische Krankheiten zugeschrieben werden, auch oftmals wieder in die Freiheit entlassen, nur damit sie wieder Sexualverbrechen begehen. Wo bleibt dann der Sinn der Resozialisierung und psychologischen Behandlung? Alles nur, um Formalien zu erfüllen?

Kommentar von Interesierter ,

Ein Eckpfeiler unseres Strafrechts ist, dass die Strafe der Schuld angemessen sein soll. Dies ist nur möglich, wenn die Schwere der Schuld individuell ermittelt wird. Dazu sind gerade im psychischen Bereich einfach Untersuchungen notwendig.

Im Übrigen ist deine Aussage, psychisch gestörte Täter würden in die Freiheit entlassen, um erneut Straftaten zu begehen, schon sehr weit hergeholt. Ohne positive Prognose kommt kein Sexualstraftäter auf freien Fuß.

Nur eben können auch Psychologen sich irren. Wie willst du dieses Problem lösen? Alle auf Lebenszeit wegsperren kann nicht die Lösung sein.

Kommentar von linlin9090 ,

Es macht auch wenig Sinn, Straftäter auf freien Fuß laufen zu lassen, wenn ohnehin noch eine Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie Verbrechen wiederholen. Positive Prognose zeugt nur von Optimismus, vielleicht bin ich in diesem Aspekt voreingenommen, weil ich eh gegen alles und jeden pessimistisch bin.

Wenn man durch das lebenslange Wegsperren eines Täters unschuldige Opfer in der Zukunft verhindern kann, so ist es meiner Meinung nach in der Tat lohnenswert. Und wenn nicht auf lebenslange Zeit, dann zumindest mit einer großen Strafe, wie 30-40 Jahre Gefängnis? (Nur ein Vorschlag) Denn je intensiver, sofortiger und härter die Strafe, desto effektiver ist sie.

Psychologen können sich irren, deswegen wären vielleicht mehrere psychologische Gutachten von verschiedenen Psychologen notwendig.

Kommentar von Interesierter ,

Wenn von 10 Tätern im Schnitt einer rückfällig wird, würdest du also alle zehn auf Lebenszeit wegsperren.

Besser wäre es doch, den einen zu identifizieren und den anderen nach Verbüssung ihrer Strafe wieder ein normales Leben führen zu lassen.

Kommentar von linlin9090 ,

Ich gehe davon aus, dass jeder, der ein Verbrechen begangen hat, auch die immanente Natur hat, dieses, ein weiteres oder ein anderes Verbrechen wieder zu begehen. Ich nehme nicht an, dass er es auf jedenfall wieder tun wird und somit immer 100% rückfällig ist, aber die Kombination bestimmter Faktoren und Umstände beherbergen das Potenzial, ihn zu einer Wiederholungstat zu verführen.

Es ist ähnlich wie mit Ideologien. Wer einmal rassistisch / sexistisch / menschenfeindlich etc. ist, der wird auch so bleiben und sich kaum ändern werden.

Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel, aber ich glaube, die menschliche Natur tendiert dazu fundamentall böse zu sein. Ich würde lieber alle zehn wegsperren, und erst durch rigorose Prüfungen und Absitzen der Haftstrafe in die Gesellschaft frei lassen, und den Täter danach auch für eine bestimmte Zeit unter strenger Aufsicht und Kontrolle leben lassen.

Kommentar von Interesierter ,

Du gehst also davon aus, dass ein Verbrecher sein Unrecht nie einsehen wird. 

Nun, ich glaube, dass Menschen ihre Einstellung sehr wohl ändern können. 

Ich weiß, das hat jetzt mit dem Thema an sich nichts zu tun, aber ich denke, es veranschaulicht vieles.

Als junger Kerl war ich auf der Autobahn gerne schnell unterwegs. Ein Tempolimit auf Deutschlands Strassen? Nicht mit mir! Entscheidend geändert hat sich das im Jahr 2003. Damals kam bei Bruchsal eine 21jährige Mutter mit ihrer 2jährigen Tochter ums Leben. Von hinten hatte sich ein Mercedes mit rund 250 km/h genähert und erst im letzten Moment abgebremst. Die Frau war erschrocken, hatte bei rund 130 km/h das Steuer verrissen, kam ins Schleudern und prallte in eine Baumgruppe. Der Fall wurde als "Todesraser-Fall" bekannt. Wäre der Mercedes nur 150 gefahren, wären Mutter und Tochter nicht ums Leben gekommen. Seit damals bin ich nicht mehr so schnell unterwegs und setze mich aktiv für ein generelles Tempolimit auf deutsche Autobahnen ein.

Ich denke, jeder Mensch kann sich ändern. Entscheidend sind Einsicht und der Wille zur Veränderung.

Antwort
von Socat5, 73

Doch, ich denke, so jemand muss krank im Kopf sein. Das darf aber keine Entschuldigung sein, da hast du recht. Viel zu sehr wird geschaut, warum der Täter das gemacht haben könnte, jede Ohrfeige in der Kindheit wird als strafmildernd gewertet, aber ehrlich, wen interessiert das Warum? Für die Eltern ist dieses Rumgeeiere um den Täter mindestens genauso schlimm wie die Tatsache, dass ihr Kind nicht wiederkommt und wahrscheinlich schrecklich leiden musste.

Kommentar von linlin9090 ,

Das ist genau der Punkt, den ich meine. Ist doch egal, welchen Lebenslauf er hatte, Tatsache ist, er hat ein Verbrechen begangen und sollte ohne Strafmilderung bestraft werden.

Kommentar von SchIaufuchs ,

Fragst du eigentlich, oder willst du "penetrant überzeugen", wie hier der Verstoß heißt?

Expertenantwort
von Unsinkable2, Community-Experte für Politik, 32

Ist das nur meine Einbildung, denke ich zu viel oder ist da was dran?

Der entscheidende Unterschied ist: Du denkst an "Strafe als Rache", während die Gesellschaft einen Weg in Form von "Strafe als Erziehung" zu gehen sucht. 

Das gelingt ihr keineswegs perfekt. Aber ist "versuchen" nicht besser, als "gleich die Flinte ins Korn werfen"? Und heißt es nicht: "Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren."?

sie werden von Täter zu Opfern gemacht

Wer beispielsweise farbenblind ist, den wirst wohl auch du nicht genauso hart dafür bestrafen wollen, dass er das rote Signal nicht beachtet hat, wie einen Nicht-Farbenblinden, oder?!

Und auch im Falle von Sexualstraftätern geht man zunächst davon aus, dass es irgendeine Form der Störung geben muss, die diesen Menschen aus der "gesellschaftlichen Norm" herausgeholt hat. Und diese Störung muss beim Finden einer gerechten Strafe berücksichtigt werden.

Ich bezweifle, dass jeder Sexualverbrecher automatisch psychologische Probleme hat.

Sondern? Du gehst davon aus, dass Sexualverbrechen ein "natürliches menschliches Verhalten" sind, so dass auch du ein potenzieller Sexualverbrecher bist, dem es bisher nur an Gelegenheit mangelte?  

Kommentar von linlin9090 ,

Wer beispielsweise farbenblind ist, den wirst wohl auch du nicht genauso hart dafür bestrafen wollen, dass er das rote Signal nicht beachtet hat, wie einen Nicht-Farbenblinden, oder?!"

Aus diesem Vergleich interpretiere ich es so, dass Sie dem Täter eine Krankheit zuschreiben, also dass die Ursache auf ein psychologisches Problem zurückzuführen ist, aber...

Sondern? 

... meiner Meinung nach, ist es schlicht die destruktive Lust von Tätern, Sexualverbrechen zu begehen, und dass bei vollem Bewusstsein und geistiger Gesundheit.

Er wird als krank bezeichnet, weil die Gesellschaft ein solches Verhalten als krank empfindet, er selbst muss aber geistig/körperlich nicht wirklich krank sein.

Wenn wir Menschen einen Baum sehen, dann deuten wir diesen als Baum, aber der ,,Baum" ist lediglich ein Begriff, denen wir Menschen ihn zugeschrieben haben, der ,,Baum" an sich sieht sich selbst wahrscheinlich nicht als ,,Baum".

Kommentar von Unsinkable2 ,

meiner Meinung nach, ist es schlicht die destruktive Lust von Tätern, Sexualverbrechen zu begehen, und dass bei vollem Bewusstsein und geistiger Gesundheit.

Das ist eine gültige Interpretation. Sie setzt allerdings voraus, dass auch du ein (temporär verhinderter) Sexualverbrecher bist; dass Sexualverbrechen für den Menschen also "natürliche Verhaltensweisen" sind.

Er wird als krank bezeichnet, weil die Gesellschaft ein solches Verhalten als krank empfindet, er selbst muss aber geistig/körperlich nicht wirklich krank sein.

Du drehst dich im Kreis und zwingst mich, mich zu wiederholen. 

Hast du deine Frage gestellt, weil du eine Antwort haben möchtest, oder zielt deine Frage eher auf Selbstbestätigung ab?

Wenn wir Menschen einen Baum sehen, dann deuten wir diesen als Baum, aber der ,,Baum" ist lediglich ein Begriff, denen wir Menschen ihn zugeschrieben haben, der ,,Baum" an sich sieht sich selbst wahrscheinlich nicht als ,,Baum".

Es ist irrelevant, wie sich der Baum selbst sieht. Entscheidend für die Handlungen des Holzfällers ist, dass ER weiß, wie "Baum" definiert ist. 

Deshalb schenkt die Gesellschaft (vertreten durch die Gerichte) auch nicht den Aussagen eines Sexualstraftäters hinsichtlich seiner Selbstsicht Glauben, sondern hat Experten ausgebildet, die AUS DER GESELLSCHAFT HERAUS, im Namen der Gesellschaft und unter Berücksichtigung der gesellschaftlich geltenden Normen beurteilen sollen, wie dieser Sexualstraftäter zu sehen ist: Also "Ist er 'farbenblind', oder konnte er 'die Farbe sehen'?"

Je nachdem, wie diese von der Gesellschaft bestimmten Experten es beurteilen, entscheidet die Gesellschaft sich dann für "Erziehungsversuch" oder eben "Sicherheitsverwahrung", also die von dir prädestinierte "Rache".

Und da man den Rechtsstaat nicht einfach auf der Grundlage einer Emotion über Bord kippen will, bleibt eben letztlich der Zweifelsgrundsatz ("In dubio pro reo. - Im Zweifel für den Angeklagten.") auch im Hinblick auf eine mögliche Unfähigkeit erhalten.

Das mag für Rachsüchtige nicht immer befriedigend sein. Es erweist sich aber als gesellschaftlich durchaus tragfähig; wenn auch zweifellos ausbaufähig.

Antwort
von DerKleineRacker, 48

Ich denke man kann durchaus die Entwicklungsgeschichte eines Verbrechers betrachten um ihn als Menschen zu beurteilen, dies darf ihn m.M. nach allerdings nicht von seiner Verantwortung freisprechen, oder strafmildernd wirken.

Antwort
von marylinjackson, 19

Es geht Dir wohl um die Zurechnungsfähigkeit, die bei einem Straftäter geprüft wird. Nicht jeder Täter ist psychisch krank und unzurechnungsfähig.

Psychologen finden heute fast immer Gründe, die dann die "Überforderung" oder eine frühere "Traumatisierung" den Täter kriminell werden ließen.

Verantwortlich für die Tat ist zwar der Täter, aber es gibt meist strafmildernde Umstände.

Früher bestrafte man Kindsmörderinnen, indem sie getötet wurden, heute gehen sie fast immer straffrei aus, weil sie sich zur Tatzeit in einer (hormonell bedingten) Ausnahmesituation befanden.

Antwort
von dirgis501, 9

Es ist hier nun mal Sitte, wenn ein Verbrechen angezeigt und verfolgt wird, dass man sich die Person, auch auf deren psych. Zustand anschaut.

Es ist schlimm, dass es solche Gewaltverbrechen gibt. Besonders für die Opfer!!!Ich bin auch der Auffassung, dass hier mehr für die Opfer getan werden muss. Die schließlich damit ihr Lebenlang leben müssen.......

Aber gerade die, die Sexulastraftaten aussüben, haben oftmals psychische Probleme. Auch wenn wir es so nicht haben wollen. Ist aber so und auch  Wissenschaftlich nachgewiesen!

Man kann nur hoffen, dass "uns allen" dieses Schicksal erspart bleibt.....


Antwort
von Purplez, 65

In manchen fällen ist bestimmt was dran. Es gibt Fälle in denen Männer von ihren Müttern vergewaltigt wurden oder ähnliches und deshalb Frauen missbrauchen. 

Es gibt aber sicherlich auch Fälle in denen das nicht zutrifft und der Täter sich dann so anstellt das er nicht zurechnungsfähig ist um eine geringeres Strafmaß zu erhalten.

Antwort
von suziesext08, 17

na sicher ist jeder Sexualstraftäter psychisch deformiert. Aber das Gericht hat dann zu entscheiden, ob er schuldunfähig ist (Ohne Schuld handelt, wer bei Begehung der Tat wegen einer krankhaften seelischen Störung, wegen einer tiefgreifenden Bewußtseinsstörung oder wegen Schwachsinns oder einer schweren anderen seelischen Abartigkeit unfähig ist, das Unrecht der Tat einzusehen oder nach dieser Einsicht zu handeln. §20 StGB)

Es geht auch beim psychiatrischen Gutachten nicht darum, dem Straftäter zu verzeihen, oder seine Schuld zu verniedlichen. Sondern nur, ob er in Knast muss und evt danach Sicherheitsverwahrung oder ob er in die geschlossene Anstalt muss

Antwort
von WilderHilde, 66

Ein Mensch der einem anderen solchen Schaden zufügt hat in jedem Fall psychologische Probleme. Was resultiert denn für ein Vorteil für den Täter (der auch irgendwann mal Opfer war) daraus? Wird die Strafe geringer oder kommen sie in die Anstalt und werden chemisch ruhig gestellt?

Kommentar von Socat5 ,

Der Täter der auch irgendwann mal Opfer war...aber was kann mein Kind dafür oder irgendein anderes?

Kommentar von WilderHilde ,

Natürlich nichts. Das du das noch fragen musst...

Kommentar von linlin9090 ,

Dass ihm psychologische Probleme zugeschrieben wird, heisst im Umkehrschluss automatisch, dass er eine mildere Strafe bekommt, genau weil er psychologisch krank sei. Ist dieses System dem wahren Opfer gegenüber fair? Werden dazu nich noch mehr Täter ermutigt, Straftaten zu begehen, genau weil sie eben wissen, dass sie eh als krank abgestempelt und somit mit keiner schweren Strafe rechnen brauchen?

Kommentar von WilderHilde ,

genau das würde ich gerne genauer wissen, bewirkt der psycho-stempel denn Haftverkürzung oder Aufenthalt in der Psychiatrie

Antwort
von Dahika, 7

Hier wird wieder einmal nicht beachtet, dass "Verstehen" etwas ganz anderes als Billigen oder Entschuldigen ist.

Ich denke schon, dass Sexualstraftäter sicher ihr Päckchen zu tragen haben. Es gibt bekannte Serienmörder mit einer gruseligen Kindheit. Und es ist wichtig, dies  zu verstehen. Damit aber wird das aber nicht entschuldigt.

Verstehen heißt: ich kann es nachvollziehen und erklären. Ich "verstehe" daher auch Adolf Hitler oder Heinrich Himmler. Aber ich billige oder entschuldige ihr Verhalten deswegen nicht.

Es gibt viele Menschen mit einer schweren Kindheit, die nicht morden, vergewaltigen oder missbrauchen!

Antwort
von Schokolinda, 57

also erstens ist es mir persönlich lieber davon ausgehen zu können, dass solche leute, anders als die breite bevölkerungsmasse, nicht normal im kopf sind - sonst müßte man bei jedem schritt nach draussen massiv angst haben.

und zweitens geht es bei der schuldfähigkeit von tätern nicht darum, taten zu verharmlosen. es geht darum, jemanden nicht für etwas zu bestrafen, für das er nichts kann; es geht um gerechtigkeit - auch für den täter - und darum, was wir für gesellschaftliche werte haben.

früher wurden kinder wie erwachsene behandelt. heute ist (fast) jedem klar, dass man das nicht tun kann. es ist auch klar, dass geistig behinderte nicht die gleiche einsicht in ihre taten haben wie gesunde und deshalb nicht wie gesunde bestraft werden dürfen.

und genauso ist es bei psychisch kranken. da kann auch die einsicht fehlen. würde man das ignorieren, dann könnte man auch ignorieren, dass kinder oder geistig  behinderte anders als erwachsene denken.

im übrigen sind solche täter ja nicht fein raus, nur weil sie als psychisch krank erkannt wurden. die werden genauso weggesperrt wie gesunde, die dürfen nicht nach hause.

Kommentar von linlin9090 ,

Was ist normal? Was ist nicht normal? Muss etwas, was für einen normal ist, für den anderen ebenfalls normal sein und umgekehrt?

Also wenn ein Täter ein Sexualverbrechen begeht, dann geht man unter anderem von der Möglichkeit aus, dass er nichts dafür könne?

Es gibt genügend ,,psychisch Kranke", die entlassen werden, nur damit sie wieder Verbrechen begehen. Wo liegt hier die Begründung?

Kommentar von Schokolinda ,

Was ist normal? Was ist nicht normal?

wir leben in einer gesellschaft und das bedeutet: wir haben uns auf bestimmte dinge geeinigt. die gelten als normal, davon abweichend gilt als nicht normal.

Es gibt genügend ,,psychisch Kranke", die entlassen werden, nur damit sie wieder Verbrechen begehen.

die behauptung ist absoluter quatsch.

Kommentar von linlin9090 ,

wir leben in einer gesellschaft und das bedeutet: wir haben uns auf bestimmte dinge geeinigt. die gelten als normal, davon abweichend gilt als nicht normal.

Wenn die Gesellschaft bestimmt, dass jeder frei mit Waffen herumlaufen darf und willkürlich Polizisten erschießen darf, ist das auch normal, was?

die behauptung ist absoluter quatsch.

Quatsch ist es, eine Behauptung als Quatsch abzustempeln, ohne zu begründen, worin der Quatsch liegt.

Eine Recherche nach dem Begriff ,,Wiederholungstätern" würde Ihnen gut tun.

Ihre Argumentationsweise zeigt mir, dass Sie mir leider nicht ausreichend intellektuellen Gedankenstoff geben können. Schönen Abend Ihnen.

Kommentar von Schokolinda ,

Wenn die Gesellschaft bestimmt, dass ...

dann ist das eben so. momentan haben wir eine andere gesellschaft, also ist deine frage reine phantasie. plus eine unverschämtheit - sie unterstellt mir quasi, ich sei ein mitläufer und würde überall mitmachen. aber dass du glaubst, dich auf der moralisch erhobenen seite zu befinden, war bis dahin sowieso schon klar geworden.

ohne zu begründen, worin der Quatsch liegt.

ok, hier kommt die begründung: du behauptest einfach was, was null stimmt; stellst es als tatsache hin. überprüfe deine fakten.

Eine Recherche nach dem Begriff ,,Wiederholungstätern" würde Ihnen gut tun.

und wo hast du deine recherche betrieben? bei der BILD-zeitung?

ja, es gibt wiederholungstäter. aber nicht so viele, wie du hier tust.

Ihre Argumentationsweise zeigt mir, dass Sie mir leider nicht ausreichend intellektuellen Gedankenstoff geben können

wenn du "ausreichend intellektuellen gedankenstoff" haben willst, dann drück dich nicht bei GF oder am stammtisch rum.

Antwort
von soissesPDF, 6

Weil dem schlicht so ist.
Sex ist keine Verstandesleistung sondern ein Trieb, gleich ob bei Frauen oder Männern.
Nochdazu ein animalischer Trieb.

Durch Moral wird dieser Trieb beherrscht.
Dieses Ding mit "Du sollst nicht begehren Deines nächsten Weib". Altes Testament.
Oder "Ewig lockt das Weib" https://de.wikipedia.org/wiki/Und_immer_lockt_das_Weib

Da der Mensch ein Produkt seiner Umwelt ist, kommt es zu äußeren Einflüssen, auf eben die Psyche und darüber zum Kontrollverlust.

Warum werfen Frauen ihre Kinder aus dem Fenster, statt in die Babyklappe?

Antwort
von Neutralis, 39

Man kann schon davon ausgehen, dass es dafür so gut wie immer ein Begründung gibt. Auch wenn diese das Ganze natürlich nicht rechtfertigt.

Kommentar von linlin9090 ,

Was ist, wenn jemand einfach nur Lust hatte, ein Sexualverbrechen zu begehen? Wird die ganze Justiz trotzdem mit aller Macht nach einer Begründung stöbern, um für menschliches Handeln eine rationale Erklärung zu finden, selbst wenn diese nicht unbedingt vorliegen muss?

Kommentar von Neutralis ,

Nein wird sie nicht. Nicht jeder Sexualverbrecher wird als Zurechnungsunfähig verurteilt.

Antwort
von atzef, 10

Du musst unbedingt dein Leseverständnis trainieren! :-)

Psychische Krankheiten werden niemandem durch Journalisten "zugeschrieben", sondern durch Fachmediziner diagnostiziert.

Das passiert auch überhaupt nicht oft. Nur weil du über ein paar Fälle liest, heißt das nicht, dass das Gros der Vergewaltiger psychisch einen an der Waffel hat. Die meisten sind auch weiterhin schlichte Chauvis und Möchtegernmachos.

Manche Sexualstraftäter sind selber Opfer von Sexualdelikten geworden, bevor sie sie selber begangen haben. Dies festzustellen, ist keine Verharmlosung und schon gar keine Rechtfertigung, hilft aber, die Tat zu verstehen.

Kommentar von linlin9090 ,

Sorry, ich lerne erst seit zwei Jahren Deutsch :P

Aber ne, ich berufe mich schon auf Berichte von Journalisten -über- medizinische Diagnosen. Aber wie jemand hier bereits erwähnt hat, derartige Diagnosen müssen nicht unbedingt richtig sein, denn es kann sich überall menschliche Fehler oder Fehleinschätzungen einschleichen.

Und das ist eigentlich auch mein Punkt, dass ein Großteil der Vergewaltiger nicht wirklich geistig krank im Kopf sein müssen. Ich haber aber ein Problem damit, dass man derartige Leute sofort als geistig gestört bezeichnet, wie es ein User hier gemacht hat.

Kommentar von atzef ,

Nein. Dein eigentliches Problem sind deine defizitären Sprachkompetenzen und dein sinnloser Hang, Dinge, die du irgendwie unverdaut aufschnapst, zu verallgemeinern.

Weil du drei, vier Artikelchen gelesen hast, hast du weder irgendwelche Kenntnisse noch irgendwelche Fähigkeiten, über den Umgang mit Sexualstraftätern zu urteilen.

"Ein Großteil der Vergewaltiger" wird von niemandem außer von dir als psychisch krank dargestellt. Deine prämisse ist also schon vollkommen falsch.

Antwort
von BertRollmops, 61

Viele sind krank. Das ist so. Und Deine Wahrnehmung beruht auf den Medien, die Du so mitbekommst. Andere schreiben deutlich aufpeitschender. Bild Dir Deine Meinung..

Antwort
von hydrahydra, 62

Du findest es also psychologisch gesund, Sexualstraftaten zu begehen?

Kommentar von linlin9090 ,

Dass Sexualstraften als krank empfunden werden, ist eine subjektive Wertung, die sich an gesellschaftliche Normen richtet. Dass muss nicht heißen, dass das Individuum per se psychologisch krank ist, es kann sich auch nur um sein Interesse oder Fetisch handeln. Doch genau durch diese gesellschaftliche Zuschreibung von Krankheit, wird der Täter doch eigentlich geschützt, wodurch Unrecht entsteht, und das Opfer noch mehr leidet.

Kommentar von hydrahydra ,

Natürlich ist das Beurteilen gewisser Verhaltensweisen als 'krank' subjektiv. Und? Löst sich damit das Problem?

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