schurke am 31.05.2007 um 15:22 Uhr
Durch Alkoholmißbrauch sterben mindestens genauso viele Menschen, wie durch das Rauchen.
Betrunkene in der Bahn oder der Einkaufpassage belästigen andere Menschen, betteln sehr oft.
Alkoholsüchtige Eltern mißhandeln ihre Kinder, kümmern sich nicht um sie.
Überall wird großes Geschrei gegen die Raucher laut, keiner kümmert sich um die vernachläßigten Kinder.
Ich weiß, an Beiden verdient der Staat Unmengen aber er gibt es auch für die Schäden, die durchs Rauchen sowie Trinken entstehen wieder aus, also kann er doch gleich auf die Einnahmen verzichten und beides verbieten, nicht mehr herstellen lassen.
Oder wie
Liebe Leute, zunächst mal muss ich sagen, dass sich die Frage überhaupt nicht auf das Thema Rauchverbot beschränkt, obwohl dieses hier sehr stark diskutiert wird. Wenn man fragt, warum es in öffentlichen Restaurants und Lokalen zwar Rauchverbot, allerdings kein Alkoholverbot gibt, so ist die Antwort einfach: Weil Raucher in Restaurants vor allem andere Menschen durch ihren Zigarettenkonsum belästigen: In der Luft hängender Rauch schadet Passivrauchern, reizt die Haut und setzt sich in den Klamotten fest. Beim Alkoholkonsum gibt es i.A. für die Allgemeinheit keine vergleichbaren "Nebenwirkungen"
Was allerdings viel wichtiger ist, ist die eigentlich gestellte Frage. Ich verstehe dich so, dass z.B. auf Zigarettenpackungen abschreckende Fakten zu lesen sind, es Rauchfrei-Kampagne-Werbespots im Fernsehen gibt und generell einfach eine große Plattform zu existieren scheint, die die Rauchsucht bekämpfen will. Du hast Recht, für Alkohol gibt es so etwas kaum bis überhaupt nicht. Auf Bier- und Weinflaschen sind keine "Alkohol schadet ihrer Gesundheit"-Aufkleber zu sehen und auch im Fernsehen wird kaum über die Gefahren des Alkohols gesprochen. Mir würden spontan zwei Gründe einfallen, warum das so sein könnte: - Alkohol in geringen bis durchschnittlichen Maßen könnte unschädlicher (ich sage nicht "gesünder"!) sein als geringer bis durchschnittlicher Tabakkonsum. Zumindest gibt es wissenschaftliche Studien, die belegen, dass geringe Mengen Alkohol im Vergleich zur totalen Abstinenz eine positive Wirkung auf den Körper haben) - Alkoholgenuss ist gesellschaftlich um Einiges akzeptierter als Tabakgenuss. Wie bereits erwähnt, zu bestimmten Anlässen zählt intensiver Alkoholgenuss, v.a. unter Männern, fast schon als "Kulturgut" (z.B. Silvester, Straßenfeste in kleinen Dörfern, etc.)
Persönlich denke ich aber, dass vor allem beim zweiten Punkt ein wenig über die Gesellschaft, in der wir leben, nachgedacht werden sollte. Vor allem der kulturelle Wandel in den letzten 30 Jahren in der Jugend gibt da zu Bedenken: Mittlerweile ist übermäßiger Alkoholgenuss (woran ich mich auch von Zeit zu Zeit beteilige) bei der feiernden Jugend (zu der ich selbst (noch) gehöre) fast ein "Standard" geworden. Laut meinen Eltern war das zu ihrer Jugend noch nicht so.
Die Gefahren sehe ich hier weniger gesundheitlich, sondern eher in hier schon angesprochenen Folgen wie betrunken Auto fahren, Schlägereíen unter Einfluss von Alkohol, aber auch in einer Weltentfremdung. Damit meien ich, dass viele nur noch für die Freitag- und Samstagabende zu leben scheinen und für das Geschehen komplett unzugänglich und desinteressiert zu sein scheinen.
Always remember: Don't drink and drive!

Ich denke nicht, dass man das direkt vergleichen kann. Wenn im Lokal neben mir jemand Wein trinkt, stört mich das nicht beim Essen - der Rauch des Nachbarn aber schon. Die Extreme, die von Dir angesprochen wurden, sind Folgeerscheinungen. Du müsstest dann das von der Allgemeinheit zu bezahlende Raucherbein oder den Lungenkrebs mit den von Dir genannten schlimmen Auswirkungen vergleichen - sonst ´passt das eher nicht.
mit dem gstank geb ich dir recht, aber was ist mit der säuferleber, die bezahlt auch die allgemeinheit :o))
schurke am 31. Mai 2007 15:34 jährlich zahlt die Allgemeinhait Unsummen für Entzugskuren, es gibt viele Trinker, die sich regelmäßig zum Winter zum Entzug einweisen lassen
Heeeschen am 31. Mai 2007 15:38 @xy - da hast du 100%ig recht. vielleicht wird es irgendwann Versicherungsmodelle geben, wo man in regelmäßigen Abständen auf irgendwelche "Süchte" getestet wird. Sollte dann der jeweilige Befund positiv sein, erhöhen sich die Beiträge. Dann hätten wir zwar Gerechtigkeit - aber zu welchem Preis?
neurodoc am 31. Mai 2007 16:06 Wenn ein alkoholisierter Autofahrer eine ganze Familie in den Tod reißt bei einem verkehrsunfall, dann hat der Alkohol einen negativeren Einfluß auf andere Menschen als ein bißchen Rauch einatmen!
Heeeschen am 31. Mai 2007 16:34 ICH trinke gern ein Gläschen Wein FAHRE dann aber NICHT Auto. Dennoch will ich keinen Rauch einatmen - was vergleichst Du hier neurodoc??? Bin ich ein potentieller Familienkiller, weil ich diese Meinung vertrete??
neurodoc am 31. Mai 2007 19:48 Niemand bekommt Lungenkrebs durch den Rauch einer Zigarette des Nachbarn beim essen, wenn sich jedoch der weintrinkende Nachbar ans Steuer setzt, ist er ein potentieller Killer. Und diese Unfälle sind nicht selten. Wollte etwas auf die Folgen der beiden Suchtmittel auf die Allgemeinheit eingehen, bitte nicht so sehr persönlich sehen!
soust am 1. Juni 2007 13:27 Kleine Bemerkung am Rande: weißt Du denn, neurodoc, wie viele Raucher Unfälle verursachen, weil sie durch das viele Nikotin zittrig, nervös und unkonzentriert sind? Vielleicht sollte man das auch mal untersuchen - falls so etwas überhaupt gemessen werden kann. - Abgesehen davon passieren auch so einige Unfälle, wenn Raucher in ihren Taschen nach der nächsten Zigarette fummeln (passiert wohl öfter als dass jemand nach seinem "Flachmann" angelt... Nein, man sollte diese beiden Risikogruppen nicht gegeneinander ausspielen - die jeweilige Industrie freut sich nur darüber. (Sah jemand die Doku gestern, 31.5. um 20.15h auf phoenix darüber?)
schurke am 7. Juni 2007 20:39 soust ich danke Dir für Deine Kommentar, denn ich versteh ihn so, das auch Du der Meinung bist, beide Süchte (ist das richtig?) birgen ähnliche Gefahren, nur hat man sich gerade auf die Raucher eingeschworen und vernachlässigt die Alkohliker
Das ist schon richtig. Ich habe mir hier auch schon meine Gedanken gemacht. Rauchen schadet nicht nur die Gesundheit, sondern der Raucher schadet damit auch seine Umwelt.
Zigarettenrauch ist unangenehm und schadet glz. die Gesundheit.
Der Trinker schadet nur seine Gesundheit, nicht aber direkt seine Umwelt. Alkoholgeruch hat keine Auswirkungen auf die Gesundheit anderer.
Fazit: Der Aufschrei bei Nichtrauchern durch die Belästiung von Zigarettenrauch ist vielfach größer als beim Thema Alkoholmissbrauch.
Hier wird die Umwelt weniger belästigt.
Das sehen die durch Alkohol getöteten Verkehrsteilnehmer und die verprügelten Frauen und Kinder aber ganz sicher etwas anders.
schurke am 31. Mai 2007 15:41 mit Sicherheit
Du verdrehst dir ganz bewußt die Sachlage. Auch Raucher können durch weggeworfene Kippen oder Einschlafen mit der Zigarette im Bett ganze Landstriche oder Hauspartien unter Gefährdung Menschenleben anzünden.
Weil Raucher die Gesundheit der Anderen auch schädigen (passivrauchen) und ein Alkoholiker nur seine eigene.
schurke am 31. Mai 2007 15:44 Das stimmt nur bedingt, Fahren nach Alkoholkonsum, meistens sterben die Unschuldigen, verprügelte Frauen und Kinder, fehler am Arbeitsplatz --> Gefahr durch falsches Bedienen von Maschinen usw.
Heeeschen am 1. Juni 2007 09:06 Durch den Rauch EINER Zigarette belästigst Du immer - das kannst Du nicht verhindern. Dadurch, dass ich zu Hause meinen Wein trinke, belästige ich NIEMANDEN. Warum werden hier ständig Äpfel mit Birnen verglichen? Sonst müssten wir ja auch schreiben: ALLE Raucher stecken STÄNDIG Wälder in Brand, jeder Raucher stirbt durch Rauchen im Bett.... Nicht jeder, der mal Alkohol trinkt, gefährdet die Menschheit.
schurke am 7. Juni 2007 20:43 komisch, bei Rauchern benutzt Du die Mehrheit, bei Alkohol bleibst Du in der Einzahl, vergleichst Du nicht Äpfel mit Birnen?

Politisch korrekt hiesse es weil es zu unserer Kultur gehört ( das saufen ! ). In Tat und Wahrheit ist es natürlich so, dass sich da keiner die Finger verbrennen will, weil er selber an der Flasche hängt. ( siehe auch Geschwindigkeitsbeschränkungen ! ) Ein Nichtraucher kann gegen den Rauch herziehen, ein Trinker schlecht gegen den Missbrauch.. Was ist normal und wo wirds gefährlich ?

nicht mehr Herstellen geht nicht. Dann würden die Arbeitslosenzahlen ja wieder sehr hoch ansteigen (obwohl sie ja eh´wesentlich höher sind, als offiziell angegeben). Außerdem würden ja goldene Kühe geschlachtet werden, denn das wären horrende Steuerausfälle. Ich denke, so lange der Staat noch mehr Einnahmen als Ausgaben hat (und das ist derzeit noch der Fall), wird sich da gar nichts ändern.
schurke am 31. Mai 2007 15:40 das denke ich auch, solange der Rubel rollt.........
Verbieten ist in beiden Fällen unsinnig und überflüssig.
Das Rauchverbot wird sich meiner Meinung nach rächen. Diese Gesellschaft ist eine Suchtgesellschaft und es werden neue ( wahrscheinlich schlimmere ) Süchte entstehen.
- Das Komasaufen der jugendlichen ist erst der Anfang!
...ich hoffe, du hast unrecht, befürchte aber, dass du recht haben könntest.....

Ich glaube das ist nicht durchsetzbar...! Denn ich trinke auch gern mal ein Glas Wein und möchte es auch weiterhin machen!
Heeeschen am 31. Mai 2007 15:31 Und ich werde nicht nur durchs Neben-Dir-Sitzen zum Passiv-Weintrinker ;-)
ETEAM am 31. Mai 2007 15:35 ;-))
schurke am 31. Mai 2007 15:36 @ETEAM, ich trinke auch gerne einen Wein oder auch einmal ein schönes Kühles, aber wenn es nicht mehr vorhanden wäre, würde es mir auch nicht fehlen
ETEAM am 31. Mai 2007 15:58 @schurke: da magst du vielleicht Recht haben! Der Mensch ist ein Gewohnheitstier...;))
solf1 hat glaube ich Recht mit der Aussage, dass auch übermäßiger Alkoholkonsum (nicht das eine oder andere Gläschen!) in Deutschland schon fast als Kulturgut gesehen wird (wie freie Fahrt für freie Bürger bzgl. Geschwindigkeit).
Rauchen hat diesen Status in Deutschland wohl nicht....
Danke für Deine Antwort. Ich freue mich, nach zwei Jahren mal einen emotionslosen Beitrag dazu lesen zu können. Ich selber rauche und ich trinke auch gern ein Gläschen Wein oder ein Bier. Ich akzeptiere Menschen die nicht rauchen und sich gestört fühlen, weil ich sie verstehe. Mich hatten einfach diese ganzen Hetzkampagnen vor zwei Jahren genervt.
Und.
Es stört mich schon, wenn ich in der Bahn durch angetrunkene oder besoffene Personen belästigt werde. Leider ist das nicht selten.