Frage von MissMariposaa, 76

Hallo! Warum werden psychisch kranke Menschen von der Gesellschaft so herabwürdigend behandelt?

So als wären sie unterbelichtet und weniger wert als "normale". Ich bin leider psychisch krank und werde bei Menschen die davon wissen oft sehr niedrig eingeschätzt und behandelt wie ein stück dreck. Es ist soweit gekommen, dass ich niemandem mehr vertraue und teilweise denke, dass man mir die Krankheit ansieht und extremen hass auf die "normalen" Menschen entwickelt habe... Ich bin eine sehr gepflegte Frau und man würde es mir eigentlich niemals ansehen, habe jedoch einen schwachen Charakter und bin nicht schlagfertig.

Antwort
von labertasche01, 76

Ich denke das man die Krankheit nicht sieht bringt viele durcheinander. Viele wissen auch nicht wie mit den Leuten umgehen.

Ich habe selbst Depressionen. Lange habe ich nichts erzählt weil mir die Ansage : "Reiß dich halt etwas zusammen" zum Hals raus hing.

Mittlerweile geht es ganz gut, da immer mehr Menschen Probleme dahingehend haben. Wenn ich erzähle das ich Depressionen habe erzählen viele das es ihnen auch schlecht geht.

Aber trotzdem ist es immernoch keine "richtige" Krankheit bei vielen.

Man kann es nur verstehen wenn man Erfahrungen damit hat, ob persönlich oder über Angehörige.

Versuche einfach auszusortieren wem du was erzählst.

Antwort
von mistergl, 57

Die Menschen , die dich, wie du sagst, abwertend behandeln, nur weil du ein sehr spezielles, atypsichen Verhalten an den tag legst, sind  sehr eingeschränkt in ihrer Denkweise. Solche Menschen haben ihr kleine, spiessige Vorstellung davon, wie sich ein Mensch in der Gesellschaft verhalten muss. Geprägt wahrscheinlich von sämtlichen Medien oder einseitiger Erziehung, gepaart mit der mangelnden Fähigkeit differenziert zu denken. schlicht weg: Der gemeine, einfältige Pöbel.

Kommt dann jemand, der sich etwas von ihrer vorgefertigten Norm abgrenzt, sind solche Menschen einfach überfordert dich einzuordnen. Und nicht selten begegnen wir Menschen ja allem unbekanntem erstmal mit Hass oder eben Abneigung.

Stichwort: Toleranz unterneinander in einer Gesellschaft. Leben und Leben lassen. Aber wie gesagt: Um das zu verinnerlichen, braucht es ein gewisses Mass an fortgeschrittener, intelligenter Denkweise. Leider ist die Zahl solcher, die sowas drauf haben eher rückläufig in Bezug auf den Fortschritt unserer Gesellschaft.

Wir streben lieber nach Perfektion und maximaler Leistungsfähigkeit.

Antwort
von voayager, 60

Wir leben in einer Gesellschaft, in der Leistung, sprich Fremd,- und Selbstausbeutung GROSS geschrieben wird. Um dieses hohe Pensum bewältigen zu können, ist eine ziemliche Rackerei erforderlich, die der Abgerackerte dann auch von seinen Mitmenschen erwartet. Erfüllt er die nicht, dann ist Abneigung und Verachtung oftmals die Folge. Die eigene Schwäche beim Malochenden wird gleich mit gegeißelt und auch durch Geringschätzung der Leistungsschwächeren abgewehrt.

Antwort
von lastgasp, 56

Der Großteil der Reaktionen ist abhängig vom Bildungsgrad, der Fähigkeit zur Empathie und anderen Eigenschaften, die davon zeugen, dass Leute noch etwas spüren. In bildungsbürgerlichen Kreisen sind psychische Störungen wie Depressionen, Essstörungen, Zwangsverhalten, SVV und Borderline fast chic geworden und bis zu einem gewissen Grad gehen alle relativ locker damit um.

Schlimm ist es natürlich bei den sog. Normalbürgern, den kleinen Spießern in ihren vollverklinkerten Reihenendhäusern, die jede abweichende Persönlichkeit als Bedrohung empfinden. Wenn man/frau von solchen Leuten z.B. im Arbeitsumfeld abhängig ist, wird es kompliziert.

Einziger Ausweg ist das häufige Spiegeln des eigenen Verhaltens, Selbstbehauptungsstrategien, idealerweise in einer Gruppe, die für mich persönlich fast hilfreicher war als Einzelstunden. Hier geht es häufig um das Trainieren von Überlebensstragien, die eine gesellschaftliche Teilhabe unter solchen Leuten erhält... Mimikri, gute Miene zum bösen Spiel, Schauspielkunst, Fokusverschiebung sind hier die Stichworte.

Zuletzt: der "schwache" Charakter klingt für mich natürlich enorm spannend, die normalen Dummköpfe finden solch eine Offenheit natürlich zumindest irriritierend.

Antwort
von hundeliebhaber5, 41

Ich habe Schizophrenie und gehe ganz normal arbeiten. Da habe ich Umgang mit Normalos. Mich hat bis jetzt keiner blöd angemacht, weil ich krank bin. Man darf auch nicht sehr empfindlich sein. Wenn man "rumheult" wegen jedem Kinkerlitzchen, dann wird man halt eher durch die Mangel gedreht und ausgespuckt. So Leute kenne ich auch. Die habe ihre Arbeitsstelle nach 6 Monaten wieder los. Du darfst dir nich alles zu herzen nehmen.

Antwort
von MonaLisa557, 73

Viele Menschen sind damit einfach überfordert und deshalb reagieren sie so wie sie reagieren.

Ich denke das das Fernsehen daran auch bicht ganz unschuldig ist. Da dort Menschen mit Beeinträchtigungen (seien es Körperliche, Geistige ect.) meist hilflos darstellen und das man diese Menschen nicht mit den normalen Menschen auf eine Stufe stellen kann. Was natürlich quatsch ist. Auch ein schwer Behinderter kann mit beiden Beinen in Leben stehen.

In meiner Nachbarschaft ist auch so einer. Er braucht nur mehr Zeit um es zu verstehen, aber sonst kann man ihn genau die gleichen aufgaben geben wie auch andere.

Antwort
von Gronkor, 24

Vielleicht kann es helfen, wenn Du Dich mit anderen Verrückten zusammenschließt - etwa in einer Selbsthilfegruppe oder einer politischen Interessenvertretung wie dem BPE, einem LPE oder Vereinen wie "Irre menschlich".

Ich habe in meinem Umfeld erlebt, dass so etwas für viele sehr hilfreich sein kann. Man merkt dann, dass man nicht alleine ist und kann sich vom Selbstbewusstsein anderer vielleicht eine Scheibe abschneiden.

Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass ich, wenn ich offen und selbstbewusst mit meiner Erkrankung umgehe, eigentlich durchweg positive Reaktionen ernte. Allerdings bin ich auch überwiegend von anderen Verrückten, Freaks, Arbeitslosen, Linksradikalen und religiösen Spinner_inne_n umgeben - und die sind da bestimmt toleranter als die Normalbevölkerung.

Antwort
von aleah, 46

Seit wann erkennt man psychische Erkrankungen am äußerlichen Erscheinungsbild eines Menschen???
Ist das nicht auch ein wenig vorurteilsbehaftet ?
Worin übrigens das größte Problem liegt um versuchen die Frage zu beantworten. Vorurteile im Überfluss - Klischeedenken. Das heutzutage verstärkt durch all die Beiträge sämtlicher Medien nochmal verschlimmert wird als dadurch gegenteilige Ergebnisse zu erreichen..

Kommentar von mistergl ,

Seit wann erkennt man psychische Erkrankungen am äußerlichen Erscheinungsbild eines Menschen???

An abtypsichen Verhalten vielleicht?

Kommentar von aleah ,

ja vielleicht klar und jeder der sich atypisch verhält den darf man dann als psychisch krank bezeichnen?

Kommentar von mistergl ,

Nicht verallgemeinern. Man kann zumindest in Betracht ziehen, das der/die jenige Probleme in dieser Richtung hat. Es hängt natürlich stark von der Art des abweichenden Verhalten ab.

Kommentar von aleah ,

okay ja danke für die Erklärung das ist nun einmal ein großes Problem der Allgemeinheit sie verallgemeinert zu gerne und so wiederum wird die o.g. Frage immer wieder aufs neue diskutiert. ......

Antwort
von webschamane, 49

Die Gesellschaft will im Normallfall nur dein bestes, das ist üblicherweise dein Geld. Bist du krank oder benötigst Hilfe, ist von dir wenig zu holen. Entsprechend reagiert die Gesellschaft dann auch. Entscheidend ist denke ich zugeben wenn man ein Problem hat, das hast du erfolgreich geschafft und dazu gratuliere ich und dann einzusehen, dass es sich erstens nicht gegen dich persönlich richtet und zweitens auch die Gesellschaft ein gewaltiges Problem hat.

Antwort
von Seeteufel, 34

Es ist schon entwürdigend wie manche Leute auf pssychiych Kranke regieren. Viele von ihnen haben das von zuhause mitbekommen. Vor 15 - 20 Jahren war das noch viel gravierender, Die meisten jedoch, wissen nicht wie sie damit umgehen sollen. Sie können, aus welchen Gründen auch immer, nicht damit umgehen und denken, das sie diese Unsicherheit mit Abneigung vertuschen können.

Dann gibt es natürlich auch noch die, die meinen sie sind etwas besseres. Die sind aber auch den sogenannten normalen Menschen überheblich.

Ich weiß ja nicht ob du schon einmal eine Therapie gemacht hast. Sinnvoll wäre für dich evtl. auch ein stationärer Aufenthalt in einer Psychatrischen Klinik. Das ist keine Klapsmühle. Das kann man eher mit einer Reha vergleichen. Du bist bis auf die Anwendungen dein freier Herr, entschuldige, Frau.

Antwort
von Deichgoettin, 49

werde bei Menschen die davon wissen oft sehr niedrig eingeschätzt und behandelt wie ein stück dreck.

Das glaube ich Dir nicht. Oder Du kennst die falschen Menschen! In meiner Umgebung gibt es niemanden, der psychisch kranke Menschen schlecht behandeln würde.

Kommentar von mistergl ,

Ich denke sie meint, in der Öffentlichkeit allgemein. Nichtz unter Bekannten Menschen. Und damit hat sie Recht.

Kommentar von Deichgoettin ,

Das sehe ich nicht so.

Antwort
von ArosI, 64

Heutzutage ist die gesellschaft so
Wer sagt den was normal und nicht Normal ist nur weil man anders ist heißt es gleich der ist Verrückt etc. -.-)

Antwort
von christian95868, 26

Sie sind einfach zu dumm, um unnormale Menschen zu verstehen.

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