Frage von Sagittarius1989, 79

Warum werden Deutsche Bräuche z.b Weihnachtsmärkte und Martinstag umbenannt?

Warum werden die Weihnachtsmärkte/Christkindlmärkte immer häufiger in Wintermärkte umbenannt? und auch der Martinstag,wirt bei uns in der Kita als Sonne Mond und Sterne Tag umbenannt,auch das teilen von essen wirt den kindern nicht beigebracht. meine Anleitung meinte das ist so vom großen Chef vorgegeben. aber es scheint in den letzen Jahren auch in anderen Kitas vorgekommen zu sein.

Antwort
von Tasha, 19

Grund: Man will niemandem auf die Füße treten - gemeint sind hier vor allem Menschen, die nicht dem christlichen Glauben angehören und diese Feste mit ihren Kindern nicht oder anders zu Hause begehen. Das ist natürlich schade, weil man ja an beiden Festen teilnehmen kann, ohne gläubiger Christ zu sein und weil beide Feste auch langjährige Traditionen haben. Auf der anderen Seite könnten z.B. ausländische Nicht-Christen Hemmungen haben, einen "Weihnachtsmarkt" zu betreten ("Darf man da eigentlich hin, wenn man Weihnachten gar nicht feiert?").

Grundsätzlich ist es mMn Political Corrctness, also die Angst vor Diskussionen mit Menschen, die sich durch diese Traditionen auf die Füße getreten oder ausgeschlossen fühlen. Im Kindergarten kann man das ein bisschen nachvollziehen - Feste zu feiern, über die man gar nichts weiß, weil sie von den Eltern nicht gefeiert werden, kann Kinder verunsichern ("Was muss ich da machen? Mache ich etwas falsch?"). Das könnte man natürlich umgehen, indem man vorher erklärt, was man da warum feiert.

Auf der anderen Seite bin ich als Kind "Laterne gelaufen", ohne zu wissen, warum man das macht, einfach, weil das Tradition war, alle es machen und es ein bisschen geheimnisvoll war (man ist nachts noch unterwegs und handtiert mich echtem Feuer ;-)).

Der Trend kommt aus den USA (und GB), wo man sich leider auch seit Jahren "Season's greetings" zukommen lässt, statt Weihnachtsgrüßen usw.

Man wird nie eine Regel finden, die es allen recht macht, den Feiernden und den Außenstehenden. Entweder müssen die Feiernden zurückstecken oder die Außenstehenden sich ausgeschlossen vorkommen. Man kann natürlich auch einfach tolerant sein, trotzdem wird man sich dann ausgeschlossen vorkommen, wenn "alle" etwas feiern, zu dem man keinen Draht hat, weil man die Tradition nicht kennt/ begeht.

Kommentar von WiihatMii ,

Die Feiernden müssen überhaupt nicht zurück stecken. Sie müssen nur damit leben, dass Religion Privatsache ist und nicht jede öffentliche Einrichtung nicht ihren eigenen, individuellen Glauben missioniert.

Antwort
von luvU2, 5

Weil Deutschland immer weniger christlich wird🙌🏻

Antwort
von Joinale, 24

Da vor allem in den Kitas nicht alle Christlich, bzw. Derselben Religion angehören und dann natürlich auch keine Christliche feste feiern.. in einem Videospiel, welches ich habe, heißt Weihnachten auch "Geschenke fest" oder Ostern "eierjagt". Hoffe, ich könnte helfen ;)

Kommentar von Sagittarius1989 ,

Da vor allem in den Kitas nicht alle Christlich, bzw. Derselben Religion angehören 
hat zur meiner Kindheit keine sau interessiert ob ich als atiheis  so was feierer es wurde mitgemacht.

Kommentar von WiihatMii ,

Deinem Nutzernamen entnehme ich, dass wir beide derselbe Jahrgang sind. Zu unserer Zeit wurde man halt noch viel eher religiös indoktriniert und die Rechte. Heute ist man weiter.

Kommentar von Sagittarius1989 ,

weiter?? also für mich hört sich das er nach Rückschritt an und Traditionen für andere über den Haufen zu werfen.

Kommentar von Tasha ,

Bzgl. des Videospiels (für Kinder?): Damit werden diese Feste aber genau auf das reduziert, was eigentlich UNWICHTIG oder NEBENSÄCHLICH sein sollte! Die christliche Tradition wird vollkommen "ausradiert". Und beide Feste werden ein bisschen zu Kinderfesten (Schoki suchen, Geschenke bekommen). Das haben wir ja schon beim Nikolaustag, der von den meisten wohl nur als "Geschenke-im-Stiefel-Tag" begangen wird, ohne sich an das historische Vorbild (?) des Nikolaustages zu erinnern (und damit den Aspekt Großzügigkeit und Teilen mit anderen einzubeziehen, also auch eine Erziehungssituation zu schaffen).

Andererseits: Das Fernsehen gedenkt immer noch Ostern im traditionellen Sinne, denn zu Karfreitag werden zahreiche Filme über Jesu Tod und Auferstehung sowie Dokus zu dem Thema gezeigt. (Weihnachten dagegen vor allem Horrorfilme?!).

Eierjagt und Geschenkefest hören sich für mich sehr nach Konsumfesten an. Damit wird der Einzelhandel gefeiert. Das widerspricht genau den christlichen Wurzeln beider Feste (Mitgefühl zeigen, Freude und Reichtum teilen, anderer Menschen gedenken, etwas Gutes tun, in sich gehen, selbstlos/er sein usw.).

Von einigen Grundschulen weiß ich, dass sie entgegen dem Kosumtrend in der Vorweihnachtszeit Kerzen anzündeten, Lieder sagen, Geschichten vorlasen - nicht Schokolade verteilten, Adventskalender im Klassenzimmer aufstellten. Und dass dieses Reduzieren den Kindern gut tat, dass viele Kinder der vierten oder sechsten Nikolausfeier überdrüssig ware und sich über die geschenkte Schokolade so gar nicht mehr freuten. Über die Feierlichkeit, bei Kerzenschein Geschichten zu hören oder kleine Rituale zu begehen (singen etc.) dagegen schon. Dieser Ansatz ist mMn ein Gegenpol zu der Einstellung, die Leuten das Wort "Geschenkefest" als Synonym für Weihnachten eingibt!

Antwort
von kaytie1, 25

Mittlerweile sind auch andere Religionen in DE vertreten, Um diesen nicht auf die Füße zu treten. Wird alles umbenannt.

Was ich persönlich nicht gut finde, aber DE will es mal wieder allen recht machen

Kommentar von WiihatMii ,

Es geht nicht darum, es ALLEN recht zu machen, sondern einem großen Teil der Bevölkerung. Nur noch 60% der Deutschen sind Christen und von denen sind es locker zwei Drittel nur noch auf dem Papier. Wenn man dann noch bedenkt, dass ältere Menschen häufiger religiös sind, als Jüngere, kann man davon ausgehen, dass Christen in Deutschland eine relative Minderheit sind.

Kommentar von Sagittarius1989 ,

was nicht ausschließt das es ein brauch ist und auch in nicht religiösen Einrichtungen gefeiert wirt, hat den kindern zu meiner zeit nicht geschadet also warum abschaffen??? macht kein sinn.

Kommentar von kaytie1 ,

Mal anders gefragt, glaubst du in anderen nicht Christlichen Ländern würden die das für uns machen?

Es gibt Länder wo Christen sogar verfolgt werden.

http://www.christenverfolgung.org/verfolgt-und-vergessen.html

Wir wollen hier unsere Religion ausleben, dazu gehört nunmal auch dass feiern von Christlichen Festen

Kommentar von Tasha ,

Es geht aber auch nicht nur darum, diese Feste religiös zu feiern, sondern traditionell. So, wie man das mit einigen Abweichungen seit Jahrhunderten in Deutschland macht. Wir haben nur noch wenige Traditionen, mit denen sich (fast) alle verbunden fühlen, und Weihnachten gehört dazu. Wenn man Kinder hat, bedeutet das, nicht nur Geschenke zu bekommen, wenn man pleite ist, weil man für Hinz und Kunz vorher immer größere Geschenke kaufen musste, sondern auch mal zur Ruhe zu kommen, Kerzen anzuzünden (sonst nicht nötig...), traditionelle Lieder zu singen, Geschichten vorzulesen oder gemeinsam zu hören, gemeinsam Kaffee zu trinken, ein bisschen Geheimniskrämerei zu betreiben usw.

Oft ist Weihnachten bzw. die Weihnachtszeit Anlass für generationsübergreifende Gespräche: Wie hat Mama Weihnachten gefeiert, als sie so als war wie das ihr Kind heute? Und Opa? Was war anders? Was haben beide aus ihrer Kindheit bis heute bewahrt (oft Rituale, Deko, Lieblingslieder, Keksrezepte etc., Lieblingsgeschichten oder -mythen usw.). Insofern fühlt man sich als Kind dann sehr mit der Familie und Vergangenheit verbunden. Auch, wenn man nicht wirklich weiß oder sich bewusst ist, dass man eigentlich "Jesu Geburt" feiert.

Weihnachten ist mMn noch ein bisschen eine Gelegenheit für eine mystische Stimmung (für Kinder): Das Christkind oder der Weihnachtsmann bringen vielleicht wirklich Geschenke, das Haus sieht anders aus (Deko, Kerzen, es ist dunkler, gemütlicher), man singt gemeinsam (was man sonst vielleicht nicht mit allen Familienmitgliedern macht), man schmückt zusammen den Baum oder Kaffeetisch, stellt den Schuh zu Nikolaus vor die Tür, fiebert auch den Geschenken entgegen, die aber in besonderer Atmosphäre geöffnet werden (anders als beim Geburtstag nachts und oft bei Kerzenschein). Da wird viel mehr weitergegeben als "christlicher Glaube". Da wird eine besondere Stimmung und Verbundenheit mit der Vergangenheit der Eltern und der Glaube an etwas Geheimnisvolles weitergegeben. Jedenfalls in Familien, in denen es nicht nur um die Bereicherung durch neue Waren nach dem Auspacken geht.

Antwort
von Hexe121967, 18

weil heute jeder direkt "religionsfreiheit oder diskriminierung von andersgläubigen" brüllt sobald irgendwas kommt mit christlichen festen.  die freien tage, die der gesetzgeber an solchen kirchlichen Feiertagen gewährt, nimmt sich aber jeder gerne mit.

bei uns geht heute der st. martins zug. vorher ist in der kirche eine geschichtsstunde wo den kindern die martinsgeschichte erzählt wird. seltsamerweise kommen da auch nicht christliche kinder mit ihren eltern hin - die tun das sogar freiwillig.

Kommentar von WiihatMii ,

Und das ist genau der Unterschied. Sie tun es freiwillig. Keiner wird gezwungen, in die Kirche zu gehen, aber das, was mit den Kindern im Kindergarten passiert, ist Pflicht für alle.

Kommentar von Sagittarius1989 ,

Nennt sich Kultur und sollte den kindern näher gebracht werden

Kommentar von Hexe121967 ,

seit wann ist denn ein so ein kindergartenfest eine pflichtveranstaltung? wenn ich als mutter nicht möchte das mein kind daran teil nimmt, dann nehmen wir nicht daran teil und fertig!  komischerweise war das in meiner kinder- und jugendzeit (da wo die vielen, vielen gastarbeiter in unser land kamen) nie ein thema. ganz im gegenteil, in deutschland wird st. martin und weihnachten gefeiert und dann ist das halt so.

Antwort
von baindl, 6

Das ist ein gern verbreitetes Märchen der Leute, die gern gegen andere Menschen hetzen oder aufwiegeln wollen.

http://www.bildblog.de/62255/das-bams-maerchen-vom-weihnachtsmarktverbot/

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