Frage von Ceytlin, 37

Warum werden Achterbahnen so unterschiedlich wahrgenommen?

Mir geht es dabei weniger um subjektive Meinungen, sondern um Erklärungen, was im Körper passiert.

Manche haben ja gar keine Probleme mit krassen Bahnen, anderen geht es damit gar nicht gut, aber auch darum geht es mir nicht, eher um die unterschiedlichen Bahntypen.

Ich bin ja zugegeben manchmal ein Angsthase und kneife auch vor manchen Bahnen. Nun haben mir einige gesagt, wenn man Wodan fährt, sind auch Silver Star (da hatte ich Angst vor der Höhe) und Blue Fire (ich bin zuvor nie etwas mit Inversionen gefahren) auch kein Problem. Manche meinten sogar, Wodan sei intensiver als Blue Fire für sie.

Gestern bin ich dann beide gefahren. Silver Star hat richtig Spaß gemacht, mit dem steilen First Drop, der Geschwindigkeit und der Air Time hatte ich kein Problem. Blue Fire war für mich hingegen die Hölle, ich hatte durchgehend Panik und wurde für den Überschuss Adrenalin auch nicht mit einem angenehmen Endorphinrausch belohnt. Ich fand die Inversionen ganz schrecklich, die Orientierungslosigkeit dabei macht mir richtig heftig Panik und ich würde nie wieder fahren wollen. (Bitte auf hämische Kommentare, wie harmlos die Bahn doch sei, zu verzichten, ich suche mir ja nicht aus, wie es mir dabei geht.)

Mit Wodan und Silver Star hingegen habe ich gar keine Probleme. Andere finden die Blue Fire wie gesagt harmloser als Wodan. Das ruckelige Fahrgefühl macht mir gar nichts aus, das macht mir Spaß. Andere vertragen das ja gar nicht, haben aber Spaß an Loopings und Rollen, die wiederum lösen bei mir Panik aus.

Hat jemand eine Erklärung dafür? Mich würde einfach interessieren, was im Körper passiert und warum das Fahrgefühl so unterschiedlich ist.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von WildTemptation, Community-Experte für Achterbahn & Europapark, 19
ich suche mir ja nicht aus, wie es mir dabei geht

Danke für diesen Satz. Das ist etwas, das die meisten Menschen einfach nicht einsehen wollen. Dabei steckt so viel Wahrheit drin, die zu sehr vielen Situationen im Leben passt.

Nun zu deiner Frage: Jeder Mensch ist anders, daher nimmt jeder Mensch die Dinge unterschiedlich wahr. Das ist zum Teil Veranlagung, zum Teil aber auch "erlernt", also durch verschiedene Erfahrungen bedingt.

In diesem Fall bedeutet das ganz konkret, dass beispielsweise manche Menschen (wenn auch ganz leichte) Rücken- oder Nackenprobleme haben, und daher mit dem Rütteln einer Holzachterbahn nicht klar kommen. Oder andere Menschen haben (ganz leichte) Beeinträchtigungen des Gleichgewichtssinns und mögen es daher überhaupt nicht, wenn sich irgendetwas dreht oder sich die Welt auf den Kopf stellt. Wieder andere Menschen haben Höhenangst, Angst vor hohen Geschwindigkeiten oder fühlen sich unwohl, wenn sie nichts Festes unter den Füßen haben.

In den meisten Fällen ist es aber eher etwas, das im Kopf abläuft und nicht im Körper. Daher ist es bei Angst vor Achterbahnen meistens am Hilfreichsten, sich einfach ganz bewusst zu entspannen und auf das Ganze einzulassen. Das hilft auch, wenn dir bei Inversionen unwohl wird. Du musst nur immer daran denken, dass absolut nichts Schlimmes passieren kann. Auch nicht, wenn du über Kopf bist. Aus physikalischer Sicht müsste man noch anmerken, dass du auch bei blue fire eigentlich höchstens einmal wirklich kopfüber bist, weil du bei dem Looping und den ersten beiden Schrauben schwerelos bist und daher kein wirkliches "Oben und Unten" existiert ;-)

Kommentar von Ceytlin ,

Danke Dir :-) Ich glaub mir ist lieber, wenn es oben und unten gibt - und unten unter dem Kopf ist und oben drüber ;)

Antwort
von musenkumpel, 24

Vielleicht hast du lieber den Gleichgewichtssinn so wie er sein soll und andere haben lieber irgend ein anderes Körpergefühl so wie es sein soll (ruckelige Fahrgefühl).

Oh, ich les grad rückwärts. Orientierungsgefühl hattest du ja schon gesagt. Scheinbar hast du dir die Antwort schon selbst gegeben..

Also scheint es damit zusammen zu hängen über welche Sinne oder Körperregionen man ungern die Kontrolle verliert.
Mehr kann ich dann auch nicht sagen.

Kommentar von Ceytlin ,

Ja, irgendwie wird es damit zusammenhängen. Ich finde es nur interessant, warum genau das manchen gar nichts ausmacht. Eine Freundin sagt zum Beispiel sie würde nie wieder Silver Star fahren, die erste Abfahrt sei die Hölle. Die wiederum hat mir gar nichts ausgemacht, würde ich immer wieder fahren. 

Ich finde es spannend, dass was bei dem einen Panik auslöst für den anderen das größte Vergnügen ist. 

Danke Dir für Deine Antwort :-).

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