Frage von Kenfmisttoll, 176

Warum werden Abtreibungen so kritisch gesehen?

Aus einem naturalistischen Standpunkt gibt es überhaupt kein Argument dagegen. Es gibt genug Menschen, und für die Menschheit sind weniger Kinder besser als mehr Kinder, da Überbevölkerung. Das Baby würde früher oder später eh sterben und ob man mit 0 Jahren,10 Jahren,20 Jahren oder 90 Jahren stirbt ist streng genommen auch egal.Selbst die Frage, ob das Kind schmerzen hat sollte egal sein, da es nichts ist, gegen die Schmerzen, die es später mal haben wird.

Und aus einem religiösen Standpunkt herraus sollten Abtreibung doch sogar gut sein. Immerhin kommt das Baby sofort in den Himmel, ohne überhaupt die Chance zu bekommen zu sündigen/in die Hölle zu kommen.

Was meint ihr?Seh ich das falsch?

Anzeige
Antwort
von expermondo, 5

Hallo Kenfmisttoll,

Schau mal bitte hier:
Moral Abtreibung

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von einfachichseinn, 34

Ganz ehrlich lieber ein bisschen zellschrott aus dem Körper entfernen, als ein Kind groß zu ziehen, was man vielleicht eigentlich gar nicht will. Eine Ausbildung abbrechen und dem Kind (unbewusst) die Schuld für ein misslungenes Leben mitgeben.

Oder ein Kind abgeben. Klar eine Adoption kann sehr gut enden, aber ich glaube das führt auch zu einer Menge Probleme.

Antwort
von NuyuraAyu, 118

Viele sehen es als moralisch verwerflich an, da sie denken es wäre Mord. Meiner Meinung nach ist das ebenfalls Quatsch aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Antwort
von carn112004, 32

"Seh ich das falsch?"

1. Ja, wenigstens wenn es gleichzeitig deine Absicht sein sollte, keine Einstellungen zu haben, die im Widerspruch zur Menschenwürde und Art. 1 Abs. 1 GG stehen. Denn:

"Es gibt genug Menschen, und für die Menschheit sind weniger Kinder
besser als mehr Kinder, da Überbevölkerung. Das Baby würde früher oder
später eh sterben und ob man mit 0 Jahren,10 Jahren,20 Jahren oder 90
Jahren stirbt ist streng genommen auch egal.Selbst die Frage, ob das
Kind schmerzen hat sollte egal sein, da es nichts ist, gegen die
Schmerzen, die es später mal haben wird."

damit degradierst du die Menschen zu Sachen, von denen man halt eine gewisse Anzahl haben sollte, wenn man zu wenige hat, produziert man mehr, wenn man zu viele hat, dann wirft man sie halt weg bzw. vernichtet sie.

Menschenwürde beinhaltet aber gerade auch, dass das Lebensrecht eines Menschen gerade nicht davon abhängt, ob er bei einer Kosten-Nutzen-Rechnung positiv oder negativ wegkommt z.b. für die Gemeinschaft oder den Staat. Menschenwürde und der demi verbundene Kern der Menschenrechte gibt es völlig ohne Haken ohne jede Einschränkung für schlicht jeden Menschen (*).

2. Ja, ein wenig in einer mehr persönlichen Sichtweise; denn du postulierst ja, dass wenn es zu viele Menschen gibt, dass dann irgendein Dritter (z.b. du hier)  darüber befinden darf, dass es nach bestimmten vom Dritten SELBST festgelegten Kriterien besser sei, dass bestimmte Menschen sterben und dass damit quasi legitim ist;

ferner postulierst du, dass es aktuell und/oder in naher Zukunft zu viele Menschen gäbe; (**)

merkst du es? Du hast damit quasi unbekannten Dritten zugebilligt, dass sie legitim über dein Leben entscheiden und anhand ihrer eigenen Kriterien, die sie nicht mal gegenüber dir rechtfertigen müssen, den Daumen heben oder senken dürfen

Es ist zwar kein logischer Denkfehler, wenn man eine Philosophie befürwortet, die Dritten moralisch das Recht zubilligt, einem selbst, OHNE DASS MAN EIN WÖRTCHEN MITZUREDEN HÄTTE, das Leben absprechen dürfen und es dann vielleicht moralisch gesehen sogar umsetzen dürften; aber meiner Vermutung nach ist es ein Indiz, dass man vielleicht nochmal genau nachdenken sollte.

(*) Ist der einzige Ansatzpunkt für eine Befürwortung von Bevölkerungsreduktion durch Abtreibung ohne gleich die komplette Grundordnung der BRD und der meisten möglicherweise zivilisierten Länder (***) über Bord zu werfen, nämlich indem man davon ausgeht, bei ungeborenen Menschen handele es sich nicht um Menschen; aber da du davon auszugehen scheinst, es handele sich um Menschen, sag ich mal nichts dazu.

(**) Ich bestreite die Behauptung einfach mal und biete als Beweis an, dass es keine anständigen Menschen gibt, die diese Behauptung ernst meinen; denn gäbe es zu viele Menschen und wäre eine Reduktion dadurch moralisch geboten, würden anständige Menschen selbstverständlich mit der Menschenreduktion anfangen, die sie ohne Gesetzesbruch und ohne Verletzung Dritter durchführen können, also bei sich selbst; da sich jeder anständige Mensch somit in Erkenntnis dieser Behauptung umbringen muss, gibt es keine anständigen Menschen, die diese Behauptung ernst meinen; wer diese Behauptung trotzdem aufstellt, ist entweder nicht anständig oder meint sie nicht ernst; da ich versuche niemanden ungerechtfertigt zu unterstellen, nicht anständig zu sein, ist somit davon auszugehen, dass niemand diese Behauptung WIRKLICH ernst meint

(***) Nein, ich behaupte nicht, dass die BRD zwingend ein zivilisiertes Land ist oder dass es tatsächlich zivilisierte Länder gibt, will es aber auch beides nicht ausschließen

Kommentar von Kenfmisttoll ,

Moment, ein Fötus lebt noch nicht richitg. Bis zur 12.Woche hat es weder Persönlichkeit noch Schmerzempfinden (laut WIkipedia).

Es wüsste also , anders als ich, nicht, dass es überhaupt lebt/leben könnte und würde einfach in den Zustand zurückgebracht, in dem vor der Befruchtung war(nach naturalistischen Weltbild nichts). Es kann auch eben anders als ich nicht mitreden.

Ich gebe dir aber recht, dass ich damit legitimiere, dass man mich als Fötus abtreiben hätte können. Dies wäre ja aber nicht weiter schlimm gewesen,da ich damals nicht gewusst habe, dass ich lebe

"damit degradierst du die Menschen zu Sachen, von denen man halt eine

gewisse Anzahl haben sollte, wenn man zu wenige hat, produziert man
mehr, wenn man zu viele hat, dann wirft man sie halt weg bzw. vernichtet
sie.

Menschenwürde beinhaltet aber gerade auch, dass das Lebensrecht eines
Menschen gerade nicht davon abhängt, ob er bei einer
Kosten-Nutzen-Rechnung positiv oder negativ wegkommt z.b. für die
Gemeinschaft oder den Staat. Menschenwürde und der demi verbundene Kern
der Menschenrechte gibt es völlig ohne Haken ohne jede Einschränkung für
schlicht jeden Menschen (*)."

Das sehe ich anders. Ich meine, dass man gerade wegen der Menschenwürde eben nicht Kinder zur Welt bringen soll, obwohl man sie nicht haben will und sie so zu einer Last zu degradieren.Auch finde ich, dass die lebenden Kinder vorrang haben, anstatt jetzt noch ein Kind, dass irgendwie ohne liebende Eltern warhscheinlich adoptiert werden muss/im Heim zu leben hat, zu forcieren.

Außerdem, wer hält sich an die Menschenwürde? Sowas hält man sich gerne auf die Stirn, aber wenn es mal wieder um die nächste Intervention handelt, bei der man wieder paar tausend Zivilisten bomben wird, sind diese Menschenwürde, auf die man sich so gern beruft, plötzlich nicht mehr zu wichtig. Und wenn es um billige Kleidung oder Nahrung geht, ist menschenwürdige Arbeit auch nicht mehr so wichtig, zumindest nicht wichtiger als der Profit.Na gut nur, dass mann die Kinderarbeiter nicht abgetrieben hat.

.

Kommentar von carn112004 ,


"Moment, ein Fötus lebt noch nicht richitg. Bis zur 12.Woche hat es weder Persönlichkeit noch Schmerzempfinden (laut WIkipedia)."

Mag sein, nur ist für Art. 1 Abs. 1 GG wikipedia weniger relevant als das Bundesverfassungsgericht und das sagte zum Thema Menschenwürde von ungeborenen:

http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv088203.html

"1. Das Grundgesetz verpflichtet den Staat, menschliches Leben, auch das ungeborene, zu schützen. Diese Schutzpflicht hat ihren Grund in Art. 1 Abs. 1 GG; ihr Gegenstand und - von ihm her - ihr Maß werden durch Art. 2 Abs. 2 GG näher bestimmt. Menschenwürde kommt schon dem ungeborenen
menschlichen Leben zu. Die Rechtsordnung muß die rechtlichen Voraussetzungen seiner Entfaltung im Sinne eines eigenen Lebensrechts des Ungeborenen gewährleisten. Dieses Lebensrecht wird nicht erst durch die Annahme seitens der Mutter begründet.

2. Die Schutzpflicht für das ungeborene Leben ist bezogen auf das einzelne Leben, nicht nur auf menschliches Leben allgemein.

3. Rechtlicher Schutz gebührt dem Ungeborenen auch gegenüber seiner Mutter."

Ungeborene haben also individuell Menschenwürde, völlig unabhängig davon, dass sie keine Schmerzen empfinden können oder kein Bewusstsein haben.


Ansonsten sagte ich bereits, dass der Einwand ungeborene seien keine Menschen natürlich einer ist, der die Tötung ungeborener moralisch letztlich unproblematisch machen würde.


"Das sehe ich anders. Ich meine, dass man gerade wegen der Menschenwürde eben nicht Kinder zur Welt bringen soll, obwohl man sie nicht haben will und sie so zu einer Last zu degradieren."

Mag sein, aber das entspricht halt nicht Art. 1 Abs. 1 GG. Der verbietet ein "Weil es für diesen Menschen besser ist, getötet zu werden, ist es richtig ihn zu töten.". Deswegen gabs auch so ein Gewürge mit der Sterbehilfe.


"Außerdem, wer hält sich an die Menschenwürde?"

Die Tatsache, dass A nicht mit Art. 1 Abs. 1 GG vereinbar ist, ändert sich nicht dadurch, dass B, C, D, E, F und G auch nicht mit Art. 1 Abs. 1 GG vereinbar sind und jeder und insbesondere der Staat ständig B, C, D, E, F und G macht; es impliziert höchstens, dass man dem Staat in den Hintern treten sollte, damit er in Zukunft B, C, D, E, F und G möglichst unterlässt. Aber es legitimiert nicht, A zu machen, und führt nicht zur Vereinbarkeit von A mit Art. 1 Abs. 1 GG.


(Nebenbei: vielleicht mag Art. 1 Abs. 1 GG auch ein unrealistischer idealistischer Quatsch sein, den man in die Tonne treten sollte, da zu lebens- und realitätsfern; aber auch das ändert nichts daran, dass es unvereinbar ist)





Kommentar von Kenfmisttoll ,

 Schade, anstatt auf die interessanten Fragen einzugehen, ist deine ganze Argumentationskette "in Art.1.Abs.1.GG steht das so" .

"Die Tatsache, dass A nicht mit Art. 1 Abs. 1 GG vereinbar ist, ändert

sich nicht dadurch, dass B, C, D, E, F und G auch nicht mit Art. 1 Abs.
1 GG vereinbar sind und jeder und insbesondere der Staat ständig B, C,
D, E, F und G macht; es impliziert höchstens, dass man dem Staat in den
Hintern treten sollte, damit er in Zukunft B, C, D, E, F und G möglichst
unterlässt. Aber es legitimiert nicht, A zu machen, und führt nicht zur
Vereinbarkeit von A mit Art. 1 Abs. 1 GG."

Warum sollte man sich an ein Gesetzt halten, für das es bei Verstoß keine Konsequenzen gibt?

Kommentar von carn112004 ,

"Schade, anstatt auf die interessanten Fragen einzugehen, ist deine ganze Argumentationskette "in Art.1.Abs.1.GG steht das so"."

Da mein ursprüngliche Aussage war, dass du einen Denkfehler gemacht hast, WENN du Art. 1 Abs. 1 GG berücksichtigen wolltest, gibt es nicht viel meinerseits zu argumentieren, wenn du Art. 1 Abs. 1 GG nicht berücksichtigen willst. Ob du für den Fall einen Denkfehler gemacht hast, hinge davon ab, welche alternative Wertvorstellungen zugrunde gelegt werden.

Grundsätzlich lässt sich jedes Verhalten durch geeignete Wertvorstellungen rechtfertigen. Müsste also erstmal wissen, welche Wertvorstellungen du zu Grunde legst, um eventuelle Fehler zu finden. "naturalistisches Weltbild" ist hierbei zu unklar, denn z.b. ist es auch ein "naturalistisches Weltbild", wenn man sagt, man will die menschliche Rasse genetisch optimieren und geht dann entsprechend vor, und auch wenn man sagt, man will menschliches Leiden minimieren und menschliches Glück maximieren; somit enthält "naturalistisches Weltbild" alleine noch zu wenig Informationen (vor allem die beiden vorher genannten "naturalistischen Standpunkte" haben offensichtlich Konfliktpunkte).

Abgesehen davon, sehe ich nicht, welche Frage ich nicht beantwortet habe. Dein letzter Post enthielt thematisch grob gesagt 3 Punkte (Auswirkungen Eigenschaften Fötus auf seine mgl. Menschenwürde, Recht auf Leben, etc; Konsequenz aus der Menschenwürde hinsichtlich Töten zwecks Leidminimierung; Konsequenz aus der mangelnden Achtung der Menschenwürde), zu denen ich jeweils was gesagt habe.

"Warum sollte man sich an ein Gesetzt halten, für das es bei Verstoß keine Konsequenzen gibt?"

a) weil man Gesetze, die nicht offensichtlich unsinnig sind, versucht einzuhalten, denn irgendwer hat mutmasslich nach Nachdenken gefolgert die Einhaltung einer bestimmten Regel sei gut und richtig, womit die Einhaltung, soweit man eben keine offensichtlichen Mängel sieht, wohl gut und richtig ist und das Gute und Richtige ist nach Möglichkeit zu tun (dies ist nicht weiter begründbar und es ist natürlich absolutistische Willkür vorzugeben, das Gute und Richtige sei zu tun; eine Begründung gibt es da nicht)

b) Würden alle Bürger Gesetze exakt nur insoweit einhalten, wie ihnen Sanktionen drohen, würden Staat und Gesellschaft sehr schnell zusammenbrechen, da es nicht möglich wäre, so viele Leute zu sanktionieren, damit sich noch ausreichend Leute gesetzeskonform verhalten; somit frei nach Kant sollte man Gesetze wenigstens solala auch ohne Sanktionen beachten

c) Es gibt wenigstens für den Staat und insbesondere seine Vertreter und insbesondere für die obersten Vertreter für den Fall, dass sie von einem bestimmten Zeitpunkt an wissentlich und willentlich Art. 1 Abs. 1 GG dauerhaft nicht mehr beachten wollen, gesetzlich implizit vorgesehene erhebliche Konsequenzen, die aber aufgrund ihrer Natur auch alle anderen Mitglieder der Gesellschaft direkt oder indirekt betreffen könnten

aber

d) Ja, der einzelne Bürger kann sanktionslos auf die Menschenwürde pfeifen und das ist im großen und ganzen auch unproblematisch, sofern es nicht viele andere Bürger ihm gleich tun und er kein relevantes politische Amt anstrebt

Kommentar von anaandmia ,

Ist der Tod eines Kindes keine Konsequenz ?

Antwort
von Alteresel, 53

Konsequenter Weise müsste es Eltern mit dieser Begründung auch erlaubt sein, ihre geborenen Kinder wieder zu beseitigen, wenn sie ihnen lästig sind oder nicht gefallen (geht durchaus schmerzfrei).

Solange man etwas noch nicht gesehen hat, fällt der Verzicht darauf halt wesentlich leichter. Das ist so ähnlich wie beim Verzehr von Fleisch: Würden wir die Viecher vorher kennen und müssten sie selbst schlachten, gäbe es sicher noch viel mehr Vegetarier.

Für mich (unreligiös) ist eine Abtreibung mit der Weigerung vergleichbar, die Schulden aus einem verlorenen Glücksspiel oder einer Wette zu begleichen.

Übrigens: Wer meint, dass die Erde überbevölkert ist, kann sie ja auch durchaus von sich selbst befreien. Aber mit der Konsequenz ist es halt so eine Sache (siehe oben)!

Kommentar von isebise50 ,

Nun, ich stimme dir größtenteils zu.

Aber ist das Austragen eines Fötus und Leben mit einem Kind die "Ehrenschuld", die die Frau für ihren Leichtsinn, ihre Naivität, ihre Unkenntnis, ihre finanzielle Notlage, ihre schlechte Verhütungsmittel- bzw. Partnerwahl (oder verstorbenen Partner) oder einfach für ihr Pech begleichen muss?

Wem ist damit geholfen, wer fühlt sich dadurch besser - die Frau, das Kind, die Gesellschaft oder du?

Kommentar von Kenfmisttoll ,

"Konsequenter Weise müsste es Eltern mit dieser Begründung auch erlaubt sein, ihre geborenen Kinder wieder zu beseitigen, wenn sie ihnen lästig sind oder nicht gefallen (geht durchaus schmerzfrei). "

Jain, sie hatten ja ihre Chance schon bei der Abtreibung.

"Solange man etwas noch nicht gesehen hat, fällt der Verzicht darauf halt
wesentlich leichter. Das ist so ähnlich wie beim Verzehr von Fleisch:
Würden wir die Viecher vorher kennen und müssten sie selbst schlachten,
gäbe es sicher noch viel mehr Vegetarier."

Unsere Vorfahren haben auch das Fleisch selber jagen müssen und es trotzdem gegessen. Ich gebe dir trotzdem hier teilweiße recht.

"Übrigens: Wer meint, dass die Erde überbevölkert ist, kann sie ja auch
durchaus von sich selbst befreien. Aber mit der Konsequenz ist es halt
so eine Sache (siehe oben)!"

Warum "meinen" ? Wir sind mit der jetzigen Anzahl an Menschen schon völlig überfordert. Es klappt nunmal nicht, für die jetzt lebenden Menschen gut zu sorgen. Daher kann man mmn von einer Überbevölkerung reden.

Antwort
von armeskaenguru, 38

Hallo

Ich sehe das anders.

Es geht ja nicht darum, ob es genug Menschen hat, ob man eh stirbt oder Schmerzen haben oder sündigen wird.

Fakt ist doch, dass eine Frau (ungewollt) schwanger wird und aus unterschiedlichen Gründen sich für eine Abtreibung entscheidet (alleinerziehend, kein Geld, Familienplanung abgeschlossen, überfordert, zu jung, in Schule/Ausbildung/Studium, Vergewaltigung, Behinderung des Kindes etc.).

Es gibt halt Menschen, die sind gegen Abtreibung und solche, die der Frau diese Wahl lassen. Einig werden sich diese beiden Gruppen nie.

Freundlichen Gruss

tm

Kommentar von Kenfmisttoll ,

"Es geht ja nicht darum, ob es genug Menschen hat, ob man eh stirbt oder Schmerzen haben oder sündigen wird."

Nun,  warum gibt es Abtreibungen? Würden Frauen immernoch abtreiben, wenn es genug Geld gäbe,für alle? Würden Frauen auch in einer Gesellschaft abtreiben, in der es keine Zwänge gäbe, die dazu führen, dass man abtreiben muss, um eben Studium/Karriere/Ausbildung zu ende zu machen, weil man ohne um seine Existens fürchten muss?

Selbst zu jung ist ein Symptom einer gescheiterten Sexualerziehung bzw schlechten Erziehung allgemein

Kommentar von armeskaenguru ,

Hallo

Geld ist aber nicht der einzige Grund.

Ein Grund ist z. B. auch, dass die Familienplanung abgeschlossen ist. Oder man keine Kinder will. Oder mit den Kindern überfordert ist und kein weiteres möchte. Psychische Probleme etc.

Zu jung ist für mich kein Hinweis auf eine gescheitere Sexualerziehung. Frauen werden immer früher reif.

Freundlichen Gruss

tm

Kommentar von anaandmia ,

Es gibt Frauen die haben Geld, keine Zwänge im Beruf usw. und treiben trotzdem ab.

Kommentar von armeskaenguru ,

Hallo

Aber dann haben Sie einen anderen Grund. Man treibt ja nicht einfach so ab.

Freundlichen Gruss

tm

Antwort
von Sole03, 79

Muss jeder für sich selbst entscheiden, ich würde es dennoch niemals tun. Wer zu blöd ist zu verhüten, der sollte mit den Konsequenzen leben. 

Kommentar von Mewchen ,

Ein Kind sollte nicht als Strafe dienen. Und bei einer Abtreibung hat man auch Konsequenzen zu tragen, nur eben nicht die, die viele Abtreibungsgegner gerne hätten.

Kommentar von anaandmia ,

Ich bin ganz deiner Meinung Sole03 ! Bei einer Abtreibung trägt das Kind die größten Konsequenzen, denn es stirbt. Die Mutter hat sich auf Kosten ihres Kindes für die für sie leichtere Variante entschieden. Tut mir leid aber so ist es in meinen Augen. Aber es ist jedem die seine Entscheidung !

Kommentar von Sole03 ,

@Mewchen Ich habe nie erwähnt das ein Kind als Strafe dienen sollte. Nicht die Wörter vertauschen

Kommentar von Kenfmisttoll ,

Du vergisst, dass es einen Grund hat, warum die Mutter abtreibt. Ein Leben lang darunter leiden, dass die eigene Mutter einen nicht liebt und nicht wollte ist auch nicht das wahre

Kommentar von Thomas414 ,

Kein Verhütungsmittel ist zu 100% sicher .

Kommentar von anaandmia ,

Nein, dass ist es nicht aber keine Abtreibung zu machen heißt nicht gleich das Kind zu behalten ! Und klar kann man jetzt anfangen mit den "Bösen Kinderheim Geschichten" allerdings wird man dann nie fertig. Jeder hat seine Meinung dazu - Ende !

Antwort
von annemarie37, 24

Abtreibungen werden "kritisch" gesehen, weil sie zusammenhängen mit Sexualität, Rolle der Frau in der Gesellschaft, Religion. Irgendwo lungert immer noch in vielen Hinterköpfen herum: Sexualität = pfui, nur zulässig um der Fortpflanzung willen, Frauen seien da um Kinder zu gebären und sich für andere aufzuopfern, "Gott" sei bei jeder Zeugung dabei und schaffe das Leben. Es sei daher "Sünde", dieses "Geschenk Gottes" abzulehnen.

Und weil einige Leute meinen, alle andern müssten das auch so sehen und sich ihrer "Moral" unterwerfen.

Ich glaube weder an einen Himmel noch an eine Hölle, aber es gibt Glaubensrichtungen, die gehen davon aus, dass abgestorbene Embryonen und Föten nicht direkt in den Himmel, sondern in den Limbus ("Vorhölle") kommen, da sie nicht getauft sind. Erst 2007 wurde das von der kath. Kirche offiziell geändert: "Am 20. April 2007 (AP) genehmigte Papst Benedikt XVI. die Ergebnisse der Internationalen Theologenkommission und ermöglichte damit die Abwertung der Lehre von limbus puerorum zu einer älteren theologischen Meinung, die nicht vom kirchlichen Lehramt unterstützt wird. Erzbischof Roland Minnerath, erläuterte die Entscheidung: Die Theologen im Vatikan seien zu der Auffassung gelangt, dass kleine Kinder, die nicht getauft sind und sterben, direkt ins Paradies kämen. ... Der Limbus gehöre nicht zur Glaubenslehre der katholischen Kirche, er bliebe jedoch eine Theorie, die die Kirche nicht verurteile und ihren Angehörigen zubillige." (Quelle: Wikipedia)

Antwort
von anaandmia, 94

Ich kann dir nur meinen persönlichen Standpunkt sagen:
Ich bin der Meinung, dass jeder der Sex haben kann auch verhüten kann! Desweitern bin ich der meinung, dass jeder der Sex haben kann auch mit evtl. Konsequenzen leben muss.
Ich hatte früher nie etwas gegen abtreibungen bis ich mich mit diesem Thema auseinander gesetzt habe. Und jetzt bin ich der meinung das es Mord ist und ich es nicht in Ordnung finde außer eine Frau wurde vergewaltigt etc.
Aber wie gesagt das ist einfach nur meine persönliche Einstellung!
Deine Argumentation mit "früher oder später hat jeder schmerzen, stirbt jeder etc. finde ich haltlos. Dann müsste ja auch Mord, Körperverletzung etc. erlaubt sein.
LG

Kommentar von Kenfmisttoll ,

Verhütung hat keinen 100% Schutzt. Mord und Körperverletzung müssen, mal abgesehen von moralischen Argumenten, verboten sein, damit die Gesellschaft funktioniert. Dies ist bei Abtreibung nicht der Fall.

Kommentar von carn112004 ,

Abgesehen davon, dass es Gesellschaften gab, die Dinge erlaubten, die heute als Mord und Körperverletzung gelten würden (z.b. Kinder züchtigen) und die trotzdem funktionierten, warum muss überhaupt die Gesellschaft funktionieren?

Kommentar von Kenfmisttoll ,

"Abgesehen davon, dass es Gesellschaften gab, die Dinge erlaubten, die
heute als Mord und Körperverletzung gelten würden (z.b. Kinder
züchtigen) und die trotzdem funktionierten.."

Welche Gesellschaft hat funktioniert, in der Mord und Körperverletzung nicht verboten waren?

Kinder züchtigen ausgenommen, eine Gesellschaft, in der man Angst davor haben muss, dass jeder dich einfach so umbringen darf, kann nicht funktionieren bzw wird einer Gesellschaft mit solchen Verboten unterlegen sein.

"warum muss überhaupt die Gesellschaft funktionieren?"

Wenn die Gesellschaft nicht funktionieren muss, dann können Mord,Körperverletzung etc auch erlaubt sein, was die Argumentation von anaandmia , auf die ich geantwortet habe, obsolet machen würde.

Kommentar von carn112004 ,

"Welche Gesellschaft hat funktioniert, in der Mord und Körperverletzung nicht verboten waren?"

Ich sprach von Gesellschaften, in denen Dinge erlaubt waren, die heute als Mord und Körperverletzung gelten würden, und nicht von Gesellschaften völlig ohne Einschränkungen hinsichtlich Töten.

Ein Beispiel ist das antike Rom, in dem es über lange Zeit erlaubt war:

- dass der Hausherr unerwünschte Neugeborene durch Aussetzen töten ließ

- dass bei Billigung des Eigentümers Sklaven körperlich bestraft, gefoltert und/oder getötet wurden

Das würde heute eindeutig Mord bzw. KV sein, war damals aber erlaubt und funktioniert hat Rom über lange Zeiten schon.

Was mir dann noch auffällt:

"Dies ist bei Abtreibung nicht der Fall."

Und das wissen wir woher?

D und ganz Europa hat seit ca. 50 Jahren ein Geburtendefizit, das so extrem ist, dass wir mutmasslich Millionen sich gut integrierende Zuwanderer brauchen; falls solche doch nicht hier herfinden sollten, dann kann dieses Geburtendefizit in Kombination mit einer nicht idealen Zuwanderung zum gesellschaftlichen Zusammenbruch führen; da Geburtendefizit und Umgang/Einstellung zur Abtreibung korreliert sein können (diese Frage ist allerdings kompliziert, es gibt keine platte Verbindung ala "Abtreibung verbieten -> mehr Geburten"), wüsste ich nicht, wie man sich sicher sein könnte, dass eine geeignete Regelung von Abtreibung nicht ebenfalls für eine dauerhaft funktionierende Gesellschaft erforderlich ist.

Kommentar von Kenfmisttoll ,

"Ein Beispiel ist das antike Rom, in dem es über lange Zeit erlaubt war:"

Eben. Das alles waren "geregelte" Morde. Wäre es im alten Rom erlaubt gewesen, sich gegenseitig umzubringen, hätte Rom nicht das Mittelmeer erobert, sondern wäre schon nach wenigen Jahren zusammen gebrochen. Mal abgesehen davon, argumentierst du nicht gerade pro Abtreibung? In Rom haben Mord und Körperverletzung auch funktioniert, solange sie geregelt waren und nicht wahrlos.

"Und das wissen wir woher?

D und ganz Europa hat seit ca. 50 Jahren ein Geburtendefizit, das so
extrem ist, dass wir mutmasslich Millionen sich gut integrierende
Zuwanderer brauchen; falls solche doch nicht hier herfinden sollten,
dann kann dieses Geburtendefizit in Kombination mit einer nicht idealen
Zuwanderung zum gesellschaftlichen Zusammenbruch führen; da
Geburtendefizit und Umgang/Einstellung zur Abtreibung korreliert sein
können (diese Frage ist allerdings kompliziert, es gibt keine platte
Verbindung ala "Abtreibung verbieten -> mehr Geburten"), wüsste ich
nicht, wie man sich sicher sein könnte, dass eine geeignete Regelung von
Abtreibung nicht ebenfalls für eine dauerhaft funktionierende
Gesellschaft erforderlich ist."

Geburtendefizit gibt es, weli Kinder zu teuer sind in unserer Gesellschaft, nicht, weil Abtreibungen erlaubt sind. Das Verbot der Abtreibung würde zu illegalen Abtreibungen führen und die Kinder würden als Strafe angsehen werden, was sicher nicht das Ziel sein kann.

Kommentar von anaandmia ,

Ich habe dir meinen PERSÖNLICHEN Standpunkt erklärt. Jeder hat seine Einstellung dazu und das ist auch gut so !

Kommentar von Kenfmisttoll ,

Und ich habe meine persönliche Meinung zu deinem persönlichen Standpunkt gesagt ;) Austausch ist doch nichts schlimmes.

Kommentar von anaandmia ,

Nein im Gegenteil :)

Kommentar von isebise50 ,

Desweitern bin ich der meinung, dass jeder der Sex haben kann auch mit evtl. Konsequenzen leben muss.

Ist ein ungeplante Schwangerschaft oder ein ungewolltes Kinds die Suppe, die die Frau zur Strafe für ihren Leichtsinn, ihre Naivität, ihre

Unkenntnis, ihre finanzielle Notlage, ihre schlechte Verhütungsmittel- bzw. Partnerwahl (oder verstorbenen Partner) oder einfach für ihr Pech gefälligst auslöffeln muss?

Wem ist damit geholfen, wer fühlt sich dadurch besser - die Frau, das Kind, die Gesellschaft oder du?

Kommentar von carn112004 ,

Also ich hätte kein Problem damit, um dieser Ungerechtigkeit gegenüber Frauen vorzubeugen, ALLE Männer genetich zu erfassen und dann soweit es eine Frau will IMMER dafür zu sorgen, dass dann der betreffende Mann "die Suppe ... auslöffeln muss". Kann man dann das Töten von unschuldigen und wehrlosen Menschen einschränken oder wäre das immer noch unzureichend?

Kommentar von anaandmia ,

Meine Argumentation ist sicher nicht obsolet. Zu diesem Thema gibt es verschiedene Meinungen, welche zu akzeptieren sind. Meine Argumentatio hängt von meiner persönlichen Einstellung ab. Da meine Antwort ja auch "schlecht bewertet" wird finde ich es sehr traurig, dass nicht einfach jeder seine persönliche Meinung haben darf und diese akzepriert wird ohne Beleidigend zu werden. Wie gesagt das ist ein Thema wo jeder seine Einstellung zu hat und auch haben sollte, wie diese ausfällt haben andere Menschen nicht zu bewerten.

Kommentar von Kenfmisttoll ,

Du schreibst :
"Deine Argumentation mit "früher oder später hat jeder schmerzen, stirbt
jeder etc. finde ich haltlos. Dann müsste ja auch Mord, Körperverletzung
etc. erlaubt sein."

Ich schreibe :
"Mord und Körperverletzung müssen, mal abgesehen von moralischen
Argumenten, verboten sein, damit die Gesellschaft funktioniert. Dies ist
bei Abtreibung nicht der Fall."

Carl schreibt:
""warum muss überhaupt die Gesellschaft funktionieren?""
ich schreibe:

"Wenn die Gesellschaft nicht funktionieren muss, dann können
Mord,Körperverletzung etc auch erlaubt sein, was die Argumentation von
anaandmia , auf die ich geantwortet habe, obsolet machen würde."

Antwort
von BinNichtKreativ, 80

Dann wäre es ja auch egal ob man geborene Menschen töten würde. Und so wie du sagst ja sogar besser wegen Überbevölkerung. ;)

Kommentar von Kenfmisttoll ,

Jain. Erstens kommen geborene Menschen, die man tötet, laut Religion nicht 100% in den Himmel.

Zweitens könnte eine Gesellschaft nicht funktionieren,wenn jeder sich gegenseitig umbringt. .Das gilt aber nicht für Abtreibungen.

Kommentar von Sole03 ,

Jain, in dem Film the purge- die säuberung bringt es schon etwas irgenwie

Kommentar von anaandmia ,

Was ? Wie sollte eine Gesellschaft funktionieren wenn jeder abtreibt?

Kommentar von Kenfmisttoll ,

lol @anaandmia. In Deutschland ist Abtreibung erlaubt und trotzdem treibt niemand ab. Bitte Gehirn einschalten...

Kommentar von Kenfmisttoll ,

Ich meine natürlich nicht jeder, statt niemand

Kommentar von anaandmia ,

Das ist mir durchaus bewusst aber du hast geschrieben: " ...könnte eine Gesellschaft nicht funktionieren, wenn JEDER sich gegenseitig umbringt. Das gilt aber nicht für Abtreibungen.

Kommentar von Kenfmisttoll ,

Ok, eine Gesellschaft könnte nicht funktioniren, wenn man sich gegenseitig umbringen  darf.*

So besser?

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten