Warum werde ich so schnell von etwas abhängig und wie kann ich das ändern?

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6 Antworten

Man soll ja groß Denken um über den Tellerrand zu schauen.

Selbst wenn du nur wochenlang youtube durchforstest, auf irgendeine Art suchst du. Suchst die Grenzen um alles gut einordnen zu können.

Du suchst dir ziemlich zielsträbig neue Aufgaben die dich für einen Zeitraum beschäftigen und ausfüllen, arbeitest dich in die Materie ein, beisst dich fest und hast auch Geduld deine Vorhaben durchzuziehen.

Du musst jetzt nicht alles ausprobieren, sich aushungern ist schon irgendwie grenzwertig wenn man es überteibt ungesung, aber es sieht so aus als wolltest du die Belastbarkeit des Körpers austesten. Aber auf der anderen Seite kann man dann später besser beurteilen, wann etwas genug oder zuviel ist und wann es reicht. (vielleicht bewahrt dich das einmal vor dem Burnout ;P)

Deshalb ist es nicht immer gleich sucht, also wenn du nur dich selber wieder einlotest und nich verlierst. Sucht ist es, wenn du es nicht schaffst. Aber ein paar Dinge braucht man schon zur Beschäftigung.

Also würde ich vorschlagen gebrauch deine Geduld für wichtige, interessante, ... Sachen. Geduld und Durchhaltevermögen hat nicht jeder.

Was dir auf Dauer nicht gut täte, davon mach halt nur soviel wie du meinst oder übertreib es halt nicht. Und wenn doch dann kannst du oder lernst du immer hin damit umzugehen (z.B. Wie halte ich den nächsten Tag durch wenn ich 'wegen' youtube nur 2h geschlafen hab? Oder ähnliches :))

Ich finde wenn man (also in dieser Form) 'süchtig' nach nur einer Sache ist, hat man sich lange nichts anderes interessantes gesucht oder überlegt. Und könnte sehen was man sonst 'erforschen' oder 'machen' oder 'auf die Beine' stellen könnte.

Und bei zuvielen Sachen, denen man nachjagt ist es ein bisschen wie mit der Aufgabenplanung. Zuviel Ablenkung oder angefangene Aufgaben und Vorhaben vernebeln auch die Sicht.

Noch etwas über Motivation. Du clickst etwas an und es ist sofort da - Belohnungszentrum wird sofort aktiviert. Das heisst aber, dass die vorhergegangene Leistung relativ gering ist und es ist fast wie ein Kurzschluss im Belohnungssystem. Die übersprungene Stufe ist normalerweise bei Sport oder anderen Aufgaben der Aufwand und die Schwierigkeiten, die auch eine Rolle spielen wie zufrieden du dann mit dem Erfolg bist.

Sie zu, dass das nicht aus dem Gleichgewicht kommt durch irgendwelche (virtuellen) Belohnungs-'Werte', die keine sind.. Nur so als Tipp am Rande. (Könnte also durch yt und instagram durchaus vorkommen, kannst du dir durch Sport und Aufgaben wieder ab- bzw. antrainieren.)

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Kommentar von laragie
27.02.2016, 21:26

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort und Meinung

Ich kann dir in ein paar Dingen zustimmen und es war interessant zu lesen und irgendwie auch ein bisschen motivierend, also danke :)

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Kommentar von musenkumpel
27.02.2016, 21:29

Aahh, das wichtigste hab ich eigentlich vergessen.

Kommunikation ist auch so eine Sache, die belohnt wird.

Da ist nachtürlich auch stark verkürzt, wenn man nur 'sie haben post', dann was liest und das wars und dann vielleicht nochmal was formuliert und formuliert und so.
Ist möglicherweise auch die selbe Sache in grün mit dem Belohnungskreislauf.

Wollte also sagen, nicht nur Sport und Projekte.

Tja und dann... führt das ja unter umständen auch noch zu bestimmten Belohnungen...

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Hallo!

Du hast gut erkannt, dass der Grund dafür nicht zu wenig Disziplin und Willensstärke sein kann.

Menschen, die solche Abhängigkeiten wie du haben, sind willensstarke Menschen.

Du hast ja auch schon entdeckt, dass in deiner Kindheit nicht alles so war, wie es sein sollte.

Du schreibst, dass du in der Pubertät bist. Hast du gleichaltrige Freunde, mit denen du dich zu diesem Thema austauschen kannst? Das ist schwierig, solche Freunde zu finden, denn es belastet in dem Alter ja vor allem, dass die Eltern schwierig werden und dieser Frust muss meistens erst mal raus, oder?

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Kommentar von laragie
28.02.2016, 13:22

Japp, also ich habe eine ziemlich gute Freundin, mit der ich auch oft darüber reden kann. Aber weil es seit ein paar Monaten ja immer irgendwie dasselbe ist, nur dass sich vielleicht einfach mal zwischendurch die Abhängigkeit ändert, habe ich das Gefühl, dass ich langsam mit dem Thema nur noch nerve...

Ach und danke für deine Antwort :)

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Ich finde ja immer, dass Sucht meistens tatsächlich nach irgendetwas "sucht". Nach Anerkennung, Zuwendung, Bestätigung, Thrill - whatever...

Findest Du dich da in irgendeiner Weise wieder?

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Kommentar von laragie
27.02.2016, 20:51

Ja, kann schon sein. Ich war irgendwie auch als Kind schon so, dass ich immer versucht habe, um Aufmerksamkeit zu kämpfen, keine Ahnung warum. Vielleicht ist es das, aber wie bekommt man sowas aus dem Kopf?

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Ich würde sagen, fehlendes Selbstwertgefühl. Du bist mit dir selbst nicht im Reinen, deshalb hängst du dich an etwas, das dich (in deinen Augen!) wertvoller erscheinen lässt.

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Kommentar von laragie
27.02.2016, 21:03

Also könnte es sein, dass das ganze aufhört, wenn ich anfange mich selbst mehr zu akzeptieren und selbstbewusster zu werden? Danke für deine Antwort, das ist auf jeden Fall auch schon länger mein Problem. Ich bin aber auch gerade dabei, es zu verbessern, nur heute hatte ich wieder so eine Phase. Danke!

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Kommentar von maulmau
28.02.2016, 10:02

Man hat immer mal Durchhänger, wichtig ist, dass du trotz allem nicht vergisst, was für ein toller Mensch du bist. Du musst niemandem etwas beweisen, lebe so, dass es sich für dich gut anfühlt und dich glücklich macht. Auf keinen Fall solltest du dich von anderen Menschen und ihrer Meinung (über dich) abhängig machen.

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Kommentar von maulmau
28.02.2016, 14:30

Sehr gerne :-)

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Verarbeitest oder verdrängst du dadurch vielleicht etwas? Was geben dir denn diese Süchte?

Vielleicht hast du mal über eine Therapie nachgedacht? 

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Kommentar von laragie
27.02.2016, 20:57

Irgendwie ist das schon so...mit dem Essen verdränge ich meistens zum beispiel Frust oder Lustlosigkeit zu einer anderen Sache. Ist aber wirklich eine Therapie das einzige, was hilft? Letztendlich ist es so, dass ich mich immer wieder beherrsche und ich nie zu tief in die Sucht abrutsche (deshalb bin ich zum Beispiel auch nicht dick oder viiiel zu mager oder sonst wie)

Ich suche irgendwie immer nach Wegen, etwas alleine zu schaffen und deshalb hoffe ich, dass es auch noch eine Alternative zur Therapie gibt

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Ich glaube, du hast einfach eine " schwache Phase ". Du bist in einem Lebensabschnitt, in dem du nicht wirklich zufrieden bist.

Es könnte sein, daß dir ein Beziehungspartner fehlt ...

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