Frage von toniphone, 122

Warum weist Adenauer die Stalin-Note ab?

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Geschichte, 33

Man muss die Ablehnung Adenauers aus der Zeit heraus verstehen.

  1. Stalin war ein übler, gewissenloser Diktator, der über Leichen ging, rücksichtslos, selbstherrlich und unzuverlässig, ein Verbrecher nicht viel weniger als Hitler.
  2. Stalin hat 1939 mit Hitler einen Pakt geschlossen und damit den Nazis den Rücken für ihren Krieg gegen Polen, Frankreich und Großbritannien freigehalten; zudem hat er die Nazis mit wichtigen Gütern beliefert. Polen haben nicht nur die Nazis, sondern auch Stalin angegriffen, beide haben Polen dann unter sich aufgeteilt.
  3. Erst nach Hitlers Angriff auf die Sowjetunion hat sich Stalin aus Eigennutz mit Großbritannien und den USA gegen die deutsche Aggression verbündet. Im weiteren Kriegsverlauf und auf verschiedenen Konferenzen machte Stalin seinen Verbündeten klar, dass er die osteuropäischen Staaten als seinen Einflussbereich verstand und seine Macht damit bis nach Mitteleuropa ausdehen wollte. Seine Kriegsführung war besonders brutal.
  4. Einem Staatsmann wie Churchill wurde deutlich, dass Stalin nach dem
    Weltkrieg einen "Eisenernen Vorhang" durch Europa ziehen würde - so
    geschah es. Nach dem Krieg unterwarf Stalin die osteuropäischen Staaten seiner Herrschaft, formte ihr politisches System nach sowjetischem Vorbild um und betrieb die Teilung Deutschlands.


Die Stalinnoten 1952 boten die Wiedervereinigung und
Neutralisation Deutschlands in den zu Potsdam vereinbarten Grenzen in einer Zeit an, als die Westintegration, auch militärisch, zwischen der Bundesrepublik und den Westmächten verhandelt wurde. Mit Recht verstand Adenauer daher Stalins Vorstoß als Störmanöver. Auch war gerade in der ersten Note Stalins von freien Wahlen in ganz Deutschland nicht die Rede. Ebenso sah er die Gefahr, dass ein neutrales, von den Westmächten nicht mehr geschütztes Deutschland unter sowjetischen Einfluss zu geraten drohte. 

Wir heute haben es natürlich leicht, ein Urteil über Adenauer zu fällen.
Aber nach der Vorgeschichte, die ich oben kurz skizziert habe, sollte
es nicht schwerfallen, Adenauer zuzugestehen, dass er einem
Verbrecher wie Stalin und dessen Ehrlichkeit nicht das geringste
Vertrauen entgegenbringen konnte!

MfG

Arnold



Kommentar von zetra ,

Expertenmeinung: Deine Antwort ist so rechtslastig, dass es zum Himmel ...... Es ging hier nicht um Stalin etc., es ging um Deutschland, somit hat Adenauer einen Fau-Pax ohne Gleichen fabriziert.

Kommentar von ArnoldBentheim ,

Ich rate dir, hier mal reinzuhören:  https://www.youtube.com/watch?v=rq68A07CDcM

Kommentar von zetra ,

Da höre ich nicht rein. Die Sache war eigentlich nicht kompliziert, Österreich hat es ja vorgemacht. Vertrauen in Stalin setzen?

Man hätte den Mann beim Wort nehmen können und fertig.

Deine Auslassungen könnte auch ein Genearlsekretär der Nato geschrieben haben.  

Kommentar von zetra ,

Mir ist der große Bentheim bekannt, besteht hier eine Verbindung?

Antwort
von soissesPDF, 54

Die Nachkriegsordnung wurde uf der Konferenz von Potsdam 1945 vereinbart.
Stalin konnte anbieten was er wollte, Adenauer hätte nicht annehmen können, nicht einmal dann falls er gewollt hätte.
Einer Wiedervereinigung hätten mindestens Frankreich und Großbritannien widersprochen.

Kommentar von earnest ,

Das ist, wie alles bei dieser Frage, Spekulation.

Ob GB und F etwas gegen ein neutrales, nicht bewaffnetes Deutschland gehabt hätten?

Kommentar von zetra ,

Die USA waren die Hauptgegner der Vereinigung, denn die  geforderte BLOCKFREIHEIT hätte in ihre Pläne nicht gepasst.

Antwort
von voayager, 22

weil Adenauer ein kalter Krieger war, den es um Wiederaufrüstung ging, weil er revanchistische Pläne verfolgte, weil er eine enge Allianz mit den USA schmiedete, weil er die SU schädigen wollte

Antwort
von zahlenguide, 67

man wusste nicht, ob Stalin den Vorschlag Deutschland wiederzuvereinigen ernst meint oder ob es nur ein taktischer Vorgang sei um die westlichen Mächte und Westdeutschland in Ihrem Bündnis zu schädigen. Da die Siegermächte sowieso in der Deutschlandfrage verschiedene Meinungen pflegten, hätte es dabei durchaus Streit geben können, der ein deutlicher Vorteil für Stalin hätte sein können. Ob Stalin den Vorschlag ernst gemeint hat oder nicht, ist aber ein Rätsel.

Kommentar von earnest ,

Ein Rätsel, das man niemals zu ergründen versuchte ...

Antwort
von zetra, 50

Die Umgebung von Adenauer fürchtete diesen Vorgang wie der Teufel das Weihwasser. Er selber würde ja dann zur Disposition gestellt, sicher wäre eine Wahl zu einem neuen Parlament nötig geworden.

Seine Ablehnung war ja nur das Zuvorkommen der Ablehnung durch die USA, der Marshallplan war ja dafür gedacht, die Bundesrepublik stark zu machen und als Speerspitze gegen die Sowjetunion aufzubauen.

Das Stalin bluffen könnte, war nur ein Vorwand und durch nichts zu beweisen.

Ich hatte schon mal geschrieben. Man hätte es probieren können.

Antwort
von wfwbinder, 33

Wie wäre die entwicklung gewesen.

Neutral

Ohne Marshallplan

Eventuell mit den gleichen Reparationen, oder gar höheren an die UdSSR

Und was hätte es gebracht?

Also für die Bundesrepublik war es so, wie es war eindeutig besser.

Kommentar von earnest ,

Sagst DU ... 

Und für die DDR? 

Aber vielleicht hätte es eine deutsche Einheit schon in den 50ern geben können. 

Kommentar von zetra ,

Die Frage der Reparationen waren ja 1953 erledigt, hier ein neuer Versuch die Ablehnung zu begründen. Gehlen, Globke, etc., die dachten genauso, ihre Pfründe würden wahrscheinlich dann abgeschafft?

Antwort
von Mastrodonato, 19

Man hatte berechtigte Zweifel, ob sie ehrlich gemeint war und nicht ein blosses Manöver, um den Westen zu spalten. Hier mehr:

http://geschichte-forum.forums.ag/t310-die-stalinnote-neutrales-einiges-deutschl...

Kommentar von earnest ,

Ob die Zweifel berechtigt waren oder nicht, hätte man  herausbekommen können, wenn man die Noten nicht stante pede abgelehnt hätte.

Im Link wird übrigens nur Kaffeesatzleserei betrieben.

Kommentar von Mastrodonato ,

Lieber earnest, dass man Stalin nicht traute, war sicher keine Kaffeesatzleserei, sondern dazu hatte man mehr als genug Gründe. Der Putsch der Kommunisten in der Tschechoslowakei und eine Reihe anderer Wortbrüche,

Ansonsten kannst Du Dich ja gerne die Statements der Kaffeesatzleser entkräften - aber zukunftsorientierte Politik ist immer ein wenig oder auch mehr Kaffeesatzleserei, So war es auch das Appeasement und wie man heute weiss falsch.

Kommentar von zetra ,

Um den Westen zu spalten?

Deutschland war gespalten und sollte zusammengeführt werden, nichts anderes wie es Österreich vorgemacht hat.

Antwort
von earnest, 27

Weil Adenauer der Pudel der U.S.-Amerikaner war. 

Gruß, earnest

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