Frage von whitetaurus47, 33

Warum weiß ich nicht, was ich will, was ich tun soll?

Hallo Das Problem, das ich habe, hat mit mir selbst zu tun. Es gibt sehr oft in meinem Leben Situationen in denen ich einfach nicht weiß was ich will. Wenn ich gefragt werde, was ich will, dann weiche ich aus, gebe keine klaren Antworten. Meistens versuche ich die Situation so lange hinauszuzögern, bis ein Vorschlag meines Gegenübers kommt, dem ich dann zustimme. Ich habe es generell lieber wenn mir jemand sagt was zu tun ist, als, dass ich mich selbst entscheide, danach handle und auch Verantwortung dafür übernehme. Ich finde jedoch nicht, dass dies ein reifes Verhalten ist (bin 18 Jahre alt). Der eigentliche Grund, weshalb ich hier schreibe, ist folgender. Ich gehe noch zur Schule und habe, wie alle anderen meiner Altersklasse, derzeit viel Stress in der Schule. Trotzdem schaffen es die meisten außerhalb der Schule doch ein aktives Leben zu führen. Ich hingegen fühle mich energie- & antriebslos. Ich habe alles aufgegeben (Sport, andere Interessen, nicht die Freundin (; ) und sitze den ganzen Tag nur herum. Mein bester Freund, aber, geht arbeiten. Hin und wieder wird er gebraucht und verdient dabei nicht schlecht, für einen Tageslohn. Das Problem ist jetzt, dass ich ihn sehr darum beneide (ich hasse diesen Neid). Er verdient nämlich Geld & außerdem habe ich das Gefühl in mir, dass arbeiten, etwas sehr anerkanntes in der Gesellschaft ist. Denn wenn man sagt, dass man arbeitet ist man irgendwie gleich so eine Etage höher. Es gratulieren einem alle förmlich dazu. Warum ich nicht arbeiten gehe? Das wäre natürlich die Lösung auf mein Problem. Aber ich möchte einfach nicht. Ich habe keine Lust/Motivation aufzustehen und arbeiten zu gehen. Man könnte das natürlich als faul bezeichnen, aber ich kann mich nicht dazu zwingen. Auf der andern Seite will ich mich aber auch nicht schlecht fühlen, weil ich nicht arbeite und dann vielleicht auch noch weniger Geld habe. Dieser Zwiespalt ist mein Problem. Könnt ihr mir helfen?

Antwort
von Octuline, 33

Klingt für mich so, als hättest du in deiner Kindheit die Erfahrung gemacht, dass Eigenständigkeit nicht gut ist und es dir so abgewöhnt. Menschen wie du lassen sich von anderen mitziehen, weil sie Verantwortung fürchten. Sie haben unbewusst das Gefühl, sie würden anderen weniger zur Last fallen, wenn sie sich ihren Entscheidungen anpassen.

Das ist keine besonders gute Sache... es würde dir vielleicht helfen, wenn du ab und zu versuchst, kleine Entscheidungen selbst zu treffen. Sowas wie: Magst du Kuchen oder lieber Torte? Wenn du dich dadurch immer wieder ein klein wenig steigerst, dann ist das ein großer Schritt nach vorn :)

Vergiss dabei nicht, dass Entscheidungen selbst zu treffen etwas Gutes ist, worum dich andere beneiden. Wiederhole den Gedanken, wenn du dich unwohl fühlst, eine Entscheidung zu treffen.

Und was das mit der Arbeit angeht, da kennst du die Antwort sicher schon. Du kannst da nichts machen, außer es auszuprobieren. Wenn du den Sprung wagst, wirst du dich besser fühlen, denn das kann für dich nur positiv ausgehen. Entweder erfährst du, dass so eine Arbeit ziemlich blöd für dich ist und du kannst das reinen Gewissens abtun. Oder es gefällt dir zu arbeiten, was dann den Rest deiner Probleme wohl löst.

Vielleicht kann dein Freund dich ja mal zur Arbeit mitnehmen und du siehst ihm erstmal zu, gewöhnst dich ein wenig an den Gedanken, zu arbeiten.

Ich würde dir auf jeden Fall raten, in deiner Freizeit irgendwas zu machen, denn sonst verschlimmerst du deine Antriebslosigkeit nur. Sich etwas Zeit für sich nehmen lastet aus, das schützt vor einem Burnout, und das ist in deinem Alter sehr gefährlich.

Kommentar von whitetaurus47 ,

Danke für die Ratschläge :)

Was ich sagen muss, ist, dass ich schon mein Leben lang davon abhängig bin, was andere von mir denken. Auch deshalb glaube ich, dass ich arbeiten muss, damit ich bei anderen gut dastehe.

Puncto schlechte Erfahrungen kann ich leider wenig sagen..

Antwort
von Eosinophila, 26

Nein, das ist kein Zwiespalt. Du bist faul und vor allem sehr bequem. Natürlich ist es schön, daheim auf dem Sofa zu gammeln, während die anderen malochen und Geld verdienen. Aber es bringt eben kein Geld.

Wie soll es werden, wenn du älter bist und wirklich einmal ins Berufsleben eintreten sollst? Sagst du dann auch "Ich kann mich aber nicht dazu zwingen?".

Ja, du hast es richtig gesagt: Verantwortung übernehmen, für sich und das eigene Leben. Das kannst du NICHT! Oder willst es auch nicht. Es ist oft schöner, wenn jemand für einen die Entscheidung abnimmt. Aber ist es dann wirklich das, was du willst? Was, wenn es mal um einen wichtigen Bereich im Leben geht? Leben oder nicht leben, lässt du dann auch andere entscheiden?

Du hast Recht, mit 18 ist das ein sehr unreifes Verhalten. Andere haben in deinem Alter wirklich mehr Bewusstsein für sich selbst. Bei dir sieht es eher so aus, als wärst du dir egal. Egal, ob jemand für dich die falsche Entscheidung trifft, hauptsache nicht selbst machen. Dann lebst du lieber mit den Konsequenzen, anstatt, dass du dich aus deiner Bequemlichkeit bewegst und dein eigenes Leben lebst. SO lebst du lediglich das Leben eines anderen, der meint, was gut für dich ist.

Naja, wir können dich nicht aus deiner Lethargie befreien. Irgendwann kommt schon der Knackpunkt, an dem du hoffentlich aufwachen wirst. Spätestens, wenn die Schule zu Ende ist und du daheim sitzt, ohne Ausbildungs- oder Studienplatz, ohne Arbeitplatz, ohne Geld...

Kommentar von whitetaurus47 ,

Danke für die Antwort

Du bringst es auf den Punkt.Du nennst die harten Fakten. Lethargie ist hier auch ein wichtiges Stichwort.. Was du mit deinen Aussagen bei mir erreichst ist aber leider kontraproduktiv. Sie zeigen mir, dass ich schlecht bin und ich nur darauf hoffen kann, dass "Irgendwann schon der Knackpunkt" kommt. Aber wie gesagt, es ist tatsächlich so..

Antwort
von loema, 24

Verantwortung zu übernehmen und eventuell falsche Entscheidungen zu treffen hängt miteinander zusammen.
Es ist unangenehm, sich für etwas zu entscheiden, was nicht sofort alles besser macht sondern Kraft kostet und ein Irrweg sein kann.
Aber es wäre deine Aufgabe, Selbstverantwortung für dein Leben zu übernehmen und etwas für dich zu finden, was zu dir passen kann.
Fehler machen wir alle. Täglich. Daran wachsen wir.
Natürlich kannst du lebenslang aus dem Fenster schauen und anderen Menschen zusehen, wie sie leben.
Aber das verdonnert dich dazu, passiv auf etwas zu warten, was nicht kommen wird. Die Gefahr beim zögerlich sein, beim unentschieden sein, ist dass entweder nichts passieren wird, oder dass andere Menschen für dich entscheiden werden.

Antwort
von nessii101, 25

Dann konzentriere dich erst mal auf deine Schule. Machst bestimmt ne Ausbildung in dem Alter oder sowas wie ein Berufsgrundschuljahr. Ich kenne diese Gefühle! Im Moment fühle ich mich auch antriebslos/motivationslos weil so mega viel Stress in meiner schulischen Ausbildung herrscht. Manchmal heule ich auch und kann einfach nicht mehr. Arbeiten nebenher gehe ich nicht, sonst würde ich es erst recht nicht schaffen mit meiner Ausbildung. Manche können das eben, beides. Ich nicht. 

Wenn du fertig bist mit deiner Schule, dann sieht das vielt. Ja wieder ganz anders aus mit der Arbeit weil dann ist auch der Stress vorbei.

Antwort
von Lumpazi77, 22

Dein Problem ist: Die Pubertät ist bei Dir noch stark vorhanden !

Die Lösung: Selbstdisziplin !

Kommentar von whitetaurus47 ,

Ja das könnte ein Grund sein.. Also einfach mal drauf warten, bis sie vorbei ist??

Wär schön wenn man sich die Selbstdisziplin im Internet bestellen könnte (; Spaß beseite. Die fehltmir tatsächlich. Nur sie aufzubauen stelle ich mir schwierig vor. Natürlich: von nichts kommt nichts. Aber in dieser Sache wäre ich bestimmt genauso antriebslos wie in meinem Problem..

Kommentar von Lumpazi77 ,

Du kannst nicht einfach darauf warten, bis Deine Pubertät abgeklungen ist, das wäre zu einfach !

Setze Dich hin und schreibe einen Wunschwochenablauf auf. Ab Montag vollziehst Du ihn !!

Nachdem Du abhängig von der Meinung Anderer (über Dich) bist, müsste das Motivation zur Selbstdisziplin sein, oder riskierst Du lieber, dass die Anderen sagen "was ist das für ein verlotterter Mensch, der den A... nicht hochbringt"?

Antwort
von user8787, 28

Du möchtest nicht arbeiten und hast weder Lust noch Motivation....

Das ist der Knackpunkt. 

Und nur DU kannst dein Problem lösen.

Du bist erwachsen, es ist an der Zeit das DU die Verantwortung für dein Leben übernimmst. 

Antwort
von Anja2013, 26

Nicht denken, sondern machen. Dann ergeben sich ganz neue Dynamiken, Situationen. Muss ja nicht Arbeiten sein, sondern etwas was dich interessiert, dir gut tut.

LG Anja

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