peterkaosa am 29.10.2009 um 9:25 Uhr
Ich musste gestern einen Unfall mitansehen, bei dem sich 2 Fahrer sehenden Auges einen Frontalunfall geliefert haben. Sie waren beide in einem Überholvorgang, daher war Ausweichen nur bedingt möglich - sie hätten in diesem Fall den Überholten in Unfälle verwickelt. Aber ich denke, dabei wäre insgesamt weniger Schaden entstanden als beim Frontalcrash. Sogar ich selbst war wie gelähmt, als mir der eine entgegentreidelte, konnte ich schier nicht nach rechts ausweichen, es hätte um ein Haar auch mich noch erwischt.
Die eigentliche Frage ist daher eher: kann man sich das selbst aneignen, in solchen Situationen "vernünftig" zu handeln? Trotz Panik und minimaler Reaktionsmöglichkeit?

Ich denke schon. Habe mehrere Sicherheitstraining gemacht. Da lernst du mit Gefahrensituationen umzugehen und besonnen handeln.

Klar kann man sich das aneignen, Fahrertraining etc etc. Das hilft definitiv ungemein!
Ich glaube, das ist schwer. Man handelt da denke ich eher intuitiv und ist vielleicht auch so geschockt, daß man gar nicht reagiert!
Mach mal ein Sicherheitstraining. Das ist absolut empfehlenswert. Du wirst dadurch zwar kein besserer Autofahrer, aber Du lernst, den "inneren Schweinehund" zu überlisten, wenn es die Situation erfordert.
sowas kann auch zufall sein, denn wenn der eine nach rechts und der andere nach links ausweicht gibts auch wieder nen frontalcrash

Also erstmal hast du ja deine Schrecksekunde, die allerdings aus mir unbekannten Gründen "Sekunde" heißt, denn sie ist neutlich länger. Das hat was mit deiner Hand-Augen-Koordination zu tun. Das Auge nimmt etwas wahr - schickt es zum Gehirn - das soll reagieren und schickt dann ein Signal an die Hand.
Wenn es aber von Angst "gelähmt" ist, hört es auf, logisch zu denken und schickt dann schon mal nicht so schnell ein schlaues Signal zur Hand - oder eben sonstwo hin.
Dieses Verhalten des Gehirns kommt noch von damals, als wir noch gefähliche Tiere gejagt haben. Stand man einem solchen gegenüber, gab es für den Menschen nur zwei Möglichkeiten: Kampf oder Flucht. Andere Informationen lässt das Gehirn in dem Augenblick entweder nur ungern oder gar nicht zu, weil sie für das Überleben nicht relevant sind.
Das ist auch der Grund für Blackouts bei Menschen mit Prüfungsangst.

also normal tust du das schon aus reflex, es sei denn du tust es mit absicht
dnsl9r am 29. Oktober 2009 09:27 Eben nicht - der Reflex wird bei normalos durch den Schock ausgeschaltet!

ich weiss nicht wie ich reagieren würde. kann mir gut vorstellen, dass man eben nicht rational reagiert und ich sage mal wie gelähmt ist vor schreck. hoffe es war nur blech- und kein personenschaden.

siehe Antworten 'dnsl9r' und 'SirRusty'. Fahrsicherheitstraining hilft da sehr gut weiter.
ich glaube nicht,wie du bereits geschrieben hast,werden die Meisten in solch einer Situation starr vor Schreck sein.

Verdammt schwer, solch besonnenes Handeln zu erlernen, aber gewiss nicht unmöglich. Wichtiger: ein paar mehr "PS" unter der Haube - oder auf´s Überholen verzichten, wenn die schlappe Gurke nicht entsprechend beschleunigt.
Deine Paar Ps nutzen bei so etwas überhaupt nicht, im gegenteil da kann zu einer Falschen Reaktion führen, den Gasgeben ist in so einer Situation das letzte was man tun sollte.
antidepri am 29. Oktober 2009 10:00 Können durchaus hilfreich sein, man muss halt die richtige Entscheidung treffen - starkes Beschleunigen kann von Vorteil sein. Rede hier nicht von einem Unterschied von 15-30 PS, sondern z.B. 100, da macht das ganze u.U. Sinn, aber wie gesagt: nicht in jeder Situation, schon völlig klar.

Es ist eine Sache der Blickführung.
Da wo man hinschaut, da fährt man auch hin.
Man kann das ganze trainieren um dann durch Übung solche Unfälle vermeiden.
Das passiert xfach im Jahr, besonders Motoradfahrer mit wenig Erfahrung. Man fixiert den Punkt und kann nicht mehr reagieren, außer man hat dies in der Theorie durchgeübt. Übt man dies in der Theorie, hat man noch Möglichkeiten anders zu reagieren.
Es kann sehr unvernmünftig sein bei so etwas aus zuweichen. den ein Zusammenprall mit einem Baum ist meistens schlimmer. Zunächst einmal ist eine Vollbremsung bei so etwa Sinnvoll, das verringert die Aufprallgeschwindigkeit. Bei ABS ist es ja kein großes Problem in der Zeit eventuell noch aus zu weichen. Das wichtigst bei so etwas ist immer möglichst schnell seine Geschwindigkeit zu verringern

Das mit dem direkten Aufeinanderzufahren hat mit dem Begriff "Sichtschiene" zu tun. Wenn man das Hindernis direkt ansieht, wird man es auch treffen.
Das lernt man tatsächlich bei Sicherheitstrainings: Am Hindernis vorbei zuschauen und das Fahrzeug auch am Hindernis vorbei zu lenken.