Hunley am 29.10.2007 um 16:33 Uhr
Sehe mir gerade "Metropolis" im Netz an, die Originalversion von 1927. Mir ist aufgefallen, daß die Schauspieler dunkel geschminkte Lippen und Augenränder haben, zumindest sieht es so aus. Warum wurde das gemacht? Schließlich ist das ja nur im Film so, nie in der Öffentlichkeit so zu sehen gewesen.
Dient es dem Kontrast?

ja. das sind relikte vom schwarz-weiß fernsehen. auch dagmar berghoff von der tagesschau musste damals in den schrillsten grüntönen geschminkt werden damit es im fernsehen nachher gut rüberkam. nachkoloriert ergeben die meisten schauspieler so ein fragwürdiges bild.

Die Schauspieler sehen zwar ohne Kameralicht sehr geschminkt aus, was aber vom Kameralicht und den Filtern so stark abgemildert wird, dass es auf dem Film dann nachher so aussieht, als wäre es natürlich.
Da es Stummfilme waren, mußten durch ausdrucksstarke Mimik und Gestik die "Sprache" dadurch wieder wettgemacht werden, das weiß oder hell geschminkte Gesicht, auf dem sich Trauer und Schalk und manchmal beides zugleich spiegeln. Reine Emotionen bestimmen die Darstellung.
das kommt daher, dass ein gesicht, wenn es von den scheinwerfern ausgeleuchtet wird, erschreckend bleich aussieht. also muss man mit viel farbe nachhelfen, damit ein so ausgeleuchtetes gesicht überhaupt konturen bekommt. wird übrigens heuzutage immer noch gemacht, sowohl beim tv, als auch beim theater.