Frage von rosiner, 76

Warum war im Mittelalter das übersetzen der Bibel verboten?

Antwort
von Fontanefan, 7

Das Übersetzen der Bibel war nicht verboten. Dazu die Wikipedia: im Artikel Bibelübersetzungen

"Erste komplette deutsche Übersetzungen des Neuen und des Alten Testaments entstanden im 14. Jahrhundert. Die älteste überlieferte Übersetzung des Neuen Testaments ins Deutsche ist eine Augsburger Pergamenthandschrift von 1350. Mit der in Prag entstandenen so genannten Wenzelsbibel gab es Ende des 14. Jahrhunderts auch eine handschriftliche Übersetzung des Alten Testaments, allerdings ohne die Kleinen Propheten.[4] Im 14. und 15. Jahrhundert entstanden auch außerhalb der Klöster eine Vielzahl z. T. hochwertiger mittelhochdeutscher Übersetzungen, auf die Martin Luther und andere zurückgreifen konnten. Eine aus dem 14. Jahrhundert stammende Übersetzung samt Kommentaren des sogenannten Österreichischen Bibelübersetzers soll ab 2016 von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften herausgegeben werden."

Die Kirche beharrte aber als internationale Institution wegen des Interesses an der Einheit der Lehre auf der Vulgata als dem maßgeblichen Text, obwohl auch die natürlich eine Übersetzung war. 

Außerdem war die Sprache der Liturgie Latein. 

Insofern ist richtig, dass die Kirche aus Furcht vor Ketzern den Zugang zum Bibeltext für Laien verhindern wollte. 

Kommentar von Fontanefan ,

Das Übersetzen der Bibel war im Mittelalter nicht allgemein verboten. Aber es gab eine Fülle von Verboten für bestimmte Übersetzungen, sogar so allgemeine wie die 'in romanische Sprachen'. 

Wenn jemand zum Ketzer erklärt wurde, wurde, wenn er die Bibel übersetzt hatte, auch seine Übersetzung verboten. 

Antwort
von Viktor1, 18

Für wen ?
Es gab da schon zu hauf Bibelübersetzungen aber der größte Teil der Menschen konnte garnicht lesen und wohl 99,9% schon garnicht übersetzen. Die, welche sich daran wagten brachten dann wohl oft ungewollt "Fehler" ein.
Das Lehramt der Kirche konnte dies wohl nicht so hinnehmen, da die Schriftform der Bibel ja zum Studium und zur Belehrung der Gläubigen benutzt wurde.
Den normalen Gläubigen berührte dies aber garnicht, da er meist nicht lesen konnte und kaum Jemand zu hause eine Bibel oder gar eine "verfälschte Übersetzung" hatte.
Die ganzen polemischen Antworten (im Sinne - Kirche wollte Gläubige dumm halten - usw.), welche hierzu gegeben werden sind grausiger Blödsinn.

Kommentar von Anthropos ,

Endlich schreibt mal einer etwas historisch korrektes und nicht diesen polemischen Antikirchenschwachsinn.

Kommentar von Bodesurry ,

Viktor1 - Ich muss Dir leider widersprechen. Die Reformation durch die ( katholischen) Geistlichen Luther, Zwingli und Calvin hatte nur deshalb so viel Erfolg, weil nun die Bevölkerung die Bibel selber lesen konnte. Danach war zum Beispiel der Ablasshandel nicht mehr möglich. 

Kommentar von Viktor1 ,
 weil nun die Bevölkerung die Bibel selber lesen
 konnte

Unfug. Wer hatte eine Bibel ? Wer konnte lesen ? Wer hatte wirklich "theologisches" Interesse ?
Der "Erfolg" der Reformation wurde hauptsächlich politisch "geregelt"  - von der Obrigkeit.
Ansonsten wurden die Lehren der Reformation den Menschen mündlich mitgeteilt. So oder so hat der Buchdruck der Bibel die "normalen" Menschen nicht beeinflußt und schon garnicht die Einstellung des Ablaßhandels.

Antwort
von hutten52, 59

Goethe hat das sehr gut erkannt:

"Die Kirche will herrschen, und da muß sie eine bornierte (dumme) Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe reichdotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der untern Massen. Sie hat ihnen auch die Bibel lange genug vorenthalten, so lange als irgend möglich. Was sollte auch ein armes christliches Gemeindeglied von der fürstlichen Pracht eines reichdotierten (gutbezahlten) Bischofes denken, wenn es dagegen in den Evangelien die Armut und Dürftigkeit Christi sieht, der mit seinen Jüngern in Demut zu Fuße ging, während der fürstliche Bischof in einer von sechs Pferden gezogenen Karosse einherbrauset!"

Kommentar von Bodesurry ,

Was dann die Geistlichen Luther und Zwingli durch die Bibelübersetzungen  nach 1500 änderten. 

Antwort
von JBEZorg, 48

Entgegen dem was die Leute hier schreiben werden ging es um die Reinheit der Lehre. Bei jeder Übersetzung geht ein Stück vom Original verloren.Im Mittealalter wurde die Bibel noch als mystisches Buch verstanden, in dem auch mal grosse Geheimnisse über Gott und die Welt offenbart wurden.

Es gab aber 2 Probleme. Die lateinische Überstzung ist schon eine Übersetzung. Und ob es noch "Originale" gibt in der Sprache X ist zweifelhaft. Vielleicht im Vatikan unter Verschluss wieder. D.h. die christliche Lehre ist sowieso fehlerbehaftet gewesen zu der Zeit. Da hat so ein Verbot nicht viel bringen können. Und Grund Nr.2. das hat den Gegenern in die Karten gespielt und tut es bis heute, die der kath. Kirche den Versuch vorwerfen den Laien unwissend zu halten. Fragt sich was schlimmer ist. Dem Laien den Originaltext vorzuenthalten oder den mit den frisierten Übersetzungen der Protestanten offen und freiheitlich zu füttern, damit der Laie nun ganz sicher nicht mitbekommt WAS drin steht.

Die Kirche hat im Allgemeinen mit der Zensur,die dort Kanon heisst sich und der Welt keinen guten Dienst erwiesen. Die Kirche ist eben eine weitgehend weltliche Organisation von Menschen die alles andere als perfekt sind.

Nchaml. Die Auslegungshoheit in Sachen Recht lag bei der Kirche damals. Und Recht posthulierte man als göttliches Gesetz. Daher:

War es einfacher für die Kirche die Machtausübung zu sichern wenn man dem Laien nicht nur die Auslegung verbietet sndern auch den Text vorenthält? Ja. Wurde es auch so eingesetzt? Auch ja. War das der primäre Grund für die Verbote? Nein. Das war noch die Vorstellung der Bewahrung der Lehre.

Antwort
von obiderweise, 76

Das hatte den einfachen Grund, das Priester das Wort Gottes für sich beanspruchten, außerdem konnten sie so besser die Angst der Menschen steuern, weil sie es so nicht nachlesen konnten. (Auch weil die meisten Analphabeten waren)

Kommentar von naaman ,

Wenn`s nur das wäre. Zudem durften Bibeln nur in Latein verwendet werden.

Antwort
von josef050153, 12

Die katholische Kirche hatte panische Angst, dass jemand draufkommen würde, dass sie durch ihr Verhalten eigentlich zu einer Verbrecherorganisation geworden ist.

Ihr Pech ist halt nur gewesen, dass auch Gelehrte draufgekommen sind.

Kommentar von Bodesurry ,

Verbrecherorganisation tönt ganz nach Mafia. Das Verhalten der Kirchenleitung war ohne Zweifel völlig daneben und nicht kompatibel mit der Bibel. Doch als Verbrecher, so meine ich, sahen sich die meisten Päpste, Bischöfe und Kardinäle nicht. Es war mehr ein sehr schlechtes Verhaltensmuster, über die Jahrhunderte gewachsen, welches aber niemand, schon gar nicht das arme Kirchenvolk hinterfragte/hinterfragen konnte. 

Kommentar von josef050153 ,

Mir ist auch kein Mafiosi bekannt, der sich selbst für einen Verbrecher halten würde, obwohl der Begriff Mafia für die RKK dieser Zeit durchaus zutreffend ist.

Antwort
von Lorimara, 34

Es war eigentlich so:
Die unerlaubte Übersetzung und Lektüre der Bibel führte zur nicht
autorisierten Schriftauslegung durch Laien. Die Kirche versuchte
schon früh, diesen Missstand zu unterbinden. eine wirksame Methode
dazu ist das Bibelverbot.
http://www.zum.de/Faecher/kR/Saar/gym/projekte/ketzer/bibelverbot.shtml

- wobei DAS ja witzig ist, denn, die Bibel war bereits aus dem Aramäischen/Hebräischen ins Altgriechisch und dann Latein "übersetzt" worden. Jedesmal kamen kleine "Fehler" hinzu, die zwar nicht den gesamten Sinn des Neuen Testamentes änderten, aber viel Falsches über das Alte Testament fabrizierten.

Kommentar von KaeteK ,

- wobei DAS ja witzig ist, denn, die Bibel war bereits aus dem
Aramäischen/Hebräischen ins Altgriechisch und dann Latein "übersetzt"
worden. Jedesmal kamen kleine "Fehler" hinzu, die zwar nicht den
gesamten Sinn des Neuen Testamentes änderten, aber viel Falsches über
das Alte Testament fabrizierten.

Quelle bitte

Antwort
von Klaus02, 13

Wie kommst du auf die Idee das das Übersetzen der Bibel verboten war?

Antwort
von Meloschka25, 67

Wird Dir niemand zu 100% sagen können :) Da niemand dabei war aber die  Bibel blieb im Mittelalter wohl dem Klerus vorbehalten, Übersetzungen galten als Teufelszeug. Dennoch übertrugen angeblich schon vor Luther etliche Christen das Buch der Bücher in die Volkssprache

Kommentar von mrauscher ,

Da stimme ich Dir zu. Aber der Grund war sohl simpel. Der Klerus, die Kirchen arbeiten gern so, wie heute häufig das so genannte Management in großen Konzernen, wie z.B. AGFA oder VW, Mercedes, BMW u.s.w. agieren. Je weniger das Volk wußte (Oder die Mitarbeiter), desto leichter ließen sich diese Menschen leiten, bevormunden, beherrschen und unterdrücken. Die Kirchen haben das lange ausgenutzt, damit ist wohl jetzt Schluß. Bekannterweise befinden sich ja die großen Kirchen im freien Fall, die Jugend jedenfalls ist enttäuscht und desinteressiert. Die Bibel gibt es inzwischen, so weit es mir bekannt ist, in 600 oder mehr geschriebenen Sprachen. Da hat der Klerus gewissermassen verschissen. Denn das Volk kann spätestens seit Luther und Gutenberg die Bibel selbst lesen und verstehen. Allerdings sind es heute die Großkonzerne, die die Mitarbeiter so sehr verklsaven, dass das Volk kaum Zeit hat, die Bibel zu lesen und zu verstehen. Dem Schöpfer sind die Machenschaften der Kirchen, Konzerne und der Politiker hinlängst bekannt und daher kommt er mit Gegenmaßnahmen und zwar in unserer Neuzeit, dazu ein Zitat aus Offenbarung 21:3-8 ->

3 Und ich hörte eine große Stimme von dem Stuhl, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; (Hesekiel 37.26-27) 4 und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. (Jesaja 25.8) (Jesaja 35.10) (Offenbarung 7.17)
5 Und der auf dem Stuhl saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht zu mir: Schreibe; denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiß! 6 Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will den Durstigen geben von dem Brunnen des lebendigen Wassers umsonst. (Offenbarung 1.8) (Offenbarung 22.13) 7 Wer überwindet, der wird es alles ererben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein. 8 Der Verzagten aber und Ungläubigen und Greulichen und Totschläger und Hurer und Zauberer und Abgöttischen und aller Lügner, deren Teil wird sein in dem Pfuhl, der mit Feuer und Schwefel brennt; das ist der andere Tod.

Antwort
von Bodesurry, 8

Hier gibt es ein paar gute Informationen dazu:

http://www.zeit.de/zeit-geschichte/2014/03/bibel-uebersetzung-verbot

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