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Warum war gerade Deutschland das "Land der Dichter und Denker"?

gefragt von Philosophia am 13.10.2008 um 8:01 Uhr

Liegt es an der Mentalität, besonderen historischen Ereignissen? Hat Deutschland eigentlich besonders viele Literaten hervorgebracht, oder würde ein Ausländer das selbe von seinem Land sagen?

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anonym
beantwortet von Wurzelfrau am 13. Oktober 2008 08:18
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Dies ist auf Wolfgang Menzel zurückzuführen, der 1835 formulierte: "Die Deutschen thun nicht viel, aber sie schreiben desto mehr. [...] Das sinnige deutsche Volk liebt es zu denken und zu dichten, und zum Schreiben hat es immer Zeit. Es hat sich die Buchdruckerkunst selbst erfunden, und nun arbeitet es unermüdlich an der großen Maschine. [...] Was wir in der einen Hand haben mögen, in der anderen Hand haben wir immer ein Buch"

Kommentar von Philosophia am 13. Oktober 2008 08:54

Also heißt das, dass es ein sprachliches Gerüst ist, ein Titel, der irgendwann einfach verliehen worden ist? Oder gibt es weitergehende Tatsachen, Indizien, die diesen Titel rechtfertigen? Warum liebt gerade "das sinnige deutsche Volk [...] zu denken und zu dichten"? Wie ist es dazu gekommen?

Kommentar von Wurzelfrau am 13. Oktober 2008 09:26

Ich denke, Menzel kam zu seinem Ausspruch, weil er Literaturkritiker war. Wenn man sich die Zeit um 1800 ansieht, entstanden viele heutige "Klassiker" der deutschen Literatur, Kant etwas früher, Goethe, Heine, Schopenhauer, Heidegger, Nietzsche usw. beschäftigte er sich also mit auffallend überdurchschnittlichen Werken (gemäß damaliger Zeit), so dass dieser Ausspruch schon nachvollziehbar ist. Und da Menzel ebenfalls Deutscher war, belesen und kulturell interessiert, hatte es vielleicht auch patriotische, subjektive Gründe, die ihn die deutsche Dichtkunst auf ein solches Podest stellen ließ.

Kommentar von C66a499ec77943ac5bf74e83689bbab4smallGabi40 am 7. Januar 2009 15:18

Eine sehr einseitige, falsch interpretierte Antwort, die zudem die Leistungen unserer Dichter und Denker abwertet! Den Kommentar von Wurzelfrau hingegen finde ich gut. Ich habe versucht, auf die eigentliche Frage am 07. Januar 2009, eine schlüssige Antwort zu geben!

Kommentar von C66a499ec77943ac5bf74e83689bbab4smallGabi40 am 8. Januar 2009 19:17

Meine Antwort wurde aber wohl aus lauter Bequemlichkeit überlesen? Die Bewertungsskala ergiebt das übliche Bild; denn nur die erste Antwort wurde in diesem Falle bewertet und zwar völlig unabhängig von der Qualität der abgegebenen Antwort! Weiter so Ihr Experten!

Kommentar von Wurzelfrau am 9. Januar 2009 08:38

Deine Antwort wurde am 07. verfasst, die Frage aber 13.10. geschrieben - die Leute lesen und bewerten vorwiegend die "neuesten Fragen", die sich direkt auf der Startseite befinden - weniger die "neuesten Antworten". Damit Du aufhörst zu weinen, bekommst Du von mir trotzdem ein DH.. Auch wenn ich eine solche Reaktion absolut kindisch und lächerlich finde. Deine Antwort ist eine mögliche Interpretation, - meine Antwort ebenfalls, aber zumindest laut Wikipedia richtig. Ob es abwertend ist oder nicht, ist dabei unerheblich - die Frage war, worauf sich dieser Satz bezieht und woher er stammt. Und dass dieser Ausspruch ursprünglich eine negative Prägung hat, ändert daran auch nichts. Und mit selbstgerechten, arroganten Belehrungen zu kommen, macht das ganze auch nicht besser - die Leute verteilen ihre DHs nicht nur nach Richtigkeit, sondern auch nach Sympathie und Freundlichkeit des Schreibers. Für jene hättest Du garantiert keines bekommen. kopfschüttel


Gabi40
beantwortet von Gabi40 am 7. Januar 2009 15:09
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Die Aussage Deutschland, das Land der Dichter und Denker, ist auf das Zeitalter der Aufklärung im 18. Jahrhundert zurückzuführen.

Kein Gedanke könnte treffender dieses Zeitalter beschreiben wie die Aussage von Immanuel Kant, (* 22. April 1724 in Königsberg; † 12. Februar 1804 ebenda) „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“!

Baden-Württemberg hat zudem die meisten Dichter und Denker jener Zeit hervorgebracht. Alle deutschen Philosophen, Literaten, Denker und Romantiker der Aufklärungszeit haben mit ihren großartigen Werken letztendlich den Wechsel vom Absolutismus in die Neuzeit Europas im entscheidenden Maße ermöglicht!

Und noch einmal: Die o. g. Aussage ist in die zeitliche Epoche der Aufklärung einzuordnen und damit kein rein deutsches Privileg. Das war einmal! Die einfältigen Landsleute aus allen Schichten unserer Bevölkerung hingegen, die ihre angebliche Intelligenz mit dem nachplappern von dummen Anglizismen beweisen wollen, täten stattdessen gut daran, den Dichtern und Denkern wieder mehr nachzueifern!


Andersinn
beantwortet von Andersinn am 12. Dezember 2008 01:14
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Es gibt eine alternative Deutung die besagt, dass dieser Ausspruch aus einer Zeit stammt, als Deutschland noch in viele Fürstentümer zersplittert war. Der Ausspruch soll die Antwort auf die Frage geben, welche Fürstentümer zu einem einigen Deutschland gehören sollten: Alle die, das gleiche Gedankengut und die gleiche Dichtung besitzen.


cadovius
beantwortet von cadovius am 11. November 2008 19:52
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Zumindest Engländer gehen davon aus, dass England DAS Land der Dichtung ist - nicht ganz ohne Grund, finde ich, denn sie haben 1. - 10. Shakespeare und außerdem unglaublich viele und hervorragende Dichter (also, ich meine Leute, die Gedichte schrieben bzw. schreiben), auch noch in diesem Jahrhundert. Aber die meisten davon sind hier nicht so sehr bekannt, weil es fast unmöglich ist, Gedichte wirklich angemessen in eine andere Sprache zu übertragen. Und erst heutzutage gibt es viele Menschen in Deutschland, die Sachen auch auf Englisch gut lesen und verstehen können, da früher die meisten Gymnasien strikt alte Sprachen lehrten.

Ich weiß auch, dass zumindest im 19. Jahrhundert Spanien sich stolz als Land der ganz großen Dichter sah.

Über andere Länder weiß ich einfach nicht genug, aber es würde mich nicht wundern, wenn auch andere Länder sich jeweils als DAS Land der Dichter und eventuell auch Denker sehen würden, z. B. Frankreich mit Descartes, Moliere usw.


Nellina
beantwortet von Nellina am 13. Oktober 2008 08:30
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Ich wuerde sagen, dass dies an historische Ereignisse zurueckzufuehren ist. Eine andere Nation koennte nur noch das alte Russland sein, die das von sich denken (mit Recht).

Kommentar von Philosophia am 13. Oktober 2008 08:55

Was wären das z.B. für konkrete historische Ereignisse?


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