Frage von Kriesesad, 47

Warum war es in Luthers Zeiten gefährlich bücher aus Klöstern auszuleihen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von uschifragen, 27

Weil sie vergiftet waren (ließ Umberto Ecco: Der Name der Rose).

Antwort
von hertajess, 6

Leihe war an sich nicht gefährlich. Jedenfalls so lange nicht wie sie erlaubt war. 

Lasse mich einen Vergleich führen der in die heutige Zeit passt:

Du gehst zu Cartier und willst Schmuck ausleihen. Mit welcher Reaktion rechnest Du? Oder zu Tiffany & Co wenn Du dessen Angebote schöner findest. 

Ja. So wertvoll waren damals Bücher. Sie waren von Hand in aufwendiger Arbeit hergestellt worden. Es handelte sich in der Regel um Einzelexemplare. 

Dann kommt noch hinzu:

Kannst Du Dir vorstellen dass eine der genannten Firmen jedem x-beliebigen Menschen zutraut angemessen mit ihrer Ware umgehen zu können sodass eine unbeschädigte Rückgabe angenommen werden kann?

Bücher sind bedeutend empfindlicher. In einer Zeit als es noch keinen Regenschirm gab, die Menschen entweder zu Fuß oder mit dem Pferd unterwegs waren nahm also so ein Buch schnell mal schaden. Und mit der Sicherheit war es auch nicht gerade weit her. 

Jo. Und dann kommt noch diese andere Geschichte:

Nur sehr wenige Auserwählte durften überhaupt lesen lernen. 

Und von diesen wenigen Auserwählten durfte nur ein kleiner Teil Bücher außerhalb der Bibliothek lesen. Eine Frage der Kontrolle. 

Antwort
von Karl37, 11

Das ist eine seltsame Frage. Weshalb soll das gefährlich gewesen sein?

Damals waren die Bücher noch in Handschrift in lateinischer Sprache. Sie waren nach heutiger Wertvorstellung ein Vermögen wert, daher kam es zu keiner Ausleihe. Selbst heute kann man Handschriften nicht ausleihen, sondern nur unter Auflagen in der Bibliothek Einsicht nehmen.

Antwort
von 1988Ritter, 7

Gefährlich war es nicht.

Es war nicht üblich.

Folgende Probleme gab es mit den Büchern:

  • Die meisten Bücher waren auf Latein verfasst. Damit hatte nur eine Minderheit sprachlichen Zugang zu den Büchern.
  • Der Buchdruck war noch nicht im Gange. Die meisten Bücher waren somit Unikate und handgeschriebene Schriften. Eine mühevolle Arbeit, von der man sich ungern getrennt hat.

Es gab also in dem Sinne überhaupt gar keinen Gefahrenbereich.

 

Antwort
von lyka01, 26

Ich denke das gemeine Volk der Bauern wurde damals von der Kirche beherscht und lesen war nur der gehobenen Gesellschaft vorbehalten bzw den Geistlichen. Wenn sich nun plötzlich jeder belesen könnte und dadurch Dinge in Frage stellen könnte oder gar anders Denken würde als es die Kirche vorgibt. Was ja nun Martin Luther letzendlich mit seinen Thesen irgendwo machte, so war es eine Gefahr für die größte Sekte aller Zeiten, ihre Schäfchen weiter zu kontrollieren.

Antwort
von Accountowner08, 4

gefährlich eigentlich nicht, es konnte eh niemand lesen...

Bücher waren teuer, relativ viel teurer als heute...

Antwort
von Klaus02, 13

Kannst du dafür eine Quelle angeben oder erklären wie du darauf kommst? Zu der Zeit wurde der Buchdruck erfunden und das einfach Volk begann das lesen zu lernen. z.B. Luther ist als Sohn eines "Schreiberlings" aufgewachsen. Die Zeit Luthers war seit Jahrzehnten durch die Verbreitung von Schriften und der beginnenden Alphabetisierung geprägt. LGKlaus

Antwort
von RobinsonCruesoe, 4

Dass es leider bitter nötig war und ist, Laien vom Lesen der Bibel auszuschliessen bzw. ihnen das Lesen der Bibel zu verbieten, wie es der Vatikan im Hochmittelalter getan hat, zeigt sich immer wieder bei dem Unsinn, den Evangelikale und sonstige Radikalinskis verzapfen. Man sollte auch innerhalb des Islams über ein entsprechendes Koranverbot für Laien nachdenken.

Bibel und Koran können halt nicht einfach so konsumiert werden.


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