Warum war die Klostermedizin im Mittelalter eine Drei-Klassen-Medizin?

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2 Antworten

Die Klostermedizin ist eine Epoche der europäischen Medizingeschichte, etwa vom 8. bis zum 12. Jh., und keine Therapierichtung. Eine "Drei-Klassen-Medizin" gab es zu dieser Zeit nicht. In den Klöstern wurde das gesammelt und bewahrt, was nach dem dem Zusammenbruch des (west-)römischen Reiches von den antiken Medizin noch schriftlich (auf Latein) verfügbar war.

Erst nach und nach entwickelten sich daraus die Medizinschulen wie in Salerno oder Montpellier und daraus wiederum die frühen Universitäten. Maßgeblichen Einfluss hatten hierbei die Schriften, die aus der arabischen Welt nach Westeuropa kamen (über Salerno und Toledo).

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Google hilft:

http://www.jadu.de/mittelalter/text/heilkunde.html

Dort wird dir erklärt warum es eine 3 Klassen Medizin gab und was es bedeutet.

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Kommentar von lonicerus
07.01.2016, 20:03

Dieser Artikel ist leider ziemlicher Unsinn. Im frühen und hohen Mittelalter gab es keine Universitäten. Die erste Universität im deutschen Sprachraum entstand bspw. erst Mitte des 14. Jhds., also deutlich nach der Epoche der Klostermedizin. Mönche waren nie Wundärzte, also Handwerkschirurgen, sondern befassten sich mit der Inneren Medizin und später mit der Pharmazie (Klosterapotheken). 1240 wurde der Beruf des Apothekers von dem des Arztes abgespalten.
Für die Wundärzte gab es anfangs keinerlei Schulen und auch nur wenige Schriften in vulgärem Latein. Erst gegen Ende des Mittelalters wurde der Handwerkschirurg ein Lehrberuf mit Organisation in Zünften. Sie durften aber keine Innere Medizin betreiben.
Im sehr frühen Mittelalter wurde auch tatsächlich diskutiert, ob die Heilkunde als solche mit dem christlichen Glauben vereinbar sei. Diese Diskussion hatte sich aber bereits zur Zeit des "Lorscher Arzneibuches" im 8. Jh. erledigt. Wenig später entstanden die wichtigsten Werke der Klostermedizin, nämlich das Lehrgedicht von Walahfrid Strabo (9. Jh.) und bis Ende des 11. Jhds. der "Macer floridus". Als Abschluss gelten die beiden natur- und heilkundlichen Werke von Hildegard von Bingen Mitte des 12. Jhds. Daneben waren diverse Schriften von Hippokrates, Galen, Plinius und Dioskurides verbreitet, viele Schriften der Griechen und Römer kamen aber erst ab dem 11. und 12. Jh. über die Araber nach Europa, im Original lagen diese Werke erst in der Renaissance vor.

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