Frage von Alex12373, 78

Warum war die Browning HP für lange Zeit die einzige Pistole mit hoher Magazinkapazität?

1935 wurde ja die Produktion der Browning HP gestartet, mit einem zweireihigen 13-Schuss Magazin. Zahlreiche später von anderen Herstellern entwickelte und bei vielen Armeen verwendete 9mm Militärpistolen hatten dagegen nur einreihige Magazine (Walther P38, SIG P210, H&K P9S, Beretta M1951, S&W 39, etc.).

Erst in den 70er und 80er Jahren wurden von nahezu allen großen Herstellern Pistolen mit großer Magazinkapazität auf den Markt gebracht.

Warum war die Browning HP für über 30 Jahren die einzige weitverbreitete Pistole mit zweireihigem Magazin? Generell müsste eine hohe Magazinkapazität doch von Vorteil sein!

Antwort
von ES1956, 63

Ich kann meine Vermutung zwar nicht belegen aber ich glaube das hing damit zusammen dass die Militärverwaltungen damals Waffen mit hoher Magazinkapazität schlicht für unnötig hielten und Angst hatten vor Munitionsverschwendung. Das war auch ein Grund so lange an fünfschüssigen Gewehren mit festem Magazin zu beharren.

Außerdem waren die Vorgänger Revolver mit nur 6 Schuß, ein 8er Magazin galt da schon als erhebliche Kampfwertsteigerung.

Kommentar von Alex12373 ,

Danke für die Antwort!
Grundsätzlich ist ja eine Pistole nur die Zweitwaffe, daher kommt sie nur gelegentlich zum Einsatz. Wenn tatsächlich das Sparen von Munition die Hauptursache wäre, dann müsste man doch eher bei den Gewehren die Magazinkapazität begrenzen, oder?

Kommentar von ES1956 ,

Bei Langwaffen war die Überlegenheit der halbautomatischen US-Waffen (zum Teil mit Wechselmagazin) im WK2 nicht zu verkennen. 

Der Trend nach 1945 ging zu vollautomatischen Sturmgewehren und MPi´s.

Antwort
von WDHWDH, 22

Bis 1898 hatte ein Revolver 5-6 Schuss. Das war Norm. Um am Balkan gegenüber "Insurgenten" (Partisanen) eine Feuerüberlegenheit zu schaffen hatte der neue k.k. Armeerevolver  ACHT Schuss einer so bösen "Kleinhalibermunition", der 8mm Rast &Gasser. Der Insurgent zählte bis sechs, nun musste seiner Denkweise nachgeladen werden, daher ging er aus der Deckung und das war es. Georg Luger, ein k.k.Leutnant in der Infanterieschule Hainburg, legte 1899 sein Offizierspatent zurück und ging mit dem neuen Wissen um die 8 Schuss nach Deutschland. Die Parabellumpistole (Georg Luger!) wurde in der Schweiz als Mod. 00 mit 8 Schuss eingeführt. Daher wurde die k.k.Armee 1907 -um die liebgewonnene Feuerüberlegenheit zu bewahren, bei der neuen SELBSTLADEPISTOLE M.7 (ohne Null!) mit 10 Schuss ausgestattet. Überhastet führte die Deutsche Armee die Pistole 08 mit 8 Schuss ein. Die Deutsche Armee bekam auch im 1.WK die Steyr Hahn (nach 1919 = M 1912 , M.1912 ) in etwa 280 000 Stück als Hilfslieferung. Einer der bekanntesten Träger war Papst Voltivya-die Waffe stammte von seinem Vater, einem k.k.Zugsführer der nach Polen -in seine Heimat-ging. 

Nach dem Krieg musste eine Waffe, wenn man sie verkaufen wollte, etwas "Neues" können. Daher 12 Schuss (Feuerüberlegenheit!) und ein fliegender Schlagbolzen(Sicherheit). Aufgrund einer techn. Änderung wurde die Magazinkapazität auf 13 Schuss geändert. Nun konnte sie als GP oder M.35  verkauft werden. Nach dem 2.WK ging das Spiel mit den 2 Schuss mehr weiter. Einen Großauftrag(Afrika) erhoffend wurde die CZ 75 mit nun 15 Schuss ausgestattet. In der Folge wurde die Glock 17 (P80) mit einem 17 Schuss fassenden Magazin versorgt. Als S&W mit einem Nachbau mit ebenfalls 17 Schuss herauskam wurde das Glock Magazin so geändert, dass nun-man glaubt es kaum-19 Schuss  hineingehen. Die Steyr GB hatte daher auch bereits 19 Schuss. Das ÖBH ist die einzige Armee die KEIN Ersatzmagazin hast. Den wer nach 19 Schuss nicht getroffen hat ? für Blinde und schwache Schützen gibt es noch ein 33er Magazin.Nebenbei-alle österreichischen und die davon abgeleiteten Pistolen haben KEINE manuell zu bedienende Sicherung. Die Manuelle Sicherung ist die steife TASCHE die den Weg zum Abzug sichtbar(für den "Gegenüber") verhindert. Erst wenn die Waffe-auch nun für den Gegner sichtbar-aus der Tasche gezogen wurde kann der Abzug betätigt werden. Ein wie die Verkaufszahlen zeigen richtiger, vorerst vielbelächelter, aber richtiger Weg.

Kommentar von WDHWDH ,

vielleicht zu wenig auf die eigentliche Frage: Die meisten Pistolen solllen große Wirkung (9mm Para) haben und leicht sein. Daher die Norm >8 Schuss.(7+1) oder 8. Schachteln mil sind für 18 2x8, oder zivil 50/2x25..Erst in letzter Zeit setzte sich die hohe Magazinskapazität durch-wegen der Einfachheit. Auch findet ein Wandel von der "Schutzwaffe" zur Kampfwaffe mit hoher Kapazität stattstatt.

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