Frage von Histar, 121

Warum wanderten viele Deutsche nach (Nord-) Amerika aus?

Antwort
von Pudelcolada, 23

Deutschland vor etwa 200 Jahren war zu weiten Teilen eine bettelarme Region, bäuerlich geprägt und in viele hundert Herrschaftsgebiete zerfallen.

Hoferben mussten sich und die Nachfolgegeneration verschulden, um Geschwister auszuzahlen. Junge Männer verließen scharenweise ihre Dörfer und zogen in die Städte, um ihre Familien über Wasser zu halten. Daher kommt etwa das noch heute übliche Wort "Nassauer" für Schnorrer.

Besonders schlimm war die Lage in Regionen wie dem Hunsrück, dem Westerwald oder der Rhön.

Trotz unzähliger Aufstände und Revolten bestand nach wie vor die feudale Herrschaft, die Abgabenlast war enorm, ebenso die politische und persönliche Perspektivlosigkeit.

Und dann fegte die Bevölkerung von Paris, immer schon sehr streitbar, den französischen König vom Thron, das sprach sich natürlich herum.

Zusammen mit immer mehr aufgebauschten Geschichten von einem Paradies auf Erden, Land im Überfluss für jeden, der es sich nur aneignet, einer Bevölkerung, die eine Gesellschaftsordnung ohne Feudalismus und Monarchie gründet und gegen die englische Krone rebelliert, erhielt die Sehnsucht nach besseren Lebensumständen ein Gesicht:

"Amerika, du hast es besser!"

Heutzutage würden die Auswanderer von damals, wenn ihr Ziel Deutschland wäre, von manchen Teilen unserer Gesllschaft als "Wirtschaftsflüchtlinge" abgestempelt werden.

Und genauso erging es tatsächlich vielen deutschen, irischen und auch italienischen Einwanderern in den USA bei ihrer Ankunft.

Sie lebt in ghetto-ähnlichen Slums und hielten sich mit unterbezahlten Hilfsarbeiten über Wasser.

Für diese Menschen hatte sich der "amerikanische Traum" schnell erledigt.

Antwort
von TT1006, 25

In ganz Europa herrschte ein akkuter Platzmangel. Das Bsp von Klaraaha's Vorfahren ist dabei sehr typisch: Bei der Landbevölkerung war es üblich, dass entweder der älteste Sohn alles bekam oder das Land aufgesplittet wurde. Nach ein paar Generationen der zweiten Methode reichte das Land aber gar nicht mehr aus, um eine Familie zu ernähren. In Amerika gab es Platz ohne Ende. Und wurde es an der Ostküste knapp, ging man eben weiter nach Osten. So sahen alle, die hier kaum noch leben konnten in Amerika ihre große Hoffnung auf ein besseres Leben.

Später (19.+20.Jhd) entwickelten sich die USA zu einer enormen Wirtschaftsmacht. Nicht nur, dass es in den USA schon eine Demokratie gab, es gab auch durch die Industrialisierung viele Jobs wie zB in der Automobilbranche (siehe Opel).

Bis heute sind die Vereinigten Staaten ein lukratives Plätzchen für Menschen, die ihr eigenes Unternehmen aufbauen wollen, eben getreu dem Motto "vom Tellerwäscher zum Millionär". Das haben ja schon viele geschafft, auch wenn natürlich noch viel mehr gescheitert sind. Aber auch bereits etablierte Unternehmen lockt es dorthin, da der Staat den Firmen weitaus freundlicher gesinnt ist, als zB Deutschland. Wozu das führt kann man ja immer wieder beobachten, wenn die USA einen neuen Haushaltsplan brauchen ...

Antwort
von Klaraaha, 25

Das hatte unterschiedliche Gründe. Ein Beispiel eines meiner Vorfahren (Bruder von Urgroßvater.) Der war Sohn Nr. 2 und Sohn Nr. 1 übernahm den landwirtschaftlichen Betrieb. Mein Urgroßvater hat ihm dann seinen Anteil ausbezahlt, denn das Land wollte und sollte er ja behalten um seine Familie zu ernähren. Der Bruder wanderte dann mit seiner Frau und zwei kleinen Kindern nach den USA aus. Auch seine Frau lies sich ihre Anteile von ihrem Bruder auszahlen.  Damit konnten sie sich in den USA eine Grundlage schaffen und weit mehr Land kaufen als sie  zuhause jemals davo hätten kaufen können. 

Antwort
von Luftkutscher, 22

Das waren zumeist Wirtschaftsflüchtlinge. Ein Teil war auch politisch oder religiös verfolgt. 

Antwort
von haileys, 39

will auf jeden fall später nach usa mach auch nächstes jahr ein auslandsjahr da (war letztes jahr schon da  und meine freundin is grad fürn jahr da) die leute sind viel offener, lockerer und verrückter xD auch high school ist viel geiler als so ne schule bei uns...landschaft, fast jede fam hat einen pool, man kann viel besser einkaufen, wetter und strand wenn man am richtigen ort ist. ich find Deutschland einfach nur langweilig, jeder schreibt einem iwas vor und es ist so spiessig...

Antwort
von androhecker, 65

Weil DE als eine der reichsten Industrienationen technisch ziemlich zurückgeblieben ist, in Nordamerika arbeitet man schon mit Notebooks in der Schule während man sich in DE immer noch mit Tageslichtprojektoren abgiebt, weil man zu dumm ist für jeden Raum wenigstens einen Beamer zu besorgen.

Kommentar von Histar ,

eigentlich meinte ich nicht gegenwart sondern so vor 200 jahren

Kommentar von androhecker ,

Achso, weil zB die wirtschaftliche Lage in Europa nicht so toll war, Nordamerika ging es da sehr gut und man hat immer noch ziemlich viel abbekommen an zB Land.

Kommentar von gerolsteiner06 ,

Du willst erklären, daß Leute nach USA auswandern, weil es in deutschen Schulen keine Beamer gibt ??

Interessant, dieser Gedanke ist mir völlig neu .... ich denke mal drüber nach.

Kommentar von androhecker ,

Das war ein Beispiel... Deutschland ist allgemein schlecht ausgestattet, das meiste was irgendwie mit Technik zu tun hat findet mittlerweile in Amerika statt.

Antwort
von adabei, 44

Genauso wie andere Europäer wanderten sie aus, weil sie sich dort ein besseres Leben versprachen.

Kommentar von adabei ,
Antwort
von voayager, 52

weil Fachkräfte dort oftmals besser bezahlt werden als hierzulande

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