waldmeister am 04.08.2007 um 14:51 Uhr
immer wieder tauchen fragen zur behandlung von teak- u bankiraiholz auf. es hängen doch noch viel mehr nachteile dran wie "nur" die abholzung des regenwalds:
-erhöhte CO2-emmissionen beim transport -fehlende unterstützung deutscher arbeitsplätze(allein in bayern rund 200.000) -widrige umstände vor ort, zb korruption, verdrängung der indianer bis hin zu mordaufträgen gegen aktive abholzungsgegner.
auch das argument "plantagenholz" zieht nicht, da ja auch auf diesen flächen vorher regenwald war u der holzkauf die plantagenwirtschaft fördert u ausweitet.
warum ignorieren viele leute diese tatsachen, wo doch heimisches holz ähnliche qualitäten aufweist(zb eiche, lärche, douglasie)?
vielleicht weils billiger ist? lasse mich hier aber gerne korrigieren...

Manche wollen eben immer was "besonderes" haben. Andere Aussagen sind "Die Bäume sind ja schon abgeholzt, da kann ich nichts dafür" oder ähnlicher Blödsinn.
Ich bin voll und ganz deiner Meinung! Wir haben genug heimische Hölzer die in der Nähe wachsen und genauso gut und schön und robust sind. Aber bei uns wird ja sogar Granitpflaster aus China angeschleppt, obwohl entsprechende Steinbrüche nur zwanzig Kilometer entfernt sind. Da spielt dann auch der Preis eine Rolle!

Den Leuten liegt der Urwald nicht so stark am Herzen wie Dir (und mir), schließlich ist er ja sooo weit weg, das interessiert uns dann nicht.
Schlicht und ergreifend aus Dummheit und Ignoranz. Die haben nicht die geringste Ahnung von dem Raubbau und scheinbar ist es "in" solche Hölzer zu verwenden. Ich lehne Affenhölzer jeder Art ab und verwende nur heimische hölzer. Allein schon der Gedanke, das diese Tropenhölzer mittels Frachtschiffen auf den Weltmeeren herumgeschippert werden, sind höchst umweltschädlich, da es a: genug heimische Alternativen gibt und b: durch das Schweröl mit dem die Schiffe betrieben werdne-giftig und äußerst umweltbelastend ist.
So lange die Regemwaldhölzer als edler oder besser gelten, werden sie auch von bestimmten Käuferschichten nachgefragt.
Aber das ist NICHT das Problem für den Regenwald. Im Gegenteil: Eine Nachfrage nach Regenwaldholz erhöht dessen Wertschätzung. Das führt zum Schutz von Regenwald.
Gefährlich für den Regenwald ist doch die Brandrodung, um Wiesen für die Viehzucht zu erhalten. Oder neue Ackerflächen z.B. für Zuckerrohr, der dann - zu Ethanol verarbeitet- vermeintlichen Umweltschützern aus dem Auspuff ihres Autos qualmt.
waldmeister am 6. August 2007 15:44 muss ich dir widersprechen. solange die nachfrage da ist, gehts dem regenwald weiterhin an den kragen. die wertschätzung besteht hier bestenfalls im materiellem sinn, was für den schutz leider gar nicht förderlich ist.

Hallo Waldmeister,
Dein Einsatz hier in aller Ehren aber mal ehrlich die Verallgemeinerungen bringen keinem etwas. 1. Wer wirklich hochwertige Möbel aus Teakholz für den Außenbereich kauft die ein paar tausend Euro kosten, der kauft in der Regel selber nie wieder Möbel für den Außenbereich denn die halten 2-3 Generationen. Und das nenn ich dann umweltfreundlicher als sich aller paar Jahre Möbel aus heimischen Hölzern zu kaufen die dann im Außenbereich nicht länger wie 3-5 Jahre halten. 2. Was die Plantagen angeht wurde der Regenwald schon in der Kolonialzeit von den Holländern und Briten abgeholzt um den Teakbaum zu kultivieren. Wenn die Plantagen ordentlich geführt werden dann können auch die Bäume sehr lange sehr viel Co² aufnehmen und Sauerstoff produzieren. 3.Von einem Regenwaldbaum kann man bei Teak auch nicht sprechen da er im Regenwald nicht vorkommt. 4. Wenn wir auf etwas schimpfen wollen dann können wir das mit so vielen Sachen machen die umweltschädlicher sind. Wer hat sich hier mal damit beschäftigt wie Edelsteine und gerade Diamanten abgebaut werden. Wie Braunkohle in manchen Ländern gerade wie in China abgebaut wird.Und und und... 5. War schon mal jemand in Indonesien und hat sich die Plantagen mal angesehen?? Da unten gibt es teilweise ganz andere Propleme als das von den Industriestaaten gut bezahlte Teakholz .
waldmeister am 5. Februar 2008 16:28 ich werd mal deine punkte "abarbeiten". 1. ich denk möbel aus heimischem holz sind trotzdem umweltfreundlicher, da unsere forstwirtschaft umweltfreundlich arbeitet(sollte zumindest), dh lücken durch entnommene bäume fördern u helfen dem verbleibenden wald(raum u licht). ich glaub auch, dass zb eichenmöbel locker länger als 5 jahre halten. 2. die kolonialzeit is natürlich lang her, aber heute ists doch eher noch schlechter geworden mit dem abholzen(technischer fortschritt). und ich muss sagen, lieber lass ich meinen sauerstoff von einem intakten, artenreichen ökosysytem(regenwald)produzieren als von einer teakholzplantage. 3. teakholz mag nicht unbedingt im regenwald vorkommen, aber wo jetzt die plantagen stehen, war eben früher mal welcher. und es breitet sich immer mehr aus. 4. du hast recht, aber ich schimpf natürlich auch auf andere sachen :-) , aber dieses teakholz- u bankiraithema wurde hier schon öfter ohne jegliche kritik angesprochen. 5. bin mir sicher, dass die noch ganz andere probleme haben, vor allem vor dem hintergrund, dass diese plantagen eigentl kein direktes "problem" für diese leute darstellen, da sie ja geld bringen. genaugenommen allerdings sollte dieser raubbau für jeden menschen ein problem darstellen, da der regenwald nicht umsonst als lunge der erde bezeichnet wird, ganz abzusehen von den nicht wieder rückgängig zu machenden schäden an flora u fauna.
hab dank für die ausführliche stellungnahme wooddoc.