Frage von Torrnado, 157

Warum verweigern viele Geschäfte die Warenrücknahme, wenn kein Kassenbon?

Ich habe die Erfahrung gemacht, daß viele Geschäfte sich strikt weigern, eine Ware zurückzunehmen und dem Kunden das Geld zurückzuerstatten, wenn der Kassenbon fehlt. Warum diese Verhalten ? es kann doch jedem mal passieren, daß man den Kassenbon versehentlich wegwirft oder diesen nicht mehr wiederfindet. besteht denn überhaupt die Pflicht, Waren anzunehmen, auch wenn man keinen Bon mehr hat ?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von hydrahydra, 101

Weil das Geschäft sichergehen muss, dass du die Ware auch tatsächlich dort gekauft hast.

Wenn du in Geschäft A einen Mixer zum Schnäppchenpreis von 50 Euro kaufst, könntest du den ja sonst auch in Geschäft B zurückgeben, wo er noch 100 Euro kostet und damit Gewinn machen. Und selbst, wenn er in beiden Geschäften dasselbe kostet, macht ein Geschöft dabei Verlust.

Kommentar von Xipolis ,

Du übersiehst, dass es auch andere Kaufnachweise außer dem Kassenbon gibt.

Kommentar von hydrahydra ,

Dann müssen die halt vorgelegt werden. Ohne Beweis, dass die Ware dort gekauft wurde, wo sie der Kunde zurückgeben will, sieht es jedenfalls düster aus.

Kommentar von simonpeters79 ,

Es ist zwar richtig, dass man dem Händler den Nachweis erbringen muss dass man das Produkt bei ihm gekauft hat. Aber ein Kassenbon ist nicht notwendig. Es reicht auch ein Zeuge. Zumindest bei Reklamationen. Ein generelles Rückgaberecht (auch von ungeöffneter Ware) hat man meines Wissens sowieso nicht und ist wenn überhaupt Kulanz des Händlers.

Antwort
von Xipolis, 57

Ob der Verkäufer berechtigt ist, die Rücknahme der Ware bei fehlen des Kassenbons zu verweigern hängt auch davon ab, ob die Rücknahme im Rahmen der Kulanz erfolgt, oder im Rahmen einer Garantie (in dieser kann der Kassenbon tatsächlich Bedingung sein), oder im Rahmen der gesetzlichen Gewährleistung.

Wenn der Käufer diese gesetzlichen Gewährleistungsrechte (Mängelhaftung) in Anspruch nehmen will, ist der Verkäufer nicht berechtigt diese zu verweigern nur weil der Bon nicht vorgelegt werden kann.

Wenn es um einen Nachweis des Erwerbes geht, sind auch andere Beweise, wie beispielsweise das Preisschild des Verkäufers auf der Verpackung zulässig. Letztlich muss sich der Käufer fragen, welchen Beweis würde ein Richter anerkennen.

Die Regelungen hier sind die §§ 433 ff. und §§ 474 ff. BGB.

Warum einzelne Verkäufer dies dennoch nicht tun hat unterschiedliche Gründe:

  1. Unwissenheit des jeweiligen Verkäufers über die gesetzlichen Regelungen.
  2. gezieltes Abwimmeln eines Käufers - ergo nur hartnäckige Käufer können ihre Rechte durchsetzen
  3. Der Großhandel im Hintergrund verlangt für die weitere Rückabwicklung vom Einzelhandel den Kassenbon des Kunden. Deswegen will der Händler nicht Rückabwickeln, weil er sonst selbst auf den Kosten sitzen bleibt.
Antwort
von Zakalwe, 84

Warum sollten sie die Ware überhaupt zurück nehmen, wenn sie nicht fehlerhaft ist? Dazu besteht keine Verpflichtung.

Und ohne Kassenbon kannst du halt auch nicht beweisen, dass du es dort gekauft hast.

Kommentar von Xipolis ,

Warum sollten sie die Ware überhaupt zurück nehmen, wenn sie nicht fehlerhaft ist? Dazu besteht keine Verpflichtung.

Korrekt.

Und ohne Kassenbon kannst du halt auch nicht beweisen, dass du es dort gekauft hast.

Wenn es nur um den Beweis geht könnte dieser beispielsweise bei Kartenzahlung auch anders erbracht werden.

Antwort
von Rolf42, 60

Grundsätzlich besteht überhaupt keine Verpflichtung, gekaufte Waren zurückzunehmen. Wenn ein Händler es dennoch tut, kann er auch die Bedingungen dafür festlegen, z.B. einen Beleg, dass die Ware auch bei ihm gekauft wurde. Auch die Einhaltung einer bestimmten Frist ist üblich und wird durch den Kassenbon nachgewiesen.

Kommentar von Xipolis ,

Das gilt allerdings nicht bei Reklamationen. Und was den Kaufnachweis betrifft so findet sich in der ganzen ZPO kein Hinweis, dass als Kaufnachweis im Einzelhandel ausschließlich der Kassenbon anzuerkennen sei (der übrigens auch noch mit der Zeit verblasst, dank Thermopapier).

Antwort
von rotesand, 46

Hallo!

Der Kaufbeleg gilt als Nachweis für den Erwerb vor Ort... sonst könnte man ja alles Erdenkliche zurückgeben, egal wo man es gekauft hat.. und das treibt den Kaufmann in den Ruin.

Allerdings gibt es immer wieder auch Kulanzlösungen, wobei das auf den Ladeninhaber/Verkaufsleiter zurückzuführen ist. Gerade wenn man sich kennt & ganz sicher ist, dass die Ware auch vor Ort gekauft wurde und sonst alles stimmt, kommt es immer wieder zu solchen Lösungen.

Kommentar von Xipolis ,

Es gibt allerdings auch andere Möglichkeiten den Kauf zu belegen als nur durch den Kassenbon.

Antwort
von Lycaa, 77

1) Kaufvertrag ist Kaufvertrag. Das Geschäft muss die Ware gar nicht zurücknehmen und schon gar kein Geld auszahlen. (Außnahme Katalog und Internetbestellung). Geschäfte, die das tun, machen es aus Kulanz, nicht weil sie verpflichtet sind.

2.) Logischerweise brauchen die den Kaufbeleg als Nachweis, dass der Kauf tatsächlich stattgefunden hat. Sie müssen ja auch rechtfertigen, warum sie Geld an einen Kunden ausgezahlt haben.

Kommentar von Xipolis ,

zu 1) Was wäre denn im Falle eine Reklamation bei einem Sachmangel der von Anfang an vorlag?

zu 2) Kassenbon ist nicht mehr vorhanden, aber auf der Verpackung ist noch das Preisschild des Verkäufers?

Kommentar von Lycaa ,

1) Dann möge der Kunde doch bitte seinen Gewährleistungsanspruch belegen, dann gibts auch Nacherfüllung.

2) Preisschild auf Verpackung ist bei uns in der Branche unüblich. Viele Geschäfte zeichnen gar nicht mehr selbst aus, sondern arbeiten mit dem Produktcode des Herstellers. In dem Fall nutzt die Verpackung auch nichts.

Kommentar von Xipolis ,

zu 1) korrekt

zu 2) Worauf ich hinaus wollte ist, dass wenn es nur um den Nachweis geht, dass der Kunde ein Produkt im Laden gekauft hat, es neben dem Kassenbon auch andere Möglichkeit gibt diesen Nachweis zu erbringen. Beispielsweise bei unbarer Zahlung den Kartenzahlungsbeleg.

Kommentar von Lycaa ,

Mit einem Karten-Beleg ist die Welt ja fast in Ordnung , damit findet man den passenden Kassenbeleg. Und man macht ja gerne viel möglich, wenn der Kunde bekannt ist und man den Zeitpunkt des Kaufes wenigstens auf ein paar Tage eingrenzen kann.

Ich beziehe mich auch mehr auf die erstaunlich große Anzahl der namenlosen Laufkundschaft, die mit nix in der Hand dasteht und dann zum HB-Männchen wird, wenn man dann mal wirklich nicht helfen kann.

Kommentar von Xipolis ,

Lycaa,

natürlich - irgendeinen Nachweis das gekauft wurde und wann gekauft wurde muss der Käufer schon erbringen.

Ohne Nachweis, kann man nur auf Kulanz hoffen.

Antwort
von Leisewolke, 64

der Kassenbon gilt als Kaufnachweis. Wenn du keinen Kaufnachweis hast, wie soll das Geschäft wissen, dass du das Produkt dort bei denen gekauft hast. Natürlich kann es passieren, dass der Kassenbeleg versehentlich weggeschmissen wird , nur gibt es dann halt Probleme wenn du Bar gezahlt hast. Hast du mit einer Karte gezahlt, kannst du den Kontoauszug als Kaufnachweis vorlegen 

Kommentar von Xipolis ,

Bei Barzahlung bietet sich das Preisetikett auf der Verpackung der Ware an, weil auf diesem meistens auch der Name des Ladengeschäftes steht.

War man nicht alleine einkaufen, gibt es überdies auch einen Zeugen.

Antwort
von metbaer, 60

Ohne Kassenbon könnte ja jeder kommen. Ansonsten gibt es bei mängelfreier Ware kein Gesetz, das einen Händler zur Rücknahme verpflichtet. 

Kommentar von Xipolis ,

Ist im Grunde richtig, wobei der Kaufnachweis, wenn der Kassenbon nicht mehr vorliegt, auch anders erbracht werden kann.

Antwort
von SpicyMuffin, 67

Sie haben keine Garantie, dass du das Gerät von ihnen hast. Könnten ja einfach die Ladeninhaber ihre Geräte prüfen und die defekten dann zum Umtausch in den Konkurrenz-Laden bringen.

Kommentar von Xipolis ,

Denke auch bitte daran, dass der Kauf auch anderweitig nachgewiesen werden kann.

Antwort
von vanillakusss, 31

Nein, gekaufte Ware muss nicht zurückgenommen werden es sein denn, diese ist defekt.

Wenn Geschäfte Ware wieder zurücknehmen, dann aus Kulanz, es ist einfach deren Entscheidung ob und was sie zurücknehmen.

Mit dem Kassenbon beweist du, dass du die Ware in dem Laden gekauft hast, in dem du jetzt dein Geld wieder haben willst.

Kommentar von Xipolis ,

Mit dem Kassenbon beweist du, dass du die Ware in dem Laden gekauft hast, in dem du jetzt dein Geld wieder haben willst.

Wenn man den nicht (mehr) hat, kann man den Kauf im Laden allerdings auch anderweitig nachweisen.

Antwort
von Rumo1980, 55

Selbst wenn es eine "Kette" ist, handeln alle auf eigene Rechnung. Du brauchst also einen Beleg aus welcher Filiale es ist. Nur dann nehmen sie es zurück. Natürlich ist auch das Kaufdatum entscheidend (für die Gewährleistung).

Kommentar von Xipolis ,

Wobei der Beleg nicht zwingend der Kassenbon sein muss. Die Beweisführung kann auch durch einen Zeugen, der beim Kauf dabei war, gelingen.

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