Frage von isthatsuli, 44

Warum vernichtete Franz Kafka einige seiner Werke?

Antwort
von DerTypInSchwarz, 17

Kafka wurde Zeit seines Lebens von großen Selbstzweifel begleitet, die unter anderem in der problematischen Beziehung zu seinem Vater begründet liegen könnten, der mit seinem Sohn nie so recht zufrieden war.

Im "Brief an den Vater" schrieb er:

Wenn ich etwas zu tun anfing, was dir nicht gefiel, und du drohtest mir mit dem Misserfolg, so war die Ehrfurcht vor deiner Meinung so groß, dass der Misserfolg, wenn auch vielleicht erst für eine spätere Zeit, unaufhaltsam war. 

Kafka betrachtete seinen Vater als eine Art übermächtige Instanz, und dessen mangelndes Vertrauen in die Fähigkeiten seines Sohnes förderte nicht gerade sein Selbstvertrauen.

Ein weiterer Grund könnte sein, dass das Schreiben für Kafka eine Art Therapie, eine Selbsthilfe war. So schrieb er in einem Brief an Felice über sein Werk "Die Verwandlung":

Was ist das für eine ausnehmend ekelhafte Geschichte [...]  und solche Dinge kommen aus dem gleichen Herzen in dem du wohnst. [...] je mehr ich schreibe und je mehr ich mich befreie, desto reiner und würdiger werde ich für dich. Aber sicher ist noch vieles aus mir hinaus zu werfen [...]

Im ersten Teil dieses Abschnittes aus dem Brief kommt noch einmal deutlich Kafkas Unzufriedenheit mit seinem Werk zum Ausdruck, indem er seine Geschichte als "ekelhaft" bezeichnet. Im zweiten Teil verdeutlicht er, dass das Schreiben für ihn eine Befreiung ist.

Unter diesem Gesichtspunkt des Schreibens als Selbsthilfe waren Kafka viele seiner Werke wohl zu persönlich und zu intim, als dass ein anderer Mensch sie zu Gesicht bekommen sollte, oder um sie gar publik zu machen.In Verbindung mit seinen großen Selbstzweifel gelangte Kafka wohl zu der Überzeugung, dass es besser wäre die Texte zu vernichten.

Schon zu Lebzeiten hat Kafka seine Texte nur wiederwillig und unter dem Drängen seines Freundes Max Brod veröffentlicht. Dieser Max Brod hat sich nach Kafkas Tod auch über dessen Nachlass hinweggesetzt, in dem dieser verlangte seine Texte nach seinem Tod zu verbrennen.

Antwort
von Shiftclick, 27
  • Kafka haderte mit sich selbst. Seine Zweifel gingen so weit, dass er seinen Nachlassverwalter Brod anwies, die noch nicht veröffentlichten Texte (darunter die heute berühmten Romanfragmente) zu vernichten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Kafka#Rezeption

Antwort
von Thyralion, 26

Ich denke weil er damit einfach nicht mehr zufrieden war, oder sich damit selbst nicht mehr identifzieren wollte. Auch können sich seine Sichtweisen mit der Zeit verschoben, so dass diese mit seiner eigenen Meinung eher kollidierten, statt diese zu stüzen.

Antwort
von mychrissie, 10

Wahrscheinlich genügten sie seine eigenen strengen Maßstäben nicht. Er wollte ja, dass sein ganzes Werk nach seinem Tod nicht veröffentlicht würde und verpflichtete seinen Freund Max Brod, dafür zu sorgen.

Dieser hat (glücklicherweise!) sein Versprechen gebrochen, weshalb wir heute das Privileg haben, Kafka lesen zu können.

Ich weiß noch genau, wie fasziniert ich als pubertierender Büchernarr war, als "Die Verwandlung" erstmals nach dem Krieg in Deutschland in der Literaturzeitschrift "Athene" veröffentlicht wurde.

Antwort
von Flimmervielfalt, 13

Weil er entschied, dass es nicht lesenswert ist. Völlig legitim.

Antwort
von SahneSchnitte22, 15

Weil sie seinen Ansprüchen nicht genügten.

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