Frage von NewKemroy, 42

Warum Vermögenssteuer, anstatt erstmal die Umverteilung von unten nach oben zu stoppen?

Kann mir das jemand erklären, warum die LINKE und eher links stehende Parteien vorrangig eine Rückumverteilung von oben nach unten fordern ohne erstmal die Umverteilung von unten nach oben gestoppt zu haben?

Ich meine, wenn mir das Boot wegen einem Loch in der Außenwand voll Wasser läuft, dann ist es doch logisch, dass ich nicht mit dem Rausschöpfen des Wassers beginne sondern erstmal das Loch stopfe.

Antwort
von soissesPDF, 17

Falsche Fragestellung.
Die Funktion des Staates ist u.a. die Umverteilung, genau in der Richtung von oben nach unten.
Darum geht es bei der Vermögenssteuer, die SPD/Grüne mit der Agenda 2010 abgeschafft haben.
Ebenso bei der Erbschaftssteuer die, weil sie große Vermögen bevorteilt verfassungswidrig ist.

Die Umverteilung von unten nach oben haben SPD und Grüne eingeführt, eben mit der Agenda 2010 (Hartz IV, Niedriglöhne).
Hier schließt sich der Kreis:
"Deutschland ist ein Sozialstaat" so steht es im Grundgesetz.
Neoliberal ist asozial!
Genau das ist die Agenda 2010.

Antwort
von Interesierter, 29

Weil die angebliche Umverteilung von unten nach oben ein Mythos ist.

Wer mehr verdient, der zahlt auch mehr Steuern und Abgaben. Wir haben einen progressiven Einkommensteuertarif. 

Freibeträge und Kindergeld machen sich prozentual bei kleineren Einkommen stärker bemerkbar, als bei großen.

Grundsätzlich steigt der Betrag, mit dem sich ein Bürger am Steuer und Sozialversicherungsaufkommen beteiligt mit der Höhe seines Einkommens.

Kommentar von NewKemroy ,

Ja, so lange man mit "oben" die Haushaltsgruppen 7, 8, und 9 meint ist das ein Mythos. Bei 10, jedoch nicht.

Kommentar von Interesierter ,

Könntest du das, was du meinst vielleicht etwas genauer beschreiben und vielleicht auch noch ein paar Zahlen anführen?

Kommentar von NewKemroy ,

Bei der Analyse der Gesamteinkommenssituation werden alle in 10 sogenannte Haushaltsgruppen aufgeteilt. Die oberste Haushaltsgruppe (=10) verfügt dabei ungefähr über ein Jahresbruttoeinkommen von 100000 EUR. Ab dieser Größenordnung (aufwärts) ist der Betreffende einfach so reich, dass er mit seinen Kapitalerträgen alle sonstigen "Kosten" überkompensieren kann. Oder auf deutsch er verdient sich dumm und dappich.

Für Kapitalerträge der Superreichen schuftet aber der kleine Arbeiter am Band. Dem seine Bezüge werden künstlich klein gehalten, wenn es z.B. um den Shareholder Value geht.

Die Haushaltsgruppen 6,7,8, sind besonders betroffen, denn sie zahlen über Steuern und Zinsen den Großteil des leistungslosen Einkommens der Superreichen.

Interessant ist das die Superreichen sogar nicht einmal mehr in die Statistik eingehen. Die hört nämlich bei einem bestimmten Wert auf. Ich glaub 18000 brutto pro Monat. Damit nehmen die nichtmal an der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung teil, was die Ergebnisse geschönt aussehen lässt.

Was mir auch recht kurios vorkommt, dass z.B. bei Tarifverhandlungen niemals die Großgeldbesitzer mit am Tisch sitzen. Meistens sind es Gebeutelte Unternehmensvorstände, denen selber das Wasser bis zum Hals steht.

Kommentar von Fielkeinnameein ,
Weil die angebliche Umverteilung von unten nach oben ein Mythos ist.

Langsam halte ich ihre Bildung für einen Mythos ... um zu leugnen das die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden braucht man schon ein extrem hohes Maß an Ignoranz.

Kommentar von Interesierter ,

Das Eine hat doch mit dem Anderen nichts zu tun. Grundsätzlich steigt mit dem Einkommen auch der tatsächliche Betrag, der an Steuern und Sozialabgaben abgeführt wird.

So haben wir das Ergebnis, dass die Menschen mit hohem Einkommen "Nettozahler" sind, während die Menschen mit geringem oder gar keinem eigenem Einkommen "Nettoempfänger" sind.

Ergo fliesst Geld nicht von unten nach oben sondern von oben nach unten.

Ob dies genug ist oder nicht, darüber lässt sich streiten. Nur sollten wir, wenn wir diskutieren, auch immer bei der Wahrheit bleiben.

Antwort
von archibaldesel, 26

Weil dein System zu weniger Steuereinnahmen führt, die Einführung einer weiteren Steuer aber zu mehr Steuereinnahmen.

Antwort
von Fielkeinnameein, 6

Weil es keinen Sinn macht die Umverteilung zu stoppen denn das System bleibt nicht einfach bei einem Punkt stehen. 

Deine Frage macht also 0 Sinn.

Antwort
von lesterb42, 13

Die Vermögensteuer ist 1996 ausgelaufen, jedoch nicht ohne die damit verbundenen Steuerausfälle auszugleichen. So wurde bundesweit die Grunderwerbsteuer von vorher 2 auf 3,5 % fast verdoppelt. Zwischenzeitlich genehmigen sich einige Bundesländer einen Grunderwerbsteuersatz von 6,5 % und liegen damit fast beim ermäßigten Umsatzsteuersatz von 7 % allerdings ohne einen entsprechenden Vorsteuerabzug.

Ich kann danach nicht erkennen, dass wir einen weiteren Bedarf an Steuereinnamen haben.

Antwort
von LeCux, 28

Weil es die Vermögenssteuer schon gibt. Man muss sie nur umsetzen, wenn indem man die Gründe für die Aussetzung behebt.

Das EEG ist auch eine Umverteilung von unten nach oben.

Die Besteuerung von Arbeitsleistung anstelle von Arbeitslohn ist auch denkbar.

Antwort
von voayager, 18

Du bist vielleicht putig, wie willst du denn umverteilen ohne andere Art der Besteuerung. Dein Wasservergleich ist voll daneben, Vorsicht, du wirst naß dabei!


Kommentar von NewKemroy ,

Wer sagt denn, dass ich umverteilen will? Ich will erstmal die Umverteilung von unten nach oben stoppen.

Kommentar von voayager ,

Nun ,die Linken wollen mehr als nur stoppen, sie wollen umverteilen. Wollen sie das nicht, sind es die längste Zeit Linke gewesen.

Aber selbst das Stoppen der Vermögensungleichheit ist ohne Besteuerung nicht möglich. Wie willste das denn sonst hinkriegen. Irgendwelche Appelle wie "Reiche, nun benehmt euch mal, nutzen jedenfalsl so garnichts, wären eine bloße Lachnummer.

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