Frage von dandy100, 65

Warum verhält sich der Kater so merkwürdig?

Hallo liebe Katzenexperten,

als Katzenbesitzer bin ich noch ein ziemlicher Neuling, habe unseren Kater erst seit einem Jahr. Er gehörte früher unsern Nachbarn bei denen er nach einem Umzug aber nicht mehr bleiben wollte. Sie sind nur ein paar Straßen weitergezogen, aber der Kater lief immer wieder zu uns zurück, bis wir dann alle beschlossen, dass er bei uns beiben soll, wenn er schon so sehr an uns und seiner alten Umgebung hängt. Wir haben in der Nähe von Freiburg in einem wahren Katzenparadies gewohnt, freistehendes Mehrfamilienhaus, kleiner Bach vor der Tür, kein Verkehr - Lucky hatte ein wunderbares Leben und war ein glücklicher Kater. Nun mußten wir aus beruflichen Gründen letzten Monat selbst umziehen - und zwar nicht nur ein paar Straßen weiter sondern vom Schwarzwald ins Ruhrgebiet. Die Entscheidung, was mit Lucky passieren soll, war sehr sehr schwer, denn obwohl wir ihn sehr lieb gewonnen hatten, wollten wir ihm sein Paradies nicht nehmen - es fand sich aber niemand, der sich langfristig um ihn hätte kümmern können; unsere Nachbarn im Haus waren entweder zu alt, teilweise über 80 (Lucky ist erst drei) und die anderen wußten nicht, wie lange sie selbst noch dort wohnen würden. Also haben wir ihn mitgenommen und leben jetzt in einem Haus mit Garten an einer verkehrsberuhigten Straße direkt an einem Waldfriedhof - es ist ganz schön hier, aber natürlich nicht der Schwarzwald. Der Umzug war natürlich Stress für ihn, aber dann hat er sich erstaunlich schnell in der neuen Umgebung zurechtgefunden, sich sofort orientiert, welche Wege zum Haus führen und wie man aus dem Garten rauskommt (indem man nämlich unter dem Gartentor rauskriecht). Wir dachten eigentlich, es sei alles gut, aber statt sich immer mehr einzuleben, wird von Tag zu Tag verstörter. Er miaut nicht mehr, wenn er vor der Hautür steht und herein will - stattdessen läuft er erstmal wieder weg, wenn man ihm öffnet, um dann sehr widerwillig das Haus zu betreten. Er sitzt und steht mitten im Raum, starrt an die Wände, erschreckt sich vor jedem Geräusch, will tagüber gar nicht mehr heraus und benutzt den Garten nur als Toilette; aufhalten will er sich darin nicht. Er wirkt insgesamt seltsam verstört, läuft weg, wenn ich ihm draußen begegne - früher ist er immer sofort schnurrend angelaufen gekommen. Sicher, wir sind erst sei zwei Wochen hier, aber es irritiert mich, dass diese Verhaltenänderungen immer weiter zu - statt abnehmen. Ich denke mal, es gefällt ihm hier nicht - ganz ehrlich gesagt: Uns auch nicht besonders, aber was können wir tun? Wir haben schon überlegt, noch mal umzuziehen, und diesmal an den äussersten Stadtrand ohne Verkehr und mit viel viel Grün, aber ist das die richtige Entscheidung? Noch mal ein Umzug, wieder eine neue Umgebung? Oder sollen wir noch abwarten? Ich weiß einfach nicht, ob das Einleben hier eine Frage der Zeit ist oder nie was wird, weil er sich hier einfach nicht wohlfühlt und wir den Schritt wagen sollten, nochmal umzuziehen. Was meint Ihr?

Antwort
von BrightSunrise, 25

Bei einem Umzug sollte man Katzen erstmal sechs Wochen nur im Haus behalten, damit sie die Wohnung bzw. das neue Haus/Grundstück auch wirklich als neues Zuhause akzeptieren.

Möglicherweise war das auch der Fehler seiner ersten Besitzer.

Katzen sind sehr empfindliche Tiere. Sie reagieren sehr sensibel auf Veränderungen und ein Umzug ist natürlich eine riesige Veränderung. Es ist alles neu. Neue Möbel, neue Wohnung, neues Haus, neues Grundstück, neue Umgebung, neue Nachbarn, neue Geräusche und neue Gerüche. Ich kann mir vorstellen, dass er sich einfach noch nicht an all das gewohnt hat, das muss ein totaler Schock für ihn sein. Er wird das neue Zuhause (noch) nicht akzeptiert haben und da ihr ihn schon so früh rausgelassen habt, wird er versuchen, wieder nach Hause zu finden.

Lasst dem Kleinen Zeit.

Grüße

Kommentar von dandy100 ,

Dankeschön für die Antwort - von Duisburg zurück in den Schwarzwald zu laufen, versucht er glücklicherweise nicht, er kommt schon jedesmal wieder, wenn er draußen war, aber eben jedes Mal widerwilliger.

Mit war schon klar, dass man Katzen nach einem Umzug eigentlich nicht sofort herauslassen soll, aber der Kater war noch nie in seinem Leben eingesperrt - ihm das auch noch anzutun, hatte ich für falsch gehalten. Es lief ja anfangs auch eigentlich ganz gut, nur dass es mittlerweile täglich schlechter wird und er sich immer sonderbarer verhält, wundert mich - ich bin davon ausgegangen, dass der Anfang schwierig wird und es dann langsam immer besser läuft, stattdessen ist es umgekehrt und der Kater scheint immer verspanner und nervöser zu werden. Deshalb dachte ich, es gefällt ihm hier einfach nicht, nachdem er mittlerweile die Umgebung ja schon kennengelernt hat.

Daher ja auch die Idee, es mit einer anderen Umgebung, die noch landähnlicher ist, zu versuchen. Bis jetzt sagen aber alle, dass man das nicht machen soll, sondern erstmal Zeit vergehen lassen soll - versuchen wir es also weiter, seufz....

Kommentar von BrightSunrise ,

Er wird sein altes Zuhause noch als sein eigentliches Zuhause. Ich denke, dass er einfach orientierungslos und verzweifelt ist, weil er nicht weiß, wie er zurück kommt.

Antwort
von MaggieundSue, 25

Ihr wollt für die Katze noch mal Umziehen?! Hut ab! Dies würde vielen nicht mal in den Sinn kommen! 

Ihr seit ja erst 2 Wochen dort....lasst ihm also noch Zeit! Wie du selber weisst, ist ein Umzug nicht nur für euch Stressig. Wenn man es dann noch "falsch" angeht, kommt dies für eine Katze, dem Weltuntergang nahe. 

Ihr wolltet dem Kater was Gutes tun und habt ihm gleich die neue Gegend schmackhaft machen wollen, in dem ihr ihn gleich die Türe öffneten. Dies war leider nicht ganz optimal. Je nach Katze sollte man sie den 1 Monat gar nicht raus lasen. Damit er sich zuerst einmal in den heimischen vier Wänden einleben kann. Nun aber ist er total durch den Wind. Da er nie ganz "ankommen" konnte. Er hatte nie die Gelegenheit zur Ruhe zu kommen. 

Er hat aber eine gute Bindung zu euch! Dies zeigt er euch, in dem er im neuen Ort, doch immer wieder nach Hause kommt! Lass ihm Zeit in dem neuen Heim anzukommen. Raus muss er da noch nicht....wenn er nicht will. Erst wenn er es für richtig hält, wird er seine neue Umgebung genauer auskundschaften. Denn dies bedeutet ja auch, neue Reviere stecken und sich auch mal in einen Kampf einlassen......

Habt einfach Geduld und lasst ihm seine Zeit die er braucht! Dann kommt dies schon wieder gut. Umziehen würde ich nicht nochmal. Ansonsten verliert er ganz seine Orientierung.....

Viel Spass im neuen zuhause ;) 

Kommentar von dandy100 ,

Vielen Dank für diese Antwort! Wir wußte schon, dass man eine Katze nach eine Umzug eigentlich nicht gleich herauslassen soll, aber wir wollten den Schock des Umzugs nicht noch vergrößern indem wir ihn auch noch zusätzlich einsperren - dass die Haustür plötzlich für ihn verschlossen bleibt, hat er ja noch nie vorher erlebt, er hatte auch noch nie ein Katzenklo.

Danke jedenfalls für den Rat, es erstmal weiterhin zu versuchen und ihm Zeit zu geben, sich einzuleben - wir würden tatsächlich noch mal für ihn umziehen, denn wir möchten, dass er sich wohlfühlt; es wäre ganz schlimm für uns, wenn das nicht gelingt.

Kommentar von BrightSunrise ,

Der Schock war dafür umso größer. Er wurde einfach in eine vollkommen neue Umgebung reingesetzt, er kannte da einfach gar nichts. Hättet ihr ihn im Haus behalten, hätte er sich erstmal an dieses gewöhnen können und hätte immer einen Rückzugsort gehabt. So bekam er gleich die volle Dröhnung...

Kommentar von MaggieundSue ,

Na ja, jetzt ist es halt so und nun versucht ihr halt das Beste daraus zu machen. In dem ihr ihm einfach die Zeit und Geduld gebt, die er braucht. 

Versucht halt ein bisschen in die Katze einzufühlen. Denn eine neue Umgebung mit neuen "schwierigen" alteingesessenen Nachbarkatzen ist halt nicht einfach! Die langjährige Revierplanung muss neu geschrieben werden. Was ein Krampf ist ;)  Dies braucht Nerven! 

Aber wie schon gesagt. Ihr habt eine gute Bindung und hilft ihm einfach dabei so gut es geht! ;)

Expertenantwort
von maxi6, Community-Experte für Katze, 17

Lass den Kater erst mal ausschliesslich im Haus (mindestens 2-3 Wochen), damit er sich an die neuen Gerüche und Geräusche seiner neuen Umgebung gewöhnen kann, denn Dein Kater ist verunsichert, weil er nicht weiss, was da abgeht.

Wenn Dein Kater im Haus ist, solltest Du viel mit ihm reden, spielen und mit ihm schmusen und ich denke, mit der Zeit wird er mitbekommen, dass das nun seine neue Bleibe ist und ich denke, dass er dann auch sicher wieder raus möchte.

Noch mal nen Umzug würde ich auf keinen Fall wagen.

 

Kommentar von dandy100 ,

Mit ist schon klar, dass man eine Katze nach einem Umzug erst mal im Haus behalten soll, aber der Kater war noch nie in seinem Leben eingesperrt, er kennt nicht einmal ein Katzenklo - soll ich ihm das wirklich antun?

Was mich so sehr irritiert ist, dass der Anfang eigenlich relativ gut lief und er sich schnell orientiert hat, dass er aber nun nicht von Tag zu Tag sicherer wird, sondern immer verspannter und nervöser. Daher der Gedanke, dass es ihm hier einfach nicht gefällt, nachdem er die Umgebung ja bereits kennengelernt hat.

Hier gibts nun mal Straßen mit Autos, auf die er aufpassen muss, wenn er in der Gegend herumstreifen will - ich habe beobachtet, dass er auch tatsächlich sehr vorsichtig auf alles achtet, aber das ist natürlich nicht dasselbe Leben wie im Schwarzwald. Leider kann er mit dem großen Garten nichts anfangen, ausser sofort herauszufinden, wie man da rauskommt - Mauern und Zäune ist er nun mal nicht gewöhnt; daher kam der Gedanke eben doch ganz raus aus der Stadt zu ziehen, aber hier raten alle, nicht noch einmal umzuziehen - danke jedenfalls für all die Ratschläge, es wird wohl tatsächlich das Beste sein, noch etwa Zeit ins Land gehen zu lassen und zu sehen, wie sich das Ganze weiterentwickelt.

Kommentar von maxi6 ,

So wie Dein Kater sich verhält, fühlt er sich nicht sicher, weder im Haus, noch im Garten.

Aus dem Grund würde ich Dir empfehlen, den Kater noch einige Tage im Haus zu behalten. Im Haus solltest Du ihn beschäftigen und lieber ein Katzenklo aufstellen. Das heisst nicht, dass Du ihn einschliessen sollst. Klar, dass er sich an Zäune und Mauern erst gewöhnen muss. Evtl. nützt es ja was, wenn Du öfter mal mit dem Kater zusammen rausgehst.

Meine Freigänger, sowie meine 3 Strassenkatzen, die in meinem Hof leben, begleiten mich oft auf meinen Spaziergängen und zwar freiwillig und ohne Zwang. Auch meine Freigänger wurden von ihrer Mutter bereits mit in den Garten genommen, kaum, dass sie richtig laufen konnten. Meine Katzen verbringen oft auch Tage oder Nächte im Haus und auch das ganz ohne Zwang. An Deiner Stelle würde ich es probieren. Es könnte nämlich sein, dass er bereits ne für ihn unangenehme Erfahrung gemacht hat, was immer das war.

Meine Katzen sind auch Freigänger, aber ich habe trotzdem 2 Katzenklos im Haus stehen, die von 2en meiner 5 Freigänger im Notfall benutzt werden.

Kommentar von dandy100 ,

Dankeschön für die Antwort - ich habe das schon versucht,  mit ihm zusammen rauszugehen, aber das scheint ihn eher noch mehr zu irritieren als ihm zu helfen.

Genau wie Deine Katzen hat Lucky mich früher auch oft begleitet und sich immer gefreut, wenn wir uns draussen nach dem Einkaufen z.B irgendwo begegnet sind; da kam er immer schnurrend angerannt.

Jetzt aber läuft er vor mir weg, wenn er mich draussen sieht, meine Gegenwart scheint ihm keine Sicherheit zu geben sondern eher im Gegenteil, ihn zu verscheuchen.

Das Haus hat zwar schon am ersten Tag erkundet und an allen Nachbarstüren geschnüffelt, traut sich aber jetzt an keiner Tür mehr vorbei.

Ich habe das Gefühl, dass es für ihn hier einfach nicht stimmt und bin sehr im Zweifel, ob sich das wirklich noch verbessert oder ob er in ein paar Wochen so verkrampft ist, dass nichts mehr von dem einst so fröhlichen Straßentiger übrig ist. Ich frage mich auch tatsächlich, ob dieser Friedhof eventuell eine negative Ausstrahlung hat; Katzen sind ja sensibel für Atmosphären.

Daher der Gedanke, nicht zu riskieren, dass es ihm täglich immer schlechter geht und lieber gleich noch mal umzuziehen anstatt weiter abzuwarten.

Ist das wirklich so falsch gedacht?

Kommentar von maxi6 ,

Ich glaube zwar nicht, dass der Friedhof da eine Rolle spielt, sondern denke eher, dass irgend ein dummer Mensch ihm nen Schrecken eingejagt hat, oder sowas in der Richtung.

Persönlich würde ich sooo schnell nicht nochmal nen Umzug riskieren, denn wie kannst Du sicher sein, dass sich Dein Kater dann am nächsten Ort nicht genauso unwohl fühlt?

Auch meinen 5 Freigängern und 3 Strassenkatzen  steht im nächsten Jahr ein Umzug in ein neues Haus bevor, aber ich werde alle 8 Katzen mit Sicherheit nicht gleich von Anfang an rauslassen, sondern sie mindestens 3 Wochen drin behalten, denn mein jetziges Haus und das Neue, sind nur etwa 2 km auseinander.

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Antwort
von jmichael, 27

Was viele nicht wissen ein Umzug ist für Katzen sehr schwer und anstrengend. Ich hatte selbst bis vor zwei Jahren einen Kater, der schon sehr alt war(18 Jahre) und wir sind mit ihm umgezogen. In den ersten Wochen hat er kaum was gegessen und nicht mehr geschnurrt und so weiter. Dann sind wir zum Arzt und der meinte dass unser Kater einen Tumor hat...was ich aber komisch fand ist, dass er den Tumor schon seit längerer Zeit hatte und er ihm erst Probleme bereitet hat als wir umgezogen sind...was ich damit sagen will: ich glaube deine Katze ist sehr gestresst. Ich würde jetzt auf keinen Fall noch mal umziehen, dass ist noch mal viel mehr Stress. An deiner Stelle würde ich das alles noch mal ein paar Wochen beobachten aber in der Regel gewöhnen sich Katzen daran. Wenn es wirklich nicht besser wird geh auf jeden Fall mal zum Arzt! Viel Glück

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