Warum unterscheidet man zwischen 7 Einkünftsarten in der Einkommensteuer?

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6 Antworten

Weil der Gesetzgeber es anscheinend gut fand, zwischen verschiedenen Arten von Einkünften zu unterscheiden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Einkunftsart\_%28Deutschland%29

Warum werden die Einkünfte nicht einfach addiert?


Werden sie doch, sie werden nur getrennt ermittelt und dann addiert.

https://de.wikipedia.org/wiki/Einkommensteuer\_%28Deutschland%29#Rechenschema












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Kommentar von LM219
14.10.2016, 12:18

Ja, die Frage ist, wieso werden die getrennt ermittelt?

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Sie werden doch addiert zur Summe der Einkünfte (Ausnahme bei Kapitalerträgen mal außen vor).

Es gibt 3 Gewinn- und 4 Überschusseinkunftsarten.

Bei den Gewinnarten gibt es eben unterschiedliche Betriebsausgaben die man berücksichtigen lassen kann (fixe und varible Kosten), die aber nicht immer zwingend auch Werbungskosten bei den Überschusseinkunftarten wären.

Überschusseinkunftsarten zeichnen sich auch durch eine gewisse Konstanz aus, während Gewinne nun mal schwankend sind.

Letztes Jahr lag mein Gewinn vor Steuern (Einkünfte aus Gewerbebetrieb) bei etwa 180.000,- €. Dieses Jahr dürften es, wenn jetzt kein Mega-Einbruch kommt etwa 200.000,- € bis 210.000,- € sein.

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Manche Einkunftsarten werden anders versteuert. Und sie haben auch unterschiedliche Werbungskostenpauschalbeträge.

Ein paar Beispiele:

Vom Lohn (Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit) wird Lohnsteuer einbehalten. Die Lohnsteuer ist eine besondere Erhebungsform der Einkommensteuer. Auf den Lohn musst du ja nicht nochmal den gleichen Satz an Steuern zahlen... wäre ja blöd :-)

Kapitaleinkünfte wie Zinsen (Einkünfte aus Kapitalvermögen) werden mit einem Regelsteuersatz von 25% versteuert. Gerade bei Menschen, die gut verdienen ist das ein Steuervorteil. Menschen, die bei dem Rest ihrer Einkünfte einen niedrigeren Steuersatz zahlen, können die Günstigerprüfung beantragen, bei der die Kapitaleinkünfte mit dem tariflichen Steuersatz (und dann eben evtl. niedriger) versteuert werden.

Reparaturen (Handwerkerleistungen) und haushaltsnahe Dienstleistungen sind bei Vermietungen und Verpachtungen voll anzusetzen, im eigenen Haushalt nur beschränkt.

Von den Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit kann ein Werbungskostenpauschbetrag von 1.000 EUR abgezogen werden. Bei Renten ein WK-Pauschbetrag von 102 EUR.

Das alles klingt kompliziert für den Laien. Es macht es aber in Wirklichkeit einfacher, sowohl für den Steuerpflichtigen als auch für die Finanzverwaltung (und für die Steuerberater erst recht).

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Sieh Dir die 7 Einkunftsarten doch mal an.

1. Land- und Forstwirtschaft

2. Geweerbebetrieb

3. selbständige Arbeit

4. Nichtselbständige Arbeit

5. Einkünfte aus Kapitalvermögen

6. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung

7. sonstige Einkünfte (u. A. Renten).

Willst Du allen ernstes, dass ein Rentner (Eink. § 22 EstG) mit der Vermietung einer ETW (§ 21 EStG) und etwas Dividenden aus Aktien (§ 20 EStG) mit den gleichen Vorschriften die Einkünfte ermittelt werden soll, wie die von einem Mittelständischen Unternehmer mit einem Betrieb von 500 Mitarbeitern (§ 15 EStG). Oder einem Schönheitschirurgen, der jährlich 1 Mio. Umsatz macht (§ 18 EStG).

Von den Sondervorschriften für die Landwirtschaft wie die Besteuerung nach Durchschnittssätzen für kleine Betrieb gar nicht zu reden.

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Einfachste Antwort: Weil unser Staat es in Jahrzehnten nicht geschafft hat, eine vernünftige Steuerreform zu beschließen. Diese Unterteilung ist idiotisch und deshalb nicht in fünf Sätzen erklärbar.

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Kommentar von PatrickLassan
14.10.2016, 12:27

Diese Unterteilung ist idiotisch

Was genau ist daran idiotisch? Das sollte man in weniger als fünf Sätzen begründen können ...

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Weil die Einkünfte jeweils auch anders ermittelt werden. Bei gewerblichen Einkünften durch eine Gewinn- und Verlustrechnung nach Bilanzrichtlinien, bei Arbeitslohn aus den bescheinigten Einnahmen, gegenübergestellt mit den Aufwendungen des Arbeitnehmers usw.

Inzwischen könnte man mit den gesetzlichen Vorschriften und Richtlinien zu den einzelnen Einkommensarten ganze Bücher füllen, da macht eine Trennung schon Sinn.

Im Endeffekt werden die Einkünfte ja auch addiert. Was stört dich denn an dem Verfahren?



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