Frage von Buddha2016, 150

Warum tun sich die EU-Länder so schwer mit einer gemeinsamen Armee?

Der erste konkrete Plan zu einer Europaarmee wurde schon 1950 von René Pleven entworfen.Jeder Staat sollte einen Beitrag zu dieser Armee leisten, aber trotzdem noch seine eigenen Verbände unterhalten dürfen.

60 Jahre später ist man immer noch nicht wirklich weiter gekommen. Ich sehe vor allem Deutschland als Fürsprecher einer Europaarmee, während andere Länder sehr skeptisch gegenüber so einer Verteidgungsstrategie stehen.

Was sind die Gründe für die Zurückhaltung? Glaubt man nicht an den Fortbestand der EU?Könnte die Nato die EU-Armee als Konkurrenz-Organisation ansehen?

Antwort
von thetee99, 49

Dafür ist Europa noch nicht "vereint" genug... die einzelnen Länder innerhalb der Staatengemeinschaft wollen ja unbedingt ihre Souveränität behalten, eigene Entscheidungen treffen... das ist ja auch aktuell das Problem an der EU. Die Engländer sagen z. B. das sie zwar kein Problem mit einer Staatengemeinschaften haben (am liebsten wieder das Commonweath), dass Problem ist, dass "die Deutschen ja immer führen wollen".

Wer sollte dann also eine EU-Armee anführen? Wessen Interessen wird diese Armee vertreten bzw. verteidigen? Wenn ein Land an der Grenze zum Nahen Osten einen Krieg provoziert, oder eine ethnische/politische Minderheit attackiert, müssen dann Franzosen und Spanier ihre Soldaten dort hinschicken?

Die Länder der EU-Gemeinschaft haben ja unlängst bewiesen, dass sie nur Vorteile für sich daraus haben wollen (Geld), aber keine Verpflichtungen eingehen wollen.

Antwort
von straton, 12

So wie die Politik sich in Deutschland nicht bei den dringendsten Problemen einigen kann (Beispiel Einsatz Bundeswehr im eigenen Land), wäre eine Einigung über eine EU-Armee ebenso ausgeschlossen. Es sei denn , Deutschland wäre wieder einmal der Großzahler und würde alle Lasten tragen. Aber zu bestimmen hätte die Bundesrepublik natürlich nichts. Europa kann man gelegentlch mit einem hinkenden Känguru vergleichen. Das alte Sprichwort lautet: Einigkeit macht stark. Aber davon sind wir weit entfernt, auch weil wir an den Spitzen der Länder, mit wenigen Ausnahmen ,Amateure sitzen haben.

Antwort
von Kefflon, 67

Erst einmal  gibt es bereits Niederländische Bataillone unter Deutscher Führung und anders herum. Die Zurückhaltung liegt an dem Nationalismus. Sollen die eigenen Soldaten für fremde Länder sterben? usw.  

Dann der Zusammenhalt in der EU... Flüchtlingskrise und Brexit stellen die EU auf eine harte Probe. Dann noch eine komplett gemeinschaftliche EU-Armee aufzustellen braucht seine Zeit. Vor allem sind viele Länder nicht viel länger als 20 Jahre in der EU. Durch Gesetze und Richtlinien verschmelzen die einzelnen Länder schon recht stark, wie ich finde. 

Noch ein paar Jahre und dann ist es wahrscheinlich nicht mehr so weit zu einer gemeinsamen Armee.

Antwort
von DerTommy86, 93

Eine EU-Armee bedeutet nichts geringeres als die Aufgabe der Souveränität der Mitgliedsstaaten hinsichtlich der äußeren Sicherheit. Diesen Schritt will niemand leichtfertig gehen. 

Man muss sich vor Augen halten, dass die EU kein Bundesstaat ist, sondern ein loser Staatenbund. 

Antwort
von pritsche05, 5

Diese ( Teil ) armee gibt es schon lange ! Sie nennt sich Eurogentfor. Besteht aus ca. 2000 Mann ( alle aus der EU )  und ist als Unterdrückungswerkzeug bei Unruhen innerhalb der EU gedacht. Also als Beispiel: wenn in Deutschland Unruhen ausbrechen würden, würde man diese Truppen anfordern, aus einem einzigen Grund, die Politiker können später sagen das nicht Deutsche Soldaten auf Deutsche Bürger geschossen haben. Wenn diese truppe eingesetzt wird geht alle Behördliche Macht in Ihre Hände über, soll heissen Polizei und Militär sind neutralisiert. Sie hat als einziger das Sagen.

Unmöglich ?? Mach dich mal schlau !

Antwort
von zumsee, 34

Ich bin kein Freund einer gemeinsamen europäischen Armee, weil sie so überhaupt nicht für das steht was Europa vorgibt zu sein.Viele denken, die EU wird das 2.USA, aber eigentlich ist der Grundgedanke der EU ein ganz anderer.Eine gemeinsame Armee würde ganz einfach das falsche Signal für die nächsten Generationen senden.

Ein Argument von Juncker für eine gemeinsame Armee war :"die EU gegen Russland schützen".Länder wie Russland oder China respektieren zwar Stärke, jedoch hat bloße Stärke bei diesen Ländern auch noch nie zu einen klaren Umdenken geführt.Amerika bekommt das jeden Tag zu spüren.

Schäuble sah natürlich den finanziellen Nutzen einer gemeinsamen Armee und begründete:"Die Mittel, die wir für 28 nationale Armeen aufwenden, könnten gemeinsam sehr viel wirksamer eingesetzt werden."Dazu müsste man natürlich erst mal wissen, für was man eine riesige Armee überhaupt braucht.Ohne ein geeintes Europa lässt sich auch schwierig eine gemeinsame Außenpolitik vertreten.

Eine EU-Armee würde einfach viel zu früh kommen und würde mehr Schaden als Nutzen bringen.

Antwort
von soissesPDF, 40

Schlicht weil die EU kein Staat ist.
Die brabbeln laufend von EU-Bürgern und EU-Ausländern, wie könnte man da je von einem EU-Soldaten reden?

Eine Armee verteidigt das eigene Land, nicht aber das EU-Ausland.
Deutsche Panzer in Frankreich oder Polen?
Na da wäre aber was angesagt, was nichts mit Romantik zu hätte.

Kommentar von ElitessFon ,

Für wen kämpft dann die "Friedenstruppe der Vereinten Nationen" oder die "Internationale Sicherheitsunterstützungstruppe" ?

Ich sehe das auch nicht viel Romantik.

Kommentar von soissesPDF ,

Die kämpfen nicht!
Im Gegenteil, fällt ein Schuß müssen die sich zurückziehen.

Antwort
von voayager, 36

Die EU ist in erster Linie ein Wirtschaftsverband allgemein, eine Allianz der Konmzerne insbesondere. Weitere Ambitionen sind entweder nicht vorgesehen oder nur ein bloßes Lippenbekenntnis.

Antwort
von Toton, 45

Anstatt eine Europa Armee aufzubauen oder bestehendes Militär weiter aufzurüsten, sollte man lieber die Rüstung abschaffen und das Geld in Bildung stecken wie Costa Rica es seit sechs Jahrzehnten macht. Die haben das so gemacht und das Land gibt es immer noch.

Kommentar von Buddha2016 ,

Das mag zwar auf den ersten Blick ganz interessant aussehen, aber für eine führende Industrienation ist das sicher nicht realisierbar.Zumindest nicht, wenn man eine führende Nation bleiben will.

Nicht mehr aufrüsten heißt auch technologisch zurückfallen.Die neueste Technologie wird nun mal zuerst in der Militär-und Weltraumindustrie entwickelt und eingesetzt.

Kommentar von Margarita89 ,

Stimme dir zu, wieso noch eine weitere Armee die dann die Bevölkerung überwacht, die Sie eigentlich schützen soll und im Notfall sogar auf die Bevölkerung schießt, wenn die Bevölkerung den Menschen in Politik und Wirtschaft an den Kragen will, die hier die ganzen Schäden verursachen.

Kommentar von Buddha2016 ,

Eine Europaarmee, statt 28 einzelnen Armeen.

Kommentar von Spaghetti74 ,

Ich sehe da ein großes Problem, wenn du eine riesig große Armee hast, wie soll die überwacht werden, damit die kein Blödsinn machen.

Man sieht es ja jetzt schon an Brüssel, dort werden Gesetze für z.B. Italien gemacht. Die Italiener haben auf diese Gesetze gar keinen Einfluss.

Roman Herzog hat 1994 ein Gutachten in Auftrag geben, welches beweist, das damals 84% aller gesetzte die für Deutschland gemacht wurden in Brüssel gemacht wurden.

Egal welche Partei damals an der Macht war zu diesem Zeitpunkt, egal wen die Bürger damals Gewällt haben, es war völlig egal und hatte auf die 84% der Gesetze gar keinen Einfluss.

Ich glaube eine Europaarmee, würde solche Probleme nicht nur politisch, sondern auch militärisch mit sich bringen, weil die Leitung einer so großen Armee nicht mehr ausreichend genug überwacht werden kann.

Aber nebenbei ... es gibt doch schon die Eurogendfor, ist das nicht schon so was wie eine Europaarmee ...

Kommentar von Buddha2016 ,


Man sieht es ja jetzt schon an Brüssel, dort werden Gesetze für z.B.
Italien gemacht. Die Italiener haben auf diese Gesetze gar keinen
Einfluss.

Das klingt zwar in diesem Fall ein wenig extrem, aber für mich ist das nun mal Demokratie.Man entscheidet zum Wohle der Masse.Es gab sicher auch Gesetze, die im Bundestag verabschiedet wurden, welche der Insel Sylt nicht gefallen oder sogar geschadet haben, aber für Gesamtdeutschland sehr produktiv waren.



einer so großen Armee nicht mehr ausreichend genug überwacht werden kann.

Das ist ja nur eine Frage der Organisation.Es müssten Institutionen eingerichtet werden, welche genau diese Aufgabe haben.So wie es in vielen europäischen Ländern schon vorhanden ist.



es gibt doch schon die Eurogendfor, ist das nicht schon so was wie eine Europaarmee


Es gibt zwar schon viele militärische Kooperationen zwischen einigen EU-Ländern, das ist aber mehr "sharing&pooling" als eine nachhaltige Zukunfts-Strategie.

Die Eurogendfor ist außerdem eine Militärpolizei.So weit ich mich erinnere, darf Deutschland, aus historischen Gründen(?),
nicht mal eine haben.


Kommentar von DerTommy86 ,

Wenn du schon so gut informiert bist, warum weist du dann nicht auch darauf hin, dass Costa Rica - so wie fast alle Länder ohne eigenes Militär - eine sogenannte Schutzmacht hat? Im Falle Costa Ricas sind das die USA.
Und selbst die Staaten, die weder Militär, noch eine Schutzmacht haben, unterhalten meist Polizeieinheiten, die paramilitärisch ausgebildet sind, militärische Spezialeinheiten und Küstenwachen. Du siehst also: Sehr schlechtes Beispiel.

Vielleicht solltest du auch nicht völlig unbedeutende Kleinststaaten mit großen Industrienationen vergleichen.

Kommentar von Toton ,

@ DerTommy86

Ich kann es nicht wissen, weil ich nicht alle wissen kann. Würde ich alles wissen, würde ich DerTommy86 heißen und ich würde als Kleinformat auf dein Kaminsims stehen und du würdest mich jeden Tag anbeten, tu ich aber nicht und möchte ich auch nicht.

Aber egal ob Costa Rica ein gutes Beispiel war oder nicht, bin ich trotzdem gegen mehr Rüstung. Scheint ja auch nicht so viel zu bringen, sonst würde es ja nicht so viel Krieg auf der Welt geben und gegen Terrorismus schützt mehr Militär auch nicht.

Und Polizei oder Spezialkräfte sind ja auch noch einmal etwas anderes, die nur dazu da sind, die Bevölkerung zu schützen, als Militär, welches größtenteils über Waffen verfügt, die zum Angriff gedacht sind und nicht zur Verteidigung.

Kommentar von Lotus1994 ,

Auch wenn "Toton" kein Costa Rica Experte ist, gefällt mir seine Einstellung. Polizei um die Bevölkerung zu schützen, ja. Militär nein!

Kommentar von Spaghetti74 ,

@ Buddha2016

Ja, du hast in vielen Sachen Recht, auch mit der Demokratie.

Trotzdem wehrt sich mein gesamter Körper mit Leib und Seele dagegen und macht mir auch ehrlich gesagt Angst, wenn Menschen aus Brüssel für Deutschland Gesetze machen, die wahrscheinlich nie in Deutschland gewesen sind und gar nicht wissen, was die Menschen in Deutschland wollen.

 ... wirklich, ein sehr sehr schwieriges Thema ...

Antwort
von Modem1, 6

Die Nato reicht aus.

Antwort
von Reanne, 61

Die Eu-Länder sind fast alle in der Nato, wozu noch extra eine Europa-Armeee?

Kommentar von Buddha2016 ,

Du sagst es ja selbst.Fast alle EU-Länder.Die Nato besteht nun mal nicht aus allen EU-Länder und vetritt auch nicht nur die Interessen der EU.

Kommentar von anikaVoin ,

erkläre mir mal die Interessen der EU?

Expertenantwort
von atzef, Community-Experte für Politik, 25

Konkrete Pläne für eine EU-Armee gibt es auch nicht in Deutschland.

Was es allerdings gibt, ist ein Kostendruck, der auf eine Vereinheitlichung der Ausrüstung hinwirkt.

Ansonsten sind so ziemlich alle EU-Staaten auch Mitglied der NATO. Insofern gibt es da keinen großen Bedarf.

Antwort
von ratatoesk, 8

Richtig ,das alles mit der EU ect. wurde schon einmal probiert und ging damals in die Hose,genauso ,wie es jetzt scheitern wird.Völker lassen sich nicht durch Zwang vereinen.

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