Frage von kolui, 203

Warum tritt Cameron zurück?

Sicher ist uns allen Bewusst, dass heute ein historischer Tag für die Demokratie ist. Großbritannien hat sich die Unabhängigkeit zurück geholt und allen Drohungen der EU & USA widersetzt.

Ich frage mich nur, weshalb dies zu einem Rücktritt von Cameron führt. Er hatte sich dafür entschieden das Volk entscheiden zu lassen, wie es bei einer Demokratie auch sein sollte.

Jetzt hat sich Großbritannien für die Freiheit entschieden, wieso führt dies nun zu Camerons Rücktritt? Auch wenn er für den Verbleib war.. wieso unterstützt er sein Volk nicht weiter? Immerhin hat er mit seiner Partei die Absolute Mehrheit erlangen können.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von 486teraccount, 118

vermute weil er nun nicht mehr nützlich ist für die EU-New World Order.

Müssen sich jetzt einen Plan B einfallen lassen.

Kommentar von PatrickLassan ,

Dass Cameron selbst für das Referendum verantwortlich ist, ist dir offensichtlich nicht bekannt.

Antwort
von Agentpony, 38

Cameron wird in die Geschichte eingehen als der Totengräber des Vereinigten Königreiches. Naja, auch eine Art, unsterblich zu werden, denn sonst wäre sein Vermächtnis ungefähr auf Höhe Gordon Browns geblieben. Gordon wer? Ja, genau so einprägsam.

Es ist in UK seit langem populär, innenpolitisches Versagen der EU anzulasten. Das ist dann der böse Moloch, der irgendwie nach Frankreich müffelt und der der strammen, aufrechten englischen Bulldogge heimtückisch das Geld aus der Tasche zieht. Ein gefundenes Fressen für jeden profilierungswilligen Politiker. Und Cameron ist das über JAHRE mitgegangen. 

Er hat sich seinen letzten Wahlsieg über das Versprechen des Referendums erkauft - zu spät dann erkannt, daß die Briten dümmer als angenommen sind und möglicherweise tatsächlich Leave stimmen. Um dem entgegenzuwirken, hat er in den letzten Wochen gleichsam den Weltuntergang an die Wand gemalt, und auf diesem negativen Forum noch den allerletzten Rest seiner Glaubwürdigkeit bei den Konservativen verspielt.

Der Rücktritt ist die einzige mögliche Konsequenz, und ist doch als Strafe für seine eigene Hubris längst nicht genug.

Kommentar von kolui ,

Weil er ein Demokrat war und das Volk abstimmen ließ, so wie es sein sollte?

Kommentar von Agentpony ,

Demokratie hat nichts mit Volksbefragungen zu tun, du machst es dir zu einfach.

Kommentar von kolui ,

Oh doch. Volkswahlen sind die höchste Form von Demokratie und sollte standart sein. Traurig wie wenig Demokratie der Linke suff haben möchte.

Kommentar von Agentpony ,

Nein, ist es nicht in einem Millionenstaat. Es ist sporadisch anwendbar, aber je komplexer das Thema, umso mehr verkommt es zur Herrschaft der Dummen und des kleinsten gemeinsamen Nenners.

Wiederum machst du es dir viel zu einfach.

Antwort
von LordFantleroy, 8

Auch wenn ein offensichtlicher Freund einfacher Erklärungsmuster ("NWO") so etwas nicht gerne hört: weil er sich ganz einfach verzockt hat. Cameron wollte damit ein politisches Problem lösen und glaubte nicht an einen Sieg der EU-Gegner. In Camerons Partei sind die EU-Skeptiker in der Mehrzahl und Cameron wollte sie mit dem Referendum zum Schweigen bringen.

Das Referendum hat Großbritannien gespalten in unversöhnliche Lager der vornehmlich älteren Exit-Befürworter und der jüngeren Generation von Gegnern, die nun die Suppe auszulöffeln haben.

Ein Riss, der nicht nur durch die Altersgruppen geht, sondern auch die Konfliktlinien zwischen Stadt und Land, wie auch zwischen Irland, Schottland und England wieder aufgerissen hat. Schon jetzt bringt Schottland ein Referendum über die Unabhängigkeit von Großbritannien ins Spiel und auch Irland will den Brexit nicht so einfach hinnehmen.

Cameron steht jetzt vor den Trümmern seines Pokers. Er hat hoch gesetzt und alles verloren.

Antwort
von quantthomas, 80

Cameron hat hoch gepokert und leider verloren. Selbstverständlich soll dieser Boris Johnson Regierungschef werden und Großbritannien wieder zu einstiger Größe zurückzuführen, wie er es versprochen hat.

Wer die Klappe so weit aufreißt, sollte auch den Mumm haben, nicht auf halben Weg stehen zu bleiben. 

Wir Europäer wollen, nach diesen üblen Beschimpfungen sehen, wie der Karren aus dem Dreck gezogen wird. 

Antwort
von JBEZorg, 61

Seine Leute haben verloren obwohl er ziemlich siegessicher war. Das ist die Konsequenz, die vielen Politikern eigtl. fehlt.

Antwort
von Zumverzweifeln, 106

Weil er dann gegen seine eigene Überzeugung arbeiten müsste und meint, dass solle dann lieber ein Brexit-Befürworter tun!

Antwort
von clemensw, 38

Was zahlt die UKIP eigentlich für so plumpe Propaganda?

Cameron war ein Befürworter der EU und tritt zurück, weil die Mehrheit seines Volks offensichtlich nicht mit seinem Kurs einverstanden ist.

Und das ganze Gerede von "Freiheit", "Unabhängigkeit" und "Selbstbestimmung" kannst Du die Toilette runterspülen.

Schau dir einfach nur die Außenhandelsbilanz von GB an. Diese war in dne letzten 10 Jahren IMMER negativ, d.h. GB ist auf möglichst billige Importe angewiesen. Das haben sie durch die Entwertung des GBP verspielt.

Dann wirf einen Blick auf die Handelspartner: Platz 2,3,4,5,6,.. sind EU-Länder.

Tritt GB aus dem EU-Binnenmarkt aus, dann schmiert ihre Wirtschaft ab.

Wollen sie im EU-Binnenmarkt bleiben (die ominöse "Norwegen-Lösung"), dann müssen sie 

a) Kohäsionsbeitrag zahlen (vermutlich sogar mehr wie bisher, da der "Britenrabatt" wegfällt) und 

b) das aquis communautaire (d.h. alle EU-Rechtsnormen) übernehmen.

Kurz: Die selben Normen wie zuvor, aber teurer und ohne Mitspracherecht.

Fazit: Der Brexit war die dümmst-mögliche Lösung und die Briten tun mir jetzt schon leid, wenn sie die Zeche zahlen dürfen.

Antwort
von Bswss, 89

Du solltest hier kein plumpe UKIP-Farage-Propaganda ("Freiheit, Unabhängigkeit")verbreiten. Sie wird auch durch ständige Wiederholung nicht "wahrer". Glaubst Du etwa im ERNST, dass GB als eine Art autarker Insel-Staat  ohne Beziehungen zu Europa und dem Rest der Welt weitermachen kann? Mensch, schalt' dein HIRN ein! 

Seltsam, dass Schottland und Nordirland den Unsinn NICHT mitmachen wollten und - in Deiner Lesart - unfrei, also sozusagen in der furchtbaren Knechtschaft der EU,  bleiben wollten...

Kommentar von kolui ,

Man muss nicht in der EU sein um mit dem Rest der Welt zu handeln.

Kommentar von Almalexian ,

Man muss aber in der EU sein um die besonderen Konditionen dieses Marktes genießen zu dürfen. Oder zumindest sollte man nicht mit Pauken und Fanfaren abziehen. Es hat seinen Grund wieso heute diverse britische Banken (und die Finanzindustrie ist eins von Englans Steckenpferden) aktientechnisch um zweistellige Prozentwerte eingebrochen sind.

Kommentar von Bswss ,

Nein, Du kannst Dich natürlich z.B. mit China und den Cayman-Inseln verbünden. Super-Idee

Kommentar von kolui ,

Diese "besonderen" Konditionen waren einer der wenigen Vorteile der EU, sind aber nicht ausschlaggebend.

Kommentar von Almalexian ,

Oh doch. Das werden die noch merken. Diejenigen die was von Wirtschaft verstehen sitzen nicht in den Pubs, rülpsen Stammtischgesäusel von Freiheit gegen EU-Knechtschaft und wählen aus dem Bauch heraus. Die sitzen an der Börse und haben tagtäglich die Wirtschaft genau im Auge. Wie die darauf reagieren siehst du ja.

Kommentar von kolui ,

Nein, das ist falsch. Du sprichst hier jetzt von Lobbyisten. Es geht um das Wohl eines Landes, da ist die Wirtschaft nicht an erster Stelle. Wie die Wirtschaft Länder zerstören kann sehen wir in Deutschland. Wäre hier nicht alles auf die Wirtschaft ausgerichtet hätte Deutschland keinen Geburtenrückgang.

Kommentar von Bswss ,

"... keinen Geburtenrückgang"... Kolui, Du schreibst Dich hier um Kopf und Kragen. Das ist Unsinn total!

Kommentar von JBEZorg ,

Ja, bloss China ist zufällig die Wirtschaftsmacht Nr.1 auf der Welt.

Kommentar von Almalexian ,

Bloss hat GB bereits Verträge mit China. wer sagt dass da so ohne weiteres mehr drin ist?

Kommentar von Bswss ,

Woher beziehst Du denn diese (Falsch-)meldung?  China ist zwar groß, aber ein Schwellenland!

Kommentar von kolui ,

Willst du den Geburtenrückgang jetzt leugnen?

Antwort
von mirolPirol, 82

Weil Cameron jetzt den eindeutigen Beweis hat, dass die Mehrheit der Briten anderer Meinung ist, als er. Er hat zwar den Volksentscheid veranlasst, aber nie ein Hehl daraus gemacht und heftig dafür geworben, dass GB in der EU bleibt. Sein Volk ist mehrheitlich anderer Meinung. Ich finde es anständig, in dem Fall zurückzutreten.

Kommentar von LC2015 ,

Ehm, da die Wahlbeteiligung deutlich unter 100% lag, haben weniger als die Hälfte aller Wahlberechtigten für einen Brexit gestimmt. Da die Meinung derer, die nicht gewählt haben, nicht bekannt ist, kannst du folglich auch nicht behaupten, dass mehr als die Hälfte der (wahlberechtigten!) Briten nicht der Meinung Camerons sei. 

Kommentar von mirolPirol ,

Klar kann ich das behaupten! Wer nicht zur Wahl geht, dem ist das Ergebnis wohl egal, also ist die Mehrheit der Briten, die eine Meinung vertreten, gegen die Meinung von Cameron - so sehe ich das.

Kommentar von LC2015 ,

Und die Meinung der nicht wahlberechtigten Briten kennst du auch?

Kommentar von kolui ,

Doch das kann man. Den Nichtwählern war diese Entscheidung schlicht und einfach egal. Wobei man bedenken muss, dass die Linken immer wählen gehen. Da war man auch in Deutschland bei den Landtagswahlen beeindruckt, dass offensichtlich die jahrelangen Nichtwähler die AFD wählten.. dabei hielt man die Nichtwähler doch immer für Befürworter der momentanen Politik..

Kommentar von LC2015 ,

Du widersprichst dir doch selbst. Du unterstellst den Nichtwählern, dass ihnen diese Entscheidung egal gewesen sei. Gleichzeitig sagst du später, dass ehemalige Nichtwähler die AfD gewählt haben. D.h. in diesem Fall war den Nichtwählern nichts egal.

Wie genau kommst du jetzt darauf, dass bei dem Referendum den Nichtwählern alles egal sei und bei anderen Wahlen nicht?

Kommentar von mirolPirol ,

Wie bitte? Du verwechselst mich wohl? Du sprichst von @kolui? Ich bin @mirolPirol und habe mich noch NIE über die AfD geäußert! Hier geht es um das Wahlrecht und das nehmen nun mal nicht 100% der Berechtigten in Anspruch - auch in GB nicht. Ich unterstelle denen deshalb Gleichgültigkeit. Wenn sie eine Meinung hätten, könnten sie diese ja an der Wahlurne vertreten.

Kommentar von LC2015 ,

Ich habe auch nie behauptet, dass du dich über die AfD geäußert hättest. Der Kommentar, auf den du dich jetzt beziehst, ist eine Antwort auf den Kommentar von kolui. Auf deinen Kommentar habe ich separat geantwortet.

Antwort
von Almalexian, 112

Deine Schlussfolgerungen von wegen Freiheit, Unabhängigkeit etc. sind mal grob gesagt Dünnschiss. Durch den Brexit hat GB die Möglichkeit erhalten noch unsinnigere Gesetzte zugunsten seiner Arbeiterklasse und des Mittelstands zu machen, mehr auch nicht. Dafür werden sie die kommenden Jahre Rezession schieben da sie alle wohl so ziemlich alle Privilegien die die EU zu bieten hat verlieren werden.

Cameron ist zurückgetreten weil er hinter einem Verbleib stand. Eine seiner wichtigsten Positionen hat sich damit in Luft aufgelöst, für ihn macht es zumindest symbolisch keinen Sinn mehr Premierminister zu bleiben.

Kommentar von kolui ,

Nein sie sind angemessen. Sie müssen sich nun nicht mehr Europa beugen und bestimmen wieder selbst über ihr Land.

Kommentar von Almalexian ,

Und was genau bringt ihnen das? Wenn jetzt Sachsen aus Deutschland austritt können die auch wunderbar selbstbestimmen. Nur wirtschaftlich sind sie ruiniert.

Kommentar von kolui ,

Vergleich doch bitte keine Stadt mit einem Land.

Kommentar von Almalexian ,

Sachsen ist keine Stadt.

Kommentar von Bswss ,

Ich habe immer gedacht, dass Großbritannien zu Europa gehört?! Werddenjetzt - Deiner Einlassung folgend -  England und Wales sofort aus der Fußball-EUROPAmeisterschaft aussteigen?  Soll  England jetzt zusammen mit  Australien, Indien und den Falklandinseln einen neuen Kontinent bilden?

Kommentar von JBEZorg ,

alle Privilegien die die EU zu bieten hat 

Wie war das nochmal mit dem Dünnschiss?

Kommentar von kolui ,

Bswss, das trifft doch eher auf deine Aussagen zu.

Du musst verstehen, dass die EU nicht Europa ist.

Kommentar von Almalexian ,

Wenn du sie nicht kennst, bilde dich politisch weiter. Kleiner Tipp: Freier Zugang zum EU-Binnenmarkt für Kapitalgeschäfte.

Kommentar von DerKleineRacker ,

Lässt sich alles neu aushandeln, es ist ja nicht so dass der europäische Markt völlig desinteressiert ist am britischen Markt und sich nur aus reiner Gunst mit ihm eingelassen hat. Das kostet zwar Zeit, doch auch der Brexit ist ein schrittweiser Prozess der stetig verhandelt wird und nicht von heute auf morgen passiert, parallel können neue Wirtschaftsbeziehungen ausgehandelt werden. Das ist auch im Interesse der EU Mitglieder, da mittlerweile bereits zahlreiche Unternehmen aneinander gewachsen sind und Investitionen getätigt wurden.

Und, wenn man bei all dem Protest TTIP durchdrücken kann, dann funktioniert ein Freihandelsabkommen mit UK schon lange.

Kommentar von Almalexian ,

Davon abgesehen dass TTIP am seidenene Faden hängt:

Man kann Freihandelsabkommen aushandeln, aber die EU wird allein schon wegen des Nachahmereffekts nicht zulassen dass GB sich die Rosinen rauspickt und die Pflichten dem Rest überlässt. Zumindest wären sie sehr dumm und so inkompetent schätze ich sie dann doch nicht ein.

Antwort
von luca1401, 67

Er war gegen den Brexit und warb für den Verbleib GB in der EU. Und jetzt tritt er zurück weil die GB so dumm sind und knapp für den Brexit stimmten

Kommentar von kolui ,

"Dumm" wäre ein Verbleib gewesen.

Kommentar von Bswss ,

Wer dumm war, wirst Du schon in ein paar Wochen erkennen.

Kommentar von LordPhantom ,

Nein, wäre er nicht!

Kommentar von kolui ,

Genau, das wird man sehen. Wobei ich doch eher von Monaten sprechen würde.

Viele EU Mitglieder warten ebenfalls & wenn es funktioniert beginnt die Kettenreaktion. Frankreich, Niederlande, Dänemark usw.

Am Ende ist dann wahrscheinlich Deutschland alleine mit Spanien und der Türkei in der EU :')

Kommentar von luca1401 ,

England bereut es schon jetzt. Wartet bis das Vereinigte Königreich bricht wenn Nordirland und Schottland in die EU wollen

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