Frage von 19umut07, 310

Warum treten so viele "Moslems " aus dem Islam aus?

Hey ich wollte fragen wieso das so ist. In der Türkei gibt es auch eine verdammt hohe dunkelziffer von Atheisten, die immer mehr und mehr wird. (Nichts gegen Atheisten) Bitte keine islamischen antworten die nur beleidigen oder nerven.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von wildcarts2, 88

Jeder Mensch ist von Geburt an Atheist, also "Ohne Gott(glaube)". Die meisten Mitglieder von Religionen sind nur durch das Elternhaus dazu gekommen. Da Religion immer weniger auf politischer Ebene mitspielen kann, verliert sie an Einfluss und Wichtigkeit. Im Alltag ist Religion in vielen Gesellschaften unnötig bzw. hat dort keinen Platz. Aus diesem Grund sind - meiner Meinung nach - 90% aller Christen und Moslems nur "Feiertags-Moslems/Christen". Also sie machen die traditionellen Dinge mit, die gesellig und schön sind. Aber ansonstens interessiert es sie nicht wirklich.

Die meisten Menschen sind eigentlich als Agnostiker zu bezeichnen. Das heißt, sie sind der Ansicht, man könne Gottes Existenz nicht beweisen und auch nicht widerlegen. Unabhängig davon, ob sie offiziell Mitglied in einer Religion sind, und ob sie sich an Festen und Traditionen beteilligen, leben sie zum größten Teil als Ungläubige. 

Das hat auch viel mit der Entwicklung von Gesellschaft, Politik und Moral zu tun. Religionen sind veraltet und erfüllen ihren eigentlichen zweck nicht mehr. Außerdem wissen viele, dass die Wissenschaft die Religion bereits in den meisten Facetten widerlegt hat.

Nicht zu vergessen die vielen religiösen Fanatiker, von denen sich immer mehr distanziern

Atheisten gibt es sehr wenige, denn das sind Personen, die keine Kenntnisse von Gott(glauben) haben bzw. sich nicht damit befassen oder befasst haben. 

Wer sich entschieden hat (aktiv) keinen Glauben zu haben, der ist ein Antitheist.

Atheismus ist keine Ideologie, sondern nur das Nichtvorhandensein von (Gott)Glauben,

Antwort
von Agentpony, 121

Konfessionslosigkeit, Agnostizismus und Atheismus sind die am stärksten wachsenden Ideologien der Neuzeit. Warum sollte das vor Muslimen Halt machen?

Der neuzeitliche Mensch ist nicht mehr auf die Heilsbotschaft des großen Erklärbär angewiesen. Die Informations-  und Bildungsgesellschaft sorgt dafür, daß vorher nicht erreichte Bevölkerungsschichten sich einfach und selbst mit den großen Fragen für und wider Glauben auseinandersetzen können, auch wenn sich Kleriker, Orthodoxe und Opportunisten mit aller Macht dagegen stemmen.

Durch die gesellschaftliche Unter-  teilweise Rückentwicklung - seit den Sechzigern von großen Teilen der muslimischen Welt kommt der Effekt halt etwas später dort an, als im sogenannten Westen.

Übrigens spielt auch bei einer großen Anzahl gläubiger Muslime der Glaube im Alltag nur untergeordnete oder gar keine Rolle - also genau das, weswegen viele Muslime hier immer so gerne auf die Kirchenmüden Christen zeigen.

Antwort
von Pudelcolada, 63

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich keinen Schimmer habe, in welcher Form über Religionsmitglieder im Islam Buch geführt wird.

Auch die Information über massenhafte Austritte ist mir völlig neu.

Ich nehme mal an, diese Austritte erfolgen aus ähnlichen Gründen wie diejenigen hierzulande aus den christlichen Kirchen:

Viele Menschen gehören einer religiösen Institution seit ihrer Kindheit an, das haben ihre Eltern für sie so entschieden. Sobald sie sich mit dieser Zugehörigkeit eigenständig auseinandersetzen, bilden sie sich ihr eigenes Urteil.
Und in einer modernen Gesellschaft kann dieses Urteil eben zu einem Austritt führen.

Das muss nicht gleichbedeutend mit Atheismus sein, sondern heißt zunächst nur, dass ein Mensch nicht mit der Linie der Institution konform geht, sie nicht mehr unterstützen und diese Entscheidung auch konsequent dokumentieren will.

Antwort
von Gronkor, 112

Ich glaube, es gibt generell viel Wechsel zwischen den Religionen und von den Religionen in die Konfessionslosigkeit und umgekehrt.

Wir leben eben in einem Zeitalter, in dem die Religionszugehörigkeit aufhört, etwas für alle Verbindliches und Einheitliches zu sein, sondern immer mehr zu einer Entscheidung des_der Einzelnen zu werden, bei der man sich im Laufe seines Lebens auch umentscheiden kann.

Das betrifft wirklich nicht nur die Abkehr vom Islam. es gibt genau so auch immer mehr Leute, die zum Islam oder anderen Religionen konvertieren, von einer Religion zu einer anderen wechseln oder ihre angestammte Religion aufgeben und konfessionslos werden.

Antwort
von josef050153, 32

Du musst bedenken, dass islamische Staaten zwar oft auch Terrororganisationen unterstützen, aber wenn es um Abfall vom Islam geht, mit der Hinrichtung des Konvertiten reagieren.

Im Islam wird ein völlig durchgeknalltes Bild von Christen gelehrt. Jetzt kommen Menschen in ein anderes Land und merken, dass sie einfach angelogen wurden. Ich habe selbst in der Flüchtlingsarbeit erlebt, welche unglaublichen Dinge denen eingetrichtert wurden.

Einigen Menschen soll auch Jesus persönlich erschienen sein. Das hört man immer wieder, obwohl ich noch nie so jemanden persönlich getroffen habe.

Nicht ganz wenige erhoffen sich auch Vorteile im Asylverfahren. Das stimmt zwar nicht und im Taufunterricht werden sie auch klar und immer wieder darauf hingewiesen, aber so einer Urüberzeugung ist schlecht beizukommen. Sicher ist aber, dass Konvertiten in Länder wie Afghanistan nicht abgeschoben werden können, da sie dort vom Tod bedroht sind.

Antwort
von Schnoofy, 109

Das kann man nur vermuten.

Ich denke vielen ist das Regelweg zu kompliziert oder zu schwierig einzuhalten.

Antwort
von ninamann1, 113

Das habe ich zwar noch nicht gehört, aber wer austritt ist nicht zwingend Atheist .

Auch Christen treten aus der Kirche aus , weil sie damit nicht mehr einverstanden sind , glauben aber trotzdem an Gott . 

Kommentar von 19umut07 ,

Viele konvertieren zum tengrismus aber trauen sich nicht als solche zu outen

Kommentar von AbuAziz ,

wieviele kennst du denn?

Kommentar von 19umut07 ,

eine Menge leben in izmir und in anderen Großstädten gibt es auch sehr viele. Eben wegen den religiösen Familien trauen sich viele nicht sich zu outen. wieso fragst du? findest du es nicht gut dass sich Menschen dazu entschlossen haben kluge Entscheidungen zu treffen?

Antwort
von suziesext06, 71

tun das denn viele? Ich weiss nicht, ist wahrscheinlich ne sehr subjektive Einschätzung. Bei Kirchenaustritt gibts Statistiken, aber bei Moslems nichts so nachprüfbares, oder? Aber wenn es so ist/wäre, dann hängt es sicher damit zusammen, dass in den islamischen Staaten der "Abfall vom Glauben" als todeswürdiges Verbrechen gilt, also sich öffentlich als Ex-Muslim zu outen läuft aufn Selbstmord raus. Und wenn sich der Anpassungsdruck lockert, denn bekennen sich halt auch mehr zu ihrer inneren Einstellung. In der Türkei, wo die Re-Islamisierung auf Hochtouren läuft, geht die ganze Erdogan-Opposition auch auf totale Distanz zum Islam überhaupt, also nicht bloss zum politischen Islam, sondern auch zum religiösen Zwang durch das sunnitische Skrupulantentum ("Ist Sachertorte haram?" Ist es haram, sich die Haare SCHWARZ zu färben?" Ist es haram, seine Notdurft mit dem Rücken nach Mekka zu verrichten?")

Antwort
von SibTiger, 127

Ich denke, die Gründe werden gerade bei gebildeten Menschen in der Türkei ähnlich sein, wie in arabischen oder anderen islamischen Ländern. Hier ist ein ganz netter Artikel darüber.

http://www.zeit.de/2010/18/Arabische-Atheisten

Antwort
von extrapilot350, 144

Viele wollen eine "positive Entwicklung" zeigen zur Erreichung eines Aufenthaltsrechts.

Antwort
von clemensw, 104

Weil viele die Freiheit des eigenen Geistes über den Glauben an einen imaginären Geisterfreund und antiquierte Verhaltensmuster stellen.

Antwort
von meliglbc2, 31

Es gibt viele Gründe, warum Menschen sich entschließen, aus ihrer Religion auszutreten.

Dies gilt nicht nur für die Anhänger des Islams, sondern auch anderer Religionen.

Viele erleben schlimme und ungerechte Dinge, die sie zum Zweifeln an Gott oder ihrer Religion bringen.

Bei vielen ist es so, dass sie in den Islam bzw. in ihre Religion "hineingeboren" werden. Sie entscheiden sich dann im laufe ihres Lebens ob sie ihrer Religion treu bleiben oder nicht.

Egal aus welchen Gründen Menschen Religionen austreten oder neuen beitreten, sollten sie von Freunden, Familien und Bekannten nicht verachtet werden sondern akzeptiert werden.

Antwort
von FooBar1, 131

Was spricht dagegen? Sehe das eher positiv wenn erkennt, dass man zum glücklichsein keine Vorschriften braucht

Antwort
von meinerede, 125

Abgesehen davon, dass mir was ganz was Neues ist zu lesen/hören ( und irgendwie kann ich´s auch nicht glauben):Der Austritt bedeutet ja nicht gleichzeitig, dass man zum Atheisten geworden ist! Glaube und kirchliche Institutionen sind 2erlei.

Antwort
von Kandahar, 84

Sie merken endlich mal, wie sehr dieser Glauben die Menschen beschneidet und ihnen jegliches selbstständiges Denken abspricht.

Antwort
von furkansel, 76

Woher nimmst du diese Erkenntnis?

Es gibt glaube ich einen Hadis, in dem es in etwa so heißt: Die Zahl der Muslime ist gewachsen, wächst und wird auch zukünftig wachsen. Also so ähnlich lautet der, hab leider nur noch den Inhalt aber nicht den Wortlaut im Kopf.

Kommentar von saliksemi ,

sory die negative Bewertung war ausversehen 😆

Kommentar von furkansel ,

Kein Problem :-)

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community