Frage von Cantoclass, 30

Warum tragen hohe Frequenzen besser als tiefe im Raum?

In großen Räumen oder bei Mikrofonaufnahmen dringen bei Gesangsstimmen oder die Musikinstrumente im Orchester immer die Höhen besser durch als die Tiefen. Und werden über Distanz besser gehört. Hingegen in anderen Räumen können tiefe Töne wesentlich deutlicher wahr genommen werden.

Warum ist das so?

Antwort
von Streamer, 30

Also erstmal ist das Ohr für bestimmte Frequenzen empfindlicher als für andere. Diese Frequenzen liegen im Mittenbereich, da sich dort eben das meiste "wichtige" abspielt. 

Außerdem verhalten sich Tiefe Schallwellen in Räumen anders als hohe, Tiefe Frequenzen verlaufen sich schneller und werden generell nicht sehr "gerichtet" wahrgenommen, hohe Frequenzen kann man deutlich als Reflexion von Wänden wahrnehmen. Manche Räume haben Resonanzfrequenzen, bei denen sich im Raum stehende Wellen bilden und die entsprechenden Frequenzen wesentlich lauter erscheinen lassen (es dröhnt praktisch), das ist aber eher bei kleinen Räumen ein Problem. 

Antwort
von elektromeister, 24

Reflektion und Brechung von Wellen lautet die Antwort.

Beispiel: Ein Raum mit Glatten Wänden reflektiert den Schall fast ohne Brechung. Deshalb kommen die Töne in fast der gleichen Lautstärke zurück. Dieser Vorgang unterstützt die Höhen. Bei den Bässen (Lange Wellenlänge) kommt es dagegen durch die Überlagerung von der positiven und negativen Amplitude zu Asulöschungen, die den Baß dämpfen. Der Effekt ist bei Höhen (kurze Wellenlänge) nicht so gravierend.

Wenn jedoch ein Raum mit Teppischen oder Stoffbespannung ausgestattet ist, dann ist der hauptsächliche Akkustische Effekt des Raumes die Brechung.

Das führt dazu, dass die kurzen Wellen besser gebrochen werden könne und dadurch so zu sagen vom Wandbehang verschluckt werden, als die Langen Wellen.

Im Freien werden die Hohen Töne besser "Transportiert, weil sie von der Umgebung weniger reflektiert und gebrochen werden. Die Lange Welle hat da mehr Wiederstand auf Ihrem Weg zum Ohr zu überwinden.

Und letztendlich. Die Qualität des Mikrofones ist entscheidend für das Ergebnis. Auch dort gibt es so genannte Empfindlichkeitskurven. Diese beschreiben bei welchem Schalldruck in Abhängigkeit der Frequenz ein wie großes elektrisches Signal erzeugt wird.

Ich hoffe das war jetzt ein wenig erhellend und verständlich

Gruß Uli

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community