Frage von Samy7, 29

Warum trägt der Kreditnehmer die Eigenkapitalkosten?

Wenn man einen Ratenkredit möchte, sind die zinzen von 4 Kriterien abhängig: Zinskosten, Betriebskosten, risikokosten (bonität des Kunden) und Eigenkapitalkosten (bonität des kunden) abgängig. Was hat der Kunde mit den Eigenkapitalkosten der Bank zu tun und weshalb ist seine Bonität an der Höhe schuld?

Antwort
von DerHans, 23

Eigentlich ist es tatsächlich nur im Sinne der Bank, die Bonität des Kunden zu prüfen. Sie hat also auch jedes Interesse, dafür die Kosten zu tragen.

Deswegen haben die Richter ja auch die "Bearbeitungsgebühr" für nichtig erklärt.

Antwort
von BurgN, 7

Hallo,

ein Kreditinstitut kann einen Kredit nicht ausschließlich mit Fremdkapital finanzieren, sondern muss auch entspr. Eigenkapital vorhalten.

Je höher das geschätzte Ausfallrisiko ist, desto mehr Eigenkapital muss das Kreditinstitut vorhalten. Das kann bei "normalen" Krediten bis zu 100% des Kreditbetrages sein.

Das Eigenkapital wird der Bank von deren Eigentümern zur Verfügung gestellt. Dadurch, dass dies auch der Risikopuffer ist ist es teuerer Anzuwerben als das Geld z. B. auf Sparkonten. Die Kosten hierfür muss natürlich in den Kreditzins einberechnet werden. Jeder Kaufmann rechnet in Produkte die er/sie verkauft auch Eigenkapitalkosten mit ein.

Schöne Grüße

Antwort
von berndcleve, 8

Die Frage ist durchaus berechtigt. Das sind interne Kostenkalkulationen der Bank; die sind für den Kunden grundsätzlich uninteressant bzw. nicht nachprüfbar.

 Die Bank leitet das wohl jetzt auch aus aus den gesetzlichen Vorschriften wie basel 2 ab.

Mal ein anderes beispiel: Wenn eine Autowerkstatt das auto repariert, ist für den Kunden nur den Stundenlohn interessant, und was man dafür ein Ergebnis bekommt. Ob der Inhaber der Werkstatt z.b.  eine Betriebshaftpflicht abschliessen muss, die er in den preis einkalkuliert, ist für den Kunden völlig uninteressant.

Abgesehen davon: Die gesetzlichen Vorschriften sind auch nicht immer schlüssig, wenn die ökonomisch mal richtig analysiert werden. Bzw. können die Fachleute da auch verschiedener Meinung sein. ich würde da auch nicht zuviel Zeit investieren das verstehen zu wollen.

Eigenkapitalkosten sind die Ausschüttungen die die bank an die Eigenkapitalgeber leistet, also an die Eigentümer der bank, die die Eigenkapitaleinlagen leisten. Das Geld muss natürlich auch erwirtschaftet werden, und auf den Kredit umgelegt werden.

Die ganzen verschiedenen Risikokosten, die es in dem zusammenhang gibt, kann dem Kunden nun wirklich egal sein; das ist was für ein BWL Studium

Antwort
von bronkhorst, 17

Je schlechter die Bonität, desto höher das Ausfallrisiko, das in die Zinssätze einkalkuliert werden muss - das ist ja schon mal allgemeinverständlich:

Wenn das Ausfallrisiko einer bestimmten Kundengruppe um 5 Prozentpunkte höher liegt als beim Durchschnitt, funktioniert das für die Bank nur dann wirtschaftlich, wenn sie dieser Kundengruppe höhere Zinsen abnehmen kann.

Basel III sieht außerdem vor, dass Kredite je nach Risikogewichtung (auch hier wieder die Bonität) mit unterschiedlich viel Eigenkapital unterlegt werden muss - und das kostet eben auch.

Kommentar von Samy7 ,

Das wird ja in meine monatlichen zins einkalkuliert welchen ich zahle? Was bringt dann der effektivzins noch, wenn doch alle kosten in dem normalen zins eingerechnet sind?

Kommentar von FrageSchlumpf ,

Der Effektivzins dient nur dazu, verschiedene Angebote vergleichbar zu machen.

Jede Bank rechnet in "ihren" Zins eben die von dir genannten Kosten mit rein ( ohne sie natürlich einzeln aufzuschlüsseln, muss sie auch - zum Glück - noch nicht. Das kann aber kommen ).

Jetzt kann man aber durch kleine Variationen z.B. in der Zahlweise, Zins und Tilgungverrechnung oder so, "nominal" etwas schummeln. Beim Effektivzins kommt das immer zum Vorschein.

 

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