Frage von Loeffelqualle, 42

warum suchen so viele menschen nach dem sinn des lebens?

natürlich hab ich auch oft drüber nachgedacht aber wer sagt denn dass das leben einen sinn hat? hat doch niemand behauptet. deshalb versteh ich nicht warum so viele verzweifelt danach suchen. man wird ihn eh nicht finden.

Antwort
von MarioXXX, 5

Die größte Leistung im Leben besteht darin, es in vollem Zügen genossen zu haben. Du bist noch nicht über einen Gletscher gewandert oder hast dich unter einer Steinbrücke versteckt oder im Winter aus dem Fenster gespäht, um den Vogel zu erblicken, der sich leuchtend vom Schnee abhebt. Du bist auch nicht in tiefen Höhlen gewesen oder in der Wüste gewandert und hast eine Schlange auf Nahrungssuche beobachtet. Und du hast nie ganz allein in einer großen Pyramide geschlafen oder Gebiete erforscht, die noch kein Mensch zuvor betreten hat- und deren gibt es viele. Du bist nicht über einen großen Ozean gesegelt und hast dort die großen Fische springen sehen und du bist auch nicht einem Hirsch in einen vom Sonnenlicht gesprenkelten Wald gefolgt. Hast du schon mal stundenlang Liebe gemacht, Gespräche mit dir selbst geführt und die Natur gelauscht?

Viele Dinge, die für dein Sein elektrisierend und aufregend und wundervoll wären, hast du nicht getan.

Das alles habt ihr nicht gemacht und bei keiner dieser Erfahrungen käme es je auf deinen Beruf oder deine Ausbildung, Alter, Geschlecht, Religion, Intelligenz, Rasse, Herkunft, deine gesellschaftliche Stellung oder das Alter deines Autos an

Man soll es tun, was man wirklich erleben oder erreichen möchte, sodass man spätestens nicht am Sterbebett bereut. Und mehr Zeit für sich selbst zu haben, und die eigene Gefühle ehrlich zu sein und auch mal nein zu sagen. Ich sage es dir: die größte Leistung wird nicht sein, wie reich du bist oder wer am meisten Liegestütze machen kann oder wer den besten Kuchen machen kann, sondern das Leben in vollem Zügen genossen zu haben, auch wen vieles negativ sein sollte. Man wird am Sterbebett am meisten an die Turbulenzen des Lebens erinnert, durch alle Krisen die man bewältigt hat, an dem man vorher geglaubt hätte, sie nie durchstehen zu können, aber auch an die positiven Höhepunkte des Lebens. Das Leben ist geistiges und seelisches Wachstum, alles hat einen Sinn, wirklich alles. IN KÜRZE: MAN SOLL DAS LEBEN IN VOLLEM ZÜGE GENIESSEN UND LIEBEN. Das ist meine persönliche Sicht. Alles Gute. 

Für alle Spiritualisten, die an ein Leben nach dem Tod glauben, kann ich euch versichern, dass ihr nur eure Energie, Liebe, Persönlichkeit, Erfahrung und Wissen mitnehmen könnt. (Alzheimer, Demenz, Vergesslichkeit und geistige Krankheiten und Störungen sind in der Tat ein körperliches Problem und werden nicht mitgenommen) Alles andere könnt ihr nicht mitnehmen. 

Und besonders für Materialisten, also die nicht an ein Leben nach dem Tod glauben, kann ich nur empfehlen, das Leben wirklich zu genießen und nicht auf Geld, Besitz oder andere Reichtum zu fokussieren, denn im Augenblick des Todes zählt nur, dass ihr eure Leben ehrlich und zufrieden gelebt habt. Hier gibt es keine Ausreden oder Täuschungen mehr.

KURZE REDE, KURZER SINN: IHR SOLLT DAS MACHEN, WAS FÜR EUCH RICHTIG UND EHRLICH ANFÜHLT UND NICHT WAS DIE ANDEREN UND DIE UMFELD SAGEN, EGAL WO IHR SEID UND IN WELCHER UMSTÄNDEN AUCH IMMER ES IST.

Das ist meine persönliche Sicht. Alles Gute. 

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Religion, 13

Jeder Mensch ist für sich der Mittelpunkt seines Universums.

Einige Menschen sind egoistischer und berechnender als ihre Mitmenschen. Andere sind dagegen selbstloser und mitfühlender als der Durchschnitt.

Doch egal wie sozial oder asozial sich ein Mensch verhalten mag, er empfindet sich als Mittelpunkt des Geschehens um sich herum. Er unterscheidet klar zwischen "Ich" und "Umwelt".

Der Mensch als Individuum nimmt seine Umwelt aus einer subjektiven Sicht wahr, die durch Kultur, Erziehung, Lebenserfahrung und Vorurteile beeinflusst ist.

Er sieht letztlich nie "die Welt", sondern immer nur "seine Welt".

Von diesem beschränkten Standpunkt aus handelt er.

In kritischen Situationen wird er wichtige Entscheidungen fast immer zu seinen eigenen Gunsten treffen, auch wenn es für Andere harte Konsequenzen hat. Ausnahmen sieht man teilweise bei Eltern.

Natürlich will ein Wesen, das solch ein ego-zentriertes Weltbild hat, mehr sein, als nur die Summe aus Nervensystem und Blutkreislauf. Deshalb wollen Menschen in der Regel irgendetwas erreichen.

Im Idealfall möchten sie etwas schaffen, das über ihren Tod hinaus bestand hat - das kann so etwas materielles ein riesiges Baudenkmal sein, oder etwas idealistisches, wie eine Wohltätigkeitsorganisation. Hauptsache das "Ich", dass sie so wicht nehmen, findet Anerkennung.

Doch es gibt Momente im Leben, die diese Haltung in Frage stellen und das bisherige Weltbild ins Wanken bringen.

Das können physiologische Vorgänge, wie etwa Hormonschwankungen sein, aber auch eine plötzliche Erkrankung, oder dramatische Änderungen im sozialen Umfeld können zu einer Sinnkrise führen.

Ein Schlaganfall, Arbeitslosigkeit, der Tod eines nahen Angehörigen, politische Unruhen - es gibt viele Momente, in denen man sich mit seiner eigenen Bedeutungslosigkeit, der Vergänglichkeit, ja sogar der Sterblichkeit konfrontiert sieht.

Es tauchen Fragen auf:

  • Warum passiert es?
  • Was ist der Sinn?
  • Wieso passiert das ausgerechnet mir?
  •  Ist das gerecht?
  • Was ist wichtig im Leben?
  • Bin ich wirklich glücklich?
  • Wie werde ich glücklich?

Entweder, der Mensch verdrängt diese Fragen, betäubt sich, um nicht mehr mit ihnen konfrontiert zu werden - oder aber er begibt sich auf eine Sinnsuche.

Diese Suche kann zu einer puren Weltflucht werden - raus aus der Leistungsgesellschaft, rein in Kloster, Ashram, oder Tempel. Man gibt womöglich seine ganze Verantwortung für sein Leben an eine Gemeinschaft, oder eine Führergestalt ab.

Diese Suche kann aber auch zu Einsichten führen, die von diesem Menschen als befreiend empfunden werden, weil sie seine egozentrische Weltsicht relativieren und festgefügte Denkmodelle aufweichen.

Er fühlt sich nicht länger ausschließlich als Sklave von Selbstdarstellung und gesellschaftlichen Erwartungen, weil er erkannt hat, dass diese Dinge sich zwar angenehm anfühlen können, ihm jedoch keine dauerhafte Befriedigung bringen.

Entweder, er findet nun ein bestehendes religiöses System, das seinen neuen Bedürfnissen entspricht und durch das er sich unterstützt und gefördert wird - oder er wird zum Freigeist, der Dinge relativer und nicht mehr absolut ansieht.

Es gibt also durchaus gute Gründe, weshalb jemand den eigenen, ichbezogenen Standpunkt hinterfragt.

Das ist übrigens keineswegs leicht, denn um zu erkennen, das ein ego-zentriertes, oder streng absolutes Weltbild vielleicht nicht das ist, was man für seinen "inneren Frieden" benötigt, muss man sich seine Fehler eingestehen.

Man muss akzeptieren, das bisherige Vorstellungen und Konzepte, bei denen das "Ich" im Mittelpunkt stand, nicht mehr als befriedigend empfunden werden. Es gibt eine Konfrontation mit den eigenen "Schatten".

Es ist unbequem, wenn man plötzlich nicht mehr durch einfache Antworten und Oberflächlichkeiten zufriedenzustellen ist.

Religionen sprechen dabei teilweise von "Reue" - doch ich denke, es geht eher darum loszulassen, sich nicht zu verurteilen, sondern offener zu werden.

Wofür? Für einen neuen, möglicherweise "tieferen" Sinn? Oder einfach für die Einsicht, nicht alles so schrecklich ernst zu nehmen, weil halt doch alles irgendwie relativ ist?

Wer weiß das schon....

Kommentar von Enzylexikon ,

Schauen wir uns einmal als Beispiel das Leben in den Wohlstandsstaaten dieser Welt an.

Man lebt in einer friedlichen Gesellschaft ohne Bürgerkrieg, besitzt ein Dach über dem Kopf und hat genug zu Essen.

Er erfährt eine Welt, in der seine Grundbedürfnisse gestillt werden. 

Außerdem verfügt er über den Luxus von Information, Unterhaltung und Zerstreuung in Form von Medien unterschiedlichste Art - Internet, Mobilgeräte, Spielekonsolen, usw.

Er lebt also bereits in einem Überfluss.

Doch die Konsumgesellschaft vermittelt ihm, dass er noch nicht das beste-schönste-neuste Produkt hat und züchtet ein künstliches Bedürfnis nach überflüssigen Dingen. Diese sind häufig teuer.

Er erlebt trotz Luxus die Frustration mangelnder Befriedigung.

Die Gesellschaft akzeptiert nicht einfach seine Existenz, sondern stellt Erwartungen an ihn - gute Noten, Leistung, Qualifikationen, Abschlüsse - dass sind die Maßstäbe, an denen er sich messen lassen muss.

Er erfährt das Gefühl der Überforderung.

Die Gesellschaft stellt Belohnungen in Aussicht - Anerkennung, Macht, Prestige, Bewunderung. Für viele Menschen sind diese Ziele Grund genug, sich weiter dem Leistungsdruck zu unterwerfen.

Er strengt sich für Ziele an, die er vielleicht niemals erreicht.

Irgendwann kommt für manche Menschen der Punkt, an dem sie diese Dinge in Frage stellen, meist verbunden mit einer persönlichen Krise.

Was für einen Sinn macht es, immer neue Markenprodukte zu kaufen? Um Freunde zu beeindrucken, die weg sind, sobald man materiell nichts mehr zu bieten hat?

Welchen Sinn macht der Stress durch ständige Erreichbarkeit, wenn Schleimer und Intriganten ohnehin weiter kommen, als man selbst es jemals ehrlich schaffen wird?

Was bringt mit die Anerkennung von Menschen, die mich eiskalt fallen lassen, sobald man gesellschaftlich nichts mehr darstellt, etwa weil man sozial abgerutscht ist?

Was soll das Ganze überhaupt?

Und hier fangen die großen Fragen für manche Menschen eben an.

Antwort
von Garfield0001, 11

Erst fragst du offen, warum sie suchen und kannst nicht beweisen, dass es den "Sinn des Lebens" nicht gibt. Dann schreibst du, dass "man ihn eh nicht finden" wird.

Natürlich kann ich dir hier schreiben, was ich glaube und was ich denke, aber was wird es dir helfen? Nichts, da du dir deine Meinung darüber schon gebildet hast.

Manche suchen ihn nun mal, ob verzweifelt oder nicht. Und wenn es ihn nicht gibt, wird ihn auch niemand finden. Gibt es aber "den Sinn des Lebens" - dann besteht zumindest die Chance dass man ihn finden kann. Und ich denke - dann wird man wissen warum es sich gelohnt hat, ihn zu suchen :-)

Antwort
von sojosa, 21

Also ich denke ja der Sinn des Lebens ist für jeden einzelnen ein anderer, weil jeder andere Interessen, andere Werte, ein anderes Wesen hat. Deshalb sollte jeder nur nach seinem eigenen Lebenssinn suchen, weil es einen pauschalierten einfach nicht gibt. Sicher sehn das viele anders, für mich ist es genau so.

Antwort
von Huflattich, 10

Weil sie ihrem Leben den Sinn, den sie gefunden haben, geben wollen.

Antwort
von lextra79, 17

Um ihrem Leben einen Sinn zu geben :-)) Man möchte etwas von sich hinterlassen, was länger währt als die eigene Lebensspanne.

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