Frage von Rotschnabel, 29

Warum stellt emittiertes Bargeld der Zentralgeld eine Forderung dar?

Emittiertes Bargeld wird bei einer Zentralbank im Haben geführt... Aber warum? Es stellt doch nicht wirklich eine Verbindlichkeit dar.

LG

Antwort
von FrageSchlumpf, 6

Was jetzt, Forderung oder Verbindlichkeit ?

Für die Zentralbank ist es eine Verbindlichkeit, da eine Banknote nichts anderes ist als ein Schuldschein im weitesten Sinne. Er verkörpert nur nicht wie z.B. ein Sparbuch einen Anspruch auf ein Guthaben, sondern eher einen Einlösungsanspruch auf Guthaben.

Logisch wird es , wenn Du mal überlegst, wie Du zu Bargeld kommst ? Du "kaufst" es von deiner Bank. Du bezahlst es mit Kontoguthaben ( oder Dispo ).

Und genauso muss es die Geschäftsbank ja auch machen. Sie "kauft" die Banknoten bei der Zentralbank aus ihrem Guthaben bei dieser. Bargeldausgabe ist daher ein Passivtausch.

Wäre dem nicht so, würde die Zentralbank mit jeder in Umlauf gebrachten Banknote einen Gewinn in selber Höhe machen, und mit jeder Banknote die zurückkommt, einen Verlust. Dem ist allerdings nicht so.

Antwort
von Maimaier, 16

Früher konnte man eine Banknote wieder in Edelmetall (Gold/Silber) eintauschen. Wenn also die englische Zentralbank ein Bargeldschein über 1 Pfund ausstellte, konnte man das in ein Pfund Sterlingsilber eintauschen. Ein Bargeldschein war also aus Sicht der Bank ein Schuldschein, eine Verbindlichkeit.

Diese Gelddeckung wurde Stück für Stück abgeschafft, z.B. war der Dollar mal Goldgedeckt, aber es wurde einfach für US-Bürger der private Goldbesitz verboten und so der Umtausch verhindert. Am Ende des 2. Weltkriegs gabs das Bretton-Woods-system, die europäischen Nationen haben nicht mehr mit Gold gedeckt, sondern mit Dollar, um im Notfall dann diese Dollar in Gold eintauschen zu können. Ein paar Jahrzehnte später wollte dann Frankreich das Gold sehen, die USA weigerte sich aber, und das System endete, stattdessen gab es dann den Öl-dollar, der Dollar ist heute also "gedeckt" durch die Ölvorkommen der OPEC-staaten, und würde zusammenbrechen wenn die OPEC nicht mehr in Dollar abrechnen würde (was so manchen Krieg erklärt). Deutschland hat aber immer noch seine Goldreserven in USA anstatt vorort. (also eigentlich wertlos, falls im Kollaps die USA das Gold selbst behalten will)

Kommentar von CATFonts ,

Sorry, aber der US-Dollar ist jetzt durch gar nichts mehr als die Schulden, die er repräsentiert gedeckt. Er ist so genanntes Fiat-Money, aus dem nichts von der Notenbank, der Federal Reserve (die in etwa so "federal" ist wie Federal Express und die den amerikanischen Großbanken gehört, nicht dem Staat) geschöpft wird, indem diese Norenbank dieses dem Staat leiht, was eben dazu geführt hat, dass der US-Sttat dermaßen verschuldet ist, eben bei den Banken, denen die Federal Reserve gehört.

Kommentar von Rotschnabel ,

Danke für deine Antwort... Das Thema gedeckte und frei Währung ist bei uns auch irgendwann mal gewesen, so weit habe ich gar nicht gedacht :) Mich hat überrascht dass du schreibst dass auch heute noch der Dollar gedeckt ist, denn wir haben das anders gelernt: Nämlich dass Euro und Dollar freie Währungen sind, also an keine Deckung durch Vermögenswerte gebunden sind. Bei einer gedeckten Währung muss ja mit Erhöhung der Geldmenge auch der Vorrat an Deckungsvermögenswerten steigen... Würde also die FED die Geldbasis erhöhen, müsste auch irgendwie Öl eingelagert werden, oder?

Kommentar von Maimaier ,

Die OPEC verkauft Öl nur gegen Dollar, man tauscht also Dollar in Öl um. Der Dollar ist also mindestens soviel Wert wie das Öl das man braucht. Das ist keine Deckung im herkömmlichen Sinne, das stimmt schon. Aber es führt dazu, das der Dollar seine Kurs behält, er stützt ihn, so als ob der FED die Ölvorkommen selbst gehören würde und sie den Dollar in Öl umtauschen könnte. Der Öldollar ist wesentlich im Verständnis.

Antwort
von CATFonts, 19

Doch, denn genau so wird Geld "geschöpft" indem die Zentralbank dieses verleiht. Der Ttrick dabei, die Zentralbank hat eigentlich gar nichts, dass sie verleihen könnte, allein durch dieses Akt, dieses Geld als Kredit zu vergeben wird das Geld aus den nichts erschaffen.Geschäftsbanken erzeugen so auch Geld, wenn auch nur Buchgeld in Form der Einträge auf deren Kundenkonten. Sobald du von der Bank einen Kredit bekommst, schreiben die dir Geld gut, das sie eigentlich auch nicht real besitzen, es wird also nicht das Geld der Sparer verliehen, sondern dies dient nur als Mindesteinlage, damit, will jemand unbedingt Bargeld haben, die Bank das auch sofort auszahlen kann. Wenn jetzt aber mehr Leute Bargeld haben wollen, als bei den Geschäftsbanken vorrätig ist, müssen diese sich dieses cGeld wiederum von der Notenbanl leihen. So dürgen die Banken den 10 fachen Satz dessen, was sie an Sparkonten verwalten auch verleihen. So kommt das Geld als Bargeld dann in den Umlauf

Und wenn Du außenstände hast, also andere dir etwas schulden, wir vdas bei dir auf der Haben-Seite verbucht, während das bei dem, der dir das Geld schuldet im Soll steht.

Kommentar von Rotschnabel ,

Danke für deine Antwort, Giralgeldschöpfung kommt bei mir als nächstes, da hast du mir also schon sehr geholfen :)

Aber den letzten Punkt versteh ich nicht. Du schreibst, meine Forderungen buch ich ins haben, Verbindlichkeiten hingegen im Soll... Ich habs genau andersrum gelernt. Bist du sicher dass das so richtig ist?

Kommentar von CATFonts ,

Ja, denn wenn du selber dir Geld geliehen hast, oder eine Ware bekommebn hast, die du noch nicht bezahlt hast, gehört dir dieser Betrag ja nicht, du stehst also mit diesem Betrag im Minus, also im Soll.

Derjenige, der dir gegenüber Forderuingen hat, hat diese dann schon im Plus, sofern du nicht Insolovenz anmeldest.

Auch wenn du z.B. ALG2 beantragst, wirst du ja gefragt, ob du noch von irgendjemanden Geld erwartest, aucgh das wird dir, weil es bei dir als Haben gilt angerechnet, sprich du musst zunächst deine Außenstände - was ja vom Wort auch besagt, das dies dein "Schatz" ist, der nur eben "Außebn steht" - erst einmal eintreiben, bevor dir Hilfe zusteht.. Selbst hier sind Außenstände eben ein Haben.

Dies ist ja gerade der Trick hinter der ganzen Sache: Indem die Zentralbank Geld Verleiht, wird sie rechnerisch reicher, weil eben der Kreditnehmer bei denen im Soll stehjt - was dann für die Zentralbank ja ein Haben darstellt - und davon kann ndie dann wieder mehr verleihen.

Kommentar von Bakaroo1976 ,

Außenstände = Schulden = Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten stehen auf der Passivseite der Bilanz

Forderungen stehen auf der Aktivseite der Bilanz

Die Begriffe Soll und Haben sind für Buchungen in der GuV zutreffend - nicht für die Bilanz.

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