Warum steigt die Armutsgrenze in Deutschland?

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3 Antworten

Die Antwort kann man nicht in wenigen Sätzen formulieren. Der erste und noch immer vorwiegenden Grund für Armut ist mangelndes Wissen, mangelnde Kenntnisse oder Fähigkeiten. Menschen ohne Berufsausbildung rutschen viel eher in Bedürftigkeit ab, als jene die etwas gelernt haben.

Weiter kommen Menschen manchmal mit dem Geld nicht aus, wenn sie ihre Ausgaben so eingerichtet haben, dass sie als Ehepaar, zusammen, gut leben können. Wird einer krank, oder stirbt gar, kommt der Partner manchmal mit dem Geld nicht mehr aus, weil er schlagartig weniger zur Verfügung hat, während die Kosten gleich bleiben.

Generell sieht man, dass bestimmt Änderungen im persönlichen Bereich Armut verursachen können: Scheidungen (keine Wohnung mehr, hohe Unterhaltszahlungen) Geburt eines behinderten Kindes, Tod des Partners etc. All diese Ereignisse können hohe Ausgaben verursachen, die sich kurzfristig nicht bezahlen lassen. Solche Armutsfälle lassen sich aber meist regeln und die Betroffenen arbeiten sich wieder hoch. 

Es gibt jedoch auch eine Form der Armut die selbstverursacht ist: sinnloses konsumieren, schlechtes wirtschaften, falsche Statussymbolen etc. Ich kenne Leute die vor nicht allzu langer Zeit aus der Ukraine hierher gezogen sind. Sie haben sich als erstes einen Schrebergarten gemietet. Den ganzen Frühling und Sommer haben sie abends dort gewühlt. Jetzt haben sie eine Keller voller Konserven, und haben soviel Gemüse und Obst, dass sie mir ständig was bringen. Beide sprachen nur Ukrainisch, kein Wort Deutsch. Noch in der Woche ihrer Ankunft hier hat die Frau angefangen bei einem Getränkehandel Leergut zu sortieren, und der Mann arbeitete beim Bauer auf dem Feld. Jetzt sprechen beide schon ganz ordentlich Deutsch. Die Frau arbeitet nun im Altersheim als Pflegehelferin, der Mann hat eine Stelle als Hausmeister. An den Wochenenden hüten sie Hunde in der Nachbarschaft. In der kurzen Zeit ihres neuen Lebens in Deutschland haben sie soviel gespart, dass sie sich in Lankwitz/Berlin eine kleine Wohnung kaufen konnten. Das zeigt, dass Fleiß kombiniert mit Sparsamkeit auch ein Weg ist, die Armutsfalle zu umgehen. An der anderen Seite kenne ich Menschen die viele Jahre hervorragend verdient haben, sich riesige Wohnungen gemietet haben, teure Fahrzeuge besaßen, und im Endeffekt Privatinsolvenz anmelden mussten. Der Umgang mit Geld will gelernt sein. Sparsamkeit war mal eine Tugend, heute wird man verspottet wenn man sich gegen Luxus und Konsumwahn ausspricht. Wer aber konsequent seine Ausgaben im Griff hat, kann in Deutschland kaum arm werden. 

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Weil die Armutsgrenze in Deutschland ( und in der EU ) als Prozentwert des Durchschnitts-Einkommens definiert wird.

Laut der hierzulande gültigen Defintion gilt als Arm, wer weniger als die Hälfte des Durchschnittseinkommens hat. Wenn somit die Einkommen in Deutschland steigen, steigt auch der Durchschnittswert und somit auch die Armutsgrenze. Ob diese Definition von Armut eine gerechtfertigte ist, ist Mittelpunkt langer Diskussionen.

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Kommentar von berkersheim
26.10.2015, 11:49

Meist wird hier jedoch verkürzt die Grenze der Armutsgefährdung als Grenze für Armut bezeichnet, die bei 60% des Durchschnittseinkommens liegt. D.h. - wenn eine Gesellschaft reicher wird, wird sie gleichzeitig auch ärmer! Dabei ist egal, ob er in Stuttgart höhere Lebenshaltungskosten hat als in der Eifel!

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Es gibt tollen Mindestlohn --> Firmen müssen für Mitarbeiter mehr Zahlen --> Produkte werden teurer.

Also an alle die noch glauben der Mindestlohn ist was tolles.. Teilweise.

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