Frage von MartiniHarper, 373

Warum steht Religionsfreiheit vor Tierschutz & Selbstbestimmungsrecht?

Hallo,

  1. Ausnahmeregelung für Muslime & Juden zwecks betäubungsloses Schächten.

Muss doch nicht sein, dass ein Tier noch vor seinem Tod unnötig leiden muss.

  1. Die Beschneidung im Kindesalter, bei nicht medizinischer Notwendigkeit.

Es kann doch nicht sein, dass dem Kind jegliche Selbstbestimmung über sein eigenen Körper genommen wird. Bei nicht medizinischer Notwendigkeit sollte das Kind doch wohl das Recht dazu haben selbst über eine Beschneidung zu entscheiden, wenn es volljährig ist.

Ich bitte um sachliche Antworten.

LG

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ASmellOfRoses, 189

Gute Frage...

Mit den "Gesetzen" und dem "Recht" ist das so eine Sache - auch hierzulande...

Nimm als Beispiel das sog. Tier"schutz"gesetz - meist das Papier nicht wert, auf dem es gedruckt ist, so z. B., wenn es darum geht, die profit- und machtorientierten Interessen gewisser einflussreicher Lobbies zu wahren...

Es sind dies die Nutztier- und die Schlachtindustrie, die Pharmalobby inkl. der Tierversuchslaboratorien, die Leder- und Pelzindustrie, die "Lebens"mittelkonzerne, "Gesundheits"wesen, Organspendelobby usw...

Unterstützt und gefördert werden all diese Grausamkeiten an Mensch, Tier und Erde von Staat, Politik, Gesetzgeber und nicht zuletzt von Verbrauchern, die unreflektiert und gedankenlos konsumieren...

Wie das Motto: Eine Hand wäscht die andere funktioniert", beschreibt der langjährige und sehr engagierte ehem. Veterinäramtsleiter Dr. Hermann Focke in seinem Buch

"Tierschutz in Deutschland - Etikettenschwindel"

Während und nach langer leidvoller und teils frustrierender Erfahrung beschreibt er sehr offen und schonungslos das Ausmaß der Tragödie, die verheimlicht werden soll... 

Dort und auch in den Büchern anderer Autoren wird sehr anschaulich offengelegt, wie das vorherrschende und perfide System der Ausbeutung, der Korruption, der Machtgier, der Verbrauchertäuschung und der Lüge funktioniert und aufrechterhalten wird - ausgetragen auf dem Rücken der Wehrlosen !

Muss kurz mal weg - Fortsetzung folgt gleich...

Kommentar von ASmellOfRoses ,

Natürlich kann man nicht alles verallgemeinern, es gibt auch immer wieder kleine Erfolge und Lichtblicke:

So hat beispielsweise der in Deutschland lebende und hier einen muslimischen Schlachthof betreibende Rüstem Altinküpe nach jahrenlangen Rechtsstreits zermürbt und entnervt aufgegeben - er wollte nicht akzeptieren, dass die Auflagen für seine Ausnahmegenehmigung zum Schächten von Schafen und Rindern auf eine geringe Anzahl begrenzt war...

Nun kann man vermuten, dass sich der Gesetzgeber - auch angesichts unserer Vergangenheit - bezüglich der Schächtgenehmigungen nicht mit unseren ausländischen Mitbürgern anlegen möchte..

Jedoch denke ich, dass alle Gesetze und Verbote dieser Welt nichts ändern werden, wenn das Umdenken nicht in den Köpfen - und Herzen - der Menschen ankommt...

Es wird dann halt in Hinterhöfen, Waschküchen und Garagen geschächtet - wo kein Kläger, da kein Richter...

Dabei wird jedoch außer acht gelassen, dass die, die es vollziehen, dennoch ihre - vermeintlich - religiöse Auflage des Ausblutens nicht erfüllen, denn Blut bleibt immer zurück:

In den feinsten Kapillargefäßen und erst recht durch den Schmerz und die Panik, die das arme Tier erleidet...

Was ich hier zum Tierschutz schrieb, kannst du 1 : 1 auch auf das Beschneiden ummünzen:

Tierschutz ist immer auch Menschenschutz und umgekehrt... 

Für mich ist all dies nicht gottgewollt, sondern von Menschen gemachter kranker Irrsinn, auf Kosten Wehrloser...

Gott ist die Liebe und er erwartet und verlangt nichts, was gegen die Liebe ist...

Wie schon angedeutet, kann und wird sich meines Erachtens nicht (nur) über Gesetze etwas ändern, sondern auch im besonderen Maße durch das Bewusstsein der Menschen...

Erfreulich und hoffnungsvoll ist, zu sehen, dass immer mehr junge Menschen und wiederum deren nachfolgende Generation aufstehen gegen unsinnige, verstaubte und grausame "Traditionen", auch oder weil diese "religiös" untermauert sein sollen und sich weigern, diese fortzuführen...

Auch ist erfreulich, dass immer mehr vor allem junge Menschen sich der veganen Lebensweise zuwenden, weil sie das Leid sehen, das Menschen, Tieren und der Erde angetan wird, tagtäglich und nicht mehr bereit sind, es hinzunehmen...

Das Leid hinter Beschneidung und Schächtung muss weiter und stetig offengelegt werden - es muss diskutiert und angezweifelt werden und es darf nicht totgeschwiegen werden (im wahrsten Wortsinn) ! 

So wie es z. B. Waris Dirie - die "Wüstenblume", tut, die als Kind selbst den Horror der Beschneidung erlebt hat und dafür kämpft, dass dies anderen Kindern erspart bleibt...

Wie der Reporter, Tier- und Menschenrechtler Manfred Karremann oder der Tierarzt Dr. Hermann Focke...

Dies sind nur wenige Beispiele mutiger Menschen - es werden glücklicherweise immer mehr...

Sorry für den langen Text - mir kam soviel in den Sinn dazu...:).

 

 

Kommentar von ASmellOfRoses ,

Ich danke dir für den Stern....)

Antwort
von wollyuno, 153

ganz einfach da man ihnen unter dem deckmantel der religion so altertümliche bräuche zugesteht.es gibt keine notwendigkeit dafür,aber religion war noch nie sachlich.im gegenteil viele berufen sich auf gott,auch wenn der noch nie was gesagt hat

Antwort
von Chaoist, 213

Welche sachliche Antwort erwartest du denn?

  • Zustimmung?
  • Widerspruch?

Was machst du dann mit diesen Antworten?
Bist du Moslem oder Jude? Dann stelle Tier- und Menschenrechte über deinen Glauben. Mach das Richtige! Wenn du nichts von beiden bist, dann schreibe an deine Landesführung oder versuche auf anderem Weg die Gesetzeslage in Ordnung zu bringen.

Antwort
von Sandraaaa15, 238

Weil es warscheinlich von solchen streng gläubigen Aufstände gäbe. Es ist wirklich eine Unverschämtheit von den Gesetzgebern denn jeder sollte selbst entscheiden können was mit ihm gemacht wird.

Kommentar von Sandraaaa15 ,

Wieso Dislikes? Ist hier etwa jemand gegen den Menschenwille?

Antwort
von baindl, 232
Kommentar von MartiniHarper ,

Ich habe es mir noch nicht durchgelesen. Aber genau darum geht es, wieso die Religionsfreiheit drüber steht.

Kommentar von baindl ,

Weil es unsere Verfassung so vorschreibt.

Art 4 


(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.

https://www.gesetze-im-internet.de/gg/BJNR000010949.html

Seit dem In-Kraft-Treten des Ersten
Gesetzes zur Änderung des Tierschutzgesetzes vom 12. August
1986 ( BGBlI S. 1309; zur aktuellen Fassung des Tierschutzgesetzes vgl. die Bekanntmachung vom 25. Mai 1998,
BGBl I S. 1105, mit späteren Änderungen)
enthält § 4 a TierSchG in Absatz 1 das grundsätzliche
Verbot, warmblütige Tiere ohne vorherige Betäubung zu
schlachten. Absatz 2 Nr. 2 sieht jedoch die Möglichkeit vor,
aus religiösen Gründen Ausnahmegenehmigungen zu erteilen.

Dabei wurde die Regelung der zweiten Alternative im
Gesetzgebungsverfahren im Zusammenhang mit Speisevorschriften
sowohl der jüdischen wie auch der islamischen Glaubenswelt
gesehen

Kommentar von MartiniHarper ,

Darum geht es doch. Durch die Religionsfreiheit werden andere Grundrechte untergeordnet. Die Religionsfreiheit steht also über andere Grundrechte, wie der Selbstbestimmung.

Kommentar von baindl ,

Das ist eben eine Sache der Abwägung.

Das ist falsch, weil sie durch das
Grundgesetz besonders geschützt sind", sagt er. Religion sei ein
besonderes Freiheitsrecht, das im Grundgesetz noch vor der Versammlungs-und Meinungsfreiheit stehe. "Dass der Religion dieser Status in der öffentlichen Debatte zunehmend streitig gemacht wird, ist eine schlechte Entwicklung und geht an der Intention des Grundgesetzes vorbei."

Wenn die Beschneidung nur als Akt der Körperverletzung, also als Einschränkung der Rechte des Kindes gesehen werde, würde ignoriert, dass ein religiös begründeter Akt auch dem Kindeswohl förderlich sein kann. Erziehung sei schließlich Teil der Identitätsbildung. Die Beschneidung könne als ein Recht des
Kindes auf Religionsausübung nach Artikel 6 des Grundgesetzes angesehen werden, das durch die Sorgeberechtigten wahrgenommen werde.

"Das Bundesverfassungsgericht hat die Bedeutung der Verwurzelung und der Verbindung zum Kulturkreis als Teil des Schutzes der Menschenwürde definiert." Wenn die Beschneidung essenzieller Bestandteil der Religionsausübung ist, könnte sie Robbers zufolge also dem Schutz des Jungen dienen.

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-08/gesetz-beschneidung-religi...

Antwort
von vitus64, 227

Die Religionsfreiheit steht nicht unter Gesetzesvorbehalt, wie dies bei den meisten anderen Grundrechten der Fall ist. Da müsste man für ein Verbot des Schächtens schon Grundrechte oder grundrechtsgleiche Rechte Dritter (der Tiere), bzw. Verfassungsgrundsätze finden, wegen der in dieses Grundrecht eingegriffen werden darf. Und die sind nicht ersichtlich.

Kommentar von Zicke52 ,

Natürlich steht Religionsfreiheit unter Gesetzesvorbehalt!  Sonst dürfte man ja auch Ehebrecher steinigen oder Dieben die Hand abhacken,  aber man darf es eben nicht, weil es Gesetze gibt, die Mord und Körperverletzung verbieten. Darum ist es auch unverständlich, warum die Körperverletzung "Beschneidung" davon ausgenommen ist. Auch Tierschutzgesetze sollten für alle gelten (ist in gewissen europäischen Ländern auch so, nicht alle machen Zusteständnisse an religiöse Fanatiker). 

Diese Ausnahmeregelungen für Religiöse verstoßen übrigens gegen ein anderes Grundgesetz: die Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz.

Religionsfreiheit kann und muss dort ihre Grenzen finden, wo sie gegen geltende Gesetze verstösst. 

Kommentar von vitus64 ,

"Natürlich steht Religionsfreiheit unter Gesetzesvorbehalt!".
Nein! Gesetzesvorbehalt bedeutet, dass im GG zu dem betreffenden Grundrecht AUSDRÜCKLICH gesagt wird, das ein Gesetz in dieses eingreifen darf. Wie ich aber schrieb, darf in ein Grundrecht auch aus anderen Gründen eingegriffen werden, also auch in Grundrechte ohne Gesetzesvorbehalt. Das sind Grundrechte Dritter und Verfassungsgrundsätze. Um einmal das Abhacken von Händen herauszugreifen: Wenn man darin überhaupt einen Eingriff in die Religionsfreiheit sehen will, darf hier aus mindestens zwei Gründen eingegriffen werden:
Recht auf körperliche Unversehrtheit (Grundrecht eines Dritten) und Menschenwürde. Die Verbotsnorm (StGB) stellt übrigens den Eingriff dar und ist nicht seine Rechtsgrundlage. Da lagst du glaube ich argumentativ daneben.  

Kommentar von Zicke52 ,

Ja, stimmt, ich meinte mit Gesetzesvorbehalt den Sinn des Wortes, das heisst, dass sich alle an Gesetze halten müssen. Ich wusse nicht, dass das in Deutschland nicht so ist. Aber selbst wenn man die enge juristische Auslegung nimmt, so gibt es diese Einschränkung  (Gesetzesvorbehalt) durchaus,  und zwar in der Europäischen Menschenrechtskonvention (Art. 9 Absatz 2), und die wurde von Deutschland ja auch ratifiziert.

Außerdem ist es ja de facto so, dass auch Religionsfreiheit durch Gesetze beschränkt wird, auch wenn es nicht explizit in der Verfassung steht. Du zitiert selbst das Beispiel Körperverletzung, aber das hinkt wieder - Beschneidung ist ja auch Körperverletzung und trotzdem erlaubt.

Deine Bemerkung, es gäbe keine Ausnahmeregelungen für Religiöse, verstehe ich nicht. Wenn sie sich nicht an gewisse Gesetze halten müssen (Tierschutzgesetze,  Lärmschutzgesetz), wie nennst du das? Ist das nicht eine Bevorzugung aufgrund seiner Religion, die ja laut GG nicht zulässig ist?

Kommentar von vitus64 ,

Und es gibt auch keine Ausnahmeregelungen für Religiöse, jedenfalls nicht in diesem Punkt. Das ist noch so ein Missverständnis.

Kommentar von vitus64 ,

"Aber selbst wenn man die enge juristische Auslegung nimmt...."
Hier geht es um eine juristische Frage. Da muss man die "enge" juristische Auslegung von Begriffen nehmen, alles andere führt zwangsläufig in die Irre. Die Religionsfreiheit selbst ist natürlich ein Sonderrecht für Religiöse. Da haben wir uns möglicherweise missverstanden. Man darf aber auch hier nicht vergessen, dass wie bei allen Grundrechten der negative Schutzbereich mit geschützt ist. Das schützt dann gerade Nichtreligiöse, wie mich. Persönlich bin ich übrigens gegen das Schächten. Auch könnte meinetwegen die Religionsfreiheit unter Gesetzesvorbehalt stehen. Dem ist aber nicht so. Ich wollte nur die Rechtslage darstellen. Gerade im Bereich der Grundrechte werden gerne mit Inbrunst die abwegigsten Meinungen vertreten, da jeder meint, etwas von diesem wirklich nicht einfachen Rechtsgebiet zu verstehen (Existenz gewisser strafrechtlicher Bestimmungen als Beleg für einen behaupteten Gesetzesvorbehalt der Religionsfreiheit).
Natürlich stellt auch Art. 9 Abs. 2 Europ. MRKonv keinen solchen Vorbehalt dar, sondern lässt einen solchen nur zu. Es gibt ihn in Deutschland trotzdem nicht, was aber der o. g. europ. Bestimmung nicht widerspricht.

Antwort
von realsausi2, 161

Dies sind Beispiele für die immer noch zu ausgeprägte Unterwanderung des Staates durch Religion.

Im einem wirklich säkularen Staat, der wir gemäß des Grundgesetzes sein sollten, wären solche Dinge so nicht möglich.

Gerade die Beschneidungsdebatte vor einiger Zeit hat gezeigt, dass selbst brutalste Körperverletzungen durchgewunken werden, wenn man nur einen Gott als Ursache vorschiebt.

Tatsächlich sind diese Tatbestände aber eben kein Ausdruck von Religionsfreiheit, sondern ein Verstoß dagegen. Religionsfreiheit heißt primär, dass der Staat sich jeglicher religiösen Aussage enthält. Die Duldung der genannten Praktiken aber ist ein Verstoß gegen unsere rechtstaatlichen Grundsätze und somit auch ein Verstoß gegen das Gebot der Religionsfreiheit.

Antwort
von jessica268, 209

Ja, stimmt schon. Ich bin deswegen in der evangelischen Kirche. Die tolerieren Hunde in der Kirche, je nach Pfarrer halt. Schächten finde ich sehr schlimm, bin nebenbei auch im Tierschutz unterwegs. Sind die Nachteile des Islam. Ich denke in diesen Ländern sind Tiere grundsätzlich anders gesehen. Ich kenne mittlerweile etliche Moslems und alle haben nicht wirklich viel mit Tieren am Hut. In der Bibel habe ich neulich eine Stelle gefunden, die anders ist. Gott erwartet nach dieser Stelle keine Tieropfer. Der Islam ist nicht umsonst umstritten, weil manches schon grausam ist.

Auch der Ramadan ist schlimmer als wenn wir fasten. Wir haben einfach mehr Freiheit.

Ich denke es ist deren Mentalität. So ist es wohl auch mal entstanden. Und nun steht es für immer geschrieben.

In letzter Zeit habe ich mit mehreren darüber gesprochen. Unterschiedliche Herkunft. Sie sehen es meist sogar ähnlich.

Der Tierschutz kämpft ja gegen das Schächten.

Was mir überall fehlt ist die Toleranz. Das können wirklich nur wenige.

Antwort
von atzef, 83

Warum sollte Weltanschauungsfreiheit nicht höher gewichtet sein als Tierschutz?

Das Selbstbestimmungsrecht über religiöse Angelegenheiten ab der Vollährigkeit wird wiederum durch das Beschneiden in keinsterWeise beeinträchtigt. Es bleibt doch dann jedem weiter selber überlassen, ob er sich religiös bekennt oder nicht.

Antwort
von AnnnaNymous, 156

Man muss hier versuchen, einen Kompromiss zu finden. Streng religiöse Gruppen werden die Beschneidung durchführen, ob Gesetz oder nicht. Dann ist es wohl besser, es wird sachgerecht gemacht, wenn es erlaubt ist, als dass man einem Scharlatan in die Hände fällt, der es verbotenerweise macht.

Kommentar von MartiniHarper ,

Warum legalisieren wir dann auch nicht gleich alle Drogen? Besser ein Chemiker kocht das Aphetamine als irgendein Ulab.

Antwort
von DreiGegengifts, 124

Religionsfreiheit vor Tierschutz

Eher anders rum. Tierschutz hinter allem. Das "Tierschutz"-Gesetz erlaubt ausdrückliche grausamste Tiermisshandlungen. Und der Grund ist die Fleischindustrie und Verbraucher, die für Fleisch nichts ausgeben wollen. Da ist es nur konsequent, wenn auch andere Interessensgruppen mitbestimmen, was sie mit Tieren tun dürfen.

Religionsfreiheit vor Selbstbestimmungsrecht

Darüber wurde schon so viel diskutiert. Es gibt viele gute Argumente Pro und Contra. Ein wichtiger Grund für die Erlaubnis ist, dass bei einem Verbot die Beschneidung schwarz durchgeführt wird. Mit den entsprechenden Folgen für Hygiene und medizinischer Betreuung. Außerdem werden Beschneidungen auch zur Krankheitsprävention durchgeführt.

Antwort
von Menuett, 173

Wenn Du Dich über das Schächten informiert hättest, dann wüßtest Du, das Schächten zwar ohne Betäubung vor sich geht, aber lange nicht so stressig für das Tier ist, wie unsere Schlachtungen in den Schlachthäusern.

Das Tier bekommt die Halsschlagader mit einem superscharfen Messer durchtrennt. Innerhalb von Bruchteilen von einer Sekunde ist das Tier so ohne Bewußtsein und Schmerzempfinden.

Genau das verlangt der Gott nämlich, sonst ist das Tier nicht koscher oder halal und dürfte gar nicht verzehrt werden.

In unseren Schlachthäusern geht es sehr viel grausamer zu, unsere "Betäubungen" sind meist mit Schmerz verbunden und sehr oft gelingt die Betäubung nicht.

Da würde man sich besser wünschen, dass alle Tiere geschächtet werden. Zumindest dann, wenn man Tiere mag.


Bei der Beschneidung von Kindern bin ich ganz bei Dir.

Das ist einfach nur Mißhandlung.

Kommentar von MartiniHarper ,

Ganz klares Nein.

Das aufschlitzen der Kehle bringt Minutenlanges Schmerz mit sich.

Einfach mal "Schächten anatomische Wahrheit" googlen.

Stressfrei sind die Tiere beim Schächten genauso wenig.

Dein Halal Fleisch kommt genauso wenig von der grünen Wiese.

Das nicht betäuben des Tieres ist nicht weiter als unnötiges Leid für das Tier.

Kommentar von Menuett ,

Wenn das Tier minutenlang leidet ist das Fleisch nicht mehr halal/koscher und darf nicht mehr verzehrt werden.

Ich muß nix googlen, ich war dabei schon anwesend.

Kommentar von DreiGegengifts ,

Die Tiere leiden meist nicht minutenlang, sondern ihr Leben lang.

Kommentar von Abahatchi ,

Nun, der Mensch ist zoologisch ein Tier, und ja, mit Deiner Aussage hast Du sicher recht:

https://www.youtube.com/watch?v=6MOBLI3ivbA

Viele leiden wie Tiere, ein Leben lang.

Kommentar von Menuett ,

DAS ist richtig.

Kommentar von ASmellOfRoses ,

Natürlich leidet ein geschächtetes Tier - es erstickt letztendlich an seinem Blut und dem erbrochenen Mageninhalt...

Die Erlösung durch den Tod kommt langsam und nach endlosen Minuten für das Tier.

Im Übrigen wird niemals das Blut komplett entzogen - es bleibt in feinsten Äderchen - den Kapillaren - zurück. Außerdem wird durch den Schock und das Verkrampfen durch den Schmerz und die Todesangst erst recht Blut zurückgehalten...

Wer darüberhinaus an den gnädigen Sekundentod beim Schächten glaubt, der sollte nochmal in sich gehen...

Wohl niemand bestreitet, dass auch Tiere anderswo leiden, nur ging es darum nicht in der Frage - dieser Aspekt des Leids wird auf den Veganseiten intensiv angesprochen...

Kommentar von Abahatchi ,

es erstickt letztendlich an seinem Blut und dem erbrochenen Mageninhalt...

naja, ich bin halt kleinlich und so gebe ich Dir hier Kontra, auch wenn sonst ich Deinen Antworten und Kommentaren zustimmen würde.

Mit durchschnittener Kehle ist die Luftröhre genau genommen richtig frei. Das Blut der durchtrennten Halsschlagadern flieszt auf den Boden und nicht in die Lunge. Wer richtig schlachtet, der durchschneidet auch die Speiseröhre und verkotet das Ende, damit nicht alles raus läuft. So habe ich es beim Schlachten meiner Schafe praktiziert. Ich habe aber nicht geschächtet weil meine Schafe vorher einer gnadenvollen Ohnmacht verfielen. Jedoch ist auch bei der betäubten Schlachtung kaum ein Unterschied zum Schächten zu finden. Der wesentliche Punkt ist eben nur die vorherige Betäubung.

Kommentar von ASmellOfRoses ,

Gerne darfst du "kleinlich" sein und Contra geben - das stört mich nicht...:)

Bin hier dennoch anderer Meinung - obwohl auch ich umgekehrt in manchen Ansichten mit dir konform gehe.

Kommentar von Abahatchi ,

Bin hier dennoch anderer Meinung

Nun, ich habe ja nicht meine Meinung geäuszert, sondern meine Erfahrung geschildert. Meine Meinung interessiert ja an dieser Stelle auch nicht. Jedoch würde mich interessieren, was an meinen hier geschilderten Erfahrungen nicht stimmt?

Kommentar von ASmellOfRoses ,

Ich behaupte ja nicht, dass deine nicht stimmen - ich hab halt andere gemacht...

Kommentar von vitus64 ,

Zur Frage, ob das Schächten tierschonend ist, kann man mit Recht auch anderer Meinung sein, als du. Das ist nicht zwingend eine Folge davon, dass man schlecht informiert ist.

Kommentar von vitus64 ,

"Wenn das Tier minutenlang leidet ist das Fleisch nicht mehr halal/koscher". Wenn du das so sehen willst.... Und ob "der Gott" das verlangt, darüber kann man ebenfalls geteilter Meinung sein.

Kommentar von Abahatchi ,

Innerhalb von Bruchteilen von einer Sekunde ist das Tier so ohne Bewußtsein und Schmerzempfinden.

Wieviel Ahnung hast Du eigentlich von der Durchblutung der Gehirne bzw. von der Funktionsweise dieser? Hat Dir schon mal jemand gesagt, dasz selbst beim direkten Köpfen, der Sauerstoffvorrat im Hirn reicht, dasz man nach der Köpfung sogar noch mindestens 12 Sekunden bei Bewusztsein wäre? Du meinst also, dasz zwischen 12 bis 20 Sekunden nicht ziemlich lang sein können, wenn man den Schmerz einer durchschnitten Kehle ertragen musz?

Innerhalb von Bruchteilen von einer Sekunde ist das Tier so ohne Bewußtsein und Schmerzempfinden. // Genau das verlangt der Gott nämlich

Da sieht man mal wieder, dasz ein erdachter bzw. erfundener Gott nicht schlauer sein kann, als jene, die sich diesen Gott erdacht haben.

Ein Gott hätte auch schon vor 6000 Jahren gewuszt, wie Hirne und Bewusztsein funktionieren. Juden und deren Vorfahren vor 6000 Jahren eben nicht. 

Kommentar von ASmellOfRoses ,

Die letzten beiden Absätze ausgenommen, weil ER nicht "erfunden" oder "ausgedacht" ist:

Ein ganz dickes und ehrlich gemeintes DH ! :)

Kommentar von Abahatchi ,

Die letzten beiden Absätze ausgenommen,

Nah nu. Warum die BEIDEN letzen Absätze? Lesen wir uns noch einmal den Letzten durch:

Ein Gott hätte auch schon vor 6000 Jahren gewuszt, wie Hirne und Bewusztsein funktionieren. Juden und deren Vorfahren vor 6000 Jahren eben nicht.

Was stimmt daran nicht? Anders Herum würde es bedeuten: Ein Gott hätte also nicht schon vor 6000 Jahren gewuszt, wie Hirne und Bewusztsein funktionieren! Das würde mich aber schwer wundern. Anders Herum würde es weiterhin bedeuten: Juden und der Vorfahren wuszten aber im Gegensatz zu Gott, dies schon vor über 6000 Jahren. Das würde mich dann aber noch mehr wundern, wenn Juden vor 6000 Jahren schon mehr wuszten, als Gott selbst.

Kommentar von ASmellOfRoses ,

Genau das ist der Punkt:

Gott hat es gewusst und wollte es deshalb nie - die Tatsache, dass er für dich nicht existiert, rüttelt ja nicht am Däumchen nach oben, das ich dir gegeben habe...:)

Ich hab das nur am Rande bemerkt, weil ich dafür bekannt bin, dass Gott für mich eben existent ist...

Kommentar von Abahatchi ,

Genau das ist der Punkt: Gott hat es gewusst und wollte es deshalb nie......// Gott für mich eben existent ist...

Nun, gerade dann müszte doch der letzte Absatz für Dich einschlieszlich sein. Also nur den vorletzten Absatz ausgenommen. Nun gehe ich aber weiter und sage, dasz irgendwo in der Bibel steht, dasz man keine anderen Götter neben JHWH haben soll. So könnte ich nun auch sagen, dasz Du auch dem vorletzten Absatz zustimmen kannst, denn für Dich ginge es ja in diesem Satz nicht um einen wahrhaften Gott, sondern ich schrieb, einen "ein erdachter bzw. erfundener Gott". Du könntest ja nun genau genommen sagen, dies sieht "Dein wahrhafter Gott JHWH" auch nicht anders. Er selbst sähe sich ja nicht als erfundenen Gott an, sondern die anderen tausenden Götter......

Es hinge also davon ab, aus welchem Blickwinkel man die letzten Beiden Absätze von mir versucht zu verstehen.

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