Warum steht Gedichte analysieren auf dem Lehrplan?

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11 Antworten

Das eine ist, was auch schon gesagt wurde, du weißt nicht, in welche Richtung du dich weiterentwickeln wirst. Vielleicht werden Gedichte und Literatur im Allgemeinen in deinem Leben keine Rolle spielen, vielleicht wirst du beruflich damit zu tun haben. Ich hätte z.B. nie gedacht, dass ich mal mit Gedichten Geld verdiene.

Aber davon ab, eigentlich ist nicht wichtig, was du genau gerade lernen sollst, sondern wichtig ist, dass du lernst, wie du am besten lernst, denn dazulernen musst du immer. Da ist natürlich ein Thema, auf das du keinen Bock hast, kein schöner Prüfstein, aber auch das wird selbst bei Themengebieten vorkommen, die dich eigentlich interessieren, dass du Dinge lernen musst, die dir nicht liegen, die langweilig oder zu theoretisch sind. Dann ist es gut, wenn man weiß, wie man da lerntechnisch am besten durchkommt, d.h. ein bestimmtes Niveau erreicht, dass du brauchst, ohne dir dafür die Nächte um die Ohren schlagen zu müssen..

Also sieh das eher als sportliche Herausforderung an. Wenn du das mit dem Metrum und dem andern Zeug hinkriegst, was soll dich dann noch schrecken?-)


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Kommentar von tuerrahmenhd
08.06.2016, 19:24

vielen vielen Dank für diese Antwort..Wenn man es aus dieser Sicht sieht macht das alles Sinn. Man muss jedoch dazusagen, dass ich schon als ich 6 war wusste, dass ich später mal das Unternehmen meines Vaters übernehmen möchte. In dessen Job bezweifle ich die Notwendigkeit der Fähigkeit Gedichte zu analysieren aber gut.. 😉

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Weil es wichtig ist, sich auch mit Dingen auseinander zu setzen, die einem nicht sofort einleuchten. Oft entdeckt man nämlich erst außerhalb seiner Komfortzone die tollsten Dinge. 

Dass deine Deutschlehrerin damit argumentiert, es müsse gemacht werden, weil es auf dem Lehrplan steht, ist ein Zeichen dafür, dass sie sich in ihrem Beruf auch nicht so ganz wohlfühlt, sonst hätte sie nämlich ganz andere Argumente ausgepackt. Übrigens geht ihr Argument in dieselbe Richtung wie deins, das sei ja in keinem Job gefordert: darum geht es überhaupt nicht! Dein Leben wird nicht dadurch erfolgreich, dass du dir das ideale Profil erarbeitest, sondern dass du deinen Weg findest. Dieser offenbart sich aber nur, wenn du lernst, über deinen Tellerrand zu blicken, und das kannst du z.B. an expressionistischen Gedichten üben. Heißt ja nicht, dass du das dein Leben lang machen musst, wenn es dir nicht gefällt; die Schule dauert auch nicht ewig. Aber willst du die Zeit dort wirklich aufs Herumhadern am Lehrplan verschwenden? Oder nicht lieber deinen Geist dehnen und danach eine Stufe höher einsteigen?

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Vermutlich geht es eher um den Hintergrund, nämlich das Analysieren, Gedichte musst du vermutlich eher selten interpretieren, aber das Interpretieren/Analysieren an sich ist eine sehr wichtige Sache. Ich finde auch, dass es sinnvollere Tätigkeiten gäbe, beispielsweise sollte man den Jugendlichen beibringen wie man eine Steuererklärung macht, das braucht man im Leben.

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Ich steh komplett hinter dir, tuerrahemnhd.

Diese Dinge sind komplett Zeitverschwendung. Ich habe diese Erfahrung gemacht als ich von der Hauptschule 8. Klasse in Dezember zur 8. Klasse Realschule gewechselt habe; Immer noch das unnötige Wissen, jetzt sogar mit verkorksten Rechnungswege ( bspw. | +3 ) und es wird noch mehr Grammatik im Englischen und Deutschen gelernt.

 In beiden Fächern schwächel ich nach hinten, da ich Grammatik unnötig finde. Man muss eine Sprache verstehen können, nicht Groß-Kleinrechtschreibung wissen. 

Ich selber denke und konnte mich auch schon teilweise überzeugen, dass ich nicht nur kreativer bin, sondern im Englischen mehr Wörter drauf habe und im Deutschen... naja... wir interprietiert schon? Das ist SUBJEKTIV. Man versucht dir, wie eine Gehirnwäsche, eine komplett idiotische interpretion beizubringen, wie in Mathe. 

Wieso sollte man ein Text auseinander nehmen? Der Autor hat UND wird dafür sorgen, dass du beim ersten Text lesen, ohne den auseinanderzunehmen, diesen verstehst. Eine auseinandersetzung würde sehr wahrscheinlich die Meinung zerstören.



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Kommentar von tuerrahmenhd
07.06.2016, 20:12

Grammatik usw ist sehr wichtig. Wie sieht es denn aus als Chef wenn du einen Brief mit 100 Rechtschreibfehlern hast

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Kommentar von LolleFee
08.06.2016, 09:02

Dass Du von Dir selbst (sehr!) überzeugt bist, daran zweifele ich keine Sekunde ^^ Es ist nur die Frage, wie gerechtfertigt das ist =) 

Jeder interpretiert alles, was er liest und hört. Und im besten Fall versteht er nicht nur das, was er verstehen will, sondern kann dies am Gelesenen oder Gehörten mehr oder weniger belegen. Und das wird mit Textarbeit geübt.

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Kommentar von tuerrahmenhd
08.06.2016, 19:30

meiner Meinung nach kann man aus sehr kurzen Gedichten sehr lange Texte herleiten. Wenn man den Zusammenhang zur Epoche kennt können damit ganze Bücher gefüllt werden

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Kommentar von tuerrahmenhd
08.06.2016, 19:31

Was auch immer: ich spiele jetzt einen runde csgo... Da ist Spannung und russische sprache garantiert😂

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Das gehört nun mal zur Allgemeinbildung ;)

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Kommentar von tuerrahmenhd
07.06.2016, 19:45

Ach Blödsinn das ist Zeitverschwendung

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Beim Analysieren eines Gedichts gibt es nicht nur die eine Lösung, sondern viele verschiedene. Ebenso muss man "hinter" die Wörter schauen und deren Bedeutung logisch nachvollziehbar darstellen können. Das ist eine gute Übung für's Berufsleben, wenn man eine Lösung für ein Problem sucht und dabei um die Ecke denken muss und nicht die eine Lösung richtig ist, um das Problem zu lösen.

Probleme müssen detailliert analysiert werden, um Lösungen zu finden. Dabei können Gedichtinterpretationen helfen.

Ich persönlich finde Gedichtinterpretationen das einzig Sinnvolle im Deutschunterricht. Alles andere finde ich langweilig/für mich nicht brauchbar.

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Es wäre ja traurig, wenn wir in der Schule nur das eingepaukt bekämen, was uns dazu befähigt, kleinste gehorsame Rädchen im Arbeitsprozess zu werden, und wenn wir die Visionen, die kreativen Ideen und auch die kulturelle Weiterentwicklung unserer Gesellschaft anderen überlassen müssten.

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Die Vorstellung, dass einen die Schule auf das Arbeitsleben vorbereitet ist sowieso komplett illusionär. Ich glaub irgendwie wissen das auch alle, nur keiner hat Bock den notwendigen Schritt zu machen, und das komplette Schulsystem über den Haufen zu werfen.

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Keine Ahnung, machen wir auch gerade. In der Klausur würde ich niemals auf diese Interpretationen kommen. Das meiste was im Unterricht besprochen wird ist einfach so abwegig teilweise. 

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Kommentar von tuerrahmenhd
07.06.2016, 19:26

Das geht mir genau so. In allen Fächer wo man einfach nur logisch denken muss oder lernen oder wissen schreibe ich überwiegen 1 und 2en aber da habe ich eine 4 geschrieben

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Du könntest jetzt genauso fragen: wofür diese ganzen Potenzen usw in Mathe. Man lernt vieles was man nicht mehr brauchen wird und vergisst. So ist das halt. Dir muss so ein Grundwissen angeeignet werden, dass du später ein sehr großes Feld an Möglichkeiten hast. Und wer weiß? Vielleicht will einer in deiner Klasse Autor werden? Der andere Wissenschaftler? Komm damit klar und mecker nicht; da musste jeder durch.

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Kommentar von tuerrahmenhd
07.06.2016, 20:14

dann müssen schon früher auf die Wünsche der Schüler eingegangen werden

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Kommentar von sportmensch
08.06.2016, 17:24

ja aber als kleinkind willst du zB Pilot werden und beim Heranwachsen findest du heraus dass du zB lieber Lehrer werden willst. dann könntest du dich kaum unentschieden

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Was ist sinnvoll? Rechnen lernen, obwohl es Taschenrechner gibt? Schreiben lernen? Obwohl man WhatsApp-Nachrichten dem Handy auch diktieren kann? Ethik lernen? Obwohl der Kapitalismus auch ohne jede Moral auskommt?

Wer Gedichte interpretieren kann, erschließt sich unsere Sprache, auch wenn sie mal nicht so platt und vordergründig formuliert ist wie eine Telefonansage. Zudem hat er Teil an dem, wie die kreativen Menschen vor ihm die Welt gesehen, empfunden und in lebendige Sprache verwandelt haben.

Wer dafür keinen Sinn hat, sollte sich vielleicht schon frühzeitig dafür entscheiden, Steuerberater zu werden. Wobei ich persönlich es tausendmal einfacher finde, ein Gedicht zu verstehen als eine Steuererklärung. :-)

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