Frage von xyxxyxxyx, 125

Warum steht dieStromleitung unter Spannung (12V) obwohl der Lichtschalter auf aus ist?

Wollte eben eine Lampe im Badezimmer anbringen (bis jetzt hängt da ne Lampe im Lampensockel), habe 2polig nachgemessen, bei Licht an:

schwarz - blau: 230V schwarz - grüngelb: 230V blau - grüngelb: 0V

wenn der Lichtschalter in "Aus-Stellung" steht:

schwarz - blau: 12V schwarz - grüngelb: 12V blau - grüngelb: 0V

der Lichtschalter hat ein kleine Lampe integriert, die leuchtet, wenn der Schalter in "ein-Stellung" steht. sie leuchtet aber auch in "Aus-Stellung" alledings sehr schwach. Andere Schalter der Wohnung mit solch einer Anzeige leuchten in "Aus-Stellung" nicht.

Was kann die Ursache sein?

(ich weis um die Gefährlichkeit im Zusammenhang mit Strom, ja.)

Expertenantwort
von Peppie85, Community-Experte für Elektrik & Strom, 80

Wer misst misst mist. das ist fakt. deine 12 volt die du da gemessen hast, ist die sogenannte blindaufladung. das kann durch induktive effekte aber auch einfach auf grund der tatsache, dass ein klitzekleines bisschen strom auch über den unterbrochenen schalter absickert..

beides ist aber nicht gefährlich... jedenfalls nicht in solch kleinen größenordnungen... bei starkstrom oder hochspannungsanlagen ist das aber wohl ein Problem. deswegen müssen abgeschalttete anlagenteile geerdet werden. in deinem fall brauchst du dir aber keine sorgen machen...

lg, Anna

Kommentar von xyxxyxxyx ,

Hmm, mir fällt gerade ein, ich hab im Badezimmer noch einen Abluftventilator (mit Zeitverzögerungsrelais). Könnte die angezeigte Spannung irgendwie damit in Zusammenhang stehen?

Kommentar von germi031982 ,

"
hochspannungsanlagen ist das aber wohl ein Problem. deswegen müssen abgeschalttete anlagenteile geerdet werden"

Ja, das ist es in der Tat. Da können solche Blindspannungen tödlich sein, deswegen muss ab 1000V zusätzlich zum Abschalten noch alles geerdet werden. Sieht man hier im Lehrvideo der BG ETEM (Berufsgenossenschaft Energie, Textil, Elektro, Medienerzeugnisse):

https://www.youtube.com/watch?v=_a0qojtaN_E

Antwort
von germi031982, 43

Lass mich raten, du hast ein Multimeter dafür benutzt. Es gibt einen guten Grund warum die Dinger vom VDE nicht als Spannungsprüfer zugelassen sind, selbst wenn sie die erforderliche Messmittelkategorie haben (in dem Fall mindestens Cat. III). Der Grund ist, das man während der Messung den Blick von der Meßstelle abwenden muss um den Wert ablesen zu können. Zudem kann das in die Hose gehen wenn man zum Beispiel einen Strommessbereich gewählt hat und dann Spannung messen will.

Aber zu guter Letzt, die Geräte sind hochohmig bei der Spannungsmessung. Das macht bei manchen Messungen Sinn (zum Beispiel in elektronischen Schaltungen), bei der Prüfung in der Hauselektrik ist das aber kontraproduktiv. Denn da kann es passieren, das wenn mehrere Leitungen einen längeren Weg parallel zusammen verlaufen in eine Leitung kapazitiv eine Spannung eingekoppelt wird, oder induziert. Diese Spannung ist aber nicht belastbar, das heißt wenn man diese Spannung minimal durch einen Stromfluss belastet (schon wenige mA reichen), wird die Spannung sofort zusammenbrechen. Dadurch das die Multimeter aber so hochohmig sind, wird die Spannung nicht belastet bei der Messung. Und 12V sind noch recht wenig, ich habe schon Blindspannungen gesehen die hatten fast 100V, der einpolige Phasenprüfer (auch Lügenstift genannt) hat schwach was angezeigt. Das Multimeter zeigte mir ca. 80V, der Duspol zeigte dann gar nichts an, und es war auch nichts.

Besorge dir bitte einen zweipoligen Spannungsprüfer, zum Beispiel Duspol. Es muss nicht der teure digitale sein, der einfache analoge reicht vollkommen:

http://www.amazon.de/Benning-Duspol-analog-Spannungspr%C3%BCfer-050261/dp/B007TN...

Da hast du auch eine Lastzuschaltung, da kann man auch mal einen Strom fließen lassen. Und man kann grob die Funktion eines FI testen (L gegen PE + Lastzuschaltung -> 30mA FI muss auf jeden Fall auslösen). Durchgangsprüfung mache ich mit speziellen Geräten, auch wenn Geräte wie der Duspol Expert das auch können. Für mich ist das ein Gerät zum Feststellen der Spannungsfreiheit, und um evt. eine Verdrahtung nachvollziehen zu können.

Ich persönlich habe mehrere von diesen Geräten. Zwei Duspol N, einen neueren roten aus der letzten Baureihe des N und einen aus der Baureihe die zwischen 1954 und 67 hergestellt wurde (mit schwarzem Bakelitgehäuse). Dann noch einen Analog Plus, das Vorgängermodell des aktuellen Analog. Und zu guter Letzt noch einen Wibre (schon mit LEDs statt der Glimmlampe).

Kommentar von xyxxyxxyx ,

habe mit einem 2poligen Spannungsmessgerät (analoges noname-Gerät für 8€) gemessen. im Bad ist noch ein Lüftermotor verbaut. Womöglich hat das ja mit der Blindspannung zu tun!?

Kommentar von germi031982 ,

Das ist dann wahrscheinlich nur ein Multimeter das in diese Griffe eingebaut wurde...also keine Lastzuschaltung, denn Geräte mit Lastzuschaltung kosten mehr. Hat das Teil mindestens Messkategorie Cat. III?

Wenn es kleiner als Cat. III ist, oder gar keine Messkategorie hat
solltest du es nicht verwenden für diese Zwecke. Begründung steht bei Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Messkategorie

Es sei denn das Gerät ist von vor 2004, da gabs diese Vorgaben noch nicht, und dementsprechend auch keine Angaben der Messkategorien auf den Geräten.

Antwort
von Branko1000, 37

Das ist normal und dies passiert oft. Meistens entsteht dies durch den Schalter oder einfach durch Induktion der anderen Leitungen.

Wenn z.B. in der nähe der Leuchtenleitung eine andere Leitung sich befindet, wie z.B. für eine Steckdose, dann ensteht Induktion durch das Magnetfeld der anderen Leitung.

Antwort
von wollyuno, 39

mess mal mit was richtigem wie duspol und es zeigt 0 an.oft induktion oder kleine kriechspannung

Antwort
von wolfram0815, 56

Ein bisschen Induktion und ein hochohmiges Messgerät. 

Oder hast du diese 12V auch, wenn das Leuchtmittel(Birne) korrekt im Sockel steckt?

Allerdings scheint der Lichtschalter mit Kontrolllampe auch falsch angeschlossen zu sein.

Kommentar von xyxxyxxyx ,

die Birne steckt im Sockel, ich messe an der Lüsterklemme, mit einem 2poligen analogen Spannungsprüfer. An anderen Lampen besteht im ausgeschaltetem Zustand keine Spannung!

Kommentar von wolfram0815 ,

Dann ist es der Schalter

Antwort
von AndryH, 65

Es ist immer ein bestehender stromkreislauf. Du kannst diesen nur durch die stromsicherungen im schaltkasten abschalten. 

Kommentar von germi031982 ,

Da wird in der Regel auch nur einpolig abgeschaltet. Außer bei einem FI, da wird zweipolig abgeschaltet. Die Spannung wirst du trotzdem messen, denn die wird wahrscheinlich hinter dem Sicherungskasten kapazitiv eingekoppelt durch eine Leitung die parallel zur Zuleitung die zum Bad geht verläuft. Wenn der benachbarte Stromkreis recht hoch belastet wird, dann kann es sich auch um Induktion handeln. Ist aber trotzdem eine Blindspannung, da ist kein Strom dahinter. Wenn man diese Spannung belasten will bricht die Spannung sofort ein.

Trotzdem sollte man die Sicherung rausnehmen (bzw. Leitungsschutz ausschalten) wenn man da was dran macht. Aber für Messungen um erstmal die Verdrahtung nachzuvollziehen ist das natürlich kontraproduktiv den Leitungsschutz auszuschalten.

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