Warum steht die Schlacht bei Hastings 1066 als Beginn der britischen Nationalgeschichte?

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3 Antworten

Ab ca. 400 wurde Britannien von germanischen Angeln, Sachsen und Jüten erobert, die aus Norddeutschland und Dänemark kamen. Sie gründeten Königreiche wie Wessex (Westsachsen), Essex (Ostsachsen) etc. Ab ca. 900 vereinigten sich diese Teilreiche zum Königreich England (eigentlich Angelland). Ihre Sprache war das westgermanische Altenglisch. 

1066 landete der Normannenherzog Wilhelm der Eroberer bei Hastings. Er führte ein einstmals nordgermanisches Reich (Normannen = ein Wikingerstamm), das aber zu dieser Zeit bereits französisiert war und in dem man Altfranzösisch sprach. 

In der Schlacht besiegte und tötete er den letzten englischen König Harold. Die siegreichen normannischen Adligen bildeten daraufhin eine dünne Oberschicht über den weiterhin englisch sprechenden Untertanen. Langsam verschmolz diese Oberschicht mit der alten besiegten englischen. Die englische Sprache blieb die siegreiche (hand, arm, finger, winter, summer, old, young etc.), nahm aber zahlreiche französische Wörter auf: Neben freedom steht liberty, neben flesh meat, neben swine pork. 

Aus der Verbindung germanischer und romanischer Einflüsse entstand die britische Kultur.

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Kommentar von OlliBjoern
20.09.2016, 23:53

Genau. Zudem gab es natürlich auch Einflüsse der keltischen Kulturen (Wales, Schottland). Diese Kulturen binden auch ein Bindeglied zwischen der alten Historie Britanniens und Süddeutschlands (und der Schweiz und Österreichs). Auch die "Bretagne" in Frankreich ist verbunden mit den (einst keltischen Vorgängerkulturen) der "Briten".

Auch nordgermanische Einflüsse sind nicht ganz zu vernachlässigen. Wikinger überfielen oft die reichen Klöster.
In englischen Dialekten (in Schottland) haben sich noch ein paar Sachen erhalten, die mich z.B. an Schwedisch erinnern:

"Joseph, son o Dauvit, be nane feared tae tak Mary your trystit wife intil your hame; the bairn she is cairrein is o the Halie Spírit."

"the bairn" ist natürlich "das Kind", schwedisch "barn/barnet".

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Wilhelm der eroberer war der erste normannische König von England.

Mit ihm begann die Zeit der britschen Herrscher, die zu einem großen Teil nicht einmal englisch sprachen.

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Hab da was nettes. Rebecca Gable: Das zweite Königreich. Ist ein historischer Roman und behandelt die Eroberung Englands. Ist zwar etwas länger als ein Wikipediaeintrag, aber lesenswert.

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