Ophelia am 13.08.2007 um 11:50 Uhr
Das hat in meinen Augen doch einen leicht negativen Touch. In gehobenen Kreisen möchte man doch eher vorteilhaft aussehen und vor allem Gesund aussehen. Oder hat der Ausdruck etwas mit irgendeiner Tradition zu tun?
das kommt daher, dass früher blass für den Adel stand. Dsaher kommt auch der Ausdruck "blaues Blut". Denn die Adeligen waren immer nur in ihren Schlössern, während die Bauernd draußen am Feld den ganzen Tag arbeiteten. Sie wurden in der prallen Sonne natürlich sehr braun. Die Adeligen natürlich nicht. Wenn sie dann wohl doch mal ankutschiert kamen, sahen die Bauern sie an und redeten von "blauem Blut", weil sie nämlich die Adern durch die blasse haut erkennen konnten und dachten, die hohen herrschaften hätten eine andere Farbe des Blutes. Das fanden sie interessant und edel. Deshalb ist es eher ein Kompliment

Früher waren nur die Leute, die draußen gearbeitet haben, braun. Aristokraten konnten es sich leisten, vor der Sonne geschützt zu sein. Deshalb waren sie blaß. Braune Haut galt als vulgär.

früher war blässe ein schönheitsideal in den "gehobenen kreisen". sie zeigte an, dass man nicht draussen arbeiten musste, wie die landbevölkerung.
Ophelia am 13. August 2007 11:58 also doch eine Frage der Tradition. Danke für eure aufschlußreichen Antworten ;)
Weil früher nur die Bauern, die ja den ganzen Tag draussen auf dem Feld gearbeitet haben, braun geworden sind.

Die Hautfarbe hat mit der Gesundheit ja nichts zu tun, sondern nur mit dem "gesunden" Aussehen.
Früher wollten sich die Aristokraten vom "gemeinen Volk", das ja viel im Freien arbeitete, abheben.
Man war ja auch viel zu vornehm und ängstlich, an die (verseuchte) Luft zu gehen.
Zudem wusch man sich kaum sondern machte sich durch Pudern zusätzlich blass.
In Fernost ist es ja heute noch vornehm, blass zu sein!

Bin in die 1950er Jahre hinein galt bräune als verpönt, weil leute, die blass waren nicht draußen arbeiten mußten. Aber auch Menschen, die zwar hochgestellt , aber berufsbedingt viel draußen waren (z.B. Offiziere) weißten sich die Haut mit Puder oder Schminke, damit sie nicht mit Proleten verwechselt würden.
die "vornehme Blässe" ist auch heute noch überall auf der Welt, insbesondere in Asien oder Südamerika schwer im Kommen!

Schließe mich Wasserschweinchens Antwort an.
Ansonsten bin ich ja schon zutiefst dankbar, dass Du nicht nach Leichenblässe gefragt hast.
Heeeschen am 13. August 2007 12:16 ...dachte ich auch ;-))
Ophelia am 13. August 2007 12:27 wobei der Begriff im Grunde meist so nicht passt. Verstorbenen sind i.d.R eher "fahl - aschfahl" und manchmal verfärbt sich die Haut auch durch die Umstände des Ablebens. Das nur als kl. Anmerkung.
kuntzkids am 13. August 2007 13:06 Dass die Haut Verstorbener ganz verschiedene Tönungen aufweisen kann, ist richtig.
Aschfahl bezeichnet allerdings einen grauen (Haut-) Ton, wie er durch Streß, Müdigkeit, Nikotin, emotionale Spannungen und falsche Ernährung entstehen kann. Somit hat dieser Begriff einen recht negativen Anstrich und ist m.E. für den Umgang mit verstorbenen Menschen nicht geeignet.

Das rührt daher, daß früher hauptsächlich die Feld-und Landarbeiter eine "gesunde" Hautfarbe hatten, weil sie viel an der frischen Luft arbeiteten. Der sogenannte Adel oder Mittelstand, wollte sich abgrenzen, indem er nicht so eine ordinäre Bräunung der Haut hatte.

Früher - auf den Plantagen in den Südstaaten der USA - beschirmten die Damen und auch die Herren ihre Gesichter um eine "vornehme Blässe" zu erahlten. Dies tat man, um sich vom arbeitenden Volk - sprich: den Sklaven - noch deutlicher durch die helle Hautfarbe zu unterscheiden.
Sowas gab es auch bei uns im Mittelalter, als die vornehmen Herrschaften sich von den Bauern unterscheiden wollten, die ja durch ihre Arbeit auf dem Feld der Sonne ausgesetzt und somit braun waren.

Liebe Ophelia, ich glaube, Deine Frage wurde mehrfach zufriedenstellend beantwortet. Als kleine bemerkung bleibt nur noch, anzufügen, dass sich die Bedeutung und das ästhetische Empfinden von gebräunter Haut mittlerweile grundlegend gewandelt hat: heutzutage gilt Bräune (auch) als Luxus, da sie impliziert, dass man sich das Herumlümmeln in der Sonne leisten kann.
Ausgenommen von meiner saloppen Bemerkung sind natürlich alle Menschen, die unter freiem Himmel arbeiten (müssen).