Warum sprechen nicht alle Menschen nicht die selbe Sprache?

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11 Antworten

Ich nehme an, du meinst, warum die Menschen nicht eine gemeinsame Zweitsprache sprechen - also neben ihrer Muttersprache.

Die Menschheit entwickelt sich in manchen Bereichen außerordentlich langsam. So hat es beispielsweise etwa 2500 Jahre gebraucht, bis die Demokratie heute in vielleicht einem Drittel der Länder weltweit etabliert ist.

Viele Leute würden durchaus Esperanto lernen, wenn sie zutreffende Informationen über Esperanto hätten. Aber es kursieren viele Irrtümer zu Esperanto. Nur wenige wissen, dass es mittlerweile eine funktionierende Esperanto-Sprachgemeinschaft gibt. Oder dass jedes Jahr mehr als hundert Esperanto-Bücher erscheinen. Dass es Musik in Esperanto gibt oder Videos bei youtube. Oder dass es mehr als tausend Esperanto-Muttersprachler gibt, die also Esperanto schon zuhause von ihren Eltern gelernt haben.

Die Verbreitung von Esperanto geht daher nicht so schnell. Aber in der Zwischenzeit kann jeder Esperanto lernen und damit durch die Welt reisen. Da ist es leicht, unmittelbaren Kontakt in vielen Ländern zu knüpfen. Und relativ schnell geht das Esperanto-Lernen auch - man braucht nur etwa ein Drittel der Zeit, die man z. B. für das Englische braucht (gleiches Niveau.)

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Kommentar von Rayo64
13.03.2016, 15:09

Ich danke ihnen, dass ich durch sie mehr über Esperanto lernen konnte! Vielleicht lerne ich dank ihrem Kommentar in nächster Zeit Esperanto! MfG Rayo64 

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Menschen neigen nur schwer dazu etwas gemeinsames zu suchen und wenn, dann nur um sich gegen andere Menschengruppen zu verbünden. Da will man natürlich nicht, dass die gegnerische Gruppe mitbekommt, worüber man sich miteinander verständigt. Deshalb gibt es auch Fachsprachen, Jugendsprachen, Jägerlatein, Seemannsgarn, Familiensprachen und viele mehr. In Dampfmaschinenzeiten gab es in Hamburg Kesselklopfer, die eine Geheimsprache entwickelten in der Hoffnung, dass die Chefs sie nicht verstünden: https://de.wikipedia.org/wiki/Kedelkloppersprook.

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Ich meine mit der englischen Sprache sind wir doch schon ganz gut bedient. Wenn man nun bedenkt, dass selbst in Deutschland - hier wird in (fast) allen Schulen Englisch unterrichtet, viele nicht sicher Englisch beherrschen - würde ich mir eher Gedanken dazu machen, warum das so ist. Weltweit betrachtet sollte man dann noch weitere Faktoren berücksichtigen: Armut, Zugang zu Schulen und Unterricht, Analphabetismus usw. Und es gab ja auch bereits mehrere Sprachen, die zumindestens eine Zeit lang als Weltsprache bezeichnet werden durften: Französisch, Deutsch, und weitere.

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Kommentar von WunschRolshoven
10.03.2016, 07:23

Einerseits schreibst du, mit dem Englischen wären wir doch schon ganz gut bedient. Andererseits schreibst Du, dass selbst in Deutschland viele nicht sicher Englisch beherrschen. Das ist der Grund, warum ich denke, wir sind mit dem Englischen doch nicht so super bedient - es wirkt zwar zu Beginn schön einfach, aber mit der Zeit stellt man fest, dass es doch ziemlich aufwändig sein kann, ein vernünftiges Niveau zu erreichen. Dieses Problem wird sich auch mit noch so guten Lehrmethoden und noch so viel Motivation nicht beheben lassen.

Das ist der Grund, warum dann so mancher ergänzend zum Englischen Esperanto lernt. Da kann man ein bestimmtes Niveau halt in einem Drittel der Zeit lernen, die man im Englischen dafür braucht.

Einfach mal Esperanto versuchen, eine Probelektion - dann ist das leichter verständlich :)

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Hallo,

... weil Sprache lebendig ist. Sie ändert sich über die Entfernung und über die Zeit, sowie durch gesellschaftliche, kulturelle, religiöse Einflüsse usw.

Sprache ist nämlich viel mehr als nur Verständigung.

Mit Esperanto ist der Versuch gestartet worden, eine einheitliche, künstliche Weltsprache zu schaffen, gebracht hat es nicht viel.

Sprache ist nicht gleich Sprache. Deutsch ist nicht gleich Deutsch, Englisch nicht gleich Englisch. Denke nur an die verschiedenen Dialekte (platt, sächsisch, bayrisch usw.; British English, American English, Australian English usw.)

Es ginge die Vielfältigkeit verloren. So wie das heute schon z. B. in Deutschland mit den aussterbenden Dialekten der Fall ist.

Ich glaube auch nicht, dass es unbedingt weniger Probleme auf der Welt gäbe, wenn alle dieselbe Sprache sprechen würden. Das hat schon zwischen Kain und Abel nicht funktioniert!

Wenn man sich Mühe gibt und es wirklich will, dann versteht man jeden anderen Menschen, egal ob man dieselbe Sprache spricht oder nicht. Ob man ihn dann aber "wirklich versteht", steht auf einem anderen Blatt.

:-) AstridDerPu

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Kommentar von WunschRolshoven
10.03.2016, 06:42

Du schreibst, mit Esperanto sei der Versuch gestartet worden, eine einheitliche, künstliche Weltsprache zu schaffen, gebracht habe es nicht viel.

Dazu kann man sagen, dass diese internationale Sprache tatsächlich von Menschen in über 120 Ländern weltweit gesprochen wird. Denen hat das offensichtlich so einiges gebracht, sonst würden sie Esperanto nicht weiterhin sprechen :)

Außerdem breitet sich Esperanto zunehmend aus. Seit Mai letzten Jahres wird bei Duolingo ein Sprachkurs angeboten - da haben jetzt schon über 200.000 Lerner angefangen. Die Chinesen veröffentlichen jeden Tag Nachrichten in Esperanto auf esperanto.china.org.cn . Und Le Monde Diplomatique gibt es seit 2002 in Esperanto, eo.mondediplo.com . Die Esperanto-Wikipedia hat über 200.000 Artikel - etwas mehr als z. B. die dänische Version.

Die Vielfalt muss noch lange nicht verloren gehen, bloß weil man dieselbe Fremdsprache als gemeinsame Sprache spricht - man kann doch prima im täglichen Leben seinen Dialekt weitersprechen.

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Kommentar von RudolfFischer
10.03.2016, 10:11

Zitat: "Wenn man sich Mühe gibt und es wirklich will, dann versteht man jeden anderen Menschen, egal ob man dieselbe Sprache spricht oder nicht."

Ich weiß nicht, auf welcher Erfahrung das beruht. Ich erlebe zurzeit wieder einmal das Gegenteil. Ich gebe einen Alphabetisierungskurs für syrische Flüchtlinge. Da können sich beide Seiten noch so viel Mühe geben, auch mit Einsatz von Mobiltelefonübersetzern, die (rein sprachliche) Verständigung klappt nicht. Vor allem abstrakte Begriffe und Nichtgegenständliches lässt sich nur selten verständlich machen.

Insgesamt sind beide Seiten nicht damit zufrieden und unglücklich.

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Ich denke nicht, dass die Menschheit sich auf eine Sprache einigen könnte. Die Chinesen würden vorschlagen, dass alle Chinesisch sprechen sollten. Die Engländer und Amis/Kanadier würden Englisch vorschlagen. Und die Araber/Nordafrikaner/Iraker würden Arabisch vorschlagen.

Das würde nur funktionieren, wenn ca. 80 % der Menschen auf ihre eigene Muttersprache verzichten würden und sich bereit erklären würden, notfalls eine völlig fremde Sprache zu erlernen (was jeweils Jahre dauern würde).

Esperanto basiert auf europäischen Sprachen. Es hat mit Chinesisch und Arabisch nichts gemein, und diese Menschen würden auch Esperanto keinesfalls als "leicht" ansehen. Esperanto hat z.B. Verbkonjugationen und Subjekt/Objekt-Deklinationen. Mit freier Wortreihenfolge. Chinesisch hat dagegen strikte Wortreihenfolge ("isolierende Sprache"), kann dafür auf Konjugation und Deklination verzichten.

Ein Finne hätte dagegen eher mit einigen Konsonanten des Esperanto Probleme. Die Deklination findet er dagegen eher langweilig (Finnisch hat ca. 12 Kasus).

Und wie sollte man Esperanto z.B. mit chinesischen Schriftzeichen verschriftlichen? Das ist nicht mal eine Buchstabenschrift. Natürlich könnte man nun sagen, dann sollen die Chinesen halt das lateinische Alphabet lernen. Nun kann man sich die Antwort aus China recht gut vorstellen.

Prinzipiell finde ich die Idee hinter Esperanto schon gut. Aber die Erfahrung hat gezeigt, dass Menschen nicht sehr gerne Kunstsprachen lernen. Sie lernen lieber natürliche Sprachen, und sei es auch nur für den Zweck, diese im Urlaub benutzen zu können. Was zugegebenermaßen ein nettes Hobby ist.

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Kommentar von WunschRolshoven
10.03.2016, 07:13

Natürlich fänden es alle toll, wenn die anderen die eigene Sprache lernen würden - aber das ist ja unrealistisch. Die Chinesen betreiben daher drei Internet-Sites in Esperanto: esperanto.china.org.cn mit täglichen Nachrichten, die Zeitschrift "El Popola Ĉinio", espero.com.cn, und das Internationale Chinesische Radio esperanto.cri.cn in Esperanto.

Das machen die Chinesen, weil Esperanto natürlich für sie nicht etwa "leicht" ist, aber doch viel leichter als Englisch oder Französisch oder andere europäische Sprachen. Man liest davon, dass sie für Esperanto ein Jahr brauchen und für andere europäische Sprachen fünf oder sieben Jahre; jedenfalls brauchen sie wohl weniger als ein Drittel der Zeit für Esperanto.

Natürlich lernen sie oft auch noch Englisch - manchmal lernen sie in Englisch nur die Grundlagen und Esperanto lernen sie dann besser, weil es halt leichter geht, während man im Englischen ja ewig braucht, bis man zu einem vernünftigen Niveau kommt.

Natürlich ist auch für die Finnen das Esperanto nicht ganz "leicht", aber auch hier wegen der Regelmäßigkeit und des einfacheren Aufbaus doch weit schneller zu lernen als andere europäische Sprachen. Ich kenne eine ganze Reihe von Finnen, die Esperanto sprechen.

Nur wenige Menschen haben wirklich etwas gegen "Kunstsprachen" (oder "geplante Sprachen"; so völlig künstlich ist die "internacia lingvo" ja nicht...). Die meisten lernen Esperanto einfach deshalb nicht, weil sie nichts davon wissen oder falsch informiert sind oder einfach skeptisch sind. Aber es gibt immer so etwa ein Prozent der Sprachbegeisterten, die Esperanto lernen - da Esperanto immer sichtbarer wird, werden das allmählich auch mehr.

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Kommentar von DerMCDodo
22.05.2016, 15:45

Praktisch jeder Mensch der Erde spricht mindestens eine Europäische Sprache...
Amerika --> Englisch
Afrika --> Französisch
Usw...
Deshalb hat man sich für Europäische Sprachen entschieden!

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mit der eigenen sprache identifiziert man sich es wird nie passieren das alle menschen die gleiche sprache sprechen es wird immer eine veränderung geben :) sozusagen die dialekte

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Warum haben wir alle nicht den selben Interessen und Hobbies?

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Sag ich auch immer aber jeder spricht Wörter anders aus in derselben Sprache. Nach einigen Generationen kommt es zur Ausbildung von Dialekten und schließlich von Sprachen. Heutzutage ist das aber wegen Globalisierung nicht mehr so stark der Fall also eine Sprache für alle wäre gar nicht so abwegig

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Außer das es ziemlich schwer unzusetzen ist, gehören Sprachen zu den Kulturen der einzelnen Ländern oder Regionen. Ich glaube kaum das irgendein Land auf ihre Sprache verzichten würde, die es dort als Kulturelles Gut seit vielleicht über 200 Jahren gibt!

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Sprache ist neben Verständigungsmittel vor allem auch Kulturgut und Identifikationshilfe: so etwas gibst Du nicht "mal eben" auf...jedenfalls nicht in der Masse.

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Kommentar von WunschRolshoven
10.03.2016, 07:25

Vielleicht wollte der Fragesteller gar nicht, dass alle ihre eigene Sprache aufgeben - nur eine gemeinsame Sprache für alle (oder viele).

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falls du dich noch erinnerst, wie es bei dir war (und milliarden anderer menschen ist), die sprache wird durch die eltern in den ersten lebensjahren geprägt. und welche eltern würden aus solch absurden gründen sich bemühen, mit ihrem baby z.b. nur esperanto zu reden. damit ihr kind spätestens in der schule die segel für den rest seines lebens streichen kann.

sorry, deine these ist absoluter blödsinn!


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Kommentar von WunschRolshoven
10.03.2016, 07:32

Meine ältere Tochter hat in den ersten Lebensjahren von mir Esperanto gelernt, von ihrer Mutter Spanisch und von der Tagesmutter Deutsch, später auch im Kindergarten.

Von Segel streichen konnte keine Rede sein - sie hat dann später auf dem Gymnasium am Bundeswettbewerb Fremdsprachen teilgenommen - mit Englisch, Spanisch und Französisch. Sie ist eine von zehn Bundessiegern geworden. (Mit Esperanto durfte sie leider nicht teilnehmen - das wird vom Bundeswettbewerb diskriminiert, möglicherweise, weil die Beiratsmitglieder unzutreffende Vorstellungen von Esperanto haben.)

Erfreulicherweise hat sie auch andere Fähigkeiten außer Sprachen; sie studiert jetzt Medizin.

Ich kenne viele Esperanto-Paare, die mit ihren Kindern Esperanto sprechen (und dann in den Ferien zu Esperanto-Familientreffen fahren). Das fördert die vielseitige Entwicklung des Kindes sehr.

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