In den letzten Jahren gewinne ich mehr und mehr den Eindruck, dass alles am Maßstab der Wirtschaftlichkeit gemessen wird: Schulunterricht ist nur dann gut, wenn die Schüler danach fit für die Arbeitswelt sind. Familienförderung zielt nur darauf ab, Arbeitskräfte für den Arbeitsmarkt bereitzustellen. Politische Entscheidungen zielen fast immer in Richtung Wirtschaftswachstum. Klar, dass eine florierende Wirtschaft die Grundlage für vieles andere ist, aber zum echten Leben gehört doch mehr dazu. Fehlt es an entsprechenden Lobbyisten in der Politik? Sind andere Entscheidungen nicht mehrheitsfähig?

Sie ist das Grundgerüst unserer Existenz.

Was erwartest du? Die, die das ändern könnten (wir) kriegen den A.... doch nicht hoch. Und wir erziehen unsere Kinder doch nach dem Gleichen Prinzip. Jede gute Leistung muss mit Geld belohnt werden, jedes Geschenk einen materiellen Wert haben, Zeit für die Kinder ist nur da, wenn Mama und Papa mal zufällig nicht arbeiten müssen, selbst der Urlaub wird nach diesem Prinzip ausgerichtet. Der neueste Flachbildfernseher ist wichtiger als ein Spaziergang im Wald, es werden nur Markenklamotten eingekauft, statt gemeinsam was zu unternehmen, ein gemeinsames Hobby zu pflegen werden die Kinder in professionelle Kurse und Kinderanimationsprogramme gesteckt.
Wer sich nicht wehrt der lebt verkehrt... Wo sind diese Zeiten hin? Die sind zum Ist-Beschreibung von Herbert Grönemeyer gewandert:
"Wie eine träge Herde Kühe schaun wir kurz auf - und grasen dann gemütlich weiter"....
LG
Wieselchen
DH Wieselchen1.
Raimund1 am 7. Mai 2008 22:49 noch ein DH
CrazyDaisy am 7. Mai 2008 22:55 Und von mir DH!

weil sie das System ist, das den Staat am Leben hält.
bommel65 am 8. Mai 2008 08:49 Schließe mich an - DH!
weil jeder gern in die Kneipe geht!
Ich sage nur Geld regiert die Welt.Ohne Geld kein Leben.Ohne wachsende Wirtschaft keine Arbeit ohne Arbeit nix zu essen ohne was zu essen keine Kinder...... usw.
CrazyDaisy am 7. Mai 2008 22:56 Ohne Geld kein Leben? Siehe, die Vögel in der Luft und die Lilien auf dem Felde, sie säen nicht, sie ernten nicht...

Natürlich ist die Wirtschaft für ein Land wichtig. Aber unsere Wirtschaft ist arrogant und verantwortungslos, auf dem Weg der Diktator im Land zu werden und die Politiker kuschen statt selbst Verantwortung zu übernehmen.


Ein Staat ohne Wirtschaft ist arm! Schaue Dir die ärmsten Länder an!
Solange einzelne Firmen mehr Gewinn machen, als Deutschland an Steuereinnahmen hat, leben wir nicht in einer demokratischen freien Marktwirtschaft, sondern im Kapitalismus. L.G.

Oder besser gesagt: Wirtschaft wird zu wichtig gemacht und verdrängt dabei alles andere.

Wer glaubt, die Herren Politiker hätten die Macht im Lande, gibt sich einer schönen, kollektiven Fantasie hin.
Die wahre Macht liegt in den Händen der Konzerne, und andere wirtschaftlicher Interessenverbände.
Schon vor Jahrzehnten hat das ein kluger Kopf so genannt:
"Industrielle Oligarchie"
CrazyDaisy am 7. Mai 2008 22:57 Jau, das stimmt wohl. Leider fällt mir jetzt gerade nicht ein, was wir dagegen tun können. Achja, ein DH geben!

Grundlage unseres Wohlstands.

Wirtschaftsmacht beruht heute leider viel zu oft auf Luftblasen statt auf reellen Werten. Wer Schulden macht, der ist der Größte! Expandieren, expandieren! Bis -peng!- die Blase platzt. Und bei Misswirtschaft gibt's noch für den Vorstand eine saftige Abfindung. Pleite gehen dabei nur die kleinen Anlieger. Die Entscheider sitzen bald wieder in einem anderen Aufsichtsrat...




Volkswirtschaft und Betriebswirtschaft schließen sich meines Erachtens nach gegenseitig aus.

Ohne funktionierende Wirtschaft funktioniert der Sozalstaat auch nicht mehr.



Ohne funktioniernde Wirtschaft würde es uns schlecht gehen.

Unser Lebensstandart wird nur durch eine gut funktionierende Wirtschaft gesichert.
Zum echten Leben gehört tatsächlich mehr dazu! Aber nicht bei uns. Um überhaupt ans "echte Leben" ranzukommen, brauchen alle Geld. Um an Geld heranzukommen, unterwirft man sich automatisch dem Gesetz des Geldes (Kapitals), aus Geld mehr Geld zu machen. Ohne das geht gar nichts.
Dies wird Wachstum genannt und geht nur über das Geld. Deshalb geht ohne Wachstum des Geldes gar nichts. Deshalb "funktioniert" sowohl der Sozialstaat als auch der Wohlstand auch m i t funktionierender Wirtschaft "nicht".
Oder anders gesagt, gerade so mit immer teurer werdender medizinischer Versorgung, neuer Armut und Altersarmut, wenigen Lehrstellen und vielen Arbeitslosen und Hartz IV Empfängern funktioniert alles.

Die Frage stellen so wie Du die Medien. Als Wirtschaft werden große Konzerne verstanden. Gewerbeansiedlungen u.ä.
Wirtschaft ist aber überall wo Geschäfte gemacht werden. Ob für wenige Cent oder Millionenverträge.
Deutschland ist einer der wichtigsten Industriestandorte der Welt. Die deutsche Politik will es bleiben. Ob es gut ist? Ich würde sagen eine gute Mischung hat noch niemals geschadet.
Wir sind abhängig von der Weltwirtschaft, insbesondere der Konjunktur in den USA. Wir haben es nicht einmal geschafft uns durch die Beziehungen zu China und sogenannte dritte Welt Staaten davon zu befreien [Schritte sind allerdings gemacht und auch gelungen].
Das Thema der Binnennachfrage wird aber in der Regel vergessen. Und damit darf nicht gemeint sein, Deutsche kaufen deutsche Produkte. Und nicht nur weil ein riesen Prozentsatz auch ausländischer Fahrzeuge von Bosch kommt...
Wenn unser Land ökonomisch weiter kommen soll, was wir alles Egoisten doch wollen, einen höheren Lebensstandard, dann müssen wir natürlich auch unser kulturelles Angebot entwickeln. Natur und Freizeit.
Im Ergebnis bildet der Mensch die Grundlage der Wirtschaft. Wenn es dem nicht gut ist, kann er nicht produzieren. Die Wiederherstellung von Arbeitskraft [Entschuldigung sehr technokratisch] - mit dem Aufziehen der Kinder, dem Versorgen der Alten, aber auch der täglichen Erholung und dem Urlaub - sind ganz wichtige Stützen einer Gesellschaft.
Die Römer hatten erkannt: Brot und Spiele. Nun macht spielen nicht unbedingt dumm und man könnte es auch anders betreiben - als sinnvollen Ausgleich zur (Erwerbs-)Arbeit. Ein riesiger Absatzmarkt.
Wir sollten unsere Betrachtungen wieder auf die Füße stellen: Wirtschaft ist nicht das gebundene oder fließende Kapital. Wirtschaft, das sind die Menschen.
Zum Schluß: Egal wo, auf dem Bauernhof, auf der Baustelle oder im Büro - Nie sah ich Geld arbeiten.
Entweder können oder wollen das die Meisten nicht begreifen ! DH