Frage von HerlockSholmes, 136

Warum sollte ich noch leben, wenn ich nichts mehr im Leben habe?

Hallo. Ich hatte gerade wieder mal nen Nervenzusammenbruch, wo ich über jede schlimme Situation in meinem Leben nachgedacht habe und fast durchgedreht bin.

Ich habe einfach nichts, was mich noch zurückhält. Bin nur noch Zuhause und habe mich isoliert, die ganze Zeit nur am Nachdenken. Meine Gedanken zerfressen mich. Alle erreichen und erleben was und genießen das Leben, und mein Leben ist einfach mal komplett im A*sch und es ist sehr schwierig, dass sich was bessert.

Warum kann ich das Leben einfach nicht genießen, wie alle anderen auch? Warum sieht's bei anderen so einfach aus?

Ich bin mir irgendwie sicher, dass ich nicht älter als 30 sein werde. Ich hoffe einfach, dass ich eine tödliche Krankheit kriege und sterbe oder ich will es irgendwann selbst beenden, auch wenn ich noch nicht mutig genug bin und nicht weiß, wie ich es machen soll.

Ich "bete" sogar manchmal zu Gott, dass er mich bitte sterben lassen soll, obwohl ich nicht mal mehr an Gott glaube.

Ich bin so verzweifelt.

Früher konnte ich Selbstmorde nicht nachvollziehen, heute verstehe ich diese Suizidgedanken sehr gut.

Ich habe irgendwie keine Hoffnung mehr und kann mir nicht vorstellen, dass ich aus diesem Loch je wieder rauskommen werde.

Ich weiß, ich versinke gerade im Selbstmitleid und das bringt mich auch nicht weiter, aber ich kann einfach nicht anders, weil eben alles besch*ssen ist.

Ich weiß auch nicht, was ich mir hier mit dieser Frage erhoffe, aber warum sollte man leben, wenn man wirklich nichts mehr hat? Manche sagen ja, "Denk an deine Familie, Freunde usw." Ich habe zwar ne Familie, aber wir sind nicht wirklich wie eine Familie. Wir leben vielleicht nur zusammen in einer Wohnung und reden manchmal (wenn schon) über oberflächliche Sachen. Das war's. Freunde habe ich auch nicht mehr, weil ich mich zurückgezogen habe, außer eine, aber die ist auch nicht so eine, der ich alles erzählen kann.

Ich weiß nicht... Ich fühle mich so unverstanden und "zu anders", wie ein Alien, für diese Welt. Ich gehöre hier einfach nicht hin, so habe ich das Gefühl...

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Antwort
von Trela1809, 48

Hi HerlockSholmes,

du wirst in´s Leben geworfen und es heißt einfach: "Spiel mal bisschen, du machst das schon!"

Vielleicht für den Anfang, damit du nicht denkst ich erzähle Mist. Ich erkrankte vor längerer Zeit ebenfalls an diesem Scheiß! Es waren sehr schwere Depressionen, die mich quälten. Sieh einer an, ich hätte nicht gedacht, dass ich jemals da herauskomme und jetzt coache ich andere!

Ich habe diese "Krankheit" als Gabe erkannt. Das schaffst du auch. Es macht dich lediglich stärker, klüger und intelligenter. Der eine kann sagen: "Ich war in Thailand." und du kannst sagen: "Hey, ich habe was cooleres durchlebt, die Hölle.". Klingt im ersten Augenblick sehr schräg, es ist aber nun mal ein "cooles" Erlebnis. 

Ich habe als 13 Jähriger angefangen sehr viel zu rebellieren. Ich bekam eine Angststörung. Ich bin verdammt Dankbar dafür. Sonst säße ich wahrscheinlich schon im Gefängnis. Sie hat mich teilweise erzogen. Ich habe durch z.B. meine Hypochondrie enorm viel über die Anatomie des Menschen gelernt. Das ist was positives.

Erkenne einfach den Sinn dessen! Suche die positiven Seiten dieser vermeintlich schweren Situation.

Ich habe einige Strategien, die dir in vielen Situationen helfen würden.

Ich opfere mich daher gerne dich auf deinem weiteren Weg online zu begleiten.

Depressive Grüße 

Alex

Antwort
von FelinasDemons, 58

Wow...
Wow...Deinen Text könnte ich fast 1A zu mir schreiben. Abgesehen von dem Grund weshalb man nich lebt und der Familie. Ansonsten alles gleich. Also das sind wir schon mal zwei Aliens😊

Die Sache ist,so platt das jetzt klingen mag,einfach weiter zu machen. Du traust dich nicht umzubringen, für mich bedeutet das, dass du irgendwo ganz,ganz,ganz tief in dir noch ein witziges Fünkchen Hoffnung hast. Die beste Möglichkeit dieses Fünkchen in eine Flamme zu verwandeln ist weiter zu machen. Versuchen gegen diese graue Welt anzukämpfen. Wie? In dem man sich vor Augen hält wo genau die Probleme liegen. Und diese anzugehen. In Form einer Therapie,machst du momentan eine? Oder du suchsr eine Selbsthilfegruppe auf. So was kann auch helfen.
Wenn du dich auf niemanden verlassen/bauen kannst. Dann baue auf dich:)

Okay, das alles ist nicht leicht. Ist es nie. Aber es lohnt sich eigentlich immer,wenn man dran bleibt.

Ich weiß, Selbstmord klingt bestimmt extrem verlockend, aber auf dich wartet was viel besseres. Bestimmt. Du musst nur bereit sein dafür zu kämpfen.

Tut mir Leid, dass ich dir nicht groß helfen konnte. Stecke selbst mittendrin.

Alles Gute, viel Glück und Kraft für dich☺🍀

Antwort
von Haaaalo, 44

Ich meine man kann auch alles haben, was das Leben so zu bieten hat und trotzdem unglücklich sein.

Du fragst dich: Ich habe nichts im Leben, warum soll ich denn noch weiterleben?

Und der andere fragt sich: Nichts auf dieser Welt kann mich glücklich machen, warum soll ich denn noch weiterleben?

Ihr beide habt das selbe Problem. Das Problem liegt aber nicht an dem was du hast. Du hast schon alles was du brauchst. Das Problem ist, dass du es nicht wertschätzen kannst. Daher musst du es (wieder) schätzen lernen.

Vielleicht geht es im Moment nicht einfach von heute auf morgen. Das erwarte ich auch nicht von dir. Aber wenn du einmal alles verloren hast und dann endlich zu dem Punkt kommst, wo du wieder Entschlossenheit entwickelst und deine Probleme anpackst, weil du erkannt hast, dass es dir nichts bringt in Selbstmitleid zu versinken und weil nur aus hoffen und warten nichts besser geworden ist. Dann erkennst du auch, dass du gezwungen bist alles zu tun um das wieder zu bekommen, was du für ein glückliches Leben brauchst.

Niemand wird dir dein Leben wiedergeben können außer DIR. Betrachte aber einmal deine Situation anders. Sie könnte dein größtes Geschenk im Leben sein. Wenn du alles verloren hast und alles geben musstest um es dir wieder zurück zu erkämpfen, dann wirst du dein Leben danach um so mehr schätzen als es vorher überhaupt möglich gewesen wäre.

Du hast erkannt, dass es 3 Möglichkeiten gibt: Alles geben, für immer ein kümmerliches Leben haben oder sich das Leben nehmen.

Ich weiß, dass du die letzten beiden Optionen nicht willst und das letzte nur der letzte Ausweg für dich ist. Du willst einfach nur wieder leben, aber dafür musst du auch etwas tun. Womöglich hast du noch nicht die Kraft um das Ganze durchzuziehen aber du musst langsam zu der Einstellung kommen, sonst kann sich nicht viel auf lange Sicht ändern. Du hast dein Leben in der Hand

Antwort
von Amarantyne, 41

Hör dir mal den Song "Kein zurück" von Farin Urlaub an!

Ich kann deine Situation gut nachvollziehen. Wie alt bist du denn? Hab viele Jahre genauso gefühlt.

Ich kann dir auch nicht helfen, ich denke, das ist dir ja klar. Ich kann dir nur sagen, dass es fast immer irgendwann besser wird, wenn man nur nicht aufgibt. Wenn du es alleine nicht schaffst, solltest du mal eine Therapie probieren. Ansonsten Sorgentelefon oder so anrufen, die hören sich alles an und haben auch viel mehr Erfahrung mit solchen Situationen als wir hier ;)

Viel Glück und bleib stark! :-)

Antwort
von lillifee70, 50

Dieser Beitrag hätte so oder ähnlich vor knapp 30 Jahren von mir  kommen können! Meine Kindheit war ein einziges Katastrophenszenario, meine Familie hat mich nicht verstanden (das hat sich bis heute nicht geändert), ich hatte das Gefühl dass ich das alles niemals hinter mir lassen kann und obendrein wurde ich auch noch ungeplant und ohne Partner schwanger. Ich war mir sicher, dass es von nun ab nur noch weiter abwärts geht. 

Was für ein Irrtum! Ja, ich hatte noch harte Zeiten durchzustehen, aber das alles hat mich geformt und zu einem tollen, netten Menschen gemacht, der anderen viel zu geben hat. Ich habe mir mein eigenes Leben aufgebaut, ohne die toxischen Beziehungen aus der Vergangenheit. Das geht! 

Inzwischen weiß ich auch, warum mich niemand verstanden hat: Ich habe schlichtweg einen recht hohen IQ und der Rest meiner Familie  ist zwar nicht dumm (sind immerhin auch Akademiker dabei), aber eben auch nicht besonders intelligent sondern eher einfach gestrickt. Das ist so, als wärst Du in einer Bildergalerie und schwärmst von den Farben, während alle um Dich herum gar nicht wissen wovon Du sprichst, weil sie nur schwarz-weiß sehen können. 

Lange Antwort kurzer Sinn: Ich bin froh, dass ich die Arschbacken zusammengekniffen habe und alle harten Zeiten durchgestanden habe und jetzt da bin, wo ich bin. Und all die, bei denen es so leicht aussah, die so glücklich waren, habe ich bemerkt, dass sie es viel schwerer hatten, Herausforderungen des Lebens zu bestehen - sie hatten einfach keine Übung! Jeder hat im Leben harte Zeiten, auch die, bei denen immer alles einfach scheint - und Vieles bleibt im Verborgenen!

Gib nicht die Hoffnung auf, es gibt ein "Morgen" für Dich und das ist schön. Es dauert bei Dir nur etwas länger als bei manch anderen.

Alles Liebe!

Lili

Antwort
von Jule59, 46

Über unseren Tod entscheiden können, ist eine gute Sache. Wir können Situationen entkommen, die uns unerträglich scheinen und dem Leid ein Ende setzen, wenn wir nicht mehr leiden möchten.

Über unser Leben entscheiden, ist hingegen sehr viel schwieriger. Vor allem dann, wenn diese Entscheidung nicht mehr in unserer Hand liegt.

Mein Rat: Bevor du tatsächlich den letzten Schritt tun willst, besuche die Palliativstation eines Krankenhauses. Sprich ein einziges Mal mit Menschen, die gerne leben würden, diese Wahl aber nicht mehr haben.

Dann entscheide.

Antwort
von MrRomanticGuy, 49

Also das ist kein Grund für Suizid, Dein Problem lässt sich sogar leicht lösen. Warum fühlst Du Dich unverstanden und wie ein Alien in dieser Welt? Schon mal World of Nerds besucht?

Antwort
von Philipp59, 18

Hallo HerlockSholmes,

es kann immer mal wieder Momente im Leben geben, da ist man völlig ohne Ausweg und total mutlos. Da es auch Dir im Moment so geht, denke bitte an eines: Es bleibt nicht immer alles so, wie es gerade ist. Das Leben und man selbst verändert sich. Auch mag man Lösungen und Auswege finden, die man zuvor nicht gesehen hat. Oftmals kann bereits ein längeres Gespräch mit einer einfühlsamen und verständnisvollen Person helfen, wieder neuen Lebensmut zu schöpfen. Versuche daher nicht allein mit Deinen Gedanken fertig zu werden, sondern suche das Gespräch mit einer Person Deines Vertrauens, die die nötige Reife besitzt, Dir helfen zu können.

Leider ergeht es heute vielen Menschen so wie Dir. Sie verzweifeln an ihren Problemen, mit denen sie sich alleingelassen fühlen und sehen keinen Ausweg mehr. Doch wodurch entsteht ein solcher Schmerz? Er kann z.B. durch ein einschneidendes Erlebnis ausgelöst werden. vielleicht, durch einen heftigen Streit mit den Eltern oder anderen nahestehenden Personen. Da man niemanden zum Reden hat, scheint man an seinen Gefühlen förmlich zu ersticken. Dir ergeht es gerade auch so, nicht wahr?

Was auch immer der Grund für Deine Selbstmordgedanken ist, eines ist sicher: Es gibt jemanden der Deine innersten Empfindungen auf jeden Fall versteht und dem Du nicht gleichgültig bist. Ja, es ist Gott, an den Du möglicherweise nicht mehr so richtig glauben kannst. Doch in seinem geschriebenen Wort, der Bibel, hat er Gedanken aufschreiben lassen, die eindeutig sein Interesse an uns, und besonders an den Niedergedrückten, zum Ausdruck bringen.

Ein Schreiber der Bibel, der von innerer Verzweiflung geplagt wurde, schrieb einmal: "Als meiner beunruhigenden Gedanken in meinem Innern viele wurden, begannen deine eigenen Tröstungen meine Seele zu liebkosen" (Psalm 94:19). Zeigt das nicht, dass Gott sich gern derer annimmt, die im Leben keinen Ausweg mehr sehen? An ihn kannst Du Dich jederzeit, wenden, der er sich selbst als der "Hörer des Gebets" bezeichnet. Er hat versprochen, "Kraft, die über das Normale hinausgeht" zu geben, damit man den Schmerz ertragen kann. Ich habe in meinem auch schon viel Schlimmes durchmachen müssen und kann dies nur bestätigen! Eine Freundschaft zu Gott aufzubauen ist das Sinnvollste, was man aus seinem Leben machen kann. Durch ihn steht einem eine Kraftquelle zur Verfügung, die ohnegleichen ist und von ihm wird man niemals im Stich gelassen.

Du kannst auch noch etwas tun, damit Du den Selbstmord nicht weiterhin als einzigen Ausweg betrachtest. Jeder Mensch verfügt sowohl über innere als auch äußere Kraftquellen, um Konflikten und Belastungen begegnen zu können. Eine solche Kraftquelle können möglicherweise Freunde und Angehörige sein. Ein gutes und trostreiches Wort von einer verständnisvollen Person kann schon eine Menge Gutes bewirken. Du solltest daher auf keinen Fall versuchen, allein mit Deinen Problemen fertig zu werden. Versuche doch einmal, bei einer Person Deines Vertrauens Dein Herz auszuschütten. Das kann Deine Gefühle beruhigen und Du siehst die Sache vielleicht aus einem ganz anderen Blickwinkel.

Vielleicht kommt es Dir so vor, als würde Dein Schmerz niemals aufhören. Bedenke jedoch, dass andere dasselbe durchgemacht haben wie Du und sie haben die Erfahrung gemacht, dass sich die Situation ändern kann und wird. Versuche also, wieder neuen Mut zu schöpfen und lass Dir von anderen dabei helfen!

Denke bitte auch daran, dass Du noch jung bist und sich noch sehr viel in Deinem Leben ändern kann. Es ist ganz wichtig, nicht bei Dir selbst die Schuld zu suchen und es zu lernen, ein gesundes Maß an Selbstbewusstsein zu entwickeln. Auch wenn frühere negative Erlebnisse bei Dir emotionelle Narben hinterlassen haben, solltest Du daran denken, dass dies nichts an Deinem Wert als Mensch ändert. Daher solltest Du Dich um eine ausgeglichene Ansicht über Deinen wahren Wert als Person bemühen. Vergiss nie: Du bist ein wertvoller Mensch, und es ist schön dass es Dich gibt! Wahrscheinlich haben andere es versäumt, Dir das immer wieder zu sagen. Doch das ist nicht Deine Schuld. Wenn Du Dich selbst als einen liebenswerten Menschen siehst - was Du möglicherweise erst lernen musst - dann siehst Du Dein Leben auch wieder als lebenswert an. Alles Gute!

LG Philipp

Antwort
von DANCE150000, 35

Weißt du wie traurig mich es macht so etwas von einem Menschen zu hören! 

Aber was verstehst du unter einem glücklichen Leben ? 

Antwort
von moniehomie, 40

Wenn du etwas ändern willst dann musst du da raus... wenn dir deine familie nicht wichtig ist musst du eben raus auf die sraße und mal alles hinter dir lasse, dann findest du vlt die person die es wert ist dass du für sie weiterlebst... ich kann dich verstehen aber es bringt nix wenn du weiter da drinne versuppst, am besten du gehst zu leuten mit ähnlichen problemen, du kannst ja mal im internet nach chatforen oder so schauen wo leute sind denen es ähnlich geht wie dir...

Antwort
von comhb3mpqy, 28

Hallo,

Du kannst mit einem Menschen reden. Es gibt im Internet und über das
Telefon kostenlose Seelsorge. Auch solltest Du zu einem Psychologen
gehen.

Ich bin Christ. Gott liebt Dich und will, dass Du lebst. Vielen Menschen geht es mit Gott besser. Wenn Du einiges wissen möchtest, was mich überzeugt, dass es Gott gibt, dann kannst Du mich in den Kommentaren fragen.

Alles Gute

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