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Warum sollen Säuglinge keinen Honig zu sich nehmen?

gefragt von heidemarie am 10.08.2007 um 11:38 Uhr

Auf den Honiggläsern steht es immer drauf, warum ist ein unbelassenes Naturprodukt nicht gut für kleine Kinder? Und bis zu welchem Alter gilt diese Einschränkung?



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Volume
beantwortet von Volume am 10. August 2007 11:42
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Bakterien im Honig können schwere Vergiftungen bei Säuglingen auslösen. Wissenschaftler warnen dringend davor, die Nahrung von Babys mit Honig zu süßen. 1998 hatte bei einem Säugling aus dem Berliner Umland honiggesüßter Tee lebensbedrohliche Vergiftungserscheinungen hervorgerufen. Warum kann ausgerechnet naturreiner Honig Babys schwer schädigen? Bei Bienenhonig handelt es sich um ein rohes, tierisches Lebensmittel, das wird oft allzu leicht vergessen«, sagt Edgar Muschketat, Pressesprecher der Berliner Forschungseinrichtung Robert-Koch-Institut. »Rohe tierische Lebensmittel sind häufig mit Erregern von Infektionskrankheiten belastet, man denke nur an Trichinen, Kolibakterien oder Salmonellen - und Honig gehört eben auch in diese Reihe als tierisches Nahrungsmittel«.

Honig, der nicht ausreichend erhitzt wurde, kann mit einem Sporen bildenden Bakterium verunreinigt sein, dem Clostridium botulinum. Gelangen diese Erreger zum Beispiel mit einem selbst zubereiteten, honiggesüßten Brei oder Tee in den Körper eines Säuglings, finden sie in der noch instabilen Darmflora des Babys Verhältnisse vor, die ihnen erlauben, sich zu vermehren. Die Clostridien besiedeln den Darm, keimen aus und schütten Gifte aus, die auf die Nerven wirken und schwere Muskellähmungen auslösen können. Bei dem Berliner Säugling hatten sich seinerzeit die Lähmungen mit einer akuten Trinkschwäche angekündigt: ein Zeichen für eine beginnende Lähmung der Schluckmuskulatur. Dazu können u.a. Verstopfung, die Lähmung der Augenmuskulatur und allgemeine Schwäche kommen.

Die Krankheit, an der Babies erkranken können, ist eine sehr seltene Form von Lebensmittelvergiftung, nämlich Säuglingsbotulismus; der klassische Botulismus ist eine schwere Lebensmittelvergiftung. Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung und Lähmungserscheinungen, die sich beispielsweise in Doppelsehen äußern. Hervorgerufen wird die Vergiftung zum Beispiel durch den Genuss von verdorbenen Fischkonserven, also durch Nahrung, in der sich bereits Gifte gebildet haben. Da Sauerstoff das Auskeimen der Erreger nicht zulässt, vermehren sich die Sporen gerade in luftdichten, verunreinigten Dosen, Konserven und Eingemachtem besonders gut - man kann das unter Umständen am Geruch oder am gewölbten Deckel erkennen.

Anders als Säuglinge sind ältere Kinder und Erwachsene aber durch ihre stabile Darmflora davor geschützt, dass sich Sporen bildende Clostridien in ihrem Darm ansiedeln. Gefährlich können ihnen nur die Gifte werden, die die Clostridien beim Auskeimen im Lebensmittel erzeugt haben. Bei Kindern im ersten Lebensjahr dagegen reicht für eine Gefährdung schon eine geringe Aufnahme der Erreger selbst aus, da diese in ihrem Darm zu keimen beginnen können.

Säuglingsbotulismus ist in Deutschland sehr selten - in den letzten drei Jahren wurden nur drei Fälle bekannt. Der klassische Botulismus tritt ist häufiger auf, ist aber dennoch eine seltene Erkrankung. 1997 wurden in Deutschland neun Fälle registriert, bis Mitte August 1998 wurden bereits 18 Fälle gemeldet. Diesen Anstieg führt Muschketat auf den Trend zurück, dass die Ärzte bei Magen-Darmerkrankungen häufiger Stuhlproben untersuchen lassen und deshalb Botulismus häufiger aktenkundig wird.

In den USA gilt Säuglingsbotulismus als häufigste Form des Botulismus - er ist dort zehnfach häufiger als in Mitteleuropa. Die Wissenschaft hat dafür noch keine Erklärung. Ein Auslöser der Erkrankung ist auf jeden Fall Honig; auch Ahornsirup gefährdet Babys, da erst ein Abkochen die widerstandsfähigen Botulismuserreger abtöten kann.

Eltern, die glauben, sie müssten ihren Kleinkindern mit Honig Gutes tun, gehen ein unnötiges Risiko ein. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung weist darauf hin, dass Säuglinge Zucker in jeder Form, auch in Form von Honig, nicht als Brennstoff benötigen. Die Liebe zum süßen Geschmack wird ihnen von den wohlmeinenden Eltern geradezu anerzogen. Süßes schmeckt ihnen erst, wenn sie es kennen gelernt haben. Das aber sollte auch im Interesse gesunder Zähne möglichst spät sein.

Edgar Muschketat stellt klar, dass die Gefahr nur vom »reinen« Honig oder Ahornsirup droht, nicht von Kinderbreis und Kindersäften, die im Supermarkt angeboten werden. Diese Nahrungsmittel werden ausreichend erhitzt. »Es ist immer Bienenhonig im Spiel gewesen bei den wenigen bekannt gewordenen Fällen«, sagt Muschketat und appelliert eindringlich an die Mütter, ihren Kindern im ersten Lebensjahr keinen Honig zu geben.

http://www.maja-langsdorff.de/medhonig.htm

Kommentar von B6e916940f858768e14a55d95cd5c284smallYsobel am 10. August 2007 11:58

Hört sich absolut plausibel an, ich frage mich nur, warum es denn Brei gibt für Babys ab 4 Monaten, die mit Honig gesüsst sind. Ist das dann so eine kleine Menge, das die nicht Gefährlich werden kann?

Kommentar von C207f83a93f2d439f0033fdc7bbdbdb7smallJaguar am 11. August 2007 14:20

ich bezweifel dass es breie für babys ab dem vierten monat gibt, die mit honig besüßt sind. ich habe soetwas noch nie gesehen. falls ich mich arg täuschen sollte, sollte das zeug so scnell wie möglich von markt, der zahnarzt freut sich schon. aber wie gesagt, falls es doch der fall sein sollte, ist der honig erhitzt worden, dann ist dasw etwas anderes. kannst du in etwa vergleichen mit mett oder rohem fleisch.

Kommentar von B6e916940f858768e14a55d95cd5c284smallYsobel am 16. August 2007 19:03

Doch schau mal im Regal, das heisst Honigschleim, und ist für Babys ab dem 4.Monat.


UlfDunkel
beantwortet von UlfDunkel am 10. August 2007 11:44
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anonym
beantwortet von tanteju78 am 11. August 2007 14:12
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@ sternchen ich glaube, ich habe gerade bei deinem beitrag "inhalt beanstanden" geklickt. Sorry, war ein Versehen!!!


sternchenausdd
beantwortet von sternchenausdd am 11. August 2007 09:09
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richtig ist, dass sich im frischen honig bakterien und keime befinden, die dem baby schaden können, weil das immunsystem noch nicht vollständig aufgebaut ist. babys brauchen ja auch im 1. lebensjahr eigentlich gar keinen honig, weil der viel zu süß ist.

will man beim frischen honig auf nummer sicher gehen, dann kann man ihn kurz aufkochen, dass zerstört die keime und bakterien, aber leider auch die gesunden stoffe im honig.

aber wie schon gesagt, baby's benötigen nichts süßes, dass verdirbt nur ihren geschmack.




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