Frage von bachforelle49, 42

Warum sollen betriebsbedingte Kündigungen immer vermieden werden, wenn mal wieder Arbeitsplätze einem fehlerhaften Konzept zum Opfer fallen (müssen)?

gebetsmühlenartig leiern Großfirmen dies Sprüchlein runter, wenn sie Arbeitsplätze freisetzen (müssen).. dabei gibt`s nur bei betriebsbedingter Kündigung keine Sperrfrist von der Arbeitsagentur im Gegensatz zu den anderen Kündigungsarten. Deshalb steht´s auch gerne in wohlwollenden Begründungen, obwohl sie das zuerst einmal abstreiten. Kann man Großfirmen wie gewisse Banken usw. überhaupt noch Glauben schenken?

Antwort
von Ernsterwin, 15

Die Antwort auf Deine Frage gibst Du Dir fast selbst: Weil die Unternehmensführung so weit wie möglich die Beschäftigten "trösten" will, dass sie "alles" tun wird, um Nachteile für die Mitarbeiter zu vermeiden.

Dass das (auch fehlerhafte) Konzept von vornherein darauf angelegt war, Maximalprofit zu erzielen und Mitarbeiter nur dann eingestellt werden, wenn sie dafür brauchbar erscheinen, wird unter den Tisch gekehrt.

"Natürlich werden Unternehmen ihre Gewinne nicht dazu verwenden, Arbeitsplätze zu schaffen! Die Reihenfolge ist umgekehrt:

Sie werden Arbeitsplätze schaffen, wenn sie sich davon Gewinn versprechen. So einfach könnte das sein."
(Peter Hohl, deutscher Journalist und Verleger, Redakteur, Moderator
und Aphoristiker)

Antwort
von Maximilian112, 20

Sperrfristen gibt es mMn nur bei Eigenverschulden, also bei einer verhaltensbedingten Kündigung. Bei einer Fristlosen sowieso.

Aber bei einer personenbedingten Kü wird keine Sperre verhängt, bei Krankheiten zB. 

Das bei einer betriebsbedingten zuerst der ungeliebte Mitarbeiter freigesetzt wird ist sicher unbestritten. Manchmal eben auch weggelobt. Ob es der richtige Mitarbeiter war (nach der sozialen Reihenfolge) entscheidet im Zweifel das Arbeitsgericht und des öfteren muß sich der Arbeitgeber das Ganze etwas kosten lassen.

Wenn jemand schön blauäugig ist kann er jedem Vertrauen schenken :-)

Kommentar von bachforelle49 ,

der Unterschied zwischen einer personenbedingten und betriebsbedingten Kündigung ist vor allem der, daß der Arbeitgeber bei ersterer dem AN durchaus kündigen kann, wenn die Krankheit lang und länger andauert und die betrieblichen Abläufe gefährdet sind und durch die Fehlzeiten nicht mehr gewährleistet sind. Das sollte der AN nutzen, um mit einer Kündigungsschutzklage beim wohlwollenden Arbeitsgericht dagegen anzugehen.. und eine höhere Abfindung zu erklagen.(!)

Deshalb kommt eine Firma (.. grad die großen sogenannten honorigen...) seinem AN gerne mit einer betriebsbedingten Kündigung entgegen, wenn er denn nur den Auflösungsvertrag unterschreibt! Das Adjektiv `betriebsbedingt `ist natürlich gelogen

Kommentar von Maximilian112 ,

Da hab ich doch nix gegenteiliges dazu gesagt?!

Der AG hat immer die Möglichkeit eine Kündigung mit Abfindungsangebot auszusprechen. Dem AN ist es überlassen, diese anzunehmen oder auch nicht. (Also wenn er klagt ist die Abfindung vorerst futsch bis das Gericht eine Entscheidung trifft, also Risiko für AN)

Eine betriebsbedingte muß dann irgendwann auch mal begründet werden wenn sich der  AN wehrt. Oft mit dem Ergebnis Abfindung. Der Arbeitsplatz ist oft trotzdem verlustig gegangen.

Antwort
von kenibora, 25

Wem bitte kannst und sollst Du noch Glauben schenken dürfen/kennen?  In unserer Welt ist sich doch jeder selbst am Nächsten! (Alle denken nur an sich, ich denke nur an mich)

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