Frage von Sozios, 53

Warum soll selbsthass schlecht sein?

Ich bin glücklich wenn ich produktiv bin und bin produktiv wenn ich unglücklich bin. Klingt auf den ersten Blick paradox aber ist es nicht. Bin ich zufrieden, dann bin ich zufrieden, dann ruhe ich mich aus, genieße und schlafe eben ein. Bin ich unzufrieden muss meine unzufriedenheit so einen hohen punkt erreichen dass ich die Fehlschläge in meinem Leben auf niemand anderen abwälzen kann als auf mich selbst daraus resultiert ein hass auf mich selbst, der hass darauf wenn ich zB. weiß ich sollte lieber mal sport machen anstatt faul auf der couch zu liegen. Ich trainiere dann absichtlich härter um mich richtig zu vernichten einfach nur weil ich diese Einstellung "och nö heute nicht" hasse!

Streit in einer Beziehung ist wie Benzin für meinen Motor, ich brauche eine Beziehung die harmonisch ist und voller Liebe, ist da irgendwas im argen erlebe ich persönlich meine größte produktivität. Was soll ich Zuhause? Da liebt mich ja eh keiner, ich kann auch auf der arbeit bleiben, es interessiert ja doch keinen und hier habe ich wenigstens was davon anders als zuhause wo ich nix davon habe.

Ich war vorher richtig regelmäßig im Fitness studio, ich wollte von frauen nix wissen, sie waren in meiner weltanschauung einfach nur ablenkung, böse, sie wollen mich von meinen zielen weg bringen, ich sah aus wie ein junger Gott und hätte vermutlich jede zweite haben können. Dann ist es leider passiert, beziehung - glücklich - lieber zeit mit der frau verbracht weil sie quängelt wenn sie alleine ist noch dazu die eigene sehnsucht die einen zu ihr zieht, da vernachlässigt man eben andere dinge.

Frau weg, Körper weg, ich steh am anfang. Unglücklich - training = wieder erfolg bin wieder dabei aufzubauen. Ich mach das verbissen, mit selbsthass und diese ganze negativität die arbeite ich einfach weg und dadurch bin ich einfach fast immer am rutieren und das bedeutet auch zwangsläufig das ich vieles richtig mache.

Warum soll das ungesund sein wenn es mir doch soviel bringt?

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Antwort
von voayager, 8

Warum sollte das schlecht sein, wenn es dich antreibt, du mit dem Selbsthass umgehen kannst. Du läßt ihn zu, stehst dazu, also isses dch erstmal ok für dich. Irgendwann verschwindet er einfach, so wie ein Vulkan, der auch nicht ständig speit. Haß und auch der Selbsthaß sind zeitweilige Wegbegleiter unseres Seins. Erst wenn sie dauerhaft werden, liegt ne Störung vor, ist entgegenzusteuern, in welcher Weise auch immer das geschieht.

Antwort
von GrumpyLilo, 7

Hey Sozios,

ob du dich selbst hasst oder nicht, ist doch ganz alleine deine Sache. Wer verbietet dir das denn? 

Meiner Meinung nach ist Selbsthass nicht sinnvoll, weil eine gewisse Zufriedenheit über Erreichtes glücklich macht. Wenn du sehr lange auf etwas hinarbeitest und es schließlich erreichst, kannst du auch mal stolz sein und dich kurz zurücklehnen. Du kannst dir sagen "Hey, das hab ich wirklich gut hingekriegt und darauf bin ich stolz." Das schließt doch nicht automatisch weiteren Erfolg aus. Wenn du einmal Erfolg hattest, wird dich das Glücksgefühl und der Stolz vielmehr zum nächsten Erfolg anspornen, anstatt dich faul und träge zu machen. 

Das Leben ist meiner Meinung nach zu kurz, um sich und die Welt zu hassen und alles so übertrieben ernst zu nehmen. Man kann seine Ziele auch sehr gut mit einer positiven Einstellung erreichen. Das tut dir und deiner Umwelt bestimmt besser als wenn du dauernd alles negativ siehst und mit nichts zufrieden bist. 

Trotzdem ist das dir selbst überlassen. Lebe so wie du es möchtest. Jeder kann seine Meinung äußern, aber letztendlich hat keiner das Recht, dir irgendetwas zu verbieten.

Antwort
von Gutefragen2014, 6

Zuviel Selbsthass auf Dauer kann depressiv machen.

Aber ich glaube eher Du meinst nicht Selbsthass sondern ziehst deine Motivation aus schlechten Zeiten.

Toll wäre wenn Du dich und deinen Körper achtsamer behandelst.

Ich würde Dir eine Therapie empfehlen. 

Antwort
von Matschpfirsich, 5

Keiner verbietet dir den Selbsthass als Antrieb zu nehmen.

Antwort
von DungeonBreaker, 4

Selbsthass kann einen auffressen aber ich denke das ist bei dir eher deine Form von Ansporn also nicht das gleiche

Antwort
von SuperZyZz, 4

Es gibt eine psychologische Leitidee, nach der es sinnvoll sein soll, Kindern und Jugendlichen weiß zu machen, dass sie selbst wunderbar und schlau und stark blablabla sind. Dies sollte zu mehr Motivation und Selbstvertrauen führen, entsprechend die Leistungen zur Schulzeit und darauf aufbauend als Erwachsener fördern. Tatsächlich hat sich diese Theorie im Westen nach Jahrzehnten als Irrtum erwiesen. Strenge Erziehung und die Drosselung des kindlichen Selbstwertgefühls sind in Asien sehr viel stärker vertreten und erwirken überwiegend bessere Leistungen bei Kinder und danach natürlich diesen als Erwachsene. Zum Beispiel darf in den Usa ein Amerikaner mit nem IQ von 110 Anwalt werden und ein Amerikaner mit asiatischen Hintergrund schon bei 103, weil viele Studien eine höhere Leistung durch eine andere Leitidee der Erziehung und Lernmethoden bestätigen. Weitere Statistiken dazu findest du haufenweise. Deine Formulierung "Selbsthass" zeugt allerdings von wenig Fachkenntnis. Eine Regulierung des Egos, Reue über versäumte Taten und ein Lerneffekt sind gut, aber reiner Selbsthass wäre im Sinne des Wortes ein Fundament von unsachgemäßen Minderwertigkeitskomplexen und psychischen Erkrankungen. In der Form wird kein Psychologe oder Verhaltensanalytiker dir das gesagt haben. Selbsthass ist in der Tat schlecht, aber das, was du beschreibst ist keiner. Du kannst dir interkulturelle Verhaltens-und Erziehungstherorien nochmal ansehen und deine eigenen Schlüsse ziehen, aber grundsäzlich ist das gesund, was du tust, solange es Gutes erwirkt. Im Alter würde man sowas midlife-crises nennen, ist dir sicher auch ein Begriff. Der ist allerdings härter, weil das Ausmaß des Versagens sehr viel größer ist und die Lösungen dazu eher bescheidend sind. Du solltest also erstmal davon ausgehen, dass es kein Selbsthass ist, den du empfindest, sondern eine Unzufriedenheit, eine gesunde Drosselung des Egos und die Reflektion von vergangenem Fehlverhalten. Wenn ich dir jetzt noch mehr erz. kannste nich mehr lesen, aber ich hoffe, dass dir das soweit hilft. 

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