Frage von julie1520, 98

Warum soll man Schenkelhilfen umgekehrt machen?

In fast jeder konventionellen Reitschule lernt man ja, dass das Pferd auf den Druck des Schenkels weichen soll. Also rechter Schenkel, das Pferd soll nach links laufen und dementsprechend linker Schenkel, das Pferd soll nach rechts laufen. Unser Reitlehrer meint allerdings das es besser fürs Pferd ist, wenn man mit dem linken Schenkel eine Art Drehbewegung ausübt, damit das Pferd nach links läuft und mit dem rechten Schenkel auf der rechten Seite. Also im Prinzip das Gegenteil. Er meint, dass das Pferd nicht von einem weg möchte. Habt ihr schon von dieser Methode gehört, wenn ja was haltet ihr davon? Mir leuchtet nicht ganz so ein, wie das funktionieren soll. Für mich ist es nämlich eher logisch, wenn man das Pferd "wegdrückt". Es wäre nett, wenn ihr mir eure Meinung und Erfahrung miteile würden. Außerdem auch die Logik erklären könntet. Danke für eure Antworten.

Antwort
von WesternCalimero, 36

Deine Frage berührt ein sehr komplexes Thema.....

Die Methode ist mir bekannt, hat aber einen gravierenden Nachteil: ein "normal" geschulter Reiter kann das Pferd nicht reiten und ein so ausgebildeter Reiter kann ein "normal" ausgebildetes Pferd nicht reiten.

Die Methode beruht darauf, daß Pferde eigentlich "Gegendruck-Tiere" sind. Die Erklärung findest Du in der Historie der Pferde. Die Pferde, die von dem Biss eines Angreifers fortsprangen, rissen sich selbst ein Stück Fleisch heraus (Trägheit der Massen) - das haben die Pferde dann eher nicht überlebt. Die Pferde, die dem Biss entgegen gingen, bekamen den Gegner unter die Hufe - das hat der Angreifer dann eben nicht überlebt. Durch diese natürliche Selektion überlebten vorzugsweise die Gegendruck-Tiere.

Bei Fohlen kann man das oft sehr gut beobachten. Legt man eine Hand an ihre Schulter, beginnen sie sich dagegen zu lehnen.

Beobachten kann man das auch, wenn Menschen am Halfter, bzw. am Strick nach unten ziehen. Dabei geht der Kopf des Pferdes bei jedem Zug etwas weiter nach oben (gegen den Druck) - so erzieht man Steiger.....

Prinzipiell reiten alle nach beiden Methoden. Als erstes ist die Gewichtshilfe dran, die dem Pferd sagt, in welche Richtung es geht ( Pferde treten immer unter das gemeinsame Gewicht). Soll die Kurve kleiner werden, hilft das äußere Bein, soll die Kurve größer werden, hilft das innere Bein.

LG Calimero

Antwort
von hupsipu, 98

Häh?? Auf Schenkelimpuls soll das Pferd intuitiv reagieren wie auf jede andere Hilfe auch. Wenn Dich jemand an der Schulter anstupst oder drückt, lehnst Du Dich dann dagegen? Hilfen sind ja kein Auswendiglernen sondern das Ausnutzen von Anatomie und Instinkt, deshalb finde ich es ziemlich sinnbefreit, zu sagen, man dreht das jetzt einfach mal um.
Klar soll das Pferd nicht weghopsen wenn das Bein kommt, aber es wird ganz automatisch dem Druck nachgeben und sich im Idealfall um den Schenkel biegen, warum sollte man sich selbst und dem Pferd dann nen Knoten ins Hirn machen?

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde & reiten, 58

was du beschreibst ist eine seitwärtsbewegung.

schenkelweichen wird in der tat so gemacht. der schenkel liegt aber eine handbreit hinter dem gurt.

beim schulterherein wird hingegen das pferd um den inneren schenkel gebogen und geht infolgedessen auf zwei hufschlägen.

vielleicht sollte dein reitlehrer mal zur fortbildung. oder einen kommunikationskurs machen, damit er besser erklären lernt.

Kommentar von julie1520 ,

Ich meine nicht Schenkelweichen

Antwort
von Punkgirl512, 62

Das kommt darauf an, wie man abwenden möchte.
Will ich nur die Richtung angeben, reicht es durchaus, über das drehen der Hüfte noch zusätzlich das äußere Bein hinzu zu nehmen.
Gewendet wird sowieso über die hüfte, nicht über das Bein.

Der innere Schenkel sorgt für die Biegung, dafür, dass das innere Hinterbein vermehrt unter den Schwerpunkt gesetzt wird.
Die Kombination aus der Hüfte und dem äußeren Bein, dass verwahrend wirkt in der Wendung und dem Biegungen inneren schrnjrl, das sorgt für korrektes abwenden, wodurch das Pferd nicht aus der Balance gebracht eird.

Antwort
von Fulicas, 75

Ich glaube dein Reitlehrer spricht eher von Biegung um den Schenkel, nach deiner Beschreibung.

Kommentar von julie1520 ,

Und wie funktioniert das?

Expertenantwort
von Heklamari, Community-Experte für Pferde, 21

vielleicht hat Dein RL bemerkt, daß etliche Reiter beim "Schieben zur Seite" das Gewicht auf die falsche Seite bringen, z.T. auch, weil sie in der Hüfte abknicken und meint, das Problem auf seine seeeehr spezielle Weise bessern zu können;

 Sitzschulung macht meiner Meinung nach aber mehr Sinn

Kommentar von julie1520 ,

Wann bringt man das Gewicht auf die falsche Seite? Wenn man jetzt zum Beispiel möchte, dass das Pferd nach recht geht und man mit dem linken Bein drückt. Auf welcher Seite wäre das Gewicht dann falsch? Rechts oder Links?

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